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Alt 11.03.2019, 08:56   #1
weiblich Ex-Serpentina
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Standard Nebeltor (Villanelle)

Nebeltor

Der Nebel löst die Grenzen auf, die Starren
und hüllt die beiden Welten in ein Licht,
der Tod zieht durch dies Tor, mit seinem Karren,

holt Totgeweihte - Könige und Narren,
betrachten nun ihr freies Angesicht.
Der Nebel löst die Grenzen auf, die Starren,

und wenn wir auch die Körper tief verscharren,
die Seelen haben ihre eigne Sicht.
Der Tod zieht durch dies Tor, mit seinem Karren,

die Sphäre wechselt nun und das Verharren,
verliert den Reiz, in diesem neuen Licht.
Der Nebel löst die Grenzen auf, die Starren.
der Tod zieht durch dies Tor, mit seinem Karren.
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Alt 11.03.2019, 09:55   #2
weiblich Ilka-Maria
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Liest sich holprig, der drei Kommata wegen, die nicht in die Zeilen gehören. Auch ist mir nicht klar, was "die Starren" sein soll. Erst dachte ich an einen Tippfehler, aber da es zweimal vorkommt, bin ich mir darüber nicht sicher, weiß allerdings nichts damit anzufangen.

Wohltuend: Du beherrscht die Rechtschreibung recht gut. Das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.

VG
Ilka
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Alt 11.03.2019, 09:56   #3
männlich Nöck
 
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Beiträge: 1.953

Liebe Serpentina,

wie schön, eine Villanelle! Respekt - mutig!

Man merkt dem Gedicht leider an, dass die Regeln für eine Villanelle etwas zur "Verholzung" beigetragen haben - da heißt es üben.

Mir sind ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich so gut es ging beseitigt habe.

Der Nebel löst die Grenzen auf, die starren,
und hüllt die beiden Welten in ein Licht,
der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren,

holt Todgeweihte - Könige und Narren,
betrachten nun ihr freies Angesicht.
Der Nebel löst die Grenzen auf die starren,

und wenn wir auch die Körper tief verscharren,
die Seelen haben ihre eigne Sicht.
Der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren,

die Sphäre wechselt nun und das Verharren
verliert den Reiz in diesem neuen Licht.
Der Nebel löst die Grenzen auf, die starren.
Der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren.

Das Wörtchen "nun" ist nicht so toll, und dann kommt es sogar zweimal vor, das solltest du noch ändern.

Liebe Grüße
Nöck
Nöck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2019, 14:37   #4
weiblich Ex-Serpentina
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Beiträge: 698

Hallo zusammen,

ich habe den Text dank der Anregung etwas umgestaltet.

Der Nebel löst die Grenzen auf, die starren,
und hüllt die beiden Welten in ein Licht,
der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren,

holt Todgeweihte - Könige und Narren
betrachten frei ihr neues Angesicht.
Der Nebel löst die Grenzen auf, die starren

und wenn wir auch die Körper tief verscharren,
die Seelen haben ihre eigne Sicht.
Der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren,

die Sphären ändern sich und das Verharren,
verliert den Reiz in diesem neuen Licht.
Der Nebel löst die Grenzen auf, die starren.
Der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren.


Wenn die Kommas auch dem Absetzen der Stimme dienen, müssten sie eigentlich richtig gesetzt sein?

", die starren... " sind dem Reim geschuldet. Zwar bezieht sich das auf Grenzen und die können ja starr sein, aber ich stimme zu, kein Mensch spricht von starren Grenzen zischen Vor, - und nach dem Tod. Und das reimverschuldete "verscharren" ist, das kann ich jetzt auch eher sehen, nicht wirklich angemessen.
Da müsste ich also nochmal ganz neu ran.
Ich bekam auch in einem anderen Forum die Rückmeldung, dass eine Villanelle aus 5 Terzinen besteht. Mir fehlt zum wirklichen Villanellen-Glück zudem auch noch eine Strophe.

Danke für euer Feadback. Damit kann ich etwas anfangen.

LG,
Ex-Serpentina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2019, 15:08   #5
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Serpentina Beitrag anzeigen
Wenn die Kommas auch dem Absetzen der Stimme dienen, müssten sie eigentlich richtig gesetzt sein?

", die starren... " sind dem Reim geschuldet.
Nein, so einfach ist es nicht. Dann müssten nämlich alle kurzatmigen Leute hinter jedem zweiten oder dritten Wort ein Komma setzen. Maßgeblich sind jedoch die Regeln der Interpunktion.

Jedenfalls ist jetzt der Vers "der Tod zieht durch das Tor mit seinem Karren, ..." richtig.

Was "starren" angeht, hatte mich nicht der Reim irritiert, sondern dass das Wort in der Erstversion großgeschrieben steht.

Alles gut jetzt.

VG
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2019, 15:32   #6
weiblich Ex-Serpentina
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Nein, so einfach ist es nicht. Dann müssten nämlich alle kurzatmigen Leute hinter jedem zweiten oder dritten Wort ein Komma setzen. Maßgeblich sind jedoch die Regeln der Interpunktion.
Wir hatten es (AD und Nöck) in einem anderen Faden davon, dass die grammatikalischen Regeln der Interpunktion nicht nur massgeblich sein müssen.


Andere Dimension schrieb da :

Zitat:

In der Kommunikationsforschung werden unter Interpunktion subjektiv empfundene Startpunkte innerhalb eines ununterbrochenen Austausches von Mitteilungen verstanden.
Die Interpunktion ist der Taktstock des Lyrikers, der Lyrikerin

... aber den falschen Takt angeschlagen. Die Interpunktion setzt Akzente...oder eben nicht.

Das (fehlende) Komma nach "dort" ist wie ein tiefes Luftholen...kündigt eine bedeutsame Aussage an...während das Komma nach "Harz" genau das Gegenteil bewirkt (eine eigentlich bedeutsame Aussage im Keim erstickt)
http://www.poetry.de/showthread.php?t=84443)


Ich kann also in verschiedener Hinsicht daneben liegen.

Zitat:

Was "starren" angeht, hatte mich nicht der Reim irritiert, sondern dass das Wort in der Erstversion großgeschrieben steht.
Achso. Das war ein ungewollter Rechtschreibfehler meinerseits.
Ex-Serpentina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.03.2019, 16:34   #7
weiblich Ilka-Maria
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Was in der Kommunikationsforschung irgendwie ausgelegt wird, hat nichts mit den existierenden Interpunktionsregeln zu tun. Wenn jeder danach schreiben wollte, wie er es persönlich empfindet, könnten wir diese Regeln abschaffen. Wir befassen uns in Poetry aber nicht mit Kommunikationsforschung, sondern mit Literatur.

Ein einziges falsch gesetztes Komma kann dazu führen, dass die Aussage eines Satzes in das Gegenteil dessen verkehrt wird, was der Autor ausdrücken wollte. Schon von daher kommt man an der korrekten Anwendung der Regeln nicht vorbei.

Es ist ein Unterschied, wenn man schreibt:

"Er spricht, und er spricht."

Oder: "Er spricht und er spricht."

Im ersten Beispiel sind es zwei Personen, die sprechen.
Im zweiten Beispiel ist es eine Person, die ohne Unterbrechung spricht.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
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