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Zeitgeschehen und Gesellschaft Gedichte über aktuelle Ereignisse und über die Menschen dieser Welt.

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Alt 07.02.2019, 16:57   #1
männlich Heinz
 
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Standard Tamara, die tanzende Fleischwurst

Drall war sie und ihres Mundes Lächeln
zierte sie und machte allen Männern Durst,
sie mühten sich, ihr kühle Winde zuzufächeln,
und alle riefen: Ach Tamara, du Fleisch geword‘ne Wurst!

Sie stand im Laden, morgens, abends, unverdrossen,
bediente nur die Männer, ihre liebsten Kunden;
sie alle hatten schon die Gunst Tamaras still genossen,
und hatten hinterm Tresen ihr Glück bei ihr gefunden.

Kein andrer Metzger hatte so ein prächtig Weib
im Laden. Mit Lust verkaufte es Salami, Hackepeter;
nach Feierabend bot sie kostenfrei den drallen Leib,
geschnürt in einem roten Mieder aus Rinderleder,

sie tanzte nackt und wild den spanischen Fandango,
und manchmal, wenn sie Lust verspürte,
gab sie sich hin zu einer wüsten menage a quadro,
so manchen Jüngling sie des nachts verführte.

Doch eines Abends kam geschwind Don Carlo
und sang sehr schmelzend „Che bella cosa...“
und packte sie an ihren wunderhübschen Po -
entführte sie ganz italienisch und sub rosa

war Tamara mit dem Don verschwunden.
Ein Sturzbach überschwemmte alle Gassen,
ein lautes Heulen hört man in den Straßen -
das kam vom Weinen der verlassnen Kunden.
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.02.2019, 17:10   #2
männlich Ralfchen
 
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hahahahahahahaha...eine wahre wursterei vor allem in dem mieder aus rinderleder...eine wahre umschreibung von zartem weinrotem nappa...
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2019, 17:56   #3
männlich Heinz
 
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so kann man auch mit einer Wurst
stillen manchen Männerdurst.
H.
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2019, 18:31   #4
männlich Ralfchen
 
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Doch füllt man einen Katzendarm,
mit Schmutz und Schund dazu auch Charm,
gewinnt man - wenn auch zwar mit Schmerzen
im poetry manch Damenherzen.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 18:52   #5
weiblich DieSilbermöwe
 
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Lieber Heinz,

herrlich gedichtet, eine Wonne, das Gedicht zu lesen. Da kommt man doch auf ganz andere, (auf-)reizende, schlüprige Gedanken!

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2019, 19:52   #6
männlich Heinz
 
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Beiträge: 5.292

Liebe Silbermöwe,
sollte es mir gelungen sein, Dich auf schlüpfrige Gedanken zu bringen?
Vielen Dank für Dein Lob!
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
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