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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 06.12.2018, 00:47   #1
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Und wieder

Und wieder
hält die Nacht mich wach.

Die Dunkelheit quält,
kriecht zu mir ins Bett,
sie hat die Stunden gezählt
und findet mich nett.

Und wieder
macht ihre Nähe mich schwach.

Die Kälte sinkt tief,
geht unter die Haut.
In den Sekunden, in denen ich schlief,
hat sie sich in mir ein Nest gebaut.

Und wieder
zugeschnürt, der Atem flach.

Die Angst hat mich
noch nicht vergessen.
Verliere, schwinde nun und ich
gebe mich auf und werde mich essen.

Geändert von Unar die Weise (06.12.2018 um 08:22 Uhr)
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Alt 06.12.2018, 02:10   #2
männlich Vers-Auen
 
Benutzerbild von Vers-Auen
 
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Ort: Jenseits von Eden
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Standard Tick Tack

Angst essen Seele auf!

Die Zeit ist ein
unbarmherziger
Lebenskiller.
Die Sekunden,
und Gehilfen, greifen
erbarmungslos dich an.
Diese Lebzeitfresser
sind unsere Totengräber.
Lächelnd ticken sie weiter.
Tick
Tack
Tick
……

LG & gute N8cht
Vers-Auen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2018, 02:33   #3
weiblich Unar die Weise
 
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Du hast es erfasst, Nachtgefährte.
☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆

Uhrenzeiger der
Zeitenwechsel

Sekundenschlaf um
Mitternacht

Dämmerstunde zur
Sternenzeit

Nachtwachen für
Tagträumer
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Alt 06.12.2018, 08:21   #4
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Wieder

Wieder
hält die Nacht wach.

Dunkelheit quält,
kriecht ins Bett,
hat Stunden gezählt,
findet mich nett.

Wieder
macht Nähe schwach.

Kälte sinkt tief,
unter die Haut.
In Sekunden, wenn ich schlief,
hat sie sich ein Nest gebaut.

Wieder
geht der Atem flach.

Die Angst hat mich
nicht vergessen.
Verliere nun und ich
gebe auf, um mich zu essen.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2018, 13:42   #5
weiblich Mohrel
 
Benutzerbild von Mohrel
 
Dabei seit: 11/2018
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Hallo Unar die Weise,

unglaublich, wie dieses Gefühl beim Lesen rüber "kriecht"!!

Das "essen" zum Schluss wirkt irgendwie unangenehm; aber klar, wenn man drüber nachdenkt, dann passt es absolut.

Super geschrieben!

Liebe Grüße
Mohrel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2018, 14:44   #6
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 37
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Danke liebe Mohrel.
Ich hoffe, dass dich das unangenehme Gefühl nun nicht begleitet.
Nun ists ja Tag, zwar trüb hier, aber hell. Da kann man auch helle Gedanken schöpfen.
Das essen am Schluss ist mir hier wichtig.

Gruß zum Nikolaustag
Unar
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Alt 06.12.2018, 21:47   #7
weiblich Mohrel
 
Benutzerbild von Mohrel
 
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Beiträge: 97


Nein, das unangenehme Gefühl begleitet mich nicht.
Das essen gefällt mir immer besser

Gruß zurück
Mohrel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 08:02   #8
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 36
Beiträge: 4.222

Eine Meditation?
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 09:56   #9
männlich Ex-MiauKuh
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 965

Bedauerlich, liebe Unar und ich weiß, warum.
Bald kommt der Frühlinng noch balder ist die Wintersonnenwende :-)

Das sind bessere Aussichten. Die Nächte werden kürzer, der Tag länger, das Warme wird gewinnen, nachdem die Kälte gewonnen hat!
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 10:04   #10
männlich ganter
 
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Beiträge: 1.607

Standard Fressen und gefressen werden

Liebe Unar,

„Guten Appetit!“ – aber nein, entschuldige meinen Sarkasmus, damit will ich den Mut in Deinem Gedicht würdigen, die Angst zu beschreiben und damit zu entlarven.

-ganter-
ganter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 12:31   #11
weiblich AlteLyrikerin
 
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Beiträge: 729

Gefällt mir, diese Beschreibung einer tief sitzenden Angst. Gut ist, dass alles, was man beschreiben kann, etwas von seiner dunklen Magie verliert.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 13:43   #12
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Danke für eure Rückmeldungen.

Liebster Frankie,
was sich so oft wiederholt, könnte etwas Meditatives an sich haben. Hier führt es aber in eine furchbare Gedankenschleife.

Lieber MaiuKuh,
sogar der Tag hat sich sein graues Nachthemd angezogen, in diesen Tagen. Mir scheint, er foppt den ganzen Weihnachtsglitzerzauber und bockt, er mache da nicht mehr mit.

Lieber Ganter,
der Sarkasmus ist mir wohlgesonnen, wohl dem, der über sich selbst richten kann.
Diese Angst und Ich führen eine kleine Hassliebe.

Liebe AlteLyrikerin,
mir begegnet Frau Angst mitunter sehr vertraut, wir sprechen uns mit Du an und können nicht mehr ohne einander.



Euch allen wünsche ich lichte Tage und samtene Nächte.
Sucht euch mal Angst heim, so schickt sie nicht fort.
Bittet sie, zu bleiben.
Zusammen ist man weniger allein.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 18:55   #13
männlich AndereDimension
 
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Hallo Unar,

hier hätte ich dir dringend davon abgeraten zu reimen. Der Reim zwingt dich (nur in diesem Fall) in ein Korsett...das dir nicht passt. Ein im Grunde ernstes Thema...das dir vielleicht auch persönlich sehr wichtig ist...gleitet unfreiwillig ab in die Komik
Zitat:
(Die Angst hat mich
nicht vergessen.
Verliere nun und ich
gebe auf, um mich zu essen.
?

Du kannst das besser...hast es schon oft genug bewiesen. Dieser Text ist dir (verzeih mir meine Offenheit) zu 100% missglückt.


Wieder
hält die Nacht
mich wach.

setzt sich die Dunkelheit
zu mir ans Bett
und zählt mir
Stunden
vor

Nur eine von vielen Möglichkeiten...wie dein Text beginnen könnte. Du brauchst hier keine Reime - sie sind kontraproduktiv..

Gruß, A.D.
AndereDimension ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 21:07   #14
weiblich Unar die Weise
 
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Ich bedanke mich für deine Ehrlichkeit, lieber AnDi.
Für die Außenwelt scheint dies reimgeschuldet zu sein.
In der Tat basiert das ganze Gedicht aber auf der Schlusszeile.

Ich bin ein offener Mensch und schäme mich nicht mehr für meine Einschränkungen und meine Special Effects.

Deshalb verrate ich, dass mir die Grundidee zu diesem Gedicht von einer Vision kam.
Soetwas sucht mich nachts heim, ist medikamentenbedingt ( Schmerzmittel ) und nicht zu ändern.
Was leider gewöhnungsbedürftig ist, kann aber auch inspirierend sein.
Und so war es eine Vision, in der ich mich gesehen habe, wie ich mich esse.
Wie Augustus Glubsch in der Schokoladenfabrik, nur nicht so genussvoll.
Das ekelte mich an und mir wurde kotzübel, um mich abzulenken, verfrachtete ich das in mein Gedicht.

Also kann ich das Gedicht nicht umschreiben.
Das nicht zwingend gereimt werden muss, hielt ich für möglich, hatte aber Bedenken, dass es mehr in einen Tagebucheintrag abgleitet.
Trotzdem versuche ich eine Version ohne Korsett.

Danke, für dein verstecktes Kompliment, das besagt, dass ich ohne Korsett auskomme.
Ich weiß, dass du meine freie Schreiberei viel lieber magst.
Trotzdem ehrt mich erneut, dass du dich mit meinem Text beschäftigt hast.

dir auch helle Stunden
Gruß Unar
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Alt 07.12.2018, 21:17   #15
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Immer wieder

Wieder
hält die Nacht mich wach.

Die Dunkelheit quält
und kriecht zu mir ins Bett.
Nun zählt sie die Stunden.
Ein nerviger Countdown.

Wieder
macht ihre Nähe mich schwach.

Die Kälte sinkt tief,
bis unter die Haut.
Im Solar Plexus hat sie sich
eingenistet.

Wieder
zugeschnürt, der Atem flach.

Sie macht sich breit, die Angst
und nimmt mich ein.
So bittersüß, ich könnt mich
essen.
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Alt 08.12.2018, 07:51   #16
männlich AndereDimension
 
Benutzerbild von AndereDimension
 
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Beiträge: 3.336

Zitat:
Ich weiß, dass du meine freie Schreiberei viel lieber magst.
Das kann man so pauschal nicht sagen - Du kannst auch wunderbar reimen...und wenn es passt...dann ist mir das ebenso lieb. Die Meinung...ein Gedicht müsse sich reimen...ist so weit verbreitet wie falsch. Wenn Du dir z.B. den Rilke anschaust...dessen Texte reimen sich...aber die Reime stehen nicht im Vordegrund...sie kommen eher leise daher..fügen sich unauffällig ein und runden eine Aussage ab. Bei 99% aller Foren-Reimgedichte ist das anders...da steht der Reim unangenehm im Vordergrund...meist zu Lasten der eigentliche Aussage. Ein reim ist dann gelungen...wenn er wie eine natürliche Bewegung fließend daherkommt. Das heißt nicht, dass er nicht auch erarbeitet werden darf. Hinter vielen scheinbar "leichten" und anmutenden Texten steckt harte Arbeit - doch sobald der Leser diese Arbeit "spürt"...ist der Text schon durchgefallen.

Viele Grüße, A.D.
AndereDimension ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2018, 13:01   #17
männlich Wolfmozart
 
Benutzerbild von Wolfmozart
 
Dabei seit: 04/2012
Alter: 54
Beiträge: 1.184

Hallo Unar,

eines der besten Dunkelheits-Gedichte die ich jemals las.

Die Metrik sehr ansprechend und ausgefallen, sehr schöne Formulierungen und ein tiefer Inhalt.

Gernn gelesen.

Gruß wolfmozart
Wolfmozart ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2018, 16:56   #18
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
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Alter: 37
Beiträge: 4.338

Danke, lieber Wolfmozart.
Solch großen Zuspruch hab ich nicht erwartet.

Dir eine leuchtende Zeit.
Gruß Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2018, 22:44   #19
männlich pathos79
 
Benutzerbild von pathos79
 
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Alter: 39
Beiträge: 718

Ich bewundere echt, wie Du Deiner Gefühle Ausdruck verleihst, egal ob in Reimform oder in freien Versen.
Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, auch die Schattenseiten der Seele dem Tageslicht zu zeigen...
Aber glaub mir, es ist ein stetiges Werden zu Sein. Interessant wäre es, wenn Du mal über dieses Gefühl schreibst, als wäre es 2028, in einer Art Retrospektive...

Take care
pathos79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2018, 23:29   #20
weiblich Unar die Weise
 
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Alter: 37
Beiträge: 4.338

Wieder mal von dir zu hören, freut mich ungemein lieber Pathos.

Ich habe darin eine Möglichkeit gefunden, zu verstehen und zu verarbeiten.
Ich muss ja akzeptieren, ein ohne gibt es nicht mehr.
Gehört alles zum Menschsein dazu.

Leider kann ich mit einer Retrospektive nicht dienen.
Wohin mein Weg führt, weiß ich ja nicht.
Ich hoffe ins Licht.

Danke, dass du mir Mut machst.
Wundertage,
wünscht Unar.
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Alt 08.12.2018, 23:55   #21
männlich Einsamkeit
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Beiträge: 166

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Wohin mein Weg führt, weiß ich ja nicht.
Ich hoffe ins Licht.
Nun: wenn man es rational versteht: dann führt der Weg immer in die Zukunft und irgendwann heißt's: "Hallo, du feuchte Erde!"

Das alles Wissen der Welt bedeutet nicht so viel wie das Gewicht der einzelnen Sorge, die wir tief ins uns tragen, die uns in einem Ausmaß rührt, dass wir vergessen zu vergessen.

Alles ist, was es ist. Da führt kein Weg daran vorbei und der Weihnachtsmann macht es zum Beispiel klug. Der verpackt seinen Mist in einem Sack und verschenkt ihn jährlich einmal und er darf sogar mit Absicht wie ein Narr aussehen. Dann lachen sogar die Kinder.

Oder aber der Weihnachtsmann ist genau das, was er ist. Ein liebevoller Brauch. Oder aber eine partielle globale Tradition.

Nur Wenigen vermag es so zu gehen und ganz vielen geht es so: ein Mischmasch von allem. Keiner ist richtig glücklich und nur wenige sind richtig unglücklich.

Das Leben und das Existieren bedeutet aber auch zu verstehen, dass man keine andere Wahl hat, außer das Lästige zu tragen.
Man kann entweder die Welt verschmerzen oder etwas dagegen tun.

Wenn ich einsam bin, bringt es nichts, mich in ein Zimmer zu sperren und mich darüber zu beschweren, dass ich einsam bin.

Wenn ich einen Mangel an Liebe verspüre, dann bringt es nichts nach Liebe zu suchen. Der Mangel wird dadurch größer.

Der Einklang entsteht, wenn man beginnt sich selbst und die Welt um sich herum so zu akzeptieren, wie sie für einen ist. Das bedeutet dann aber auch, dass eigene Leben mit interessanten Dingen bewusst zu schmücken. Denn was uns füllt, das strahlen wir auch nach außen aus. Und was wir nach außen ausstrahlen, das ziehen wir an.

Das Leben würde so für Heimatlose heimatvoller.

Einwas kann ich Dir aber versprechen: Der Weg nach vorn führt definitiv ins Licht.
Bis zu dem Tag an dem man stirbt, wird es Tag und Nacht sein.
Übertrage das bitte auf alles Andere und auf alles Weitere.

Und wer diesen kleinen Kern der Hoffnung nicht in sich trägt.
Nun! Jener tut mir unsäglich leid!

- Einsamkeit



Einsamkeit ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 00:20   #22
weiblich Unar die Weise
 
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Beiträge: 4.338

Du hast dir aber Mühe gemacht, Herr der Einsamkeit.
Ich danke dir herzlich dafür.

Ich glaube du sprichst viele damit an. Wenn ich auch sicher bin, dass du bestimmt in eine andere Richtung denkst, als ich verarbeiten möchte.
Was ja nicht schlimm ist, passt ja auf viele Lebenslagen und jeder ist anders und trägt ein anderes Päckchen mit sich herum.

Ich kann deinem Mutmachen etwas abgewinnen.
Sei dir gewiss, ich nehme mein Schicksal tapfer an.
Den Rat, meine Tage noch mit interessanten Dingen zu füllen, nehme ich aber gern an.

Nur mit einem gehe ich leider nicht mit dir konform....oder etwas dagegen tun, schreibst du.
Diese Möglichkeit ist mir leider nicht gegeben. "Dagegen" tun kann ich nichts,
aber ich bin eine harte Nuss und so schnell, kriegts mich nicht klein.

Auf frohe Tage mit mehr Licht!
Unargruß
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 14:10   #23
männlich Einsamkeit
Gast
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Im Süden Sachsens
Beiträge: 166

Selbst gute Gedanken sind eine Tat für sich selbst, wenn man in Zeiten lebt, die düsterer sind. [Sich selbst gut zusprechen]

Ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: der Eine ist seit 8 Jahren Single und vertreibt seine Zeit vergebens auf Partnerbörsen. Er klickt sich durch den Singlebörsenschlick und sammelt eine negative Erfahrung nach der anderen.
Ich sag ihm immer... Eine anständige Frau findet man da nicht.
Wenn er nur eine Freundin hätte... So sagt er.

Der Andere ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist tot unglücklich. Frau macht was sie will, trifft Männer und er sitzt auf die Kinder. Keiner kann es beenden, da wirtschaftliche Abhängigkeit.
Wenn er nur Single wäre... So sagt er.

Probleme sind immer da! Sie tragen ein anderes Gewand!
Stell Dir vor, Du könntest an Deiner Situation etwas ändern. Dann würde sich vermutlich ein Loch schließen.
Ein anderes, neues, würde sich wohl öffnen. Und die Befriedigung wäre wohl nur kurzzeitig da.

Was ich sagen wollte, war: Manchmal sind die Dinge gut so wie sie sind. Denn alles könnte viel schlimmer sein, aber auch besser.

Ich selbst habe auch harte Zeiten hinter mir. Wie jeder andere auch. Ich lernte aber, dass das Leben gut ist... Und über fünf Ecken und Kanten sind es die Menschen auch irgendwie.

- Einsamkeit
Einsamkeit ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 15:42   #24
weiblich Unar die Weise
 
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Dabei seit: 10/2016
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Ich weiß zu schätzen, was du mir sagen willst.
Ich hab aber gar keine "harten Zeiten", in diesem Sinne.
Und ich kann mir meine Situation auch leider nicht gut reden. Ich kann nur das Beste daraus machen.
Und eben rausholen was noch geht. Ändern kann ich es auch nicht.

Ich erlebe keine Lebenskrise, aus der ich mich winden kann.
Ich habe gesundheitliche Einschränkungen, die mit positiv denken schwer vereinbar sind.
Es geht auch nicht um Depression.
Näher mag ich nicht darauf eingehen.

Ich möchte dich nur wissen lassen, dass ich es zwar schätze, dass du mir Mut machen willst.
Ich aber damit nichts anfangen kann.

Deinen Bekannten viel Glück bei der Suche nach der großen Liebe.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 16:20   #25
weiblich DieSilbermöwe
 
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Liebe Unar,

was für Nächte, die du hier beschreibst. Es tut mir aufrichtig leid, dass dich solche Nächte quälen. Darüber schreiben ist zumindest ein Ventil.

Zitat:
Und wieder
hält die Nacht mich wach.
Schon die erste Zeile lässt den Leser aufhorchen und berührt ihn. Ich finde, dir ist hier ein gutes Gedicht gelungen, das von Anfang bis Ende von der quälenden Nacht erzählt und sie dem Leser gut veranschaulicht.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 18:33   #26
weiblich Unar die Weise
 
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Danke dir Silbermöwe,
wenn die Stimmung rüberkommt, habe ich wenigstens etwas transportiert.
Ich danke auch für dein Mitgefühl.

Von Herzen für dich Wärme, Liebe und Licht.
Deine Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 19:09   #27
männlich Einsamkeit
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Liebe Unar

ich akzeptiere das.
Ich wollte Dir nicht zu nahe treten.
Verzeihung!

-
Einsamkeit ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2018, 21:55   #28
weiblich Unar die Weise
 
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Alles gut, es gibt keinen Grund sich zu entschuldigen, Einsamkeit.
Ich fand es schön, dass du dich so energisch zu Wort gemeldet hast.
Außerdem kann ich manchem etwas abgewinnen.

Liebe Grüße
Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2018, 20:44   #29
männlich Georg C. Peter
 
Benutzerbild von Georg C. Peter
 
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Liebe Unar,

Zu diesem Gedicht ist bereits sehr viel gesagt worden, daher beziehe ich mich auf die erste Fassung, die ich sehr eindrucksvoll finde.

Dass der Schmerz in diesem Gedicht autobiographisch ist, bedauere ich sehr und ich wünsche Dir auf diesem Wege gute Besserung.

Dennoch ist es auch eine Tatsache, dass der Dunkelheit immer etwas mystisches beiwohnt, das liegt sicherlich daran, dass wir unseren natürlichen Schutz durch die Augen verlieren. Aber auch unsere Hormone spielen uns nachts einen Streich, daher stellen sich in der Dunkelheit viele Dinge schlimmer und bedrohlicher dar, als sie in Wirklichkeit sind (auch ohne Schmerzmittel).

Verliere, schwinde nun und ich
gebe mich auf und werde mich essen.


Über diesen Vers mache ich mir etwas Sorgen, gleichzeitig fasziniert er mich:
Er zeigt eine masochistische Ader, die ich ansonsten nicht mit Dir in Verbindung bringe, ich erlebe Dich als starke und selbstbewußte Frau!

So kann ich abschließend nur feststellen:

- bitte lass noch was von Dir übrig (selbst wenn Du aus Schokolade bist)!
- Starkes Gedicht! Verse müssen nicht schön sein, um zu gefallen!


Viele liebe Grüße,
Georg
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Alt 12.12.2018, 20:57   #30
männlich Ex-MiauKuh
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Liebe Unar,

da ich von Anfang an dein Können und Kennen der Worte schätze, reihe ich mich hier kuschelnd ein, in die Riege der dich lobenden Wertschätzer.
Gelesen habe ich dein schönes Gedicht öfter, in der ersten Fassung.

:-)

Liebe Grüße
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2018, 23:28   #31
weiblich Unar die Weise
 
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Standard Da sind ja noch zwei Nachttratschen.

Lieber Georg, dein ausführlicher Kommentar tröstet und besänftigt mich. Auch danke für deine lobenden Worte. Ich esse mich lieber doch nicht, ich werd noch gebraucht. Und ich glaube, ich schmecke gar nicht wirklich. Ich empfehle mich auch niemand anderes, von mir wird man echt high.
Mit dem Essenwollen verbinde ich ein Verschwinden, oder Auflösen, nicht mehr existent sein und somit nicht mehr auffindbar für den Herrn Schmerz und die Frau Nacht.

Lieber MiauKuh, da bist du ja nochmal. Ei, das ist ja eine Ehre, immer wieder gelesen zu werden. Für dein Verstehen, lieben Dank. Reih dich nur kuschelnd in die Nacht, sie ist dir wohl sehr gewogen.

Euch beiden einen heimeligen Restadvent.
Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2018, 19:00   #32
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
.Über diesen Vers mache ich mir etwas Sorgen, gleichzeitig fasziniert er mich:
Er zeigt eine masochistische Ader, die ich ansonsten nicht mit Dir in Verbindung bringe, ich erlebe Dich als starke und selbstbewußte Frau!
Hallo Georg,

ich denke zwar auch, dass Unar eine starke und selbstbewusste Frau ist, dein Gedankengang hier in bezug auf die masochistische Ader erschließt sich mir jedoch nicht. Masochismus hat mit Unterwürfigkeit und Schwäche nichts zu tun.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2018, 19:22   #33
männlich Georg C. Peter
 
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@ Silbermöwe:

Hallo Silbermöwe,

damit es keine Mißverständnisse gibt:
Ich habe nur geschrieben, dass "sich selbst aufessen" masochistisch interpretiert werden KANN (obwohl ich Unar als sehr selbstbewußt erlebe).

Ich denke, dass fast jeder Mensch gewisse Sodo- und Maso- chistische Tendenzen hat, wenn das ein gewisses Maß nicht überschreitet, ist das o.k. für mich.

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Masochismus hat mit Unterwürfigkeit und Schwäche nichts zu tun.
Dazu schreibt Wikipedia:
Der Begriff Masochismus wurde im Jahr 1886 erstmals von dem deutsch-österreichischen Psychiater und Rechtsmediziner Richard von Krafft-Ebing wissenschaftlich verwendet. Er bezieht sich auf den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch (1836–1895), der in mehreren Werken (...) Schmerz- und Unterwerfungsverhalten in Beziehungen zu Frauen schildert.

Viele Grüße von Georg
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