Poetry.de - das Gedichte-Forum
 kostenlos registrieren Forum durchsuchen Letzte Beiträge

Zurück   Poetry.de > Literatur und sonstige Themen > Die Philosophen-Lounge

Die Philosophen-Lounge Forum für philosophische Themen, Weisheiten und Weltanschauungen.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 12.08.2018, 21:08   #67
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Als die Mauer viel war ich 7 Jahre alt.
Das Problem, welches ich hatte war, dass sich alles rasend schnell dem "Westen" anpasste.
Innerhalb weniger Monate folgte alles einem anderen Rhythmus.
Ob man nun wollte, konnte, sollte...
man musste "mit".
Mir viel es schwerer als anderen Kindern. Wir hatten nicht so viel Glück.
Mein Vater war arbeitslos geworden. Auf einmal war seine hochqualifizierte Arbeitskraft nichts mehr wert. Meine Mutter wurde öffentlich "durch den Kakao gezogen", weil rauskam,
dass ein Familienmitglied ihrerseits ein winziges Licht bei der Stasi war.
Sie hat dies ja selbst nicht gewusst und dennoch drohte ihr die Kündigung deshalb.
Wir sind zwei Jahre lang durch die Hölle gegangen. Wir Kinder sind in der Schule gehänselt worden. Und konnten nicht mal verstehen warum genau. Dafür waren wir zu klein.
Auch um uns rum, das große Ganze, war plötzlich eine andere Welt.
Das war verstörend. Plötzlich wollte jeder Markenklamotten, Westautos u.u.u.
Wir und auch andere konnten sich das nicht gleich leisten. Also warst du der Loser, wenn du mit DDR Anziehsachen ankamst. Hat doch aber auch alles mal viel Geld gekostet. Dann wars aufeinmal alles Schrott. Mein Klapprad, unser Wartburg, unsere Möbel...
wertlos, nicht zeitgemäß.
Das kann schon auslösen, dass sich ein Kind wieder zurücksehnt, weil es da nicht zum Spottobjekt wurde.
Vielleicht erging es gelber Hund auch so, vielleicht hat er sich in der neuen Welt auch nicht zurecht gefunden.
Dann sehnt man sich nämlich zurück, in sein Vertrautes, egal ob man weiß das es nicht richtig war.
Mir fehlt auch meine Heimat. Ich kann aber nicht mal eben in meine Heimat fahren, wenn mir danach ist. Sie ist nicht mehr da. Weg, angepasst...
Jetzt begreifen die Menschen erst, was es gab, das erhaltenswert war. Und da spreche ich nicht vom Staat und seiner Regierungsform, sondern von Kulturgut und Waren.
Vielleicht fehlt ihm dies auch.
Sicher beurteilt gelber Hund dies aus der Sicht des Kindes, das er damals war.
Und das kann ich nachvollziehen. Voll und ganz. Nicht jeder war ein "Wendegewinner".
Mag die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sein. Das wissen nun alle. Selbst der größte Ostalgiker.
Aber, sie ist meine Heimat und das wird sie auch bleiben!

Ob ich nun hier was Wertvolles beigetragen habe , oder nicht. Es war mir ein Bedürfnis.
Uns Kinder hat nämlich damals keiner gefragt. Es galt zieh mit oder geh unter.
Ich habe manches, was die Wende brachte, bis heute nicht verstanden. Wir mussten in der Schule so schnell umdenken und unsere Lehrer auch, dass man sich vorkam, man wäre ausgewandert.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2018, 22:27   #68
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Jetzt begreifen die Menschen erst, was es gab, das erhaltenswert war. Und da spreche ich nicht vom Staat und seiner Regierungsform, sondern von Kulturgut und Waren.
Ich habe bei meinen Reisen durch die DDR seit dem Fall der Mauer nichts gesehen, was der Regierung erhaltenswert gewesen wäre. Straßen, Bauwerke - alles marode. Kulturgut? Sportler, Künstler, Wissenschaftler ... wer konnte, war längst im Westen, wie z.B. Ex-Bundestrainer Helmut Schön, Schauspieler Manfred Krug oder Neurobiologe Gerald Hüther.

Der Schauspieler Wolfgang Kieling siedelte aus Protest gegen die Politik des Westens (vor allem gegen den Vietnam-Krieg) nach Ost-Berlin über, kam aber nach zwei Jahren ernüchtert in den Westen zurück.

Lesenswert ist die Biografie des Dirigenten Kurt Masur: Er musste jede Menge attraktive Angebote aus dem Westen ausschlagen, weil die DDR-Regierung fürchtete, dass er von einem Gastspiel nicht mehr zurückkommen würde. So kann man einem Menschen eine Weltkarriere ruinieren.

In der DDR-Romantik scheint mir immer ein Unterton mitzufließen, als seien die Westdeutschen schuld daran, dass das behütete, kuschelige Leben im ostdeutschen Staat ein Ende fand. Doch der Mauerfall und die Grenzöffnung waren noch nicht das Ende der DDR, sie bestand unter einer neuen Regierung noch fast ein Jahr, ehe die Protestbewegung der DDR-Bürger zur Wiedervereinigung führten. Hundertprozentig sicher war diese Entwicklung zu keinem Zeitpunkt gewesen, auch wenn die Regierung Kohl sie gefördert hatte. Ohne die Zustimmung der Amerikaner und Briten wäre die Sache ohnehin nicht möglich gewesen.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2018, 22:43   #69
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen

In der DDR-Romantik scheint mir immer ein Unterton mitzufließen, als seien die Westdeutschen schuld daran, dass das behütete, kuschelige Leben im ostdeutschen Staat ein Ende fand.
"Schuld", sehe ich hier auf keiner Seite. Es ist nur schade, dass die DDR Bürger plötzlich nicht mehr ihre eigens gefertigten Waren schätzten. Alle wollten das ausm Westen. Das verstehe ich bis heute nicht. Die neuen Waren waren nicht immer besser, da hat auch nicht alles geschmeckt. Aber jeder warf das Alte weg und richtete sich auf neues und neu ein. Seltsam war dieses Verhalten. Da kam der Trabbi weg, obwohl man doch so lange sparte und wartete und so stolz drauf war. Da strotzen die Leute vor Anpassungsfähigkeit. Wahnsinn.
Ich kam da nicht mit.
Mit erhaltenswerten Waren meine ich z.B. manche Spielzeuge, Haushaltsgeräte, Maschinen..., was oft qualitativ sehr hochwertig und langlebig und durchdacht war.
Das haben die Leute einfach weggeworfen, die Sperrmüllberge waren gigantisch. Das tat in der Seele weh. Da war manches nagelneu. Das hätte doch nicht sein müssen.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2018, 22:47   #70
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Oh, ich glaube, ich schreibe auch an gelber Hund vorbei.
Ich wollte verstehen, hab aber das Gefühl, das meint er auch nicht.
Auf Religion möchte ich mich nicht beziehen.

Sorry, gelber Hund, wenn ich nicht deinen Nerv getroffen habe.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2018, 22:55   #71
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Mit erhaltenswerten Waren meine ich z.B. manche Spielzeuge, Haushaltsgeräte, Maschinen..., was oft qualitativ sehr hochwertig und langlebig und durchdacht war.
Das verstehe ich. In Westdeutschland war das in den 50er und 60er Jahren auch noch so, dass die Haushaltsgeräte sehr lange hielten und zudem reparaturfähig waren. Allerdings waren sie in der Anschaffung teurer als in den Jahren danach, so dass auch die Leute im kapitalistischen Westen sparen mussten und stolz waren, wenn sie sich erstmals eine Tiefkühltruhe oder ein Farbfernsehgerät kaufen konnten. Wer etwas schnell haben wollte, kaufte "auf stottern", anders kenne ich es aus meiner Kindheit gar nicht. Auto? Im Westen war es eine Sensation, wenn sich jemand mit einem anderen Familienmitglied einen gebrauchten VW-Käfer teilen konnte - der natürlich von der Bank finanziert wurde. Manchmal wundere ich mich darüber, was für ein Bild vom Westen in der DDR geherrscht haben mochte.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2018, 23:33   #72
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Wir hatten wohl das Bild der großen Freiheit und den unbegrenzten Möglichkeiten vor Augen.
Alles schien auf einmal schnell erreichbar und machbar.
Da wurde man aber schnell auf den Boden der Tatsachen geholt.
Viele haben sich verschuldet.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2018, 23:45   #73
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 35.046

Standard Hallo, Unar -

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
"Schuld", sehe ich hier auf keiner Seite. Es ist nur schade, dass die DDR Bürger plötzlich nicht mehr ihre eigens gefertigten Waren schätzten. Alle wollten das ausm Westen. Das verstehe ich bis heute nicht. Die neuen Waren waren nicht immer besser, da hat auch nicht alles geschmeckt. Aber jeder warf das Alte weg und richtete sich auf neues und neu ein. Seltsam war dieses Verhalten. Da kam der Trabbi weg, obwohl man doch so lange sparte und wartete und so stolz drauf war. Da strotzen die Leute vor Anpassungsfähigkeit. Wahnsinn.
Ich kam da nicht mit.
Mit erhaltenswerten Waren meine ich z.B. manche Spielzeuge, Haushaltsgeräte, Maschinen..., was oft qualitativ sehr hochwertig und langlebig und durchdacht war.
Das haben die Leute einfach weggeworfen, die Sperrmüllberge waren gigantisch. Das tat in der Seele weh. Da war manches nagelneu. Das hätte doch nicht sein müssen.
Ich stimme Dir von A - Z zu.Wir hatten ein Räuchermännchen aus dem Erzgebirge (und haben es noch). Überhaupt gab es für uns Knder immer wieder Holzspielzeuge aus der DDR.
Mein (Hobby-)Mikroskop war Marke Zeiß-Jena. Bestimmmt fiele mir noch mehr ein, aber das meine ich nicht:
Wer den Unrechtsstaat nicht nur mit Zähnen und Klauen verteidigt, sondern darüberhinaus blind verklärt, macht sich lächerlich.

Das stärkste Argument ist Heimat.
Ich kenne Heimweh nur zu gut. Ich arbeitete notgedrungen von 1973 - 1996 im Schwabenland.
1996 war meine Geduld zu Ende - ich kehrte beglückt zu meinen Wurzeln zurück.
Wer seine Heimat missen muß, ist sehr zu bedauern!

Übrigens: Mein Vater und alle seine Ahnen stammten aus Preußen.

Lieben Gruß
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 00:03   #74
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Ja Thing, ich weiß wie du es meinst. Das Unrecht ist nicht von der Hand zu weisen.
Das überschattet manches kleine Glück bei weitem.
Dennoch habe ich tatsächlich Heimweh. Seltsam, nicht wahr. Ich verstehe das ja auch nicht so ganz.
Ich weiß Bescheid über alles, bin ja nun über die Hintergründe aufgeklärt. Und schon der gesunde Menschenverstand greift und mahnt.
Trotzdem hab ich richtig Heimweh und wöllte mit dem Finger schnipsen, um noch einmal zurückzukehren. Nur, weil ich sie nochmal spüren wöllte, das Apfeleis schmecken möchte,
die Rolltreppe vom Centrum Warenhaus fahren möchte, im Rattatatammzug rückwärts sitzen wöllte und und und. Und apropo, wo ist eigentlich das große Wandbild von Willi Sitte hin?
Weg, alles weg?
Klar, dem Fortschritt gewichen, der Mode unterlegen.
Trotzdem traurig.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 00:22   #75
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 35.046

Heimweh hat mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand zu tun.
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 00:25   #76
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.851

Liebe Unar,
Du hast mit vielem natürlich Recht.
Wenn ich von "Ostalgie" spreche, meine ich diejenigen, die das DDR-Regime aus welchen Gründen auch immer verklären. "Es war nicht alles schlecht". Nee, natürlich war nicht alles schlecht und vieles wurde (auch durch völlig verdrehte Vorstellungen vom "goldenem Westen") auf den Müllhaufen der Geschichte geschmissen. "Heimat" - Thüringen, Jena mit seinen Kernbergen, den vertrauten Stätten meiner Kindheit, war und ist meine Heimat. Aber was haben die SED-Oberen daraus gemacht? Ich war, um ein Beispiel zu nennen, als Bundesbürger per Order de Mufti "Ausländer" (und vergessen war und verboten, vom "einig deutschem Vaterland" zu singen und folglich wurde die DDR-Nationalhymne nicht mehr gesungen, sondern nur noch intoniert).
War es ein Wunder, dass die damaligen DDR-Bürger, von der Rennpappe, auf die sie jahrelang warten mussten, auf sofort verfügbare Autos umstiegen, dass sie sich mit Sachen eindeckten (und dabei auf geschäftstüchtige Betrüger reinfielen), die als Goldstaub oder Bückware bezeichnet wurden?
Bei Diskussionen dieser Art wird zu schnell das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, dümmliche Vorurteile werden gepflegt, Tatsachen werden verdreht. Ich habe einige meiner ältesten Freunde in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern - wertvolle Menschen, die bei vorurteilsloser Betrachtung äußern: Vierzig Jahre sind wir belogen und betrogen worden.
Das System DDR, das angeblich ein sozialistisches sein sollte, ist auf der Müllkippe der Geschichte gelandet (wo es auch hin gehörte). Dass man Gefühle verletzt und versucht hat, gleich alles auf den Müll zu schmeißen - ich rechne es der menschlichen Unzulänglichkeit des Differenzierens zu.
Wir sollten liebevoller miteinander umgehen, Verständnis entwickeln, aber dabei nicht vergessen, dass Hundertausende der DDR den Rücken gekehrt haben, Zehntausende in Gefängnissen und Zuchthäusern saßen, Hunderte ihr Leben verloren (oder bis Ende der siebziger Jahre geköpft oder erschossen wurden). Die Schuldigen sind sehr glimpflich davon gekommen (und manche streichen heute noch gute Renten ein).
Ein sehr schwieriges Thema!
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 00:33   #77
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Schwieriges Thema, lieber Heinz. Da haste recht und doch gibt's gemeinsame Nenner.
Das ist doch schön.
Erinnerungen, an schöne und friedvolle Zeiten, egal wo und und zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen, bleiben in Herz und Seele. Sie haben Bestand und trösten über Vieles hinweg.
Das ist normal und soll so sein. Das braucht die Seele, mit allem anderen darf sich der Verstand gern alleine beschäftigen.
Deshalb, jedem seine Bilder.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 00:35   #78
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.152

Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Heimweh hat mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand zu tun.
Das haste aber schön gesagt.
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 00:46   #79
männlich Psychopath
 
Benutzerbild von Psychopath
 
Dabei seit: 04/2018
Beiträge: 139

Zitat:
Ilka Maria: Wo, verdammt noch mal, versteckt sich dieser Hurensohn, dem wir all das, was wir wissen und all das, was wir nie wissen werden, zu verdanken haben?
Dieser Hurensohn steckt in dir und wenn du andere mit seiner Güte anstecken würdest, würden alle zu Hurensöhnen werden und die Welt wäre plötzlich ein Paradies.

Also nicht an Gott zu glauben ist eine Sache, aber zu leugnen, dass es Gott gibt, ist schon mehr als einfältig.
Warum auch immer du Gott mit einem Menschen gleichstellst und ihn als Hurensohn bezeichnest.
Psychopath ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 01:02   #80
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von Psychopath Beitrag anzeigen
Warum auch immer du Gott mit einem Menschen gleichstellst und ihn als Hurensohn bezeichnest.
Das war ironisch gemeint .

Davon abgesehen: Gott mit Güte gleichzustellen halte ich für einen Witz. Das gesamte Alte Testament hindurch, und das ist der weitaus größere Teil der Bibel, ist Gott ein zürnender, strafender, eifersüchtiger, wankelmütiger, rächender und grausamer Gott.

Die Güte kam erst mit der Lehre Christi, die jedoch in der nachfolgenden Zeit zigfach falsch ausgelegt wurde. Außerdem streiten sich noch heute Geistliche verschiedener christlicher Richtungen darüber, ob Jesus nur ein Mensch war oder als göttliches Wesen anerkannt werden soll.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 07:02   #81
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 57
Beiträge: 4.666

Zitat:
.Wir" hätten die Freigabe der Abtreibung der DDR zu verdanken? Wer solches behauptet, kennt die gängige Praxis der untergegangenen DDR nicht. .
Lieber Heinz,

den Link dazu habe ich bereits gepostet.
Ehe sich auf den Kompromiss zwischen beiden deutschen Staaten geeinigt wurde, war Abtreibung in der BRD überhaupt nicht erlaubt. Wenn man als Frau in Schwierigkeiten kam, hatte man eben Pech gehabt.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2018, 15:41   #82
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 38
Beiträge: 4.509

Der große Gott der DDR war ein ernsthafter Hurensohn namens Staat und hatte einen langen Bart und dann kam sein Sohn Lenin auf die Erde um den Menschen die Bootschaf des Glüx zu übertragen wie ein Hiv Negativ auf Fotopappier.
Da kam der Stier nach Europa und galoppierte über Asien zum minitaurischen Taucheranzug und Krawatte Wolken rissen auf um mit dem Messias Stahlin dem Satanischen Gegenspieler des himmlischen Lenin der ihn mit Syphilis vergiftete.
So kam der Teufel an die Macht und sagte Nacht, denn die Stimmen aus dem Funkgerät verkündigten nur eine Kurze zeit.
Auf einem goldenen Wagen kam Baal in das Tal und amerikanisierte alle Wege nach Rom zu sich, denn ein Schatten war von der Kapuze auf seiner Stirn.
Und die Großstadthure folgte ihm ins Paradies der Weltbank.
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2018, 11:18   #83
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Beiträge: 35.046

Möönch, Frankenstein -

das hat die Klasse der besonderen Art!

LG
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2018, 11:19   #84
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 38
Beiträge: 4.509

Danke
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2018, 12:17   #85
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
...
ich weiss noch sehr gut, dass die Menschen damals warmherziger waren, netter, geduldiger und zuvorkommender ...
Das waren die Sklaven im antiken Rom auch ... bis es zur Agrarkrise, zum Scheitern von Reformen, zu Widerstand in den römisch besetzten Gebieten und zu einem Mangel an Soldaten kam. Als sich die Sklaven von den Gütern absetzten, um sich dem großen Sklavenaufstand anzuschließen, und in Freiheit um ihr Überleben kämpfen mussten, ging es auch bei ihnen nicht mehr kuschelig zu.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2018, 16:33   #86
männlich dr.Frankenstein
 
Benutzerbild von dr.Frankenstein
 
Dabei seit: 07/2015
Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
Alter: 38
Beiträge: 4.509

Wir haben ja heut zu Tage eine echt große Knappheit von allem, dass alle nur an sich denken müssen?
dr.Frankenstein ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2018, 20:30   #87
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.851

Lieber Eisenvorhang,
warmherzige, nette, geduldige und zuvorkommende Menschen - natürlich gab es die in der DDR. Aber die gab und gibt es auch in den alten Bundesländern (und überall auf der Welt). Verräter, Spitzel, Raffgierige, Zuchthauswärter - auch die gibt es überall auf der Welt. Als mein Großvater in Jena starb, wollte ich als sein rechtmäßiger Erbe ein paar Andenken holen und war eine Woche nach seinem Tod in Jena. Die warmherzigen, netten, geduldigen und zuvorkommenden Menschen (die Nachbarn) hatten in wahrhaft "zuvorkommender" Weise nicht nur die Wohnung, sondern auch das Gartenhaus restlos geplündert. Warmherzig kondolierten sie, netterweise bekam ich den Wohnungsschlüssel und geduldig hörten sie sich meine Beschwerden an.
Also: Lassen wir die Kirche im Dorf - Schweinebacken gibt es überall und auf lobenswerte Charakterzüge hat niemand ein copyright. Schon vergessen oder verdrängt, wieviel Denunzianten Nachbarn, Freunde, selbst Ehepartner ins Zuchthaus brachten? Auch das ist keine typische Eigenschaft ehemaliger DDR-Bürger und eignet sich nicht für Verallgemeinerung. Genauso wenig wie Deine rosarote Erinnerung.
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2018, 06:25   #88
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
... - der Mensch ist einfach kein soziales Wesen, er wird aber dahingehend sozial-gut erzogen.
Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen, denn alleine ist er weder physisch noch psychisch überlebensfähig. Er bedarf also der Gruppe und deren Handlungen innerhalb eines sozialen Systems. Ein Baby, das nur - z.B. durch einen Roboter - versorgt würde, ansonsten aber keine Ansprache hätte (das hat noch nichts mit Erziehung zu tun), würde, so behauptet die Wissenschaft, sterben.

Neben dem sozial positiv integrierten, also gemeinnützig denkenen Menschen, gibt es die unangepassten, die das System in Frage stellen (unsoziale Menschen), und die diejenigen, die am Rande des Systems stehen (asoziale Menschen). Aber alle sind als soziale Wesen zur Welt gekommen.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2018, 10:44   #89
männlich DrKarg
 
Dabei seit: 01/2012
Alter: 73
Beiträge: 3.025

Standard komme mit Religion nicht weiter

Liebe Dichterfreunde,
die Zweifel an Religionen sind durchaus berechtigt und überdies vorhanden, ob wir sie thematisieren oder nicht. Drei Faktoren möchte ich nennen, welche Religionen als Zweifel bei Menschen zurücklassen:
1. Hegemonie:
Soweit Religionen nach Weltherrschaft streben, weil sie nur ihren Gottesbegriff und ihre Schriften anerkennen, sind sie gefährlich und münden (siehe Dreißigjähriger Krieg) in Mord und Totschlag. Und seit Las Casas wissen wir, dass auch in Süd- und Mittelamerika die Goldgier den Eroberern letztlich wichtiger war, als der Glaube.
2. Ritualmacht:
Religionen neigen dazu, Glaubensabläufe zu ritualisieren und nicht eingehaltene Rituale zu sanktionieren. Dadurch überwältigen sie Menschen und Tagesabläufe und schaffen willkommene Möglichkeiten zu allerlei Bestrafungsformen.
3. Ausgrenzungsmacht:
Wo Religionen damit hausieren gehen, dass sie allein Ängste und Nöte lösen können, aber nur für die Anhänger, bauen sie Nötigungen auf, welche dem menschlichen Freiheitsstreben diametral entgegen stehen.
LG H. H. Karg
DrKarg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 15:45   #90
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 594

Standard Hitzig

Hallo ihr Lieben,
Bin auf diese hitzige Debatte gestoßen, die mich bewegt.
Ausgang war Gelber Hunds Enttäuschung, über einen die Welt im Stich lassenden Gott und den Schiffbruch den er dadurch erlitt.
Die Debatte verlagerte sich dann schnell in eine System-Auseinandersetzung.
Die Ausgangsfrage und der 1. Komentar, sind für mich das Interessante.
Der Mensch hat einen freien Willen sich zu entscheiden.
Das Übel dieser Welt ist Gott nicht anzurechnen.
Es ist das Werk des Menschen und in seiner Verantwortung. Wir entscheiden uns Tag für Tag aufs Neue für das Schlechte und haben aus dieser Welt ein Schlachthaus gemacht.
2. Thema
Ost vs. West
Sozialismus vs. Kapitalismus
Ich kenne für einen Wessi die DDR recht gut.
Habe dort über Jahre in Familien und Haushalte Einblick gehabt. Habe dort geheiratet, Familienfeste erlebt, Grillabende, Alltag, etc.
Mein Eindruck war, das politische Zustände kaum relevant waren für die Einstellung zum Staat.
Reisefreiheit war ein Punkt, Hauptaspekt der Kritik und Ablehnung waren wirtschaftliche Gründe. Es ging um Autos, Fernseher, Konsumartikel allgemein, Dienstleistungen, Luxusartikel. Das waren die Sehnsüchte, das waren die Magneten, die Menschen in ihren Träumen gen Westen zogen.
Nein, es waren nicht freie Wahlen, Presse-, Meinungsfreiheit, die Unabhängigkeit der Justiz. Für die Menschen die ich traf, mit denen ich sprach, waren es Schlagwörter wie Mercedes, Kaffee, Leuchtreklame, Levis, Serano und dergleichen.
Es war das Konsumparadies, das lockte, nicht Freiheit im ideellen Sinne, sondern die Freiheit des Konsums und dessen Möglichkeiten.
War die DDR gut?
Nein, ich glaube nicht.
Unabhängig von den großen Systemen habe ich die DDR immer als sehr eng empfunden. Irgendwie bedrückend und muffig. Es war eine geistige Enge, die Einfluss hatte auf Menschen, Leben, Atmosphäre, Lebensgefühl. Das war mein Eindruck, der ich der Propaganda ausgesetzt, auch nie neutral sein könnte.
War der Lebensstandard in der DDR schlecht?
Nein, meiner Meinung nach haben die Menschen auf relativ hohen Niveau ihr Leben führen könnenen. Der materielle Aspekt war gut abgedeckt. Ein Lebensstandart wie in der DDR, wäre für die Mehrheit aller Menschen ein Glücksfall, auch heute noch.
Ist der Kapitalismus besser?
Er ist in jedem Fall überlebensfähig. Die Triebfeder der Habsucht ist eine beinahe unschlagbare Kraft. Das System reformiert sich permanent und passt sich allen Begebenheiten perfekt an. Der Oportunismus ist ein idealer Mechanismus der Anpassung. Ungehindert wird unter Verzicht von Idealen, alles adaptiert, oder liquidiert, was der Maxime im Weg steht- Maximierung von Hab und Gut.
Die Verarmung von Menschen läuft auf verschiedenen Ebenen parallel.
Materielle Gewinner des Systems verarmen emotional und versanden in geistiger Flachheit. Die Belanglosigkeit dieser urbanen Wohlstands Existenzen steht der Tristes des DDR Alltags in nichts nach, auch wenn sie sich auf einen ganzen anderen Feld abspielt.
War in der DDR geistige Enge ursächlich für eine Grauheit, von staatlicher Seite quasi verordnet, ist es in der BRD eine erschlagende Billigkeit mit Konsum Fokus und einer daraus resultierenden Flachheit, deren grauenvoller Hilferuf in den ungezählten Psycho Praxen der Republik mehr oder weniger ungehört verhallt und in Gebirgen von Psychopharmaka danach strebt, verschütt zu gehen.
Die materiellen Verlierer des Systems verrecken weltweit in Kriegen, Dürren und anderen Elenden und versinken ungehört im Nichts.
Ausgeblendet aus der Werbe- und Plakat Realität haben diese namenlosen kein Recht auf Wahrnehmung.
Diese Verlierer können aber auch Medikamenten Geschädigte sein, oder Krebskranke, denn der Profit von Konzernen ist systemimmanent höher gewichtet, als ein paar 1000 Tote und ihre Angehörigen. Wenn es mal ganz schlecht läuft muss ein Monsanto, alias BAYER 800 Millionen Entschädigung zahlen. Das ist dann ein Fehler in der Matrix.
Gibt es einen Ausweg?
Daran habe ich persönlich den Glauben verloren.
Wir leben damit und haben Glück, nicht zu den ganz großen Verlierern des Systems zu gehören. Alles hat seinen Preis und rundum Wohlstand geht auf Kosten von Gerechtigkeit und Zukunftsperspektive kommender Generationen.
Wir werden den Preis in Hospitzen Krankenhäusern und Sterbezimmern zahlen, wenn Wohlstands Krankheiten unsere Leiber zerfressen.
Blade
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 18:19   #91
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 594

Standard Sinn leer

Im Beitrag von Eisenvorhang gab es den Begriff ausländische Beschaffungskriminalität.
Gruß vom Herzen
Blade
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 18:44   #92
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 594

Standard Sinn leer

Was ist ausländische Beschaffungskriminalität?
Dieser Begriff lässt sich nicht füllen. Jedenfalls nicht mit Fakten und klingt nach kruden Ideen.
Beschaffungskriminalität steht im Zusammenhang mit Drogenkonsum und lässt sich für mich nicht sinnvoll übertragen.
Gruß vom Herzen
Blade
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 19:24   #93
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Ausgang war Gelber Hunds Enttäuschung, über einen die Welt im Stich lassenden Gott.
Wie kann ein Mensch über Gott enttäuscht sein, wenn es ihn vielleicht nicht gibt. Und wenn es ihn gibt, wie kann man dann enttäuscht von ihm sein, denn er muss Gründe dafür haben, weshalb er die Menschen enttäuscht.


Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Der Mensch hat einen freien Willen sich zu entscheiden.
Hat er nicht.

Sich entscheiden zu können setzt immer voraus, dass es Optionen gibt, und zwar mehr als zwei. Das ist aber nicht immer der Fall. Oft fehlt die dritte, vierte und die wievielte Option. Wenn einem Menschen nur die Entscheidung bleibt, aus einem Hochhaus zu springen oder bei lebendigem Leib zu verbrennen in der Gewissheit, dass keine Rettung mehr kommen wird, ist der Sprung nach draußen keine Entscheidung mehr, sondern eine Notwendigkeit, die Qual schneller zu beenden. Kurz gesagt: Es ist Zwang, keine Option.

Zugegeben: Das ist ein extremes Beispiel. Nehmen wir eins aus dem Alltag: Ein Mann, der in seiner Ehe unglücklich ist, lernt eine andere Frau kennen und will mit ihr zusammenleben. Er hat Kinder und Enkelkinder, und die Großeltern seiner Kinder sind auch noch am Leben. Sein Ausbrechen aus der Familie würde unermesslichen Schaden anrichten. Welche Optionen hat er? Ich sehe mindestens fünf Szenarien.

Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Es ist das Werk des Menschen und in seiner Verantwortung. Wir entscheiden uns Tag für Tag aufs Neue für das Schlechte und haben aus dieser Welt ein Schlachthaus gemacht.
Das war allerdings nie anders. Da sind wir heute sogar schon eine ganze Ecke weiter, denn wir fressen uns nicht mehr gegenseitig auf, wie es bei den sog. "Natürvölkern" an der Tagesordnung war, die wir heute verbrämen.

Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Sozialismus vs. Kapitalismus
Vergiss es. Es ging in der Weltgeschichte schon immer um Besitzstände. Die beste Motivation aller Warlords und Heerführer, Kampfwillige zu rekrutieren, waren Weiber, Sklaven, Trophähen und Diebesgut. Das haben wir nicht gemacht, sondern das ist uns inhärent.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 19:38   #94
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 594

Standard Dennoch

Wir wissen was gut und was böse ist.
Und wir haben immer die Wahl uns zu entscheiden.
Wir müssen nicht Waffen handeln. Wir müssen nicht versteckte Juden denunzieren.
Wir müssen nicht auf Mauer- Flüchtlinge gezielt schießen.
Wir können am Versteck vorüber gehen und so tun, als hätten wir es nicht bemerkt. Wir können vorbei schießen und so tun als hätten wir nicht getroffen.
Nein für eine Wahl Bedarf es keiner 5 Optionen.
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 20:17   #95
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.272

Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Wir wissen was gut und was böse ist.
Und wir haben immer die Wahl uns zu entscheiden.
Ich fürchte, da liegst du völlig falsch.

Zwischen gut und böse gibt es - na wieviel? hunderttausend, eine Million, eine Billion oder eine Billiarde? - Schattierungen. Und nein, es gibt meistens mehr als nur zwei Optionen. Jeder Würfel hat sechs. Gnade Gott dem Menschen, der nur zwei Optionen hat. Eine von beiden könnte der Tod sein. Aber zum Glück leben wir nicht mehr im Wilden Westen.

Übrigens hat es schon Menschen gegeben, die sich jeder Entscheidung entzogen haben und gerade deshalb die Gewinner waren.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 22:42   #96
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 594

Standard E

Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Du hast recht, es ist sinnleer. Die Ausländer in LE sind alle lieb.

Sorry.

vlg ev
Es geht nicht darum, ob alle Ausländer lieb sind.
Sinnleer ist die Verknüpfung von Begrifflichkeiten, die nichts mit einander zu tun haben.
Das Erwecken des Eindrucks, das Beschaffungskriminalität mit nicht deutsch zwanghaft und immanent verknüpft sind ist faktisch so falsch wie gefährlich, wie bösartig.
Nochmals zur Erinnerung, Beschaffungskriminalität ist ein kriminalistischer Begriff, der im Zusammenhang mit dem harten Drogenmillieu verwendet wird.
Er impliziert, dass dieses Millieu mit Kriminalität unauflösbar verknüpft ist. Dies weil es für die Abhängigen nicht möglich ist, die notwendigen Mittel zur Finanzierung der Drogensucht legal zu erwirtschaften. Das zieht zwangsläufig Kriminalität mit sich, die sich in bestimmten Bereichen manifestiert.
Dies in Zusammenhang auf Fremdsein zu übertragen, ist falsch und bösartig, oder dumm, wahrscheinlich aber etwas von allem. Denn diesen Zusamrnhang gibt es in dieser determinierten Unausweichlichkeit nicht.
Es gibt Kriminalität von Ausländern, aber eben nicht in dem implizierten Kontext der Beschaffungskriminalität.
Genauso wenig wie Wirtschaft mit Wirtschaftskriminalität immanent verknüpft ist.
Kriminalität ist an Menschen und an gesellschaftliche Diskurse, Normen und Regeln geknüpft.
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2018, 22:57   #97
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 594

Standard Danke für die Offenbarung

Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Du hast recht, es ist sinnleer. Die Ausländer in LE und auch woanders sind alle lieb.

Sorry.

Ich muss das hier nochmal editieren. Was soll das denn sonst sein?

Einheimische, die Autos knacken, verticken, um Drogen kaufen zu können?
Du weißt schon, dass Beschaffungskriminalität ein gängiger Terminus der Forensik ist?

Ausländer sind ausländisch (mal als Adjektiv) Sie kommen von außer Landen und landen hier im Inneren. Deswegen sind wir Inländer.

Das ist eine neutrale Konnotation und natürlich ist der Begriff der ausländischen Beschaffungskriminalität sehr real und absolut legitim.

Diskussionen mit Typen wie Dir zu führen ist Zeitverschwendung. Weil ganz einfach: man diskutiert mit nem Ochsen. Lautes Geschnaufe, man versteht nichts, im schlimmsten Fall stinkt (es) und am Ende muss man weg rennen.

Sorry.

vlg ev
Es sind halt nicht alle Ausländer Autos knackende Drogensüchtige, genauso wenig, wie alle weißen Mitteleuropäer pädophile Straftäter sind, obwohl alle pädophile Straftäter weiße Mitteleuropäer sind. Bestimmte Verknüpfungen sind eben nicht zulässig. Sie sind bequem, aber nicht wahr.
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2018, 02:56   #98
männlich SmokeA1
 
Dabei seit: 09/2018
Beiträge: 2

Standard hey ho

Hallo, wollte mir einfach net alles durchlesen. An welchen gott glaubst du denn?

Ich kürze alles mal ab statt einfach ewig lange texte zu schreiben.

jährlich sterben ca 120.000 Christen durch gezielte religionsverfolgung. Meistens Muslime. Bin da aber net up to date.

Ich bin Agnostiker. Gott könnte existieren oder auch nicht. Religion und der Glaube an Gott sind getrennt zu betrachten. Sofern Gott existiert ist der keiner Religion zuzuordnen. Aber alle gläubigen "kämpfen" für "ihren" Gott.

Meine persönliche meinung:

Sollte Gott existieren hat keine Religion seine Ansichten verstanden. Wasser zu Wein verwandeln, wiederauferstehung. Das hat wohl Jesus in Hogwarts gelernt. Und zu dem humbug was im Koran steht könnte ich bände schreiben.




Wenn es Gott gibt dann kommt er nur von dir. Da passiert nix. Es kommt von deinem Inneren. Entweder ist Gott in dir oder nicht. Ob er existiert oder nicht ist ein anderes Thema.
SmokeA1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2019, 08:08   #99
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 15.166

Zitat:
Wenn es Gott gibt dann kommt er nur von dir. Da passiert nix. Es kommt von deinem Inneren. Entweder ist Gott in dir oder nicht. Ob er existiert oder nicht ist ein anderes Thema.
die suche nach - seine erfindung - seine anbetung sind subreale erscheinungen des mikrokosmischen selbst. erst dann wenn - nachdem wir das kleinste entdeckt und damit eine virtuelle unsterblichkeit im reagenzglas gefunden haben wird die frage nach gott sich im nichts auflösen. in dem NICHTS um das es geht. somit ist die originäre erfindung gottes unser ewig ungelöstes rätsel "generisch beantwortet". dort wo es keine antworten (z. zt.) gibt, schwimmt das gedenke in das supra-naturale, transzendente und wird zum aberglauben. dass der mensch endlich über goddchen lachen kann geht zurück in die mytholgie des ursprungs.

https://up.picr.de/35622565dm.jpg
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen für komme mit Religion nicht mehr klar

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Mr Perfect (Komme nicht weiter) TheBeardFromUK Eigene Liedtexte 0 31.08.2017 17:04
Beethoven-komme nicht weiter-wer kann helfen? talking head Gefühlte Momente und Emotionen 0 14.12.2016 15:20
das Froilein von Verloren ist nicht da Religion dr.Frankenstein Fantasy, Magie und Religion 2 12.08.2015 01:59
Nicht Mehr Du Black Valentine Gefühlte Momente und Emotionen 4 10.09.2007 19:23


Sämtliche Gedichte, Geschichten und alle sonstigen Artikel unterliegen dem deutschen Urheberrecht.
Das von den Autoren konkludent eingeräumte Recht zur Veröffentlichung ist Poetry.de vorbehalten.
Veröffentlichungen jedweder Art bedürfen stets einer Genehmigung durch die jeweiligen Autoren.