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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 14.01.2022, 11:43   #1
weiblich nats21
 
Dabei seit: 11/2021
Beiträge: 32

Standard Narzisst

Erst einmal blendet er dich,
wickelt dich in Sonnenstrahlen sicherlich.
Er ist wunderschön und wortgewandt,
ein Narzisst,im herrlichen Gewand.

Wird er dein Ich auch erstmal loben,
wirkt er einsichtig,klug und auf dem Boden.
Doch hüte dich vor voranschreitender Zeit,
ist er sich deiner sicher beginnt dein Leid.

Er muss besser,schöner,wichtiger sein,
er kann auch niemals sein allein.
Denn dann steht er nicht im Rampenlicht,
und niemand hört welch Worte er spricht.

Du musst ihn bewundern immer ständig,
sonst werden seine Selbstzweifel lebendig.
Und dann nimm dich wirklich in Acht,
was folgt ist dunkler als schwarze Nacht.

Nur ihm darf deine Aufmerksamkeit gelten,
über den Rest der Welt musst nun schelten.
Sonst wird er dich mit ganzer Kraft,
zerstören,langsam gezielt und grauenhaft.

Vielleicht einem schlechten König gleich,
grausam und an Eitelkeiten reich.
Kannst ihm kaum machen etwas Recht,
fühlst dich hilflos,erschreckend schlecht.

Sei bedacht Narzissten lauern an jedem Ort,
jagten schon vielen ihr Glück hinfort.
Es kann eine Frau sein oder ein Mann,
ihnen man schlecht widerstehen kann.
nats21 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2022, 16:28   #2
männlich Krebsgestoeber
 
Benutzerbild von Krebsgestoeber
 
Dabei seit: 03/2013
Alter: 29
Beiträge: 263

Hallo nats21,
viel interessanter wäre ein Psychogramm eines sogenannten "Narzissmus-Opfers". Wer es nötig hat, sich mit einem Narzissten nach dem anderen zu schmücken, hat offensichtlich ähnliche Probleme.

Zitat:
Nur ihm darf deine Aufmerksamkeit gelten,
über den Rest der Welt musst nun schelten. // den Rest der Welt musst du nun schelten
Sonst wird er dich mit ganzer Kraft,
zerstören,langsam gezielt und grauenhaft.

Vielleicht einem schlechten König gleich,
grausam und an Eitelkeiten reich.
Kannst ihm kaum machen etwas Recht,
fühlst dich hilflos,erschreckend schlecht.
Hier versuchst du mit einem Schwulst negativ besetzter Adjektive dem Leser einzubläuen, um was für einen üblen Menschen es sich handelt. Show, don't tell!

Nicht mal auf die Leerzeichen hinter den Kommata hast du geachtet und wozu die vielen Inversionen? Rhythmisch ist es doch frei genug, um darauf zu verzichten. Muss das wirklich so ins Internet?

Beste Grüße
KG
Krebsgestoeber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2022, 18:05   #3
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 58
Beiträge: 5.142

Mir missfällt es, wenn jemand so runtergemacht wird wie im Gedicht. Eine narzisstische Störung ist genauso eine Krankheit wie eine Borderline-Störung, für die die Betroffenen nichts können. Aber niemand käme auf die Idee, ein solches Gedicht wie das obige über z. B. Borderline-Kranke zu schreiben.

Zitat:
Hier versuchst du mit einem Schwulst negativ besetzter Adjektive dem Leser einzubläuen, um was für einen üblen Menschen es sich handelt. Show, don't tell!
Richtig, ich bemängele aber nicht die Adjektive, sondern dass das in dem Gedicht überhaupt versucht wird. Er ist ein Narzisst! Auf ihn!

Schlecht gereimt ist es auch, von den Inversionen habe ich mich schaudernd abgewandt.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2022, 19:14   #4
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 26.633

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Mir missfällt es, wenn jemand so runtergemacht wird wie im Gedicht. Eine narzisstische Störung ist genauso eine Krankheit wie eine Borderline-Störung, für die die Betroffenen nichts können.
In diesem Fall sollte die Kritik nicht zu hart ausfallen. Die Autorin hat keinen Protagonisten niedergemacht, sondern den Prototyp eines Narzissten lyrisch zu beschreiben versucht. Ich meine, dass man das unterscheiden sollte. Der Text lebt von Verallgemeinerungen, und die Autorin hätte gutgetan, sich auf die wichtigsten Merkmale einer narzisstischen Störung zu beschränken, also mehr auf die Qualität des Ausdrucks statt auf die Textlänge wert zu legen. Narzissten in Reinform dürfte es nämlich selten geben. Die wichtigsten Merkmale sind eine fast charismatische Begabung, Menschen zu manipulieren, die Sucht nach Bewunderung bis hin zur Selbstüberschätzung und eine leichte Kränkbarkeit. Allerdings bin ich nicht der Auffassung, das ein Narzisst für sein Verhalten nichts kann, denn es handelt sich um eine Charaktersache, und für seine Charakterbildung ist jeder Mensch selber verantwortlich. Außerdem ist ein Narzisst durchaus zur Selbstbeobachtung und Anpassung fähig, wenn er ein Ziel verfolgt.

Fazit: Der Text ist in jeder Hinsicht misslungen.
__________________

Workshop "Kreatives Schreiben":
http://www.poetry.de/group.php?groupid=24
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2022, 22:36   #5
männlich petrucci
 
Dabei seit: 05/2021
Beiträge: 159

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
leichte Kränkbarkeit
Hier möchte ich eine Kleinigkeit ergänzen, dass man in dem Fall von narzisstischer Wut spricht. Eine leichte Kränkbarkeit ist bei Übergriffigkeit oder destruktiver Kritik normal, so denn man eine "gesunde" Psyche besitzt. Nicht umsonst gelten Bewertungen als Gesprächszerstörer. Nur selten frisst der Narzisst seine Wut nach innen, im Gegenteil, wird der Narzisst gekränkt, geht er in den Zerstörungsmodus über. Bei dem versteckten Narzissten (Der Mann mit weiblicher NPS) ist diese Angelegenheit etwas schwieriger.

Texte wie der vom Autor versuchen in der Regel das Erlebte zu verarbeiten, ob sich dabei an Fakten gehalten wird, halte ich für fragwürdig. Ob Lyrik faktisch sein muss, weiß ich nicht einzuschätzen, dafür fehlt mir das Know-How.

Wenn man jedoch erwartet, dass der Autor sich von dem Text distanziert (Lyrisches Ich), dann darf ein Text eigentlich alles, weswegen ich die Kritik von Silbermöwe für etwas fehlgeleitet bzw "übertragen" halte. Und das meine ich völlig wertungsfrei. Das heißt auch, dass ein Text kritikgefestigt sein sollte. Wer publiziert muss mit Kritik rechnen.

Grüße in die Nacht.
petrucci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2022, 23:19   #6
männlich MonoTon
 
Benutzerbild von MonoTon
 
Dabei seit: 04/2021
Beiträge: 126

Zitat:
Eine leichte Kränkbarkeit ist bei Übergriffigkeit oder destruktiver Kritik normal, so denn man eine "gesunde" Psyche besitzt. Nicht umsonst gelten Bewertungen als Gesprächszerstörer. Nur selten frisst der Narzisst seine Wut nach innen, im Gegenteil, wird der Narzisst gekränkt, geht er in den Zerstörungsmodus über.
Das ist korrekt, oft auf passiv-aggressiver Basis, oder indem er versucht die in Erfahrung gebrachten Schwächen seines Gegenübers auf diesen auszuspielen und vom Thema abzulenken, um sein eigenes Selbstwertgefühl zu stärken, greift er das Selbstwertgefühl seines Gegenübers an.

Von einer unheilbaren Krankheit würde ich ebenfalls nicht sprechen, es ist eher eine Lebenseinstellung die in eine Psychose ausartet, die auf Erfahrungswerten beruht. Denn im Gegensatz zu anderen Menschen ist der Narzisst sehr kalkulierend, berechnend und vorausschauend. Jeder Schritt wird durchdacht und geplant um ein ins Auge gefasstes Ziel zu erreichen. Dich
Und oft bist Du dabei der Empathische Part. Dein Beständiges Mitgefühl ist für ihn wie Honig aufs Popcorn auf seiner Suche nach fortwährender Bestätigung.

Es gibt einen Regelsatz nachdem man für sich gut definieren kann, ob man es mit einem Narzissten zu tun hat oder nicht.

- wenn du dich eingehend fragst, ob dein gegenüber ein Narzisst ist, weil sein bisheriges Verhalten dir Nachteile bereitet, dann ist diese Person mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Narzisst.
MonoTon ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2022, 23:46   #7
männlich petrucci
 
Dabei seit: 05/2021
Beiträge: 159

@Monoton

Guter Beitrag.

Man sollte sich ebenfalls vor „gehypten Fans“ schützen, vor Menschen, die sehr schnell Freundschaft schließen wollen. Ich habe das in den letzten 30 Jahren sehr häufig beobachten können, dass diese Spezies besonders gefährlich ist.

Es ist nicht so, dass der Narzisst keinen klaren Verstand besitzt. Bei einem Schizophrenen oder Depressiven kommt das ja partiell abhanden.
Es gibt definitiv NPS, die leiden und das Leid als Leid wahrnehmen. Die sind zahlenmäßig jedoch in der Unterzahl.
petrucci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2022, 00:04   #8
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 26.633

Zitat:
Zitat von petrucci Beitrag anzeigen
Texte wie der vom Autor versuchen in der Regel das Erlebte zu verarbeiten, ob sich dabei an Fakten gehalten wird, halte ich für fragwürdig.
Ich habe nicht den Eindruck, dass es um die Verarbeitung von etwas Erlebtem geht, sondern dass die Autorin einen Ratgeber der Sorte "10 Punkte, an denen du einen Narzissten erkennst", gelesen und den Inhalt lyrisch zusammengefasst hat.
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Workshop "Kreatives Schreiben":
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Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2022, 00:18   #9
männlich petrucci
 
Dabei seit: 05/2021
Beiträge: 159

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
sondern dass die Autorin einen Ratgeber der Sorte "10 Punkte, an denen du einen Narzissten erkennst“
petrucci ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2022, 00:27   #10
männlich MonoTon
 
Benutzerbild von MonoTon
 
Dabei seit: 04/2021
Beiträge: 126

Zitat:
Ich habe nicht den Eindruck, dass es um die Verarbeitung von etwas Erlebtem geht, sondern dass die Autorin einen Ratgeber der Sorte "10 Punkte, an denen du einen Narzissten erkennst", gelesen und den Inhalt lyrisch zusammengefasst hat.
Klingt nach meinem Youtube Algorithmus
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