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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 03.11.2019, 15:12   #1
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 377

Standard Herzens Kerker

Seidenweiche Nebel, voller Träume,
lösen sich auf in den ersten Strahlen;
gestohlen vom Licht des Morgens;
Mir genommen wie die Stille;
sie ertrinkt im aufbrausendem Strom der Geschäftigkeit;

Ruhe suchend, setze ich mich an seine Ufer,
doch seine Flut reißt alles mit;
und so fliehe ich in mein Herz;
schließe die Tür hinter mir
und lausche an der Wand;

Zeit verweht und die Tür ist nicht mehr;
eins geworden mit dem Kerker,
lässt sie sich nicht mehr öffnen;
und so flüstere ich in die Dämmerung:
"Ist da draußen noch irgendwer?"
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2019, 19:05   #2
weiblich Mohrel
 
Benutzerbild von Mohrel
 
Dabei seit: 11/2018
Beiträge: 119

"Ja, ich!
Schau doch mal durchs Fenster!"
möchte ich dir am liebsten zurufen, weil dein Gedicht so traurig ist. Schön und berührend, aber zu traurig.
Liebe Grüße
Mohrel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2019, 19:47   #3
männlich milchmirzucker
 
Benutzerbild von milchmirzucker
 
Dabei seit: 08/2019
Alter: 24
Beiträge: 121

Ja, es ist schön. Ach, weißt du, es gibt so viele Menschen die innen Leer sind, da ist es doch gar nicht so traurig zu wissen, dass du ein Herz besitzt, eine Innerlichkeit, in die du dich zurückziehen kannst. Sehr gerne gelesen

L.G
Patrick
milchmirzucker ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2019, 21:35   #4
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 377

Zitat:
Zitat von Mohrel Beitrag anzeigen
"Ja, ich!
Schau doch mal durchs Fenster!"
möchte ich dir am liebsten zurufen, weil dein Gedicht so traurig ist. Schön und berührend, aber zu traurig.
Liebe Grüße
Liebe Mohrel,
wunderschön zu wissen, dass du da bist.
Traurigkeit ist eine große Kraft in meinem Leben.
Sie baut Brücken und erreicht fremde Ufer, an denen Menschen leben und mir sagen:"Hier,.......ist noch wer"'
Danke
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2019, 21:45   #5
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 377

Standard Hallo Patrick

Ja das Herz ist eine Trutzburg. Ich habe gelernt die Zugbrücke runter zu lassen. Denn in so einer Burg kann es verdammt einsam werden.
Was einst Schutz bot, kann eine tödliche Falle werden.
Freue mich, dass du vorbeigekommen bist und winke dir von der Zinne.
Sei ganz lieb gegrüßt
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2019, 12:45   #6
weiblich AlteLyrikerin
 
Benutzerbild von AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 68
Beiträge: 1.203

Lieber BladeRuner,

Dein Gedicht weht mich an wie ein kalter Hauch Novembernebel. Aber solange das lyrische Ich noch ruft, ob jemand da sei, ist noch eine Sehnsuchtstür einen ganz winzigen Spalt offen, und das macht, dass ich den Text dann auch aushalten kann.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2019, 23:41   #7
männlich BladeRuner
 
Dabei seit: 09/2018
Ort: Berlin
Beiträge: 377

Standard shalom

Liebe Lyrikerin,
danke für deinen Kommentar.
gibt es für das LI eine Hoffnung?
Ich weiß es nicht.
Sicher ist, dass ich eine Hoffnung habe.
Diesen Herzens Kerker kenne ich sehr gut und bin ihm entflohen. Aber wie jeder, der lange in Isolationshaft war, trage ich Spuren an und in mir, die nicht vergehen.
In dem Moment der Bewusstwerdung der eigenen Situation, in dem Moment des Rufens, gibt es keine Hoffnung. Und dann willst du dem entfliehen und merkst, wie unfassbar schwierig das ist.
Es brauch Jahre, zurück zu finden.
Halleluja
Drücke dich
BladeRuner ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2019, 14:02   #8
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 72
Beiträge: 11.291

Zitat:
Seidenweiche Nebel, voller Träume,
lösen sich auf in den ersten Strahlen;
gestohlen vom Licht des Morgens;
Mir genommen wie die Stille;
sie ertrinkt im aufbrausendem Strom der Geschäftigkeit;
was der heilige blady hier versucht ist es nach oder in meinem verständnis neue formulierungen für eine gewisse verlorenheit und traurigkeit zu finden. es ist ihm f.m. nur teilweise gelungen ist. weil der du-leser wird sich nicht auskennen.

die seidenweichen nebel verstehe ich als die träume und das wird dann doppelgemopplet...denn...
entweder sie lösen sich in den ersten strahlen
oder sie werden gestohlen. und dann: von welchen nebeln spricht er? jene die von den wiesen hochsteigen? denn die könnten nicht träumen...etc..etc..

dannn flüchtet er in sein herz schliesst die tür und die verschwindet und nun ist er in seinem herzen gefangen und fragt ob da draussen jemand ist. das ist sehr sehr schwach.


wie etwa kann man sich ruhesuchend an so einen strom w.u. setzen?

Zitat:
sie ertrinkt im aufbrausendem Strom der Geschäftigkeit;
Ruhe suchend, setze ich mich an seine Ufer,
der autor kann sich nicht entscheiden und so entsteht ein lyrisches durcheinander.

um es ehrlich zu sagen, der text bewegt mich nicht. denn blady versucht wirklich sehr angestrengt eine interessante text-kaskade zu formen. leider für mich zu wenig, denn es ist ein widersprüchliches durcheinander.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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