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Alt 10.12.2015, 19:05   #1
männlich c6h12o6
 
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Standard Toleranz und Religion

Nabend Poetry-Forum,
heute wurde mir/meiner Klasse der Auftrag gestellt heraus zu finden:
"Ist Religion mit absoluter Toleranz vereinbarlich?" - Ja ODER Nein.
Zum einen steht auf der "Ja/Pro-Seite" z.B. ein überzeugter Gotteskrieger, den man von Toleranz überzeugen soll (z.B. Homosexuelle, andere Religionen o.ä. moderne Fragen) - und auf der "Nein/Contra-Seite" ein absoluter Atheist, den man überzeugen soll, dass Religionen einen Sinn haben und man offen sein soll für jede Art von Religionausübung (Weltreligionen, aber auch Naturreligionen).
-
Was ich bisher habe:
"Ja, ist es" - 1) Religion besagt man soll tolerant sein 2) menschliche Moral (als Individuum) steht vor der Religion [was sich leider mit der Contra-Seite beißt..]
"Nein, ist es nicht" - 1) Religiöse Vorschriften verbieten manche Art von Toleranz (Islam: Frauen ohne Kopftuch ; Christentum: Schöpfung Mann + Frau, nicht Mann + Mann) 2) ein Gläubiger unterwirft sich seiner Anschauung (z.B. der IS, KKK) [hier beißt es sich]
-
Hier stehe ich einfach vor einer Planlosigkeit. Was mir wichtig ist, ist die Differenzierung zwischen Religion und Glaube - Ich meide (ja fast schon verachte) Religion, aber habe einen Glauben. Den Glauben an mich selbst und an andere, als Person und Lebewesen. Ich glaube an die Wissenschaft mit ihren Fakten und an feste Tatsachen. Aber ich bewundere Leute, die aus ihrem Glauben an Gott (etw. nicht bewiesenes), da ich auch gerne Kraft aus soetwas ziehen können wollen würde [uh, diese Kette an Verben hahaha]
-
Ich soll morgen einen kleinen Vortrag (nicht mal Vortag, eher Vorstellung meiner Erkentnis) geben, und deshalb hätte ich gerne von euch ein paar Meinungen. Wo seht ihr Probleme bei Religion und Toleranz? Meint ihr, die zwei Dinge sind vereinbarlich (ich soll aber von dem Extremfall ausgehen, also Gotteskrieger und Atheist)? Und vorallem gibt es eine Lösung um diese Dinge zu vereinbaren/bzw. zu verknüpfen?

Danke für die Antworten
PS: Das hier ist keine "Hausaufgaben"-Hilfe, ich habe mir Gedanken gemacht, aber lieber mehr Augen und Köpfe als nur meinen
MfG
c6h12o6 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2015, 19:35   #2
weiblich Ilka-Maria
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Es gibt keine "absolute Toleranz". Der Ausdruck ist ein Widerspruch. Toleranz heißt dulden, vielleicht bis an die Schmerzgrenze, ehe sich Widerstand regt. Totale Duldung wäre aber Hörigkeit, Unterwerfung, Selbstaufgabe.

Das Adjektiv "absolut" ist bei dieser Fragestellung ein Problem. So kann diese Frage - es geht um Toleranz - nicht beantwortet werden. Toleranz schließt das Absolute aus. Es kann nicht sein, dass ein Mensch sich gegen seine Natur homosexuell betätigen muss, um Homosexuelle akzeptieren zu können. Das wäre absolut, aber nicht tolerant, sondern eine Fälschung.

Wer, um Himmels Willen, stellt Schülern eine derart undurchdachte Frage?

Zitat:
Hier stehe ich einfach vor einer Planlosigkeit.
Das wundert mich nicht. Versuche einfach, irgendeinen quirligen Quatsch zu schreiben, von dem Du sicher bist, dass sie ihn auch nicht verstehen. Dann ist Dir die Bestnote sicher.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2015, 19:58   #3
männlich c6h12o6
 
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Beiträge: 22

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen

Wer, um Himmels Willen, stellt Schülern eine derart undurchdachte Frage?

Versuche einfach, irgendeinen quirligen Quatsch zu schreiben, von dem Du sicher bist, dass sie ihn auch nicht verstehen. Dann ist Dir die Bestnote sicher.
Mag sein, dass genau dies der Sinn ist. Vielleicht war genau dieses "absolute" der Springende Punkt. Vielleicht sollten wir genau diese Grenze erkennen, wo man einfach aus Menschlichkeit zur Intoleranz gezwungen ist. Natürlich an den Haaren herbei gezogen von mir, aber nun gut. Auch ohne diese Formulierung "absolut", stößt man wohl irgendwo immer an Grenzen, oder?

Hachja, wohl wahr. Eigene Meinung + Kritik und gute Noten, das ist wohl nicht mit der Bildung vereinbarlich
c6h12o6 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2015, 20:06   #4
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von c6h12o6 Beitrag anzeigen
vereinbarlich
Das ist ein Witz - oder?
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2015, 23:36   #5
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Beiträge: 4.335

Aus Menschlichkeit intolerant sein, klingt gut.

Dulden, also was durchgehen lassen.

Schwule zu tollerieren bedeutet ja nicht das du mit ihnen ins Bett steigen musst und genauso ist es mit Religion.
Wenn Religion eine gewisse persönliche Grenze überschreitet, dann hört die Toleranz auf.
Absolute Toleranz, dazu musst ein Stein sein oder ein Baum.

Es gibt auch keine Religion für absolute Toleranz.

Absolute Toleranz gibts vielleicht bei SM.

Religionen wie Moslimismus oder wie das heißt, Christentum und so weiter. Wurden ja einst von kreativen Köpfen erfunden um mit Regeln den Menschen zu mehr Toleranz zu verhelfen. Die Regeln dies bei Moslimen für Frauen gibt, stehen auch in der Bibel bei Moses. Was ja nicht grade Tollerant ist, aber die selbsternannten Medizinmänner mit ihrer Heilslehre aus einer Seelenreise in die Traumwelt. Die Religionsgründer wollten etwas herausgeben um die Probleme ihrer Zeit zu lösen.
Und die Kirche hat ja auch hier lange den technischen Fortschritt aufgehalten und die Wissenschaft und auch alle Kulturgegenstände und Orte zerstört.

Das System der Wissenschafft ist Tollerant und doch werden auch dort immer wieder Erkenntnisse ausgegrenzt und Wissenschaftler die das Weltbild und alles woran die andern Jahre lang geforscht haben in Frage stellen mit ihrer Forschung.

Toleranz ist so eine moderne Religion, etwas das jeder eigentlich nur für sich allein entscheiden kann, in wie weit die persönliche Grenze geht oder wann das eigne Weltbild verletzt wird.

Toleranz ist ein gutes Mittel um deinem Gegenüber die persönliche Freiheit zu ermöglichen sich auszuleben, wie er oder sie wirklich ist. In der Hoffnung auch selbst dieses Recht zu bekommen.
Buddhismus ist ja eine Art sich selbst nahe zu kommen und zu verhindern das andere Leiden, in dem sie angenommen werden wie sie sind.
Und auch Jesus hat nich gefragt wo jemand herkommt
und Mohamed hat auch die Regel aufgestellt andere Religionen zu tolerieren.

Also kann Toleranz nur funktionieren, wenn jeder versucht sein wahres Wesen hervor zu holen und Religionen verhindern das eher, weil du dich ja hinter der Religion versteckst als Fanatiker, aber wenn sie dir zum Beispiel hilft freier zu sein und das Leid Anderer zu veringern ohne ihnen deinen Glauben aufzuzwingen, nur wenn jemand fragt. Dann sind Religionen auch mit Toleranz zu verbinden.

Ich bin auch oft intolerant und versuch anderen meine Meinung einzureden, meine Überzeugungen und in gewissem Sinne versteck ich mich dann auch dahinter. Ein Is Kämpfer leidet bestimmt auch tief in seinem Innern, genau wie ein Nazi, er fühlt sich übergangen, ihm ist es nicht möglich frei zu sein, darum projeziert er dieses ungelöste seelische Problem auf äußere Gegner.

Sich selbst akzeptieren ist wohl der erste Schritt zur Toleranz, wer fühlt sich nicht ab und zu mal falsch?
Oder ungenügend?
Und da fängt Toleranz an.
Dann ist sie auch mit Religion vereinbar, mit allen Fantasien.
dr.Frankenstein ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2015, 23:44   #6
männlich dr.Frankenstein
 
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Ort: Zwischen den Ostseewellen ertrunken
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Beiträge: 4.335

Gegenüber dem einen L von Tolleranz bin ich irgendwie intolerant.
dr.Frankenstein ist gerade online   Mit Zitat antworten
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