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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 02.03.2012, 21:31   #1
weiblich Ilka-Maria
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Beiträge: 23.205

Standard Traumland

Welch seltsam Land jenseits der Grenze,
die zwischen Tag und Nacht sich zieht,
doch Schranken hebt, auf das zur Gänze
der Mensch in seine Seele sieht!

In diesem Land ist alles möglich,
in diesem Land wird alles wahr,
die Zeit, der Raum, beide bestechlich,
die Handlung unberechenbar:

Wir sehn uns segeln wie auf Schwingen,
in Zügen auf die Reise gehn,
im alten Rom zur Leier singen,
Verstorbene kurz wiedersehn,

mal splitternackt herumspazieren,
mal vor dem Dämon auf der Flucht,
ein bißchen Rebellion probieren
und straflos sinken in die Sucht.

Wenn wir die Grenze überschreiten,
ist jeder von uns oscarreif,
wir könnten jedes Fach bestreiten
mit Unikaten, nächtlich live.

2. März 2012
by Ilka-M.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2012, 23:56   #2
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Hallo, Ilka,

zunächst das Lob. Ein überdurchschnittliches Gedicht.

Die erste Strophe sehr schön, weil Zonen und Räume tief gedacht werden. Tag und Nacht für bewusst und unbewusst. Die Grenzüberschreitung führt in die unbekannten Seelenbereiche. Doch die folgenden Strophen entfalten nur die Vielfalt der Erscheinungen, zeigen nicht, wie ich hoffte, Hintergründe und Verbindungen. Dennoch: gute Einfälle sprachlich mühelos umgesetzt.

LG gummibaum
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Alt 03.03.2012, 07:22   #3
weiblich Ilka-Maria
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Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 23.205

Zitat:
Doch die folgenden Strophen entfalten nur die Vielfalt der Erscheinungen, zeigen nicht, wie ich hoffte, Hintergründe und Verbindungen.
Danke Gummibaum.

Es geht nicht um Hintergründe, sondern um Taumbilder, also um Kreativität. Psychoanlalyse war mit meinem Gedicht nicht vorgesehen, das dürfte bei Traumbildern auch ziemlich schwierig sein, wenn nicht gar in die Irre führen. Indem wir Traumbilder erzeugen, werden wir in der Nacht zu unseren eigenen Filmemachern.

LG
Ilka
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2012, 12:08   #4
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Liebe Ilka,

ich habe das Gedicht noch mehrmals gelesen und finde es noch besser als gestern. Die Fokussierung auf deine Intention, die du hervorhebst, war hilfreich. Ich will ein bisschen beiseite treten und Gedanken anführen, die mit dem Thema im weiteren Sinn zu tun haben.

Ich gehe davon aus, dass wir im Wach- und Schlafzustand träumen, wie die Sterne auch tags am Himmel stehen. Man kann sie sehen, wenn man in einen tiefen Brunnen steigt und das machen Psychoanalytiker, Dichter und Filmregisseure mit dem Unbewussten auf ihre Weise. Der Film, den wir im Traum sehen, der uns "oskarreif" macht, bestimmt die Wahrnehmungen und Schöpfungen am Tag mit und entnimmt dem Tag neuen Vorrat. Es ist also kein Vexierspiegel, der uns die verrückte Welt vorführt. Und wenn dort viel passiert, was der Tageserfahrung widerspricht, die wir zur Wissenschaft ausgebaut haben, so ist das Originelle jeder neuen Theorie vielleicht dort beheimatet. In die Hintergründe zu loten (nicht psychoanalytisch) scheint mir verlockend, wenn auch schwer.

LG gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2012, 14:21   #5
männlich galapapa
 
Dabei seit: 02/2012
Ort: Calw
Alter: 69
Beiträge: 75

Liebe Ilka,
ein sehr schönes Gedicht über das Träumen!
Das Wunderbare daran ist, dass auf diese Weise jeder einmal ganz groß sein kann; das hast Du wunderbar beschrieben.
Handwerklich ist es ein vierhebiger Jambus, den Du schön durchgehalten hast.
Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das Gedicht mit fünf Strophen zu lang geraten ist; keine Strophe erscheint langweilig oder überflüssig.
Am besten gefällt mir die Erste.
Herzliche Grüße an Dich!
Galapapa
galapapa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2012, 22:06   #6
Inlines
 
Dabei seit: 03/2009
Alter: 40
Beiträge: 12

Hallo,

ich habe bereits mehrere deiner Gedichte gelesen, und finde dass diese handwerklich gut gemacht sind. Es ist eine nachvollziehbare Handlung integriert, die sich durch die flüssige Schreibweise gut lesen lässt. Das schöne an deinen Texten ist, dass sie alle so etwas wie eine Message bzw. ein Fazit haben. Nicht viele Texte sind so gut durchdacht. Soweit ich es beurteilen kann sind die Hebungen und Senkungen in deinen Texten in Ordung, wobei ich hier keine guten Kenntnisse habe, da ich mehr der freien Lyrik anhänge.

Gerne gelesen.
Inlines ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2012, 22:16   #7
weiblich Ilka-Maria
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Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 23.205

Ich bedanke mich ergeben und freue mich.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.03.2012, 22:20   #8
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Wieso hab ich darauf noch nicht reagiert?
Ach ja, ich glaubte, der Tippfehler sei noch zu bereinigen.

Lob, Lob -
ein erstauntes Lob, weil sich hier Deine Phantasie ausnahmsweise einen nichtanalytischen Durchbruch verschafft.
Gelungen!

LG
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.03.2012, 20:52   #9
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Hm. So kann man es auch natürlich sehen, Thing. Danke. Und danke natürlich auch nochmals an Ilka.

LG gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
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