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Alt 30.07.2012, 15:49   #1
männlich Schmuddelkind
 
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Standard Die Brücke der Seelenlosen

Am 26. Oktober 2013 gewann Horst Fernsehsessel aus Eidengesäß eine Hand voll Millionen Euro im Lotto. Er freute sich so sehr, dass er nackt, wie Gott ihn schuf und wie er während der Bekanntgabe der Lottozahlen vorm Fernseher saß jubelnd auf die Straße rannte. Die Nachbarn schauten ihn mit einer Mischung aus Interesse und Abscheu an, aber es war ihm egal; denn er war jetzt ein Millionär. Endlich war er jemand und er hatte allen Grund dies zu zeigen. Kurz darauf setzte die Hyperinflation ein und einige Wochen später konnte er sich mit dem Geld gerade mal ein Radio leisten. Aus diesem vernahm er die Stimme des Nachrichtensprechers, der von der Brücke der Seelenlosen sprach, an der in letzter Zeit die Zahl der Suizide stark angestiegen war, weil irgendein vorrübergehend bekannter DSDS-Gewinner dort den Freitod gewählt hatte. "Die Polizei warnt dringend vor Nachahmern. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe nicht unter 50.000 Euro belegt." Das entsrpach zu der Zeit, als der Strafenkatalog festgelegt wurde immerhin dem Wert eines Mittelklassewagens, an diesem Samstagvormittag konnte man sich davon jedoch nur ein paar Brötchen kaufen. Horst, der über den Verlust seines Vermögens nicht hinwegkommen konnte, beschloss darauf hin, sich den Seelenlosen anzuschließen und fuhr zu der Brücke, deren Adresse glücklicher Weise im Radio durchgesagt wurde.

Am 22. September 2013 gewann die SPD die Bundestagswahlen und bildete (oh Überraschung!) mit der CDU eine große Koalition, denn die Alternative wäre gewesen, mit den Piraten oder den Linken zusammenzugehen und man wollte nicht mit den Schmuddelkindern spielen. Eine der ersten Maßnahmen, die die neue Regierung beschloss, war die Einführung des Mehrheitswahlrechts, denn man fand, dass die Opposition doch reichlich stark wurde in den letzten Jahren. Lasse Grevenig aus dem Frankfurter Gallus-Viertel hat danach alle Hoffnung auf eine bessere, gerechtere Welt verloren. Er sah schon seit Jahren, dass die Welt vor die Hunde ging, nicht seine Welt, nicht sein Privatleben, denn er hatte ja keins, so sehr wie er sich der Arbeit für die Linkspartei verschrieben hatte. Aber nun, nachdem diese aufgrund eines politischen Beschlusses auf Dauer keinen Fuß mehr ins Parlament setzen würde, gesellte sich die Hoffnungslosigkeit zur Wut und er wusste keinen Daseinszweck mehr. Also machte er sich auf zur Brücke der Seelenlosen.

Im Herbst 2013 war Hauke Hund aus Wachenbuchen depressiv. Ihm ging es nicht unbedingt schlecht; er war einfach depressiv. Er wusste auch nicht warum und hatte kaum Antrieb, es herauszufinden; denn er war depressiv. Es war nicht so, als habe er den ganzen Tag heulend Käsenachos in sich hinein gestopft oder als habe er ununterbrochen darüber nachgedacht, wie er sich umbrigen sollte - daran hat er tatsächlich nur sehr selten gedacht. Er kam einfach kaum aus dem Bett, schlief ohnehin sehr unregelmäßig, fand an kaum etwas noch einen Gefallen, hatte kaum den Impuls, irgendetwas anders zu machen, als zuvor, bis zu diesem einen Samstag: da hatte er genauso ohne Anlass, wie seine Depression von ihm Besitz ergriffen hatte, plötzlich den lebendigen Impuls, sich von der Brücke zu stürzen.

Nach dem Selbstmord ihres über alles geliebten DSDS-Stars "Justin" (der Typ hatte offensichtlich keinen Nachnamen) schloss sich Rabea Neuberger aus Offenbach wochenlang in ihrem Zimmer ein, wollte mit niemandem mehr reden und hörte Justins Songs in Dauerschleife. Justin war der Einzige, der sie je verstanden hatte, auch wenn sie ihn nicht kannte. Seine Lieder, die von unerwiderter Liebe und der tiefen Sehnsucht nach "shaking the booty once more on the dancefloor" kündeten, sprachen der jungen Dame aus der Seele und manchmal stellte sie sich vor, dass sie ihr gewidmet seien. Dann sprach sie mit dem Poster über ihrem Bett: "DumCDPhen, natürlich liebe ich dich. Denk doch nicht so was!" Sie wusste, dass es Unsinn war, aber sie fühlte sich besser dabei. Es war so ziemlich das Einzige im Leben, das ihr ein gutes Gefühl gab, denn die Reduktion des Menschen Rabea auf eine Zahl (das war in der Schule meisten so etwas um die vier oder fünf) aufgrund von Leistungen, die nichts über ihre Persönlichkeit aussagten ließ sie vor ihren Eltern, ihren Freunden und vor allem vor sich selbst bedeutungslos erscheinen. Dabei hatte sie so eine liebevolle, empathische Art, konnte wirklich gut singen und schrieb für eine Siebzehnjährige technisch saubere Gedichte in gehobener Sprache. Aber dafür gab es natürlich keine Noten, denn das gehört nicht zum Fähigkeiten-Katalog der deutschen Industrienorm für junge Menschen. Sie ging schließlich zu der Brücke, von der ihr Idol in den Tod gesprungen ist, desillusioniert, aber entschlossen.

Am 23. November 2013 reihte sich eine riesige Menschenschlange auf der Brücke der Seelenlosen auf. An der Spitze saß Horst auf dem Betonsockel, der vor dem Stahlgerüst hervorragte und einen ungehinderten, freien Fall versprach seit einer halben Stunde und dachte über sein Leben nach, darüber, dass er Wünsche und Ziele hatte, von denen er keine verwirklicht hatte - bis auf die Millionärssache. Da hatte er einmal einen Erfolg, konnte einmal ein Häkchen in seine To-Do-Liste des Lebens machen und als er es erreicht hatte, war es wertlos. Er begann sich zu fragen, ob es so viel wertvoller gewesen wäre, wenn es nicht zu der Inflation gekommen wäre. Klar, er hätte sich ein Haus kaufen können und ein paar andere schöne Dinge, über die er sich sehr gefreut hätte. Aber wie lange hätte seine Freude angedauert? Er erinnerte sich daran, wie er einmal einen Flachbildfernseher gekauft hatte, den er unbedingt haben wollte, auf den er zwei Monate hingespart hatte. Die ersten zwei Wochen war er begeistert von dem Ding, von der hohen Bildqualität, von der Größe und dem modernen Design. "Das ist ein ganz anderes Fernseherlebnis" dachte er. Aber nach einer Weile war es einfach nur ein Fernseher, der ihn seine Fußballberichte und seinen Tatort ins Wohnzimmer brachte, genauso wie das alte Aldi-Gerät, das er vorher besaß. Wäre es nicht auch so mit all den anderen Dingen auf seiner To-Do-Liste? "Man glaubt immer, dass man irgendetwas um jeden Preis haben will und richtet sein Leben danach aus, bemerkt vielleicht gar nicht die vielen schönen Eindrücke auf dem Weg, weil man den Fokus nur auf die eigene Planerfüllung richtet und wenn man es dann geschafft hat, ist man so weit wie zuvor", reflektierte er und es kam ihm in den Sinn, dass das Leben vielleicht einfach nur ein zielloses Dasein sei und man versuchen müsste, von Tag zu Tag so viel Gutes wie möglich mitzunehmen. Er war im Zweifel, ob dieser Umstand das Leben sinnvoller oder sinnloser machen würde.

Lasse, der hinter ihm in der Schlange stand, wurde zunehmend verärgert und wippte schon seit einiger Zeit demonstrativ mit dem rechten Fuß. Schon als Kind dachte er, wenn er sich mal das Leben nehmen sollte, dann würde er von dieser Brücke springen. Und jetzt muss er so lange warten, nur weil es ausgerechnet jetzt zu einer Modeerscheinung geworden war, von dieser Brücke zu springen. Überhaupt war er verärgert darüber, dass er diesen intimen Moment nun mit so vielen fremden Menschen teilen musste und er war verärgert über den Herdentrieb der Menschen, über ihr angepasstes Verhalten, über die Gesellschaft generell - einfach über die Gesamtsituation. Er konnte nie verstehen, dass sich die Menschen mit den Zuständen zufrieden gaben, die sie nun massenhaft in den Freitod treiben sollten (seine Entscheidung nahm er da freilich heraus, denn er wollte sterben, weil seine Bemühungen, den Menschen ebendies klar zu machen fruchtlos waren und er war der Meinung, seine Entscheidung zum Freitod sei moralisch überlegen) und gerade jetzt konnte er es nicht verstehen, dass sich die Menschen damit zufrieden gaben, so lange auf ihren Suizid warten zu müssen, nur weil ein Einzelner so egoistisch war und seine Entscheidung offenbar nicht gründlich genug bedacht hatte.

"Hallo, hier wollen noch Andere springen!" rief er schließlich mit der Stimme der Gerechtigkeit, der etwas quietschigen Stimme, die jedesmal tief aus seiner Seele kam, wenn er jemandem erklären musste, warum es ein unhaltbarer Zustand sei, dass wir in Deutschland keinen flächendeckenden Mindestlohn haben, warum es wichtig sei, sich für die Minenräumung in Kambodscha einzusetzen, was es mit dem feigen amerikanischen Imperialismus zu tun habe, dass die Amis in Kambodscha einen Krieg führten, den es offiziell nie gegeben hat oder warum Amerika überhaupt die Wurzel allen Übels sei. "Ich treffe hier gerade die Entscheidung meines Lebens" erwiderte Horst.

"Du solltest aber eigentlich die Entscheidung deines Todes treffen!"
"Da ist es sicherlich kein... ähäh ähm... du weißt schon, wenn ich da mal ein paar Minuten drüber nachdenke."
"Erstens: von "ein paar Minuten" kann überhaupt keine Rede sein. Zweitens hättest du dir das ruhig auch schon vorher überlegen können. Hast du mal an die Mitwartenden gedacht? Wenn sich bei dem Wetter Einer eine Erkältung holt, dann hast du das mitzuverantworten."
"Die könnten sich doch auch eine andere Brücke aussuchen."
"Und jetzt willst du auch noch die Menschen hier vertreiben, die seit Stunden warten, nur weil du nicht in der Lage bist, einen wohlüberlegten Beschluss zu fassen?!"
"Ich vertreibe doch niemanden. Aber wenn man einige Millionen Euro verloren hat,..."
"Ach, das habe ich mir doch gedacht. Nur Kapitalisten können so egoistisch sein. Auf dem Rücken der Arbeiterschaft eignest du dir den Mehrwert an, mit dessen Verfügung du so überfordert bist, dass..."
"Ich bin selbst Arbeiter, du linke Bazille!"
"Deine Haltung spiegelt genau wieder, was in der westlichen Welt schief läuft."

Der Disput wurde jäh unterbrochen durch die herannahenden lauten Poliziesirenen. Ein Streifenwagen hielt auf der Brücke, drei Polizisten stiegen aus und liefen mit gezückter Waffe auf Horst zu: "Keine Bewegung!", rief der Dienstälteste bestimmt. Horst rief zurück: "Ihr bleibt, wo ihr seid, oder ich springe! Noch einen Schritt und ich springe!" Die zwei erfahreneren Polizisten kamen abrupt zum Stehen, doch Martin, der jüngste, der frisch von der Polizeischule kam, stand nur mit einem Bein auf dem Boden, der Körper durch die Laufbewegung leicht nach vorn geneigt, als er Horsts Befehl vernahm. Er betete still, dass er noch das Gleichgewicht wiedererlangen würde, doch war nach einigem Wackeln endlich zum Ausfallschritt gezwungen. Vielleicht hätte ein Profi-Geräteturner diesen Schritt noch verhindern können, aber nicht Martin, der mit ansehen musste, wie gleich in seinen ersten Dienstmonaten ein fremder Mensch seinetwegen von einer Brücke sprang.

"So, Mittach! Martin du machst das hier, ja?", beschloss der Dienstälteste und fuhr mit dem anderen Polizisten weg. Martin wusste, dass er die Personalien der Anwesenden kontrollieren musste, den Notarzt rufen musste (auch wenn er wusste, dass Horst diesen Sprung nicht überleben konnte) und vielleicht die ein oder andere Verhaftung durchführen musste, aber eine unbekannte Kraft zog ihn auf den Sockel, auf dem eben noch Horst stand. Er schaute hinunter und wusste, dass er nie wieder auf einen Einsatz fahren könnte, ohne an dieses schreckliche Bild zu denken, das so viel mit ihm zu tun hatte. Er holte tief Luft und sprang. Lasse rief ihm noch "Vordrängler" nach, stieg entschlossen auf den Sockel, drehte sich kurz mit erhobener Faust in Richtung der Menge um, stieß mit bedeutungsschwerer Mimik "Genossen, der Kampf geht weiter!" aus und sprang, während von irgendwo aus der Menge ein kurzes "Solidarität!" zu hören war.

Einige Seelenlose dahinter stand Hauke in der Reihe und fragte sich, warum der Sozialist es wohl so eilig mit dem Sterben hatte. Dass das Leben viel zu hastig sei, ist ihm schon oft so vorgekommen. Warum also noch diese Ungeduld beim Sterben? Hinter ihm stand Rabea. Er fand es angenehm, mit ihr zu warten, auch wenn er bisher noch kein Wort mit ihr gesprochen hatte. Die schweigsame Anwesenheit mancher Menschen kann eine unangenehme Situation sein, aber in ihrer Nähe fühlte er sich wohl, ohne einen Grund dafür nennen zu können. Dennoch wollte er gerne mit ihr ins Gespräch kommen und fragte etwas unelegant: "Na, warum stehst du an?" "So eine blöde Frage!", dachte er zu sich selbst. "Da stehe ich mit der jungen Frau eine knappe Stunde an und mir fällt nichts Besseres ein." Doch sie lachte ausgelassen darüber und meinte dann:

"Ach, wegen Justin."
"Justin? Der DDS-Sänger?"
"Ja", antwortete sie schmunzenld.
"Aber warum denn seinetwegen?"
"Ich mochte alle seine Lieder..."
"Der hatte doch nur eins."
"Zwei!", grummelte sie. "Zwei Lieder, die über mich mehr sagten, als es meine Eltern oder die Lehrer könnten."
"Aber im Grunde hatte er doch nichts mit dir zu tun? Das Leben ist doch viel größer. Du bist doch jung und ich glaube, wenn du dich heute nicht von der Brücke wirfst, wirst du in einigen Jahren sagen: "Zum Glück!" Das Leben kann so schön sein. Wirf es nicht einfach weg!"
"Das sagt gerade der Richtige", entgegnete sie schreiend vor Lachen.
"Na ja, ich denke, ich habe mir einfach ein paar zu viele Fragen vorgenommen und keine befriedigende Antwort erhalten. "Intellektuell ist der Weg zur Hölle leicht. Ein falscher Schritt und die Logik wird den Rest besorgen." Das ist von George Homans. Er ist witzig."
"Aha... schon verrückt, dass wir so lange darauf warten, zu sterben."
"Ja, 26 Jahre lang habe ich darauf gewartet." Sie lacht wieder und er fährt fort: "Aber die Menschen stehen oft für unbedeutendere Dinge an, z.B. für Achterbahnen oder KFZ-Zulassungen."
"Da hast du auch wieder recht."

Noch einige Minuten ging die Unterhaltung weiter, an der beide große Freude hatten, während der beide zum ersten mal das Gefühl hatten, bedeutsam zu sein, für einige Momente im Mittelpunkt des Lebens eines anderen Menschen zu stehen, auch wenn sie nicht wussten, ob dies der Tatsache geschuldet war, dass es für beide eben das letzte Gespräch ihres Lebens war oder ob es aufgrund einer wunderbaren unerklärlichen Anziehung zwischen zwei Menschen war. Dann kam Hauke an die Reihe:
"Das war das schönste Schlangestehen, das ich je erlebt habe.", sagte er etwas pathetisch, aber völlig authentisch und brachte Rabea ein letztes Mal zum Lachen.
"Das fand ich auch."
"Oh, Ladies first.", besann er sich noch gerade rechtzeitig, mit seinem Charme, für den nur sie einen Sinn zu haben schien.
"Nein, nach dir."
"Nein, ich bestehe darauf."
"Ach was"
"Gut", sagte er, "dann springen wir gemeinsam."

Er nahm ihre Hand, half ihr über das Geländer und stieg mit ihr auf den Sockel, der so klein war, dass sie ganz eng aneinander rücken mussten. Hauke nahm allen Mut zusammen und meinte: "Gut, auf drei: eins - zwei - drei!" Doch keiner sprang. Sie waren heftig am Atmen und nach einiger Zeit äußerte Rabea, die nun mit beiden Händen fest Haukes Hand hielt ihre Idee: "Du schubst mich, ich ziehe dich!" So geschah es und beide rauschten aneinander gebunden in den sicheren Tod. Rabea hatte Angst, aber fühlte sich dennoch wohl an Haukes Seite, während dieser sich seine letzten Gedanken machte: was es wohl zu bedeuten hatte? Diese Vertrautheit? Diese Nähe? Diese Sehnsucht nach noch mehr Nähe? Dieser Seelengleichklang? Da durchfuhr ihm zum ersten mal eine Antwort mit absoluter Gewissheit und er gestand ihr eilig: "Ich liebe dich.". Sie schaute ihn mit großen Augen an und das harte Wasser spreitete die Körper der beiden.
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Alt 30.07.2012, 16:11   #2
männlich Ex-Peace
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Mit solchen Texten hat man mich!

Wo soll ich da nur anfangen ...
Dein Text ist surreal - und doch real.
Ich mag deine spielerisch-humoristische Gesellschaftskritik,
die Materialismus wie Oberflächlichkeit anprangert und aufs Korn nimmt.
Das Schlangestehen an der Brücke und die Dialoge sind köstlich!!!
Und wieder ein Cameo-Auftritt von dir, Schmuddelkind.
Zum Ende hin wird es ja noch richtig romatisch.

Ein super Text mit einem tollen Humor!

Einen Fehler hat der Text alllerdings ...
Der DSDS-Sieger heißt nicht Justin, sondern Jason.
Justin wurde nur Zweiter.

Liebe Grüße
Peace, der am 12. Dezember 2013 bei der Vorrunde von DSDS
mit einer etwas zu enthusiastischen Degenhardt-Interpretation rausflog
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Alt 30.07.2012, 16:19   #3
männlich Schmuddelkind
 
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Zitat:
Peace, der am 12. Dezember 2013 bei der Vorrunde von DSDS
mit einer etwas zu enthusiastischen Degenhardt-Interpretaion rausflog

Du verrückter! Aber das sollte man echt mal bei DSDS bringen...

Dankesehr. Ich mag diesen text auch sehr und daher freue ich mich sehr über dein Lob.

Zitat:
Dein Text ist surreal - und doch real.
Ja, das kann man wohl sagen. Zunächst mal: er spielt in der Zukunft. Dann: er ist voller Übertreibungen und skurriler Momente. Und doch denke ich, dass er viel über das Leben und die heutige Zeit aussagt.

Zitat:
Das Schlangestehen an der Brücke und die Dialoge sind köstlich!!!
Freut mich, dass dir diese skurrilen Situationen gefallen haben!

Zitat:
Zum Ende hin wird es ja noch richtig romatisch.
Ein Schmuddi-Text ohne Romantik geht ja gar nicht.

Zitat:
Und wieder ein Cameo-Auftritt von dir, Schmuddelkind.
Aber du kommst auch drin vor - die Käsenachos.

Zitat:
Einen Fehler hat der Text alllerdings ...
Der DSDS-Sieger heißt nicht Justin, sondern Jason.
Justin wurde nur Zweiter.
Verdammt, dass ich mir das nie merken kann! Aber ich weiß noch: 2014 war es Schackeline.

LG
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Alt 30.07.2012, 16:25   #4
männlich Ex-Peace
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Was???
Ich bin der Typ mit den Käsenachos ...
Wenn ich springe, dann nur wegen Justin!
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Alt 30.07.2012, 20:00   #5
männlich Ralfchen
 
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wunderbar geschrieben, nur was heisst SPREITETE resp. spreiten?
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Alt 30.07.2012, 21:36   #6
männlich Schmuddelkind
 
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Dankesehr, liebes Ralfchen!

Über "spreiten" habe ich bisher nur das hier gefunden. Bin mir also nicht ganz sicher, ob es korrekt ist.

LG
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Alt 30.07.2012, 22:56   #7
männlich Ralfchen
 
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aha - kannte ich nicht. dann passt es.
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Alt 30.07.2012, 22:57   #8
weiblich Ilka-Maria
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Starker Text, Schmuddelkind, gut formuliert, unterhaltsam, nicht alltäglich und herrlich abgedreht, nicht ohne hier und da mit einem Schuß unterschwelligen Humors. Das verrät großes Talent.

Aber auch mir gefällt das Verb "spreiten" nicht, ich hätte "sprengen" verwendet. Das klingt gewalttätiger, und angeblich soll es wirklich so sein, daß ein Aufschlag auf Wasser ab einer gewissen Höhe einem Aufschlag auf Beton gleichkommt und bei 50 Metern Höhe mit ziemlicher Sicherheit tödlich verläuft.

Mein Vater hatte mir vor langer Zeit einmal erzählt, daß er als Jugendlicher vom Geländer der Offenbacher Carl-Ullrich-Brücke abgerutscht sei und - da er keinen Kopfsprung mehr hinbekam - in falscher Haltung auf dem Wasser aufklatschte. Das war aus circa zehn Metern Höhe, und er gab zu, daß ihm der Rücken danach so höllisch wehtat, als sei er ausgepeitscht worden.

Die Dreiländerbrücke über den Rhein hat eine Durchfahrtshöhe von 26 Metern, das ist schon ein anderes "Kaliber", und von deren Geländer würde ich nicht gerne runterfallen. Wenn ich da nur "gespreitet" würde, hätte ich ja noch Glück im Unglück (sofern mich jemand aus dem Wasser zöge).

LG
Ilka
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Alt 30.07.2012, 23:05   #9
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Oh, danke Ilka!

"Großes Talent" - das sagte man mir mal vor zehn Jahren bezüglich meiner Judo-Fähigkeiten und jetzt schau ich denen in London zu, die ich mal verprügelt habe. Aber ich freue mich sehr über dein Lob und dass du den Text so stark fandest und den Humor entdeckt hast, macht mich stolz.

Oh, aus zehn Metern falsch aufkommen, kann sehr weh tun. Da kann auch schon Schlimmeres passieren. Aus 26 Metern ist das wirklich ne ganz gefährliche Sache. Es gibt ja Cliff-Springer, die aus ähnlicher Höhe springen. Da gruselt es mir.

Danke für deinen Vorschlag bezüglich einer Alternative für "spreiten"! Sprengen klingt sehr brutal. Das ist wohl auch die Richtung, in die ich wollte. Mal sehen... aber ich denke, mit "spreiten" kann ich auch zufrieden sein. Aber ich denke auf jeden Fall noch drüber nach.

LG
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Alt 30.07.2012, 23:48   #10
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Ich habe in meinen jungen Jahren Jiu-Jitsu trainiert (mein Vater war Ausbilder), das enthielt Elemente des Judo, Aikido und Karate, wie Du weißt. Kam aber nur bis zum Grüngurt, weil ich kein sportlicher Typ war und mich nur meinen Eltern zuliebe draufheben ließ. Aber mein Vater war ein richtig Guter, der hatte zwei Schwarzgurte.

Der Sport war mir durch eine zickige Lehrerin an meiner Schule ohnehin frühzeitig ausgetrieben worden.

Also besann ich mich auf meine eigentlichen Interessen, und die lagen im sprachlichen Bereich: Fremdsprachen und Literatur. Mein Leben lang bin ich immer wieder darauf zurückgekommen.

Was ich damit sagen will? Man könnte auf vielen Hochzeiten tanzen, jeder Mensch hat nämlich viele Talente. Aber wenn man wählen muß, zählt nur die Passion.

Pfeif auf die Judokas in London und schreibe weiter Deine Geschichten. Gehe einfach Deiner Passion nach.

Philippe Petit antwortete auf die Frage, ob er denn niemals Angst gehabt hatte, vom Seil zu stürzen: "What a wonderful death to die in the exercise of your compassion!"

In diesem Sinne: Laßt sie uns pflegen, unsere Leidenschaft.
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Alt 31.07.2012, 00:11   #11
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ich bin ziemlich eng mit dem PETER SEISENBACHER befreundet, der auch lange zeit mein nachbar war. da gabs tolle geschichten. aber der PETER lebt mit massiven schäden und chronischen schmerzen.
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Alt 31.07.2012, 00:24   #12
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Lieber Ralf,
kannst Du das aufschlußreicher erklären, ohne daß wir den Umweg über Wikipedia machen müssen?

Danke!

LG
Ilka
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Alt 31.07.2012, 00:25   #13
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Ilka, ich danke dir sehr für deinen Beitrag!

Ich gebe dir auch recht. Eigentlich hab ich mit dem Profisport auch abgeschlossen, aber das hat mich gelehrt, dass Talent nicht genug ist. Ich bin jedenfalls dankbar für meine wenigen Talente und gewillt, sie zu nutzen. Dass ich beim Schreiben meine Leidenschaft pflege, ist ohnehin so, egal wohin mein Weg mich führt. Schreiben macht Spaß. Schreiben macht frei.

@Ralfchen:
Ja, das war ein ganz besonderer Judoka. Aus Österreich kamen viele gute Judoka, so auch mein Gewichtsklassengenosse Ludwig Paischer. Richtig geiler Techniker!

LG
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Alt 31.07.2012, 00:32   #14
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[QUOTE=Schmuddelkind;218362]Ich bin jedenfalls dankbar für meine wenigen Talente und gewillt, sie zu nutzen. Dass ich beim Schreiben meine Leidenschaft pflege, ist ohnehin so, egal wohin mein Weg mich führt.QUOTE]

Du hast Potential. Ich hoffe, Du findest die richtige Pfütze.

Know, what I mean?

Of course you know!

With you,
Ilka
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Alt 31.07.2012, 12:45   #15
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Danke, das hoffe ich auch. Aber die Landschaft ist schon stark ausgetrocknet (trotz oder wegen der vielen Feuchtgebiete).

LG
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Alt 31.07.2012, 12:57   #16
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Lieber Ralf,
kannst Du das aufschlußreicher erklären, ohne daß wir den Umweg über Wikipedia machen müssen?

Danke!

LG
Ilka
nein schazzerle, das issmia zu mühsam. guck da, hierissa der Petsi:

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Seisenbacher


ps.: ich kannte auch den LUTZ LISCHKA, hatten gemeinsam in der krone gejobbt.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2012, 13:07   #17
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Lutz Lischka kannte ich noch nicht. Woher kennst du denn die ganzen Judoka?

Apropos: Unsere Goldhoffnung Ole Bischof hat gerade gewonnen. Er wirkte nicht gerade technisch überlegen, aber hat sich ordentlich reingebissen. Vielleicht geht da heute noch was durch ne kämpferische Leistung...
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Suizid, selbsterkenntnis

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