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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 23.11.2019, 21:34   #1
männlich Epilog
 
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Ort: in den Wolken
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Standard analyse und auflösung

analyse und auflösung

mein schweigen zeugt vom innersten verfahren
zu hinterfragen, was leichthin dahergeschwätzt
um, wenn das für und wider endlos abgeschätzt
geflissentlich die antwort auszusparen

und doch verlangt mein kopf nach kommentaren
die lippen von verborgener bitterkeit benetzt
äußert sich sprachlos die gewissheit jetzt
dass nie die anderen der schmerzen schöpfer waren

wenn sich darüber zutiefst beschämt im klaren
zuletzt erkannt-verleugnetes nach außen ätzt
das allzu glatte angesicht in stücke fetzt

und schwären zwischen den verbliebenen haaren
letztlich die innerste erkenntnis offenbaren
dann hat die auflösung endgültig eingesetzt
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Alt 23.11.2019, 22:19   #2
Folcher
gesperrt
 
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Ort: Augsburg
Alter: 37
Beiträge: 78

Hi! Du sagst immer dein physischer Zustand ist in Auflösung begriffen, oder meinst du nicht etwa eher den psychischen Zustand?

Auch neu hier! Du Okt ich Nov. Wer ein Sonett verfasst, setze ich voraus, kann Metrik, vielleicht konnte ers hinterher doch nicht, aber ich setze das voraus.

Konsequente Kleinschreibung, grr.


mein schweigen zeugt vom innersten verfahren
zu hinterfragen, was leichthin dahergeschwätzt
um, wenn das für und wider endlos abgeschätzt
geflissentlich die antwort auszusparen

xXxXxXxXxXx
xXxXxXxXxXxX
xXxXxXxXxXxX
xXxXxXxXxXx

Z2 mit viel Mühe. S1 spricht mir etwas aus der Seele, wenngleich ich noch arroganter geworden bin und zynischer. Ich denke mir bei Menschen nicht mehr: Sobald was Schlechtes kommt tschüss. Sondern: Sobald was Gutes kommt hallo. Meine Philosophie besagt sowieso, Alles ausser Energie ist Ausflucht oder Alibi. Ein Stern der sich in Schatten kleidet, und leidet.

99 % von dem das Menschen äussern können, halte ich für Schwachsinn. Daher hinterfrage ich idR gar nix mehr, das ist wie Hundescheisse sezieren. Kannst von mir aus nen Euro finden > hat sich aber nicht gelohnt. Wenn das Menschenverachtung ist, so haben sie Alle äusserst fleissig daraufhin gearbeitet.

Der Protagonist oder Antagonist wie auch immer, denkt dann "endlos" über "leichthin dahingeschwätztes"? Ist der blöde? Vakuum endlos inhalieren?

und doch verlangt mein kopf nach kommentaren
die lippen von verborgener bitterkeit benetzt
äußert sich sprachlos die gewissheit jetzt
dass nie die anderen der schmerzen schöpfer waren

xXxXxXxXxXx
xXxXxXxxXxXxX > verborgner
XxxXxXxXxX > Rumpler gewaltig, so äußert sprachlos sich gewissheit jetzt
xXxXxxxXxXxXx > leichter Senkungsprall, dass nie die andren aller schmerzen schöpfer waren, vielleicht, muss aber nicht

und doch, waren sie übel oft

wenn sich darüber zutiefst beschämt im klaren
zuletzt erkannt-verleugnetes nach außen ätzt
das allzu glatte angesicht in stücke fetzt

xXxXxxXxXxXx > wenn sich darob zutiefst beschämt im klaren, falls nicht zu gestelzt anmutend, aber passt ansonsten nicht
xXxXxXxXxXxX
xXxXxXxXxXxX

und schwären zwischen den verbliebenen haaren
letztlich die innerste erkenntnis offenbaren
dann hat die auflösung endgültig eingesetzt

xXxXxXxXxxXx > verbliebnen
XxxXxxxXxXxXx > Rumpeldipumpel, funzt nicht wie hindrangsalieren wollend
womöglich funzt der leichte Senkungsprall, aber LETZTlich wird betont begonnen
xXxXxXxXxXxX > gut

Welche innerste Erkenntnis? Dass der Schweiger zuletzt über seiner eignen inneren Hölle implodiert? Klar, man kann sich selbst hinabstossen, und tut das sehr oft, aber die um Einen herum sind letztlich nie eine grosse Hilfe beim gehaltvoll aufsteigen, da völlig schwach und ahnungslos.

Es gibt einen Gedanken von mir: Letztlich braucht eigentlich Keiner einen Psychologen - nur einen guten Freund der Einem zwei Stunden pro Woche schweigend und aufmerksam zuhört und dann ein paar gutgemeinte Einwände hat.

Aber selbst DAS ist oftmals zu viel verlangt.

Deine Metrik holpert wirklich häufig, und ganz kapiere ich den Sinn des Sonetts nicht.

Auflösung durch innere Erkenntnis? Die Auflösung, keine Sorge, kommt auch ganz ohne jede Erkenntnis. Ich erstrebe Erlösung durch Energie, denn versagen tut das System zuletzt sowieso, egal wie klug ich scheisse.



@Ralfchen hier drunter

Mir mal nen süssen Selbstmord gewünscht zu haben und dem User Epilog hier, sein Gehirn einsalzen zu lassen ist sicherlich vom feinsten Menschtum, in hehrster Gesellschaft der anderen Abermilliarden Gutherzchen.

Ich sprach von einem aus ganzer guter Tiefe positiven Freund der dann hilfreich sei!

Und wie ich auch schon an anderer Stelle sagte: Ich habe bereits erhalten was ich in diesem Forum mal wieder wollte! Ein gutes Gedicht ausformuliert, ein paar gute Gespräche geführt, und mehr war eh nie geplant.

Ein Amphibrachys-Schweif noch um der alten Zeiten willen, steht noch an, mehr Babubu will klein Molchen eh nüscht. Wird mir armer Seele schon wieder viel zu viel. Ganz ohne - zu wenig. Etwas mit - zu viel!

Geändert von Folcher (24.11.2019 um 01:41 Uhr)
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Alt 23.11.2019, 22:43   #3
männlich Ralfchen
 
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Beiträge: 11.714

Zitat:
Zitat von Folcher Beitrag anzeigen
Es gibt einen Gedanken von mir: Letztlich braucht eigentlich Keiner einen Psychologen - nur einen guten Freund der Einem zwei Stunden pro Woche schweigend und aufmerksam zuhört und dann ein paar gutgemeinte Einwände hat.

eine ganz klare unsynthetische wahrheit von Michaela. genau das war ich jahrelang für sie. und das endergebnis meiner geduldigen liebvollen bemühungen - denen sie mit manischfachen widersprüchen entgegenflüchtete:

sie ist wieder in einem litarturforum, denn: man braucht auch andere um deren widerhalles willen!

der text ist auch für mich ein unverständliches quarku-wabohu. ich rate dir guter epilog, dein gehirn der patho in schweinsbergen zur verfügung zu stellen. ich denke in essig und öl also...roastet brieae on babyendives...wäre fast noch besser als in spiritus.

vlg
r
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Alt 24.11.2019, 00:14   #4
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Das mit dem Freund, der mich durch Schweigen selbst zum Schweigen bringt, hat sehr viel Wahres an sich ...

Die Metrik eiert zum Teil heftig, weiß ich - darob statt darüber hatte ich mir auch schon überlegt, doch das müsste man dann wahrscheinlich in Antiqua schreiben.

Jedenfalls freue ich mich, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass ihr wieder etwas näher zueinander findet ...

Ich wünsche eine angenehme Nachtruhe.

E.
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Alt 24.11.2019, 00:38   #5
Folcher
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Näher zueinander finden??? Schweigen zum Schweigen???

Sry, aber habe ich ja sicherlich etwas anders formuliert!

Ich wünsche dem Antagonisten des Sonetts eine positive Trendumkehr, das ist eine Formulierung die ich sehr mag: Mit dem sich selbst und alles Andere bösartig zerfressen aufhören und mit dem sich selbst und alles Andere gutartig heilen anfangen!

ICH bin Schuld! ALLE ANDEREN sind Schuld! Blabla. Besser wäre: ICH bin Heilung. Ich hoffe auch ALLE ANDEREN sind Heilung. Als diese Abwärtsspiralen andauernd. ---
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Alt 26.11.2019, 21:54   #6
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Zitat:
Zitat von Epilog Beitrag anzeigen
analyse und auflösung

mein schweigen zeugt vom innersten verfahren
zu hinterfragen, was leichthin dahergeschwätzt
um, wenn das für und wider endlos abgeschätzt
geflissentlich die antwort auszusparen

und doch verlangt mein kopf nach kommentaren
die lippen von verborgner bitterkeit benetzt
so äußert sprachlos sich gewissheit jetzt
dass nie die anderen der schmerzen schöpfer waren

wenn sich darob zutiefst beschämt im klaren
zuletzt erkannt-verleugnetes nach außen ätzt
das allzu glatte angesicht in stücke fetzt

und schwären zwischen den verbliebnen haaren
letztlich die innerste erkenntnis offenbaren
dann hat die auflösung endgültig eingesetzt
Hab' hier die wichtigsten Metrum-Empfehlungen von Folcher umgesetzt, danke nochmals. "Darob" klingt echt super gestelzt. Die "verschluckten" Vokale in Z6 und 12 sind übrigens geschenkt, die lese ich auch so gar nicht mehr mit.

Ich wünsche einen schönen Abend

E.
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Alt 26.11.2019, 22:54   #7
Folcher
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Ja, dachte ich mir schon dass du vielleicht mit irgendeiner "Schnauze" (Dialekt) gedacht hast, dass du das sowieso verkürzt liest und es deshalb sowieso passt.

Wenn "darob" nicht passt, nimm halt "deshalb". "Letztlich" wie gesagt passt gar nicht, weil du willst dass man das xX liest was die Katze von hinten nach vorne bügelt. Womöglich wären die letzten beiden metrischen Anmerkungen ein besseres "deshalb" und ein weit besseres "zuletzt".

Ich bemerke grade dass du sowieso schon "zuletzt" hast in Terzett 1 Zeile 2, was auch bleiben sollte wegen "zuletzt ... ätzt ... fetzt". Das Konstrukt zu zerstören damit "zuletzt" zuletzt kommt in Terzett 2 wäre extrem sträflich, und das doppeln in beiden Terzetts Zeilen 2 wäre vernichtend.

Womöglich wäre ein "schlussendlich" innerste erkenntnis offenbaren", ganz clever, das wäre kein erzwungenes xX wie letztlich, sondern eher ein XXx also eine doppelte Betonung, die das Ende weit drastischer ankündigt. Oder zb "und endlich innerste erkenntnis offenbaren", ginge wohl Beides gut.

Ich mag dieses Überfliessende, dass da Gedanken ums Eck gedacht werden, das sind schon gehobene Formulierungen, ziemlich hoch gedacht und hoch geschrieben, da darf dann nix wackeln!

Ach ja! Noch ne Anmerkung. "und endlich, die innerste erkenntnis offenbaren", ginge auch. Germanisten und andere Amateure würden hierbei sagen dass deine ansonsten mittlerweile sorgsam gesetzten Enjambements nicht eingehalten wurden durch ein xXxxXxXxXxXxXx, das ist eine Verzögerung, eine Zäsur, die durchaus Rechtmässigkeit innehätte im Finis, ein gedanklicher Absatz, wichtig ist, dass du xXx so beginnst, aber die Zäsur wäre dennoch denkbar, und dankbar, denn dadurch brichst du das Metrum dennoch sauber ins Finis durch eine absichtliche Zäsur, was natürlich Amateure begrölen würden als "Fehler" oder Unachtsamkeit.

In einem meiner Sonette wärs weder ein Fehler noch unachtsam, sondern pure Absicht.

Solch ein gezielter, sanfter Bruch, schadet mE einem Sonett nicht in Terzett 2 um ins Finis zu münden oder darauf vorzubereiten, indem der Fluss nicht holpert, aber kurz verlangsamt, man hat ansonsten 4 4 3 3 Enjambements, wenn die ALLE sauber durchgezogen werden bis aufs Allerletzte, ist das etwas langweilig vielleicht. Kleine Zäsuren schaden einem Sonett mE NICHT.
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