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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 20.11.2019, 23:42   #1
männlich Epilog
 
Dabei seit: 10/2019
Ort: in den Wolken
Alter: 52
Beiträge: 27

Standard verirrt

verirrt

zu einsam war der weg, die nacht zu kühl
sie sehnte sich nach duft und warmen bädern
und danach, dass ganz kleine daunenfedern
auf ihrer haut sich drehn` in leisem spiel

mit einem schritt zum unerreichten ziel:
nun scheint die haut braungelb und fast wie ledern
darauf sich nährend feiste egel ädern
nachdem sie in den schwarzen spiegel fiel

und doch wird samt aus faulen schilfes stiehl
die kahlen weiden werden fern zu zedern
das tote wasser wird zum strom des nil

umringt von weihrauch und von feuerrädern
ganz kurze zeit ein neues seinsgefühl
und königin von arabern und medern
Epilog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2019, 07:45   #2
weiblich Maxi87
 
Dabei seit: 11/2019
Beiträge: 6

Fantastisch beklemmend. Gefällt mir auch
vom Lesefluss her.
Maxi87 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2019, 20:59   #3
männlich Epilog
 
Dabei seit: 10/2019
Ort: in den Wolken
Alter: 52
Beiträge: 27

Hallo Maxi87,

ob ich mich bei Dir bedanken soll, wenn Du sagst, dass der Text bei Dir Beklemmungen ausgelöst hat ...?

Ich mach es trotzdem einfach mal

Was mich hier fasziniert (falls ich das bei eigenem Geschreibsel sagen darf), ist auch die Eigendynamik, die der Text durch seine ausgesprochen strengen Formvorgaben bekommt: Warum das Abdriften in die imaginären Welten am Nil und bei den Medern? Weil es das einzig relevante Reimpaar vorgibt ...

Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend

E.
Epilog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2019, 21:27   #4
männlich Eisenvorhang
 
Benutzerbild von Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.183

Hey!

Manche Zeilen finde ich tatsächlich toll.
Leider holpert bissl die Metrik und leider gehts an der strengen klassischen Sonettform auch vorbei. Hier und da ein Füllwort...

Wenn du dies anpassen könntest, wäre dein Text wunderbar.

vlg

EV
Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2019, 22:51   #5
männlich Epilog
 
Dabei seit: 10/2019
Ort: in den Wolken
Alter: 52
Beiträge: 27

Hallo EV,

vielen Dank für deine Anmerkungen.

Leider finde ich momentan fast keine Zeit und Kraft für Überarbeitungen (das meiste, was ich hier einstelle, ist schon Jahrzehnte alt).

Für konkrete Änderungsvorschläge bin ich aber immer dankbar (und andererseits auch nicht böse, wenn Du selbst keine Zeit dafür findest - zumal das Ophelia-Motiv dieses Gedichts auch inhaltlich wahrscheinlich vergleichsweise wenig Diskussionspotenzial bietet ...).

Ich wünsche Dir eine harmonische Nachtruhe

E.
Epilog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2019, 02:02   #6
männlich Eisenvorhang
 
Benutzerbild von Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.183

Es ist alles kein Muss.
Sind nur meine Gedanken, die nicht als harsche Kritik lasten sollen.
So wie es zu lesen ist, ist es schön.

Ich kann definitiv Vorschläge machen, wenn du wünschst, so denn mit PN.

Vlg

EV
Eisenvorhang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2019, 10:27   #7
männlich Epilog
 
Dabei seit: 10/2019
Ort: in den Wolken
Alter: 52
Beiträge: 27

Habe ich auch nicht als Kritik empfunden (schon gar nicht als harsche), sondern allenfalls als Anregung.

Na gut, dann lassen wir es (erstmal) so - zumal klassische Formen ab und an Brechungen und leichtes Gerumpel enthalten sollten (meine ich).

Schönen Sonntag

E.
Epilog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.12.2019, 11:59   #8
männlich Eisenvorhang
 
Benutzerbild von Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.183

Der Grund meiner Kritik war, weil du im obigen Kommentar von einer sehr strengen Form gesprochen hast - dein Sonett ist von daher nicht streng form gebunden, da die klassische Sonettform ja die weiblichen Kadenzen und den strengen fünfer Jambus als Merkmal inne hält. (Und ein paar weitere Dinge)

Was das Schreiben eines Sonetts ja so schwierig macht. Geschrieben ist es einfach, rein technisch betrachtet, aber die meisten Sonetts wirken halt dann in die Form gezwungen und nicht leicht, atmend, tragend und frei.

Und natürlich dürfen Gedichte von Formen abweichen und ich selbst denke mittlerweile auch, dass freiere Rhythmen so ihren Charme besitzen.
Der Charme kann aber nur dann funktionieren, wenn man für Sprache und Technik ein Feingefühl besitzt. So, dass einem die Unregelmäßigkeiten beim ersten Lesen überhaupt nicht ins Auge fallen.

Poetry ist ja auch nur ein Hobby-Forum und nicht jeder sieht die Dinge so pedantisch eng wie ich. Bei mir hängt das damit zusammen, dass ich selbst extrem streng mit mir einhergehe, wenn ich selbst schreibe.

Von allem abgelöst ist das aber ein Jammern auf hohem Niveau und dein Gedicht überstrahlt in seiner Art das ein oder andere hier im Forum.

Ich wünsche Dir Gleiche!

Stell bitte weiter ein.

vlg

EV

Geändert von Eisenvorhang (01.12.2019 um 17:07 Uhr)
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