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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 21.10.2019, 22:33   #1
weiblich Ilka-Maria
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Standard Was meine Lyrik will

Ich will mit meiner Lyrik nicht berühren,
auch muss sie niemand mögen und verstehn,
ich trachte keine Seelen zu verführen,
dass sie den Pfad durch meine Haine gehn.

Ich will mit meiner Lyrik nicht belehren,
auch soll sie niemand Trost und Ratschlag sein,
des Olymps Thron lockt niemals mein Begehren,
ein jeder Vers bleibt von Sophismus rein.

Nur einem Ziel soll meine Lyrik nützen,
zu pflegen jede Silbe, jedes Wort,
und Dichtung wie ein Großwesir zu schützen,
denn ohne sie geschieht an Sprache Mord.
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Alt 22.10.2019, 00:15   #2
Imperium Mitte
 
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Guten Tag Ilka-Maria,

an sich ein schöner Gedanke. Wohl wäre es angebracht die Lyrik, Epik und Dramatik als einen Wall gegen den Verfall einer Sprache zu verstehen, egal ob es sich nun um Englisch, Spanisch oder eben Deutsch handelt. Über Jahrhunderte diente die Literatur als eine Art Liebkosung der jeweils niedergeschriebenen idiomatischen Strukturen. Allerdings glaube ich auch, dass jegliche künsterlische Werke stets dazu von Existenz sind um den Leser von einer bestimmten Meinung zu überzeugen. Selbst einfache Gedichte über Jahreszeiten suggerieren eine gezielte Haltung einen persönlichen Gedanken. Man kann beispielsweise den Herbst hässlich oder schön erscheinen lassen und je nachdem, von welcher Qualität die Darstellungsleistung ist, scheint es manchmal möglich den Leser doch noch zum Umdenken zu bewegen. Insbesondere Beschönigungen und Metaphern spielen dabei eine wichtige Rolle.
Und übrigens: Deine Reime gefallen mir, wirken nicht selten kreativ (Habe schon ein paar von deinen anderen Gedichten gelesen).

Viele Grüße
Imperium Mitte
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Alt 22.10.2019, 08:02   #3
männlich Versard
 
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Was soll ich sagen, Ilka: Genau so ist es😃
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Alt 22.10.2019, 11:16   #4
weiblich frankaaimy
 
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Das Gedicht ist sehr schön geschrieben! Da gibt es nichts zu meckern.

Ich verstehe nur nicht, warum viele den Sprachmord sehen, wo sich die Sprache eigentlich nurverändert und das macht sie seit wie viel Jahren? ... Und das ist normal, weil Sprache immer den Bedürfnissen der Menschen entspringt.

Ich verstehe allerdings sehr gut, was du meinst!

Sehr gern gelesen


- A.
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Alt 22.10.2019, 12:03   #5
weiblich Ilka-Maria
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Danke an auch alle für eure Aufmerksamkeit.

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ich verstehe nur nicht, warum viele den Sprachmord sehen, wo sich die Sprache eigentlich nurverändert und das macht sie seit wie viel Jahren?
Veränderung der Sprache ist gut, denn grundsätzlich wird sie dadurch reicher. In meinem Gedicht ist jedoch die Rede vom Gegenteil, nämlich einer um sich greifenden Vernachlässigung der Sprache, begleitet von etlichen Widersprüchen. Es besteht Sprachunsicherheit, aber auch ein zunehmendes Desinteresse gegenüber der Literatur allgemein und insbesondere der Lyrik (diese ist schon lange das Stiefkind des Literaturmarktes und in jeder Buchhandlung im hintersten und kleinsten Regal angesiedelt). Die Menschen lesen immer weniger, obwohl der Buchmarkt vor allem im Internethandel boomt, sowohl bezüglich analoger als auch digitaler Medien. Die Verlage der großen Tageszeitungen kämpfen ums Überleben, und wer noch Zeitung liest, überfliegt oft nur die Überschriften.

Die "Schlechtschreibreform" hat ihr Teil dazu beigetragen: Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich so viele schlampig und fehlerreich geschriebene Texte gelesen wie seither. Endungen werden weggelassen, Fälle falsch verwendet, Wörter auseinandergerissen, Anglizismen wie das Idioten-Genitiv-"s" verwendet, der Konjunktiv ignoriert, Groß- und Kleinschreibung wahllos durcheinandergeworfen usw. Fast könnte man glauben, den reformgeschädigten Generationen sei das alles egal, was eigentlich nicht verwundern muss angesichts solcher verheerenden Schulversuche, Kinder "nach Gehör" schreiben zu lassen.

Veränderungen der Sprache, okay, wir haben aber ein anderes Problem, nämlich ein Hinsteuern zu einem Land von Analphabeten.
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Alt 22.10.2019, 12:43   #6
weiblich frankaaimy
 
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Wahre Worte ... :-)

Ein Junge aus einem wirtschaftlich schwachen Elternhaus mit sehr wenig Bildung, wird wie ein Junge aus einem Akademikerhaus mit sehr viel Bildung keine Gleichberechtigung erfahren, was das Bildungssystem betrifft.

Nur sehr wenige werden aus eigenem Antrieb sich der Literatur widmen.

Nur einer von vielen Gründen ...

Im Institut hingegen und in den Universitäten nehme ich das Gegenteil wahr: Es werden immer mehr junge Menschen mit einem steigenden Bedürfnis für Text und Gedicht und überraschenderweise, sind gerade die Bildungsschwachen in öffentlichen Kursen, die, die Leistungs- und Talentträger sind.


Junge Menschen aus gehobenen Kreisen sind entweder die bereits Geschliffenen, oder derart glatt und oberflächlich, dass keine Tischdecke auf die Tischoberfläche Halt finden könnte.

Die Belletristik ist hoch in Mode, wie das "Vagina Buch" von Goedele Liekens oder von Herrn Leo Fischer "Der Kaffee am Arsch der Welt", oder die "115 Gründe Hamburg zu hassen" von Hindringer.
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Alt 22.10.2019, 13:07   #7
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ein Junge aus einem wirtschaftlich schwachen Elternhaus mit sehr wenig Bildung, wird wie ein Junge aus einem Akademikerhaus mit sehr viel Bildung keine Gleichberechtigung erfahren, was das Bildungssystem betrifft.
Auch ... aber nicht zwangsläufig. Bildung und Gleichberechtigung hängen nicht nur von einem Sektor wie der Literatur ab. Mein Sohn war daran nie interessiert und liest auch heute nur Texte, mit denen er arbeiten muss, die also rein zweckgerichtet sind. Ein Mensch bildet sich oft nach der Schule selbst, und zwar so, wie seine Interessen liegen. Mein Sohn fing erst weit nach dem zweiten Lebensjahr mit dem Sprechen an, dafür war er aber mit weniger als einem Jahr schon auf langen Strecken unterwegs. Was kam dabei heraus? Ein Triathlet, der im Jahr mehrere Wettkämpfe macht, redegewandter Präsident eines eigenen Sportverbandes ist, mit 16 Jahren seinen ersten PC selbst baute und sein Geld im IT-Bereich eines großen hessischen Sportverbandes verdient.

Ein anderes Beispiel bin ich selbst, ein Kind der Arbeiterschicht: Mehrere Berufe mit Abschluss gelernt oder zumindest ausgeführt, Mitte dreißig Abi nachgeholt und immer als Spitzenkraft angestellt. Warum? Weil ich der klassiche Autodidakt bin. Ich brauchte nur die richtigen Lehrbücher, um mir Allgemeinbildung und Sprachen beizubringen. Vielleicht lebte ich aber auch in einer vorteilhaften Zeit, denn in den 70er Jahren rollte, ausgelöst durch den "Sputnik-Schock", eine neue Bildungswelle durch Deutschland, um brachliegende Kapazitäten auszuschöpfen, nicht zuletzt in Verbindung mit der Emanzipation und den vielen Frauen, die mit ihrer Rolle nicht mehr zufrieden waren und in die Bildungseinrichtungen strömten.

Die Lehrer spielen eine große Rolle dabei, ein Kind, egal aus welcher Schicht, voranzubringen. Die Erfahrungen, die ich während der Schulzeit meines Sohnes mit vielen seiner Lehrkräfte machte, waren eine große Enttäuschung. Da waren Leute zugange, die für den Beruf weder didaktisch noch psychologisch geeignet waren. Idealismus allein genügt für diesen Beruf nicht. Es konnte nicht angehen, dass ich als Mutter zu Hause meinem Kind den Stoff erklären musste, weil eine Lehrerin sich damit begnügte, ihn von den Schülern als Hausaufgabe einfach mal durchlesen zu lassen. Das war leider kein Einzelfall. Genauso wenig konnte ich akzeptieren, dass eine Lehrerin mich nachmittags um 15 Uhr zu Hause anruft, weil ich einen Konflikt, den sie mit meinem Kind am Vormittag hatte, für sie regeln sollte, den sie nicht zeitnah selbst zu regeln imstande gewesen war. Über das, was ich damals erlebte, könnte ich ein Buch schreiben.
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Alt 22.10.2019, 14:06   #8
männlich ReBo
 
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Zitat:
Die "Schlechtschreibreform" hat ihr Teil dazu beigetragen: Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich so viele schlampig und fehlerreich geschriebene Texte gelesen wie seither. Endungen werden weggelassen, Fälle falsch verwendet, Wörter auseinandergerissen, Anglizismen wie das Idioten-Genitiv-"s" verwendet, der Konjunktiv ignoriert, Groß- und Kleinschreibung wahllos durcheinandergeworfen usw. Fast könnte man glauben, den reformgeschädigten Generationen sei das alles egal, was eigentlich nicht verwundern muss angesichts solcher verheerenden Schulversuche, Kinder "nach Gehör" schreiben zu lassen.

Veränderungen der Sprache, okay, wir haben aber ein anderes Problem, nämlich ein Hinsteuern zu einem Land von Analphabeten.
Ich bin mir nicht sicher, ob das früher wirklich alles besser war. Heutzutage geht es halt - auf Grund des Internet - viel einfacher, Texte zu veröffentlichen, weshalb man auch so viel Blödsinn zu lesen bekommt. Das mag zu dem verfälschten Eindruck führen, dass die heutige Generation des Schreibens nicht mächtig ist. Aber das stimmt womöglich gar nicht. Ich wette, dass vor 50 Jahren die Analphabetenrate relativ gesehen höher war. Früher durften bzw. konnten halt nur jene Leute, die wirklich was vom Schreiben verstanden haben (Autoren, Journalisten usw.), Texte veröffentlichen.
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Alt 22.10.2019, 14:31   #9
weiblich frankaaimy
 
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Zitat:
Zitat von ReBo Beitrag anzeigen
Ich bin mir nicht sicher, ob das früher wirklich alles besser war. Heutzutage geht es halt - auf Grund des Internet - viel einfacher, Texte zu veröffentlichen, weshalb man auch so viel Blödsinn zu lesen bekommt. Das mag zu dem verfälschten Eindruck führen, dass die heutige Generation des Schreibens nicht mächtig ist. Aber das stimmt womöglich gar nicht. Ich wette, dass vor 50 Jahren die Analphabetenrate relativ gesehen höher war. Früher durften halt nur jene Leute, die wirklich was vom Schreiben verstanden haben (Autoren, Journalisten usw.), Texte veröffentlichen.
Das sind weise und gut differenzierte Worte - Sprache ist ständig im Wandel und ich glaube, dass unsere Freiheit in der Moderne Sprache eher zunehmend kultiviert. Deutschland ist mittlerweile multikulturell - die Einflüsse, die damit einhergehen, werden auch zu einem Bestandteil der Sprache, den es vor 20, 30 oder 40 Jahren so nicht gab.

Jeder Trend in der Gesellschaft, sei es Kleidung oder Nahrung, unterliegt dem Wandel der Bedürfnisse der Menschen.

Meiner Erfahrung nach, besteht im Moment in Deutschland ein sehr großes Bedürfnis danach sich auszudrücken, meist aufgrund psychologischer Umstände. Das sieht man hier, durch viele Neuanmeldung mit jungem Alter, oder die millionenfachen Einträge auf Instagram, Tumblr und Co.

Unter anderem ... (gibt viel viel mehr)
http://kamina-dichter.de/aktuelles/
https://www.brotundkunst.com

Ein Forum wie Poetry wäre daher ein guter Anlaufpunkt Vorbild und Hafen für Menschen zu sein, die auf der Suche sind.

Und anstatt über den Verfall respektive Wegfall der Sprache zu lamentieren, wäre es doch nett, etwas dagegen zu tun, wenn man die Macht besitzt die Reichweite durch gute Reputation zu vergrößern.
Das geht aber nicht, in dem man andere als Idioten bezeichnet, sondern nur, wenn man andere fördert ... (egal welche fähigkeiten vorliegen)
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Alt 22.10.2019, 14:37   #10
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von ReBo Beitrag anzeigen
Ich wette, dass vor 50 Jahren die Analphabetenrate höher war.
Ich meine nicht die Menschen, die nie das Schreiben und Lesen gelernt haben, sondern diejenigen, die weder die Rechtschreibung, noch die Grammatik beherrschen, sich nicht mehr richtig ausdrücken können und Texte nicht mehr vollständig verstehen können (sog. "sekundärer Analphabetismus").
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 14:46   #11
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Zitat:
Sprache ist ständig im Wandel und ich glaube, dass unsere Freiheit in der Moderne Sprache eher zunehmend kultiviert. Deutschland ist mittlerweile multikulturell - die Einflüsse, die damit einhergehen, werden auch zu einem Bestandteil der Sprache, den es vor 20, 30 oder 40 Jahren so nicht gab.

Jeder Trend in der Gesellschaft, sei es Kleidung oder Nahrung, unterliegt dem Wandel der Bedürfnisse der Menschen.

Meiner Erfahrung nach, besteht im Moment in Deutschland ein sehr großes Bedürfnis danach sich auszudrücken, meist aufgrund psychologischer Umstände. Das sieht man hier, durch viele Neuanmeldung mit jungem Alter, oder die millionenfachen Einträge auf Instagram, Tumblr und Co.

Unter anderem ... (gibt viel viel mehr)
http://kamina-dichter.de/aktuelles/
https://www.brotundkunst.com

Ein Forum wie Poetry wäre daher ein guter Anlaufpunkt Vorbild und Hafen für Menschen zu sein, die auf der Suche sind.

Und anstatt über den Verfall respektive Wegfall der Sprache zu lamentieren, wäre es doch nett, etwas dagegen zu tun, wenn man die Macht besitzt die Reichweite durch gute Reputation zu vergrößern.
Das geht aber nicht, in dem man andere als Idioten bezeichnet, sondern nur, wenn man andere fördert ... (egal welche fähigkeiten vorliegen)
Schöner Beitrag, da stimm ich voll und ganz zu!

Zitat:
Ich meine nicht die Menschen, die nie das Schreiben und Lesen gelernt haben, sondern diejenigen, die weder die Rechtschreibung, noch die Grammatik beherrschen, sich nicht mehr richtig ausdrücken können und Texte nicht mehr vollständig verstehen können (sog. "sekundärer Analphabetismus")
Ok, wie auch immer. Ich schätze, früher gab es auch mindestens genau so viele sekundäre Analphabeten wie heute. Aber keine Ahnung was die Statistik dazu sagt...


Edit: Übrigens gefällt mir dein Gedicht sehr gut. Schön formuliert und liest sich wunderbar flüssig!
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Alt 22.10.2019, 14:56   #12
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Und anstatt über den Verfall respektive Wegfall der Sprache zu lamentieren, wäre es doch nett, etwas dagegen zu tun, wenn man die Macht besitzt die Reichweite durch gute Reputation zu vergrößern.
Du gehst von falschen Voraussetzungen aus. Wenn du jahrelang in Poetry Erfahrungen gesammelt hättest, wüsstest du, dass deine Vorstellungen idealistisch sind und nicht funktionieren. Die meisten User wollen sich im Forum nur austoben oder lechzen nach Bestätigung, und auf die geringste Kritik reagieren sie oft beleidigt oder werden selbst beleidigend.

"Wer Fehler findet, darf sie behalten." "Ich schreibe nur für mich." "Wenn dir mein Text nicht gefällt, weshalb liest du ihn dann?" "Mir geht es nur um den Inhalt, alles andere ist mir egal." "Aber alle meine Freunde finden meine Texte toll." "Das ist dichterische Freiheit." "Du nimmst das Geschreibsel hier viel zu ernst."

Das sind nur einige der typischen Reaktionen solcher Selbstinszenierer.

Und da wären noch diejenigen "Poeten", die mit einer Kombination von Pornografie, Gewaltverherrlichung und Menschenverachtung Eindruck schinden wollen. So läuft das in einem Forum.
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Alt 22.10.2019, 15:02   #13
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von ReBo Beitrag anzeigen
Aber keine Ahnung was die Statistik dazu sagt...
Es gibt keine gesicherte Statistik, da von einer Dunkelziffer auszugehen ist. Manche Statistiken weisen 6,2 Mio. Analphabeten, andere 7,5 Mio. für Deutschland aus. Kleinkinder fallen aus der Statistik natürlich raus. Wiederholt wird oft der Wert von 14,5 Analphabeten verschiedener Kategorien. Das ist für ein Land wie unseres eindeutig zu viel. Angeblich hatten wir um 1900 herum eine Alphabetisierung von 100%.
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Alt 22.10.2019, 15:07   #14
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen

Und da wären noch diejenigen "Poeten", die mit einer Kombination von Pornografie, Gewaltverherrlichung und Menschenverachtung Eindruck schinden wollen. So läuft das in einem Forum.
yep gennnnauuuuuuuuu -

und das ist das ärgste und grauenvollste im literatur-forengeschehen. daher schreibe ich am liebsten nur blümchentexte, zwar in schlechter technik aber mit hingebung und liebe verfasst. dein text gefällt mir.
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 15:37   #15
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Guten Tag zusammen,

um noch mal auf den Sprachwandel einzugehen, glaube ich schon, dass es gewisse Aspekte gibt, die unsere verbalen Kommunikation verbessern. Jedoch bin ich nicht der Meinung, dass es dafür nicht die englische Sprache braucht. Die schönsten "neuen Wörter" sind mir immer noch jene, welche ein kreatives Produkt der deutschen Sprache stellen. Begeistert bin ich von der momentanen Entwicklung keineswegs. Ein Beispiel: Ich wohne nächst eines Fahrradverkaufladens, dessen "sehr moderner" Werbespruch lautet "Wir kaufen dein Bike". Kann mir jemand sagen, was an unserem Wort "Fahrrad" falsch ist? Warum? Liegt es vielleicht daran, dass sich manche einfach nicht merken können, dass "Fahrrad" mit einem doppelten "R" geschrieben wird? Wie damals zur Grundschulzeit? Es erschließt sich mir nicht ganz.

Viele Grüße
Imperium Mitte
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Alt 22.10.2019, 18:34   #16
weiblich frankaaimy
 
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@Ilka-Maria

Ich meinte es nur gut - ich bin wie du auch bemüht, die Sprache am Leben zu erhalten.


- A.
frankaaimy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 19:09   #17
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ich meinte es nur gut - ich bin wie du auch bemüht, die Sprache am Leben zu erhalten.
Ich weiß. Es hat jedoch keinen Sinn, in einem Forum so engagiert damit umzugehen, dass am Ende nur Enttäuschung bleibt. Das Anliegen der meisten User ist nicht, sich Tipps für kreatives Schreiben zu holen oder gar gehobene Literatur zu schreiben. In erster Linie wollen sie ihre Gedanken austauschen, sich mitteilen, schlimme Erfahrungen in ihren Texten verarbeiten, sich Kummer von der Seele schreiben. Deshalb hatten wir in Poetry User mit Alkoholproblemen, Väter, die ihr Kind beerdigen mussten, Depressionskranke, Missbrauchsopfer und sogar solche, die schon in jungen Jahren an Schizophrenie litten. Nicht selten ist für sie der PC die einzige Verbindung zur Außenwelt, und da bietet sich das Schreiben in einer Forengemeinde an. Mit anderen Worten: Die Literatur ist nicht ihr erstes Anliegen, sondern ein Instrument, mit der Welt in Kontakt zu bleiben und anonym über Gefühle schreiben zu können, die sie in ihrem Lebensumfeld nie jemandem mitteilen würden.

Viele begabte Schreiber, die hervorragende Gedichte posteten, haben deshalb nach kurzer Zeit ihre Aktivität in Poetry eingestellt, denn sie hatten ganz andere Erwartungen. Zum Teil traten sie mit einem derartigen Anspruch und mit einer Eitelkeit auf, dass sie auf Gegenwehr stießen und es mitunter zu heftigen Reibereien kam. Mit anderen Worten: Der Durchschnittsuser fühlte sich von ihnen überfordert.

So weit meine Erfahrungen aus über 10 Jahren Poetry.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 19:58   #18
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Zitat:
Angeblich hatten wir um 1900 herum eine Alphabetisierung von 100%.
Also das halte ich für ein Gerücht. Gibt es auch eine Quelle dazu?

Zitat:
In erster Linie wollen sie ihre Gedanken austauschen, sich mitteilen, schlimme Erfahrungen in ihren Texten verarbeiten, sich Kummer von der Seele schreiben. Deshalb hatten wir in Poetry User mit Alkoholproblemen, Väter, die ihr Kind beerdigen mussten, Depressionskranke, Missbrauchsopfer und sogar solche, die schon in jungen Jahren an Schizophrenie litten. Nicht selten ist für sie der PC die einzige Verbindung zur Außenwelt, und da bietet sich das Schreiben in einer Forengemeinde an. Mit anderen Worten: Die Literatur ist nicht ihr erstes Anliegen, sondern ein Instrument, mit der Welt in Kontakt zu bleiben und anonym über Gefühle schreiben zu können, die sie in ihrem Lebensumfeld nie jemandem mitteilen würden.

Viele begabte Schreiber, die hervorragende Gedichte posteten, haben deshalb nach kurzer Zeit ihre Aktivität in Poetry eingestellt, denn sie hatten ganz andere Erwartungen. Zum Teil traten sie mit einem derartigen Anspruch und mit einer Eitelkeit auf, dass sie auf Gegenwehr stießen und es mitunter zu heftigen Reibereien kam. Mit anderen Worten: Der Durchschnittsuser fühlte sich von ihnen überfordert.
So lange es den Usern hilft und niemand dabei zu Schaden kommt, ist das doch eine gute Sache. Literatur war schon immer ein Ventil, Gefühle zu verarbeiten... und manchmal kommt vielleicht auch etwas geniales dabei heraus. Du solltest eventuell deine Erwartungen herunterschrauben, dann wirst du hinterher weniger enttäuscht. Außerdem denke ich, dass sich hier immer noch einige begabte Schreiber herumtreiben. Dass die dann nicht ewig bleiben, ist aber auch klar. Wer es wirklich schaffen will, hat halt andere Ansprüche... und wird bestimmt nicht all seine Werke in einem Forum veröffentlichen.



Zitat:
Ein Beispiel: Ich wohne nächst eines Fahrradverkaufladens, dessen "sehr moderner" Werbespruch lautet "Wir kaufen dein Bike". Kann mir jemand sagen, was an unserem Wort "Fahrrad" falsch ist? Warum? Liegt es vielleicht daran, dass sich manche einfach nicht merken können, dass "Fahrrad" mit einem doppelten "R" geschrieben wird? Wie damals zur Grundschulzeit? Es erschließt sich mir nicht ganz.
Das ist doch nur reine Marketingsache. "Bike" ist ein Anglizismus und da Anglizismen bei jüngeren Generationen sehr gut ankommen, soll der Werbespruch eben diesen suggerieren, dass der Laden hipp ist.
ReBo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 20:21   #19
weiblich frankaaimy
 
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Zitat:
Zitat von ReBo Beitrag anzeigen
und wird bestimmt nicht all seine Werke in einem Forum veröffentlichen.
Ab einem gewissen Punkt, darf auch nichts mehr veröffentlicht werden. :-)
frankaaimy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 20:33   #20
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Also das halte ich für ein Gerücht. Gibt es auch eine Quelle dazu?
Mehrere. Mir leuchtet dieser Wert ein, denn zu Kaisers Zeiten wurde in Deutschland eine massive Schulpolitik nach preußischem Vorbild betrieben. Ziel war es, mit Büffeln, Disziplin und Ordnung funktionierende und gehorsame Untertanen für das Kaiserreich nachzuziehen.

Auf den Idealen dieser Erziehung beruht unser Schulsystem bis heute. Deshalb werden die Rufe nach einer grundlegenden Reform immer lauter, denn man hält es den heutigen, demokratischen Lebensidealen einer international nahegerückten Welt nicht mehr für angemessen. Die Jugend strebt anderen Idealen nach und kann mit den Erziehungs- und Lehrmethoden von damals nicht mehr motiviert werden.

Besonders kritisch äußern sich der Gehirnforscher Gerald Hüther und der Philosoph Richard David Precht über unser veraltetes Schulsystem.


Zitat:
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Das ist doch nur reine Marketingsache. "Bike" ist ein Anglizismus und da Anglizismen bei jüngeren Generationen sehr gut ankommen, soll der Werbespruch eben diesen suggerieren, dass der Laden hipp ist.
Hier spielt auch die zunehmende Sportbegeisterung eine Rolle. Immer mehr Leute nehmen an Marathons, Iron Men und anderen Veranstaltungen in verschiedenen Ländern teil. Die Ergebnistabellen sind in Englisch und weisen "Swim", "Bike" und "Run" aus. Die Teilnehmer, egal welcher Nation, gewöhnen sich an diese Begriffe und verwenden keine anderen mehr. Aber neu ist die Infiltrierung mit englischen Begriffen gerade auf dem Sport- und Freizeitsektor nicht: Referee, Keeper, Basketball, Volleyball, Tennismatch, Fitness-Center, Training, Contest - alles längst im Deutschen Sprachgebrauch angekommen.
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Alt 22.10.2019, 20:44   #21
weiblich frankaaimy
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Mehrere.
Wow, das sind harte Fakten!
Welche Quellen denn? Bzw. wo kann ich das nachlesen? :-)

Ich bin extrem neugierig! Mich interessiert Geschichte nämlich auch.

- A.
frankaaimy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 21:01   #22
weiblich Ilka-Maria
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https://astrologieklassisch.wordpres...und-8-prozent/

(leider funktionert der weiterführende Link auf dieser Seite nicht mehr)


https://www.ssoar.info/ssoar/bitstre...pdf?sequence=1

https://schulforum-berlin.de/baut-ni...schreiben-auf/

https://books.google.de/books?id=Zq7...201900&f=false

(siehe S. 81)

Ich hoffe, das reicht erstmal.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 21:06   #23
weiblich frankaaimy
 
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Danke!!!
frankaaimy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 21:50   #24
männlich ReBo
 
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Ich muss gestehen, das hätte ich nicht gedacht.

Leider war das nur eine Momentaufnahme. Mich würde interessieren, wie die Zahlen nach dem Zerfall des Kaiserreichs und vorallem nach dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen haben.
ReBo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 22:33   #25
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Mich würde interessieren, wie die Zahlen nach dem Zerfall des Kaiserreichs und vorallem nach dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen haben.
Wenn du ein wenig darüber nachdenkst, wirst du dich der Antwort sicherlich annähern können. Es muss ja Gründe haben, dass heute wieder relativ viele Menschen in Deutschland nicht mehr sonderlich gut lesen und schreiben können (eine angeborene Lese- und Rechtschreibschwäche außen vorgelassen).

Zunächst kamen Menschen aus anderen Ländern zu uns (Gastarbeiter, Asylanten usw.), teilweise mit geringerer Schulbildung. Viele Männer hatten den Krieg nicht überlebt, so dass Mütter arbeiten gehen mussten und sich nicht genügend um ihre Kinder kümmern konnten, was den sozialen Abstieg bedeutete. Für ein Kind der Arbeiterschicht war es in den 50er und 60er Jahren die Ausnahme, in die Realschule (damals Mittelschule) gehen zu dürfen. Seit den 60er Jahren gab es einen enormen Zuzug von Türken, die bald die größte Immigrantengruppe bildeten, und da war es ein Unterschied, ob sie von der historisch griechisch geprägten Westküste oder aus dem türkischen Hinterland kamen. Und weiter wirkten sich zahlreiche Schulreformen und Bildungsexperimente oft negativ auf die Erfolge der Schüler aus.

Aber trotz Fernsehens wurde noch immer gelesen. Das änderte sich mit der Ausbreitung von Computern, Spielkonsolen, Handys, Smartphones und schließlich mit der Erfindung des Internet.

So könnten die Erklärungen aussehen. Du kannst ja mal ein bisschen recherchieren, ob das hinkommt.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 22:44   #26
männlich Pjotr
 
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Wenn jemand im Kaiserreich lesen und schreiben konnte, hieß das aber nicht notwendig, dass er das gut konnte.

Zwischen schlampigem Deutsch und Analphabetismus gibt es noch eine lange Strecke, würde ich meinen.

Schreibe bei deiner Hochzeit deinen Namen richtig, und du wirst von der Analphabetisten-Liste gestrichen -- so ungefähr. Die Methode ist ja bekannt, auch heutzutage in der Arbeitslosen-Statistik, zum Beispiel.
Pjotr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2019, 22:44   #27
männlich ReBo
 
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Zitat:
Wenn du ein wenig darüber nachdenkst, wirst du dich der Antwort sicherlich annähern können. Es muss ja Gründe haben, dass heute wieder relativ viele Menschen in Deutschland nicht mehr sonderlich gut lesen und schreiben können (eine angeborene Lese- und Rechtschreibschwäche außen vorgelassen).

Zunächst kamen Menschen aus anderen Ländern zu uns (Gastarbeiter, Asylanten usw.), teilweise mit geringerer Schulbildung. Viele Männer hatten den Krieg nicht überlebt, so dass Mütter arbeiten gehen mussten und sich nicht genügend um ihre Kinder kümmern konnten, was den sozialen Abstieg bedeutete. Für ein Kind der Arbeiterschicht war es in den 50er und 60er Jahren die Ausnahme, in die Realschule (damals Mittelschule) gehen zu dürfen. Seit den 60er Jahren gab es einen enormen Zuzug von Türken, die bald die größte Immigrantengruppe bildeten, und da war es ein Unterschied, ob sie von der historisch griechisch geprägten Westküste oder aus dem türkischen Hinterland kamen. Und weiter wirkten sich zahlreiche Schulreformen und Bildungsexperimente oft negativ auf die Erfolge der Schüler aus.

So könnten die Erklärungen aussehen. Du kannst ja mal ein bisschen recherchieren, ob das hinkommt.

So ungefähr hätt ich mir das auch gedacht und darauf wollte ich ja eigentlich hinaus.

Ich würde halt gern die Zahlen wissen. Ich habe auch schon versucht, in den Weiten des Internet etwas darüber zufinden... leider erfolglos.

Dafür bin ich auf das gestoßen:

https://www.dw.com/de/zahl-der-analp...Cck/a-48637432
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Alt 22.10.2019, 23:04   #28
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Ich würde halt gern die Zahlen wissen. Ich habe auch schon versucht, in den Weiten des Internet etwas darüber zufinden... leider erfolglos.
Dürfte schwierig sein, denn ich kann mir nicht denken, dass nach dem Krieg die Entwicklung schon so stark bemerkbar war, dass man sich um Analphabetismus Sorgen machte. Die Leute hatten damals mit Schutt wegräumen, Wohnraum hochziehen, Besatzung und Kontrollrat und mit der Einführung der Marktwirtschaft genug Probleme am Hals. Aber lesen konnten die Leute damals noch. Ich habe z.B. ein amerikanisches Dokument im Internet gefunden, das die Namen der Leute auflistet, die in Offenbach für das Sortieren von Büchern aus jüdischem Besitz zuständig waren. Einer dieser Leute könnte mein Großvater gewesen sein, der Name ist identisch. Ich habe ihn nie kennengelernt, aber ich weiß, dass er aus ganz einfachen Verhältnissen stammte.
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