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Literatur und Autoren Literatur allgemein sowie Rezensionen von Büchern, Stücken und Autoren.

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Alt 07.07.2018, 22:35   #1552
weiblich DieSilbermöwe
 
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Hallo Ilka,

das kannst du mir gerne schicken, danke ich habe noch nicht nach bestimmten Artikeln gesucht, weil ich dachte, sie hat absichtlich diese
(für mich nicht ganz schlüssigen) Storys so beschrieben.

LG DieSilbermöwe
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Alt 09.07.2018, 12:26   #1553
Thing
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Ich habe jetzt den zweiten Band der "Ripley"-Bücher "Under Ground" von Patricia Highsmith gelesen und bin nun am dritten Band "Under Water" - natürlich von der gleichen Autorin.
Ich mag ihren Schreibstil, aber im zweiten Band hat mich doch einiges verwirrt. Thomas Ripley, im ersten Band noch ein exzentrischer Einzelgänger (der einiges auf dem Kerbholz hat), hat im zweiten Band Freunde, eine Frau und eine Firma, betreibt zwielichtige Geschäfte und begeht ein Verbrechen (worauf der Leser nach dem ersten Band eigentlich nur wartet). Nun gesteht er aber seinen Freunden diese Tat und seine Freunde stehen ihm einfach bei (bis auf einen) und schlucken dieses Geständnis einfach mal so (bis auf einen, der allerdings nicht wirklich sein Freund ist). Entsetzen wird so gut wie nicht gezeigt.

Es kommt mir nicht sehr plausibel vor, wenn:
a) ein exzentrischer Einzelgänger, der sich von Menschen fernhält, eine solche Charakterumwandlung durchmacht
b) ein Mann, bei dem man im ersten Band feststellt, dass er mit Frauen nicht allzuviel anfangen kann (auch wenn es deswegen nicht unbedingt sein muss, dass er homosexuell ist) und sogar Kleidungsstücke einer bestimmten Frau bei ihm Abscheu auslösen, auf einmal eine Frau hat wie ein ganz "normaler" Mann und ihn dieselben Kleidungsstücke bei seiner Frau jetzt nicht mehr stören - überhaupt ist seine Ambivalenz in dieser Hinsicht im zweiten Band wie weggeblasen
b) seine Freunde, denen er ein Verbrechen gesteht, dies nahezu gleichmütig aufnehmen.
Diese drei Sachen fand ich schon ziemlich merkwürdig.

Den dritten Band habe ich gerade angefangen. Hier hat sich die Autorin einen Kniff einfallen lassen: Der Tote aus dem ersten Band (die Leiche wurde nie gefunden) scheint wieder da zu sein - oder macht sich da jemand einen Scherz? Verspricht spannend zu werden. Mal schauen.
Unterhaltsam sind die Bücher auf alle Fälle (wenn man sie nicht allzu ernst nimmt.)
Mir haben die Kriminaletten (Thriller-Kurzgeschgichten) weitaus besser gefallen, darin ist sie eine der Meisterinnen.
Der erste "Talented Mr. Ripfley" ist der beste.
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Alt 09.07.2018, 23:29   #1554
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Bernd-M. Beyer: "Helmut Schön - Eine Biografie". Verlag die Werkstatt GmbH, Göttingen, 2017.

Das große Idol in schwierigen Zeiten - erst im Nationalsozialismus, nach der deutschen Teilung dann in Ostdeutschland - überlebt samt seiner Familie den Feuersturm in seiner Heimatstadt Dresden, verbiegt sich politisch nie, wird vom SED-Regime aus vielerlei Gründen (detailliert im Buch nachzulesen) trotzdem abgestraft, geht 1950 mit Frau und Sohn in den Westen, wird Sepp Herbergers Assistenztrainer und steigt zum bis heute erfolgreichsten Nationaltrainer der Bundesrepublik Deutschland auf.

Schöns Biografie ist nicht nur die Schilderung eines Lebens, sondern auch fast eines Jahrhunderts deutscher Geschichte (Schön wurde 1915 geboren und starb 1996). Sie ist auch eine Geschichte der Menschlichkeit: An etlichen Beispielen wird gezeigt, dass Fairplay, Respekt vor dem Gegner und Vereinskameradschaft hochgehaltene Werte waren, die man sich in dieser Form heute nicht mehr vorstellen kann. Ablösesummen in Millionenhöhe, Fußballer als Reinberuf, Werbeverträge usw. - das kannte man damals nicht. Wie alle Fußballer hatte Schön einen Schulabschluss und während seiner ostdeutschen Zeit einen Erwerbsberuf bei einem Unternehmen. Soweit ich mich erinnern kann, war das 1974 noch so, dass sogar die Nationalspieler einem Beruf nachgingen (Netzer: Kneipe, Schwarzenbeck: Papierwarenladen, Seeler: Vertreter für Adidas etc.).

Bemerkenswert: Wie Beyer schreibt, wurde unter Helmut Schön der beste Fußball aller Zeiten gespielt, und woher er das Wissen hatte, den Fußball derart zum Blühen zu bringen, wird in dem Buch nicht verheimlicht. Da gab es z.B. die Lehrmeister Jimmy Hogan aus England und Sepp Herberger, aber auch den sogenannten "Donaufußball", den vor dem Krieg hochangesehenen Stil der Österreicher.

Ich wünschte, ich hätte vieles von dem, was ich in der Biografie bis jetzt gelesen habe, 1974 gewusst, als Helmut Schön die deutsche Mannschaft zur Weltmeisterschaft führte. Ich kann mich erinnern, als wir das Endspiel erreicht hatten und Schön von einem Reporter gefragt wurde: "Herr Schön, wollen Sie jetzt Weltmeister werden?", dass er spontan und ehrlich antwortete: "Ja, das will ich."

Nach allen Niederlagen, die er hinter sich hatte - und da gab es einige -, wusste er, dass das größte Ziel eines Nationaltrainers zum Greifen nahe war. Was also hätte er sonst antworten sollen?
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Alt 10.07.2018, 06:47   #1555
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Mir haben die Kriminaletten (Thriller-Kurzgeschgichten) weitaus besser gefallen, darin ist sie eine der Meisterinnen.
Der erste "Talented Mr. Ripfley" ist der beste.
Stimmt, aber "Ripley under water", den ich nun gerade lese, ist, auch richtig gut, sofern man was für schwarzen Humor übrig hat. Wie sich Ripleys Feinde in ihrem eigenen Gartenteich selber aus dem Weg räumen, das hat schon was köstlich Schwarzhumoriges.
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Alt 11.07.2018, 13:22   #1556
Thing
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Ich mag schwarzen Humor über alle Maßen.
Tom Sharpes "Puppenmord"
hat mir Lachtränen und lautes Wiehern entlockt.
Die Verfilmung war gut, sehr gut - total britisch, obwohl das grotestete Kapitel des Buches nicht filmbar war.
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Alt 18.07.2018, 12:30   #1557
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Ich habe jetzt "Ripley's Game oder der amerikanische Freund" gelesen. Gestört hat mich, dass die Autorin hier ins Auktoriale "ausgebrochen" ist - sie schildert sehr ausführlich Jonathans Befinden und Familie, seitenweise kommt Ripley gar nicht vor. Und das ist langweilig...
Außerdem wird seine Frau Heloise immer weggeschickt, wenn es brenzlig wird und hat eigentlich von nichts eine Ahnung, was er so treibt. Sie ist auch ohne Make-Up hübsch und ihre Eltern sind reich, mehr erfährt man von ihr nicht, obwohl sie Tom doch näher stehen müsste als Jonathan.
Insgesamt das schwächste der Bücher, auch wenn Toms Verbrechen wieder einiges an Langeweile zuvor wettmachen.
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Alt 09.08.2018, 06:48   #1558
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Ich habe jetzt Patricia Highsmiths Erstlingswerk "Zwei Fremde im Zug" gelesen. Schon beeindruckend, obwohl stellenweise auch wieder langweilig und ohne Hintergrundwissen (in jedem ihrer Bücher, die ich bis jetzt gelesen habe, gibt es einen seitenlangen Anhang darüber, was sie wann warum geschrieben hat und wird in Relation zu ihrem eigenen Leben gesetzt wie beispielsweise ihre Homosexualität) hätte ich nicht unbedingt gewusst, wozu welche Passagen gut sein sollen bzw. was die Autorin damit bezweckt. Wenn man es erstmal weiß, liest man das Buch wieder aus einem völlig anderen Blickwinkel.
Der Film wurde von Hitchcock verfilmt, schade, dass ich ihn bis jetzt noch nicht gesehen habe.
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Alt 18.08.2018, 16:20   #1559
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Und gestern habe ich "Der Stümper" zu Ende gelesen, ein Buch von - welche Überraschung - Patricia Highsmith. Ihr dritter Roman und bis jetzt das Beste, was ich von ihr gelesen habe, übertrifft sogar die Ripley-Bände. Ein Mann hat seine Frau umgebracht und ein anderer Mann liest von dem Mord in der Zeitung und denkt daran, dasselbe zu tun. Obwohl die Erzählperspektive zwischen den beiden Figuren wechselt, ist der Roman sehr spannend.
In allen Büchern, die ich bis jetzt von Patricia Highsmith gelesen habe, ist ein Anhang, in welchem über sie selbst berichtet wird, so auch in diesem. Was mich sehr überrascht hat: Teilweise hat sie Autobiographisches eingeflochten. Eine der Hauptfiguren, Stackhouse, hasst den Hund seiner Frau. Im Anhang des Buches steht, dass Highsmiths damalige Lebensgefährtin auch einen verwöhnten Hund hatte, den Highsmith nicht gerade mochte. Man muss also kein Genie sein, um Parallelen zu erkennen, dennoch hat mich das vom Hocker gerissen. Ich dachte, nur Laienschreiber würden auf Autobiographisches zurückgreifen.
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Alt 20.08.2018, 12:00   #1560
Thing
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"Der Stümper" ist einer der besten Krimis von P. Highsmith.

Ich selbst muß immer bedenken, daß ich Übersetzungen lese, ergo nicht beurteilen kann, wie das Original ist.

Der beste Psychothrillerschreiber war George Simenon.
Abseits der Maigretgeschichten.
Ich frag mich, woher der Mann so viel Stoff holte, um Hunderte Schicksale auszuleuchten.

"Der Sträfling und die Witwe" oder "Die Katze" - unerreicht!
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Alt 21.08.2018, 15:16   #1561
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Bas Kast: "Der Ernährungskompass", Bertelsmann 2018.

Endlich mal ein Autor, der mit dem Wahnsinn aufräumt, den Diät-Gurus und die Nahrungsmittelindustrie den Menschen seit Jahrzehnten aufgetischt haben. So mancher Mythos wird gekippt, z.B. wenig Fett halte schlank, Kaffee sei ungesund oder es komme allein auf die Höhe der Kalorien an, die man zu sich nimmt, um schlank und gesund zu bleiben. Kalorie ist eben nicht gleich Kalorie, und Mensch ist nicht gleich Mensch, weshalb jeder seinen Ernährungsplan selbst für sich herausfinden müsse. Vor allem aber: Finger weg von Junk Food, Fast Food und den Wurstregalen, denn in diesen Nahrungsmitteln stecken nur wenig Proteine, so dass wir Unmengen davon essen müssen, bis sich ein natürliches Sättigungsgefühl einstellt. Überhaupt bleibt Kast nicht dabei, "gute" und "schlechte" Nahrungsmittel aufzuzählen, sondern er beschreibt, was sich bei der Nahrungsaufnahme im Körper des Menschen abspielt und welche Rolle die Nahrungsmittel beim Alterungsprozess und der Entstehung von Krankheiten (aber auch auf das Gesunden bei einer Umstellung der Nahrung) spielen.
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Alt 21.08.2018, 17:38   #1562
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Zitat:
.Vor allem aber: Finger weg von Junk Food, Fast Food und den Wurstregalen,
Ist ja ganz was Neues .
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Alt 21.08.2018, 20:06   #1563
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Ist ja ganz was Neues .
Nee, aber die Begründung. Die meisten Leute glauben, in Wurst sei genau wie in Fleisch ein hoher Anteil Proteine drin, aber das stimmt nicht. Bei fast allen verarbeiteten Produkten wird von der Industrie der Proteinanteil so weit wie möglich verdünnt und, damit Geschmack reinkommt, Zucker zugesetzt. Dann steht auf der Packung irgendwas von Kalorien pro 100 Gramm, was noch im Rahmen des Vernünftigen erscheint, aber wir essen instinktiv so viel, bis der Körper genug Proteine für seinen Aufbau hat - also viel zu viel. Oder wir sind ständig hungrig.

Es muss einen Grund haben, weshalb die Leute sich die Wurst auf das Brot patschen oder am Stand die Curry-Wurst bestellen (finde ich übrigens schon vom Geruch her ekelhaft). Die wissen eben nicht alle genau Bescheid, was sie sich damit antun.
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Alt 22.08.2018, 08:10   #1564
Thing
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Sind wir alle nicht darüber aufgeklärt, was Du beschreibst?
Spätestens seit den 1980er Jahren sind McDonals und Co. bei mir tabu.
Hab in meinem Leben noch keinen Hamburger gegessen und auch nicht an Currywurst und Fritten haltgemacht.
Ein oder zweimal im Jahr einen Döner - läuft noch unter lässliche Sünden.
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Alt 22.08.2018, 08:31   #1565
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Sind wir alle nicht darüber aufgeklärt, was Du beschreibst?
Eben nicht. Es geht doch nicht nur um Döner, Hamburger und Fritten, sondern auch um den Dreck, der in scheinbar "normalen" Lebensmitteln von der Industrie beigemengt (und kräftig beworben) wird. Mal schnell ein Süppchen wärmen, ohne dass man eine Ladung Zucker (und weitere Geschmacksverstärker) mitbekommt, ist fast unmöglich. Genau genommen muss man alles selbst frisch machen, Brotbacken inbegriffen.

Aber darum allein geht es in dem Buch nicht, ein bestimmtes Wissen wird sogar vorausgesetzt. Das Interessante sind die komplizierten chemischen Abläufe im Körper, die von Nahrungsmitteln bewirkt werden. Jeder weiß natürlich, dass man von falscher Ernährung und zu viel Alkohol eine Fettleber bekommen kann, aber wieso genau und wie sich das in der Folge auf den übrigen Körper auswirkt, z.B. auf die Zellen und die anderen Organe, weiß bestimmt nicht jeder. Auch dürfte sich nicht jeder klar darüber sein, der Obstsäfte in sich reinkippt, wie ungesund das ist. Jeder denkt doch, er habe mit einer kräftigen Vitaminspritze seiner Gesundheit etwas Gutes getan - aber das Gegenteil ist der Fall.

Ich kann mich noch an die 80er Jahre erinnern, als uns durch das "Gesundheitsmagazin Praxis" eine Menge über gesunde Ernährung erzählt wurde, das sich später als reiner Stuss erwiesen hat. Da wurde so manches als Wahrheit aufgegriffen, was von den Marketingstrategien der Industrie gelenkt worden war (Stichwort: "Margarine ist gesünder als Butter").

Bas Kast hat gerade deshalb über 1.000 Ernährungsstudien durchgeackert, um endlich mal in dem Wust von fast ebenso vielen Ernährungsdogmen rauszufinden, was man eigentlich als richtig herausfiltern kann.
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Alt 22.08.2018, 09:35   #1566
Thing
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Tjaaah -
wir züchten unsere Diabetiker hoch,
was die Beitragszahler durch Erhöhung der Beiträge büßen müssen.
Aber nicht nur die Diabetes treibt die Beiträge hoch.

Ein großes, vermintes Feld.


LG
v.
Thing
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Alt 22.08.2018, 09:52   #1567
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Tjaaah -
wir züchten unsere Diabetiker hoch,
So ist es. Trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit von Ernährungswissenschaftlern werden die Leute immer dicker und kränker. Vielleicht hätten diese auch schon mal in die Tiefe gehen und die biochemischen Abläufe besser erklären sollen. Um vieles von dem, was Bas Kast beschreibt, wissen zu können, hätte ich selbst Biochemikerin sein müssen.

Aber jetzt bin ich bei einem anderen Thema, auch recht spannend:

Eva Neuland: "Jugendsprache", utb Sprachwissenschaften, 2017. Kein Wörterbuch der Jugendsprache, sondern eine entwicklungswissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
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Alt 22.08.2018, 12:23   #1568
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Zitat:
.[....] eine Menge über gesunde Ernährung erzählt wurde, das sich später als reiner Stuss erwiesen hat .
Es wurde schon so viel von selbsternannten Experten erzählt, was sich hinterher als Stuss erwiesen hat oder hinterher das genaue Gegenteil behauptet wurde. Deswegen gebe ich auf solche Ratgeber gar nichts.
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Alt 22.08.2018, 12:30   #1569
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Deswegen gebe ich auf solche Ratgeber gar nichts.
Es handelt sich bei dem hier vorgestellten Buch nicht um einen Ratgeber.
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Alt 06.09.2018, 16:26   #1570
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Ich arbeite mich allmählich durch Patricia Highsmiths Romane durch... "Der süße Wahn" habe ich gelesen, es hat mir gut gefallen, zum Thema bleibt jedoch nicht viel zu sagen, da der Protagonist einfach krank ist und zu Krankheit kann man keine Meinung haben.

Danach habe ich das "Zittern des Fälschers" gelesen. Ein Amerikaner weilt in Tunesien, zurzeit des 6-Tage-Kriegs zwischen Israel und Ägypten (was ihn aber nur flüchtig streift). Er schreibt ein Buch, er wartet auf Post, er lernt einen schwulen Dänen und einen anderen Amerikaner näher kennen. Seine Freundin kommt, erst will er sie heiraten, dann sagt er ab. Eigentlich passiert das ganze Buch über so gut wie nichts und trotzdem ist es von einem phänomenalen Zauber - als würde man mit in der flirrenden Hitze sitzen.... Eines der besten Bücher von ihr, finde ich.
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Alt 06.09.2018, 17:25   #1571
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Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Eigentlich passiert das ganze Buch über so gut wie nichts und trotzdem ist es von einem phänomenalen Zauber .
Das ist die große Kunst des Schreibens.
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Alt 06.09.2018, 18:44   #1572
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Im Diogenes-Verlag gibt`s Kurzgeschichtensammlungen (diverse), die ich empfehlen kann. Zum Beispiel: Kopfkissenbuch. Eine Sammlung bekannter Autoren (Fitzgerald bis Süskind).
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Alt 07.09.2018, 09:53   #1573
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Gerade habe ich das Taschenbuch von Prof. Dr. Markus Egert "Ein Keim kommt selten allein" gelesen, das der Autor in Zusammenarbeit mit dem SPIEGEL-Redakteur Frank Thadeusz geschrieben hat.

Aus der Buchbeschreibung:

Prof. Egert, Mikorbiologe, "wirft mit uns einem Blick durchs Mikroskop und führt durch die faszinierende Welt der Keime, Viren, Pilze und Bakterien. Anschaulich und mit viel Witz erklärt er, wo die wirklich gefährlichen Erreger im Alltag lauern und wie man sich vor ihnen schützt."

Nun wissen wir ja alle, dass die meisten Keime unschädlich, wenn nicht sogar notwendig für uns Menschen sind. Was mich aber am meisten interessierte, war der Keim "MRSA" (Multiresistenter Staphylococcus aureus). Das ist ein Keim, der auf der Haut des Menschen siedelt, aber lebensgefährlich werden kann, wenn er in eine Wunde gerät.

Ich hatte von diesem Keim erst Anfang dieses Jahres gehört, als meine Mutter fast an ihm gestorben wäre.

Zu meinem Erstaunen war er auch der Grund, weshalb der Fußballspieler Matthias Sammer (damals beim BVB) seine Karriere beenden musste: Nach einer Knieoperation infizierte er sich mit diesem Keim, der sich durch den Knorpel seines Knies fraß, und nur mit einem Super-Antibiotikum gelang es den Ärzten, sein Leben zu retten.

Alles in allem ist das Buch unterhaltsam und lehrreich geschrieben und deckt, da Mikororanismen nun mal zu Billionen überall vorhanden sind, alle Lebensreiche des Menschen von der heimischen Küche bis zu Weltraumstationen ab.

Verwundert hat mich allerdings, dass in den Quellenangaben nur ein einziger deutscher Titel aufgeführt war ("Sport und Immunsystem"). Alle anderen Titel waren in Englisch. Meine Inspektion der Amazon-Angebote zum Thema "Mikroorganismen" ergab, dass es auf dem deutschen Büchermarkt tatsächlich vorwiegend Ratgeber über den Einsatz sog. "Effektiver Mikroorganismen" gibt, wie z.B. für die Gesundheit oder Gartenpflege.
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Alt 07.09.2018, 12:06   #1574
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Zitat:
Zitat von wolfgang Beitrag anzeigen
Im Diogenes-Verlag gibt`s Kurzgeschichtensammlungen (diverse), die ich empfehlen kann. Zum Beispiel: Kopfkissenbuch. Eine Sammlung bekannter Autoren (Fitzgerald bis Süskind).
Ich habe alle Bände.
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Alt 11.09.2018, 09:16   #1575
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Wolf Schneider: "Der Soldat - Ein Nachruf. Eine Weltgeschichte von Helden, Opfern und Bestien", Rowohlt 2014.

Wie ich schon öfter zugegeben habe, bin ich ein Fan von Wolf Schneider. Seine Hauptaufgabe als Sprach-Guru war, angehenden Journalisten den sauberen Umgang mit der deutschen Sprache zu lehren. Daneben widmete er sich aber auch anderen Themen. Auf "Der Soldat" stieß ich durch ein Interview mit ihm, das in Youtube aufrufbar ist.

Wolf Schneider beginnt sein Buch mit einer Todeserklärung für den Berufsstand des Soldaten. Künftig werde ein Krieg nicht mehr mit Menschen, sondern mit Drohnen und Robotern geführt, was ihn nicht weniger schrecklich mache.

In seiner historischen Abhandlung über das Krieger- und Soldatentum geht Schneider nicht chronologisch vor, sondern nach Sachgebieten wie "Womit sie kämpften", "Wofür sie starben", "Wie sie verreckten" etc.

Statt einer weiteren Beschreibung hier der Link zur Buchbesprechung der FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/politik/p...-13032781.html
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Alt 11.09.2018, 10:22   #1576
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
. Seine Hauptaufgabe als Sprach-Guru war, angehende Journalisten den sauberen Umgang mit der deutschen Sprache zu lehren.
Wolf Schneider beginnt sein Buch mit einer Todeserklärung für den Berufsstand des Soldaten. Künftig werde ein Krieg nicht mehr mit Menschen, sondern mit Drohnen und Robotern geführt,* was ihn nicht weniger schrecklich mache.


http://www.faz.net/aktuell/politik/p...-13032781.html
Liebe Ilka-Maria -

sie sind doch schon längst dabei!
Drohnen, ferngelenkte Waffen, Giftgas zu verwenden.
Leider ist noch nie ein Krieg dadurch beendet worden, daß beide Kriegsherren in den Ring steigen.
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Alt 11.09.2018, 15:46   #1577
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Liebe Ilka-Maria -

sie sind doch schon längst dabei!
Drohnen, ferngelenkte Waffen, Giftgas zu verwenden.
Leider ist noch nie ein Krieg dadurch beendet worden, daß beide Kriegsherren in den Ring steigen.
Das ändert doch nichts an dem lobenswerten Versuch, das Thema historisch zu behandeln. Immerhin zeichnet es das Bild vom Menschen, wie er wirklich ist.
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Alt 16.09.2018, 13:25   #1578
gummibaum
 
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Meine Schüler haben sich -ohne mein Zutun- für Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" entschieden. Also lese ich diesen nach vielen Jahren wieder und bin erneut begeistert im Mittelalter unterwegs.
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Alt 16.09.2018, 14:38   #1579
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Ein Tropfen Zeit
von
Daphne DuMaurier.

Hier eine Kurzbesprechung:

Magnus Lane, Professor der Biophysik in London, hat ein ausgefallenes Hobby: Er experimentiert heimlich an einer Zeitdroge. Sein Freund und Vertrauter, der Schriftsteller Richard Young, stellt sich für dieses Experiment zur Verfügung.
In einem abgelegenen Landhaus Cornwalls geschieht das Unfassbare: Young wird für Stunden in eine andere Welt versetzt und Augenzeuge von Ereignissen, die, wie die Chroniken beweisen, um Jahrhunderte zurückliegen. Immer stärker verfallen die beiden Männer diesem gefährlichen Rausch, und sie verabreden zum Wochenende einen gemeinsamen „Ausflug“ in die Vergangenheit. Doch Young wartet vergeblich. Lane wird tot aufgefunden …
Daphne du Maurier, die „große Dame“ der englischen Erzählkunst, hat sich hier ein faszinierendes Thema vorgenommen. Wie der Held des Romans wird der Leser süchtig auf die Lösung dieser mysteriösen Geschichte.

***

Das kann man wohl sagen.
Ich weiß nicht, ob es das fünfte oder siebente Mal ist, daß ich es lese.
Wie beim ersten Mal bin ich in den (bekannten) Sog gezogen.
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Alt 16.09.2018, 14:54   #1580
weiblich DieSilbermöwe
 
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Ich kenne es auch. Es ist einfach fantastisch.
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Alt 16.09.2018, 14:56   #1581
Thing
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Jaaaa!

Lediglich der letzte Satz (Vergiftung) hat mir nicht gescchmeckt.
Ich hätte alles in der Schwebe gelassen.

LG
Thing
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Alt 16.09.2018, 18:42   #1582
weiblich Ilka-Maria
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Ein Tropfen Zeit
von
Daphne DuMaurier.
Ihr bester Roman. Alle anderen von ihr (Rebecca und Rahel inklusive) fand ich todlangweilig, keine Ahnung, weshalb. Ist zu lange her, dass ich sie las.
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Alt 16.09.2018, 19:36   #1583
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Alt 27.09.2018, 08:03   #1584
weiblich DieSilbermöwe
 
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Ich habe jetzt "Die zwei Gesichter des Januars" von Patricia Highsmith gelesen. Ich hatte schon gezögert, das Buch zu kaufen, denn ich hatte schon einmal den Anfang des Filmes gesehen und fand ihn unverständlich und langweilig. Und das Buch ist tatsächlich nicht besser. Beinahe von A - Z unglaubwürdig und unplausibel. Im Anhang las ich dann, dass Highsmith den Roman mehrmals überarbeitete, weil er mehrmals von einem Verlag abgelehnt wurde. Wahrscheinlich wäre die ursprüngliche Fassung besser gewesen. In der vorliegenden trifft ein Mann auf ein Ehepaar, sie reisen zusammen, der Ehemann bringt seine Frau um, aus Eifersucht wollte er eigentlich seinen Rivalen treffen, das gelang aber nicht. Es ergibt mE überhaupt keinen Sinn, dass sie sich ständig wieder treffen (absichtlich) und sich einer Gedanken über den anderen macht. In der ursprünglichen Fassung (so steht es im Anhang) haben beide zusammen die Ehefrau umgebracht und reisen dann zusammen weiter. Das macht wenigstens Sinn, denn dann haben sie einen Grund, aneinander zu kleben, in der vorliegenden Fassung aber nicht.
Meiner Meinung nach das schlechteste Buch (in der vorliegenden Fassung), was ich bis jetzt von ihr gelesen habe. Das kommt dabei heraus, wenn einfach zuviel verändert und gestrichen wird. Wieso diese unsinnige Geschichte auch noch verfilmt wurde, ist mir ein Rätsel.
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