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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 27.07.2019, 10:35   #1
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.919

Standard Die Welt der Gedanken

Die Welt der Gedanken gleicht einem Gebäude,
verwinkelte Räume mit Fenstern darin
und jeder Gedanke, im Klaren, im Träumen
bereichert ein Zimmer mit Ausblick und Sinn.

Wer sind die Erschaffer der ersten Gedanken,
des Grundrisses, Kellers, des Dachstuhls, der Tür?
Wer lockt die Besucher, hebt ihnen die Schranken,
gewährt ihnen Einlass und ohne Gebühr?

Bewohner erdenken, was andere dachten,
begehen die Wege, die jemand beschritt,
erkennen zu machen, was andere machten –
bis eigenes Handeln den Haushalt betritt.

Die eigenen Zimmer gestalten, verzieren,
bewohnbar für Gäste des Hauses zu halten,
heißt turnusgetreu jede Wand tapezieren
und irgendwann sind es die Wände der Alten.

Dann ziehen die neuen Bewohner ins Häuschen,
betreten das ein oder andere Zimmer,
entscheiden nicht selten das Stockwerk zu wechseln,
Etagen zu bauen, für noch mehr Gemäuer.
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2019, 12:34   #2
männlich Wolfmozart
 
Benutzerbild von Wolfmozart
 
Dabei seit: 04/2012
Alter: 55
Beiträge: 1.252

Hallo Miaukuh,

Schön hast du und ausführlich den Vergleich zwischen Gedanken und Haus ausgeführt. Ein sehr kluges Gedicht wie ich finde.

Gern gelesen.

wolfmozart
Wolfmozart ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2019, 01:31   #3
weiblich TeeZ
 
Benutzerbild von TeeZ
 
Dabei seit: 10/2017
Ort: Freiburg
Alter: 19
Beiträge: 77

Hey
ich lese definitiv zu selten deine Gedichte. Hab mal wieder bisschen gestöbert und dieses hier ist mein liebstes. Wie schon von Wolfmozart gesagt: sehr klug. Aber irgendwie auch Hoffnungsvoll, oder interpretiere ich hier zu viel herein?


Zitat:
Zitat von MiauKuh Beitrag anzeigen
Dann ziehen die neuen Bewohner ins Häuschen,
betreten das ein oder andere Zimmer,
entscheiden nicht selten das Stockwerk zu wechseln,
Etagen zu bauen, für noch mehr Gemäuer.
Es ist irgendwie ein beruhigendes Gefühl, dass die Gedanken, die schon tausend mal gedacht wurden, und dennoch nicht gehen wollen, irgendwann nunmal doch "alt" sein werden, verschwinden und durch neue ersetzt werden. Irgendwann werden neue Stockwerke gebaut und alles hatte sienen Sinn... irgendwie.

Achja ein schönes Bild in meinem Kopf, vielen Dank.
TeeZ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2019, 20:13   #4
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.919

Hey Wolfmozart und Teez,

verzeiht meine späte Antwort!
Wenn ankam, dass die Gedanken etwas sind, worauf aufgebaut wird, ist das schön

Jeder baut sich seine Zimmer und andere gucken hinein und manchmal aus den Fenstern .. überall Häuser, überall Zimmer und Fenster ... zu ... mehr an Gedanken!

Danke euch zweien!

Liebe Grüße
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2019, 13:08   #5
männlich milchmirzucker
 
Benutzerbild von milchmirzucker
 
Dabei seit: 08/2019
Alter: 24
Beiträge: 135

Uiii das hat Spaß gemacht beim Lesen. Es singt und schwingt schön und zieht den Vergleich immer treffend und klug. Cooles Teil

L.G
Patrick
milchmirzucker ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 09:48   #6
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.919

Hi Patrick,

supi! danke Freut mich!
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 12:26   #7
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.701

Ich schließe mich an.

Für mich eins deiner besten!

vlg

ev
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 14:24   #8
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Ort: London-Kaufbeuren-Wien
Alter: 73
Beiträge: 11.596

ja - Werner versteht es mit der sprache umzugehen. vor allem die analogien im text sprechen mich enorm an. ich habe ein ähnliches konszept für die seele, an welches mich Werner hir erinnert:

Die Seele ist ein Labyrinth mit räumen für jede emotion und jedes gefühl. einer der räume ist der PARADISE ROOM (siehe meine grafik dazu) und es gibt unzählige bzw. sehr viele räume, die wir betreten wenn die stimmungen entstehen und wieder verlassen wenn sie abgeflaut sind, wie etwa den RAGE ROOM oder den HATE ROOM. am ende des labyrinths ist auch der letzte raum, den ich NEVER ROOM nenne. aus ihm gibt es kein zurück mehr in das ICH.

PARADISE ROOM (MIDDLE SEGMENT OF THE TRYPTICH) 60x42,5 mixed media and digiart 2017 by ralfchen.

https://up.picr.de/37313384nv.jpg
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 16:01   #9
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.701

Erkennen zu machen, was andere machten

Vielleicht erkennen zu geben? Ich gebe mich zu erkennen...

Miau, ich hoffe du siehst es mir nach, hinter meinen Gedanken verbirgt sich kein Klugscheißer oder Lektor...

Es ist ein Drang, ein Gefühl, aber auch, weil ich es selbst schätze, wenn jemand seine Gedanken konstruktiv offenbart.

Ohne die Hilfe von Poetry, wäre ich nie dahin gekommen, wo ich jetzt bin.

vlg
ev
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 16:15   #10
männlich MiauKuh
 
Benutzerbild von MiauKuh
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 1.919

Hey,

danke euch beiden (Ralfchen und Eisenvorhang).

Ralfchen, du hast ja das Never Room Gedicht schon gepostet :-) Freut mich, wenn meine Gedichte auch mal Inspiration für dich sind.

Eisenvorhang, danke für deine konstruktive Überlegung.
Durchaus ginge "geben" ... es ist ein bisschen wie vor Ewigkeiten mit einem Vorschlag von Erich Kykal bei "Die Schüsselbürste" ...

er sagte "und sie wischte Zauber, Zauber all den Scheiß noch hin und her."
ich sagte "doch sie wischte Zauber, Zauber all den Scheiß noch hin und her."

Ich wusste nie was besser war. Wer hat denn nun Recht? Es gibt nicht immer ein "Urteil" und manchmal halten sich die Gesamtpunkte durch Vor- und Nachteil die Waage.

Im Moment favorisiere ich noch "machen" und "machten".
Aber ich werde deinen Vorschlag bedenken, weil ich dein Sprachgefühl und deine Gedanken dahinter nachvollziehen kann – du denkst dir etwas dabei

So,

liebe Grüße!
MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.11.2019, 16:33   #11
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.701

"doch" ist ein Konjunktionaladverb....
"und" ist eine Konjuktion...


Ich gehe auf die Wiese und habe Spaß dabei.

Ich gehe auf die Wiese, doch leider habe ich den Spaß dabei verloren.


Jetzt nimm das was Sinn macht

vlg

EV
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2019, 00:33   #12
männlich stephanius
 
Dabei seit: 06/2016
Ort: Sachsen
Beiträge: 383

Lieber Werner, ja sicherlich könnte man das eine oder
andere Wort noch wechseln, aber das würde teilweise
den Sinn verändern. Mir würde da beispielsweise in
S2 Z4 statt und ein auch zu setzen.
Würde aus mener Sicht etwas gefälliger kingen, bedeutet
aber einen anderen Sinn.
So gäbe es noch andere Beispiele. Aber ich denke, so wie
Du es aufgeschrieben hast ist es sehr gut, und vor allem
die Idee die dahinter steckt fasziniert mich.
Das hab ich gern gelesen und lang drüber nachgedacht.
Beste Grüße
St.
stephanius ist offline   Mit Zitat antworten
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