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Alt 08.11.2019, 18:56   #1
männlich Ralfchen
 
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Standard Ralfchen und die Vers-Technik

Denk ich an Mädchen in der Nacht= jambischer Vierheber

ist die arge Geisternutte = trochäischer Vierheber


???????????????
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Alt 08.11.2019, 19:05   #2
weiblich Ilka-Maria
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Zweiter Vers: okay.
Erster Vers: völlig daneben. Das ist ein Daktylus, der in einen Jambus übergeht.
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Alt 08.11.2019, 20:14   #3
männlich Ralfchen
 
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aha ok

Denk ich an Mädlein in der Nacht

und das?
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Alt 08.11.2019, 20:35   #4
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Denk ich an Mädlein in der Nacht

und das?
Okay, du hast recht. Man kann diesen Vers auch anders betonen, also einmal auf der ersten, einmal auf der zweiten Silbe. Dann veränderte sich allerdings der Sinn.

Nun ist aber dieses Beispiel angelehnt an Heinrich Heine: "Denk ich an Deutschland in der Nacht / bin ich um meinen Schlaf gebracht ..."

Und hier handelt es sich astrein um Daktylen. Denn Heine wollte nicht die Betonung auf das Ich legen, sondern auf das Denken und die Schlaflosigkeit.

Die deutsche Sprache lässt viele unterschiedliche Betonungen zu, deshalb ist wichtig, dem Kontext zu entnehmen, wo das Gewicht liegt.

Bei deinem Beispiel, läge die Betonung auf "ich", müsste die nächste Frage lauten: "Und woran denkst du? Auch an Mägdelein?"
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2019, 21:31   #5
männlich Ralfchen
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Okay, du hast recht. Man kann diesen Vers auch anders betonen, also einmal auf der ersten, einmal auf der zweiten Silbe. Dann veränderte sich allerdings der Sinn.

Nun ist aber dieses Beispiel angelehnt an Heinrich Heine: "Denk ich an Deutschland in der Nacht / bin ich um meinen Schlaf gebracht ..."

Und hier handelt es sich astrein um Daktylen. Denn Heine wollte nicht die Betonung auf das Ich legen, sondern auf das Denken und die Schlaflosigkeit.

Die deutsche Sprache lässt viele unterschiedliche Betonungen zu, deshalb ist wichtig, dem Kontext zu entnehmen, wo das Gewicht liegt.

Bei deinem Beispiel, läge die Betonung auf "ich", müsste die nächste Frage lauten: "Und woran denkst du? Auch an Mägdelein?"
ja genau. ich schnüffel herum um dazu ein bisschen mehr zu erfahren und übe mich ein wenig ein.
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Alt 08.11.2019, 23:38   #6
männlich Eisenvorhang
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Zweiter Vers: okay.
Erster Vers: völlig daneben. Das ist ein Daktylus, der in einen Jambus übergeht.
Nein Ilka, einsilbige Wörter können betont und unbetont gesprochen werden.
Hier greifen dann die Vokale der natürlichen Sprache, die die Dominanz des Metrums bestimmen. Das "e" wird tiefer als das "i" ausgesprochen.

Der erste Vers kann definitiv jambisch gesprochen werden.
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2019, 23:45   #7
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
Der erste Vers kann definitiv jambisch gesprochen werden.
Ja, das hatten wir aber schon geklärt.
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2019, 13:18   #8
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
ja genau. ich schnüffel herum um dazu ein bisschen mehr zu erfahren und übe mich ein wenig ein.
Thing hat wunderbare Gedichte geschrieben. Laut ihrer Aussage hat sie sich dabei nie auf die Metrik gestützt, sondern sich nur auf ihr Gehör verlassen.

Finde ich eigentlich noch viel schwerer.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2019, 15:36   #9
männlich Ralfchen
 
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Beiträge: 11.610

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Thing hat wunderbare Gedichte geschrieben. Laut ihrer Aussage hat sie sich dabei nie auf die Metrik gestützt, sondern sich nur auf ihr Gehör verlassen.

Finde ich eigentlich noch viel schwerer.
ja liebe SM - sie war wirklich toll. schade dass es sie nicht mehr hier gibt. aber es wäre ganz gut manche ihrer arbeiten erneut zu besprechen.

vlg
r
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Alt 20.11.2019, 15:59   #10
männlich Heinz
 
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Beiträge: 5.264

Liebe Silbermöwe,
ja, auf ihr Gehör, auf ein gut geschultes Gehör!
Da Thing einen ähnlichen Musikgeschmack hatte wie ich (ob sie Noten lesen konnte, weiß ich nicht), muss man nicht unbedingt die Metrik mit all ihren Nuancen kennen, aber die Noten oder die Versmaße sind die Grundlage für ein geschultes Gehör. Da sie sehr belesen war, gehe ich davon aus, dass sie sich die Metrik sozusagen mit der Muttermilch einverleibt hat. So wie das kleine Einmaleins Basis für die höhere Mathematik ist, dürfte bei Thing die Metrik die Grundlage für ihr Formgefühl gewesen sein.
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2019, 16:32   #11
männlich Pjotr
 
Dabei seit: 09/2019
Beiträge: 299

Moin Heinz,

darf ich fragen, was für Musik Du bevorzugst? Wenn von Musik die Rede ist, werde ich immer sehr neugierig. Musik war immer lebenswichtig für mich, beruflich und privat.


Ahoy

P.
Pjotr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2019, 00:01   #12
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.264

Lieber Pjotr,
wie Du einigen meiner Gedichte entnehmen kannst, bevorzuge ich klassische Musik (Klavier-, Violin-, Orchesterstücke, Oper, Operette, klassische Gitarre),
Voilksmusik der "gehobenen" Art, höre aber auch Schlager und andere Arten der Musik. Da ich mit einem hervorragenden Tenor befreundet bin, liegt es nahe, dass ich mich in Tenorarien "suhlen" kann. Mit Thing war ich von Liedern wie "Horch, die Lerche singt im Hain", "Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen", Duetten wie "Reich mir die Hand, mein Leben", "Komm, mein Söhnchen, auf ein Wort" und vielen anderen immer begeistert.
Genügt Dir diese Antwort?
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.11.2019, 00:13   #13
männlich Pjotr
 
Dabei seit: 09/2019
Beiträge: 299

Ja, Heinz, vielen Dank für Deine Antwort. Ich mag sehr gerne Violin- und Orchestermusik -- unter anderem.


Ahoy

Pjotr
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