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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 10.10.2019, 22:25   #1
männlich hp.haspinger
 
Dabei seit: 08/2019
Beiträge: 77

Standard Inspiriert von Charles Ives: an unanswered question

Wenn wir auf die Fragen, die wir im Leben stellen,
keine Antworten erhalten, was machen wir dann?

Aber ach, wie ungeschickt von mir.
Das ist ja auch so eine Frage!
hp.haspinger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2019, 00:51   #2
männlich Pjotr
 
Dabei seit: 09/2019
Beiträge: 299

Dann tasten wir uns weiter. Die letzte Wahrheit werden wir nie sicher wissen, aber wir kommen ihr vielleicht näher. An manchen Stellen sind wir ihr schon so nahe gekommen, dass wir aus unserem Vermutungswissen Formeln konstruieren konnten und dadurch viele Effekte häufig genau voraussagen konnten. Da geht schon einiges voran. Aber total sicher kann man sich nie sein, und deshalb bleibt die Tasterei weiterhin erfreulich spannend ...

Dies war eine Antwort.
Pjotr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2019, 22:38   #3
männlich hp.haspinger
 
Dabei seit: 08/2019
Beiträge: 77

Standard Liebe Pjotr

Es gibt so viele Fragen, auf die ich bisher keine Antwort finden konnte, dass Verzweiflung manchmal einem Hilfsausdruck gleichkommt.

Um diesen Umstand besser zu erklären, möchte ich dir einen solchen Fall an einem einfachen Beispiel schildern.

Ich frage mich zum Beispiel, wie es auf einfache Art und Weise gelingen kann, die eigene Aufmerksamkeit, länger an eine Sache zu heften.

Nun, ich weiß, um das zu erreichen, gibt es einige Möglichkeiten: Übung macht den Meister, Meditation, Herstellen einer störungsfreien Umgebung usw., was ich aber vermisse, ist eine einfache Lösung. Alle erwähnten Ansätze bedürfen eines erheblichen Aufwandes.
Vielleicht muss das so sein?! Oder auch nicht. In vielen Fällen konnte ich beobachten, dass wir uns mit ganz einfachen Dingen deshalb so herumplagen, weil wir die einfachste Lösung schlicht nicht sehen, sie nicht erkennen, da wir mit Werkzeugen am System arbeiten, die bereits durch das System definiert sind.

Das ist nichts Neues, kennt ihn doch nahezu jeder, den Spruch „thinking Outside the Box“. Das klingt wahrlich schlau. Wem jedoch hilft dies? Praktisch gesehen demjenigen, der die Grenzen eines Systems zuvor ausgelotet hat. Erst dann wird, was es außerhalb an Möglichkeiten gibt, fassbar. Ein langer Prozess also und daher weit entfernt von einer einfachen Handhabe.
Dabei beschäftigt den Menschen diese Frage schon lange. Schulen gibt es seit Jahrtausenden. Wie wir aber ganz leicht lernen, diese Frage entzieht sich trotz unzähliger Bildungsreformen noch immer einer genügenden Antwort.

Paradoxerweise scheint es sogar so zu sein, dass ein Erfassen und Verarbeiten von Inhalten immer schwieriger wird, je dichter die Theorien darüber werden.

Wie soll ich sagen, ich suche noch immer nach dem Schwert, mit dem dieser Knoten zerschlagen werden kann!
hp.haspinger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2019, 23:38   #4
männlich Pjotr
 
Dabei seit: 09/2019
Beiträge: 299

Ich denke, das ist ein sehr schwieriges Problem.

Das Gehirn, so vermute ich, kann sich wohl nur innerhalb bestimmter Grenzen umstrukturieren, trotz seiner wahnsinnigen Flexibilität.

Es sieht wohl so aus, dass gewisse Veranlagungen schon im Embryo vorhanden sind und später nicht mehr veränderbar sind.

Das sieht man schön in mehrköpfigen Familien. Oftmals ist jedes Kind anders, obwohl alle unter nahezu gleichen Bedingungen aufwachsen.

Übrigens (Themenabweichung): Deshalb halte ich nichts von dem Glauben, man könne Terror ausschließlich dadurch vermeiden, indem man Nazikreise, Islamistenkreise, RAF-Kreise usw. auslöscht. Das muss man natürlich schon versuchen. Aber diese Kreise sind nur die Beilage. An der Veranlagung, Terrorist zu werden, ändert das nichts. Ein extremer Narzisst, der wegen Talentmangels zu wenig Anerkennung erfährt, der hat einfach das Bedürfnis, andere Leute umzubringen. Welche Leute er da wählt, ist eine traurige Nebensache. Ein Narzisst mit einem Hang zur Xenophobie sucht sich ausländische Opfer. Ein Narzisst, der von der christlichen Kultur gedemütigt wurde, sucht sich christliche Opfer. Ein Narzisst, der von der Luftfahrtindustrie gedemütigt wurde, und selber Pilot war, schließt sich im Cockpit ein und fliegt den Airbus mitsamt allen Insassen gegen einen Berg. Die Mittel lassen sich nicht auslöschen. Gewalttätige Narzissten finden immer eine Überschrift für ihren Hass.

Also, sowohl im guten wie im schlechten, kann man die mentale Veranlagung nur im kleinen Rahmen von außen durch psychologische Strategien verändern. Das ist jedenfalls meine Lebenserfahrung so weit. Sicherlich werde ich noch dazulernen ...
Pjotr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2019, 00:40   #5
männlich hp.haspinger
 
Dabei seit: 08/2019
Beiträge: 77

Standard Liebe Pjotr

Stimmt!
Ein komplexes Problem. Hinzu kommt noch, dass Narzissmus dazu neigt, im Laufe der Jahre an Größe zu gewinnen, eine Krankheit also, die den Betroffenen emporhebt, obwohl es ihm objektiv betrachtet, zusehens schlechter geht.

Lg
Peter
hp.haspinger ist offline   Mit Zitat antworten
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