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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 07.10.2019, 17:17   #1
weiblich Karlchen
 
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Standard Hoffnung

Hoffnung

Haben in dieser Welt,

Vertrauen in die Zukunft?

Ne du, Danke, das entfällt

Her mit der Vernunft!



Vernunft

Ich sag’s dir, die hätt ich gern,

in dieser Welt voll Emotionen

rückt sie doch in weite fern

Wozu also mein Herz verschonen?



Herz

Das ist, was allen fehlt

weg ist unsere Sympathie

selbst die Liebe - unkonkret

Wo ist sie - die Empathie?



Empathie

Das fehlt den meisten

Der fehlt uns - der Schwung

Die immer nur um sich selber kreisen

Tja, wo ist sie - die Hoffnung?



Meine Hoffnung

Hab ich aufgegeben

Als du sie mir genommen

Jetzt hol ich mir zurück mein Leben

Hoffnung ist wiedergewonnen.
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Alt 07.10.2019, 17:56   #2
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Vernunft
Ich sag’s dir, die hätt ich gern,
in dieser Welt voll Emotionen
rückt sie doch in weite fern
Wozu also mein Herz verschonen?

Herz
Das ist, was allen fehlt
weg ist unsere Sympathie
selbst die Liebe - unkonkret
Wo ist sie - die Empathie?
Ich weiß nicht, in welcher Welt du lebst, aber gewiss nicht auf dem Planeten Erde.

Auf der einen Seite wird beklagt, die Menschheit sei kopflastig geworden und echter Emotionen nicht mehr fähig, auf der anderen Seite beklagt man zu viel Emotionalität und zu wenig vernünftiges Denken. Das hat natürlich Gründe, denn die Massen lassen sich durch Emotionen stärker lenken als durch Vernunft. Sogar dann, wenn das Vernünftigere jedem glasklar vor Augen steht. Es ist längst nachgewiesen, dass die meisten Entscheidungen die ein Mensch trifft, emotional begründet sind. Wie sonst kann es sein, dass ein Hundenarr gegen sein besseres Wissen aus einer Zucht den schwächsten und kränklichsten Welpen wählt, weil er einfach am niedlichsten ist und die größeren Kulleraugen machen kann?

Empathie? Was für ein grandioses Wort! Bis zum 20. Jahrhundert existierte es nicht, es ist eine Neuschöpfung. Der Mensch des 20. und 21. Jahrhunderts hat endlich aus der Geschichte gelernt und der Gewalt abgeschworen. Nie war die Welt der Menschheit gewaltfreier als heute, und nie zuvor haben Menschen mit anderen Menschen mehr mitgelitten, sich mehr solidarisch erklärt und mehr unterstützend eingegriffen. Das Elend in der Welt ist groß, und natürlich tut sich hinter dem einen Berg der nächste und der übernächste auf. Das erweckt den Eindruck, das Elend werde immer größer - aber das Gegenteil ist der Fall: Niemals zuvor gab es mehr Initiativen, um dieses Elend zu mildern.

Wie war es vor der "Empathie", also in den Jahrhunderten davor? Gewalt, Grausamkeit, Folter, öffentliche Hinrichtungen, denen Quälereien in für uns schon in Gedanken unerträglichem Maß vorangegangen waren, öffentliche Ausweidungen, Vierteilungen, Pfählungen und Verbrennungen waren Schauspiele, die mit Jahrmärkten verbunden waren. Das war Kurzweil, Unterhaltung und keiner Rede des Mitleids wert. Wen es traf, hatte es verdient oder Pech gehabt.

Mein Gott, junge Dichterin, du stellst Fragen in einer Zeit, die auf unserer Seite des Planeten zu den friedlichsten und glücklichsten zählt. Eigentlich hättest du gar nichts zu hoffen, denn du hast schon alles: Frieden und alle Chancen, dir dein Leben einzurichten. Du darfst sogar deine Meinung frei sagen, ohne dafür im Kerker zu landen und gefoltert zu werden. Ist dir eigentlich klar, wie das Leben der Menschen bis vor zwei- bis dreihundert Jahren aussah? Wenn ein Mensch operiert werden musste, dann bei vollem Bewusstsein, denn Äther und andere Betäubungsmittel gab es nicht.

Sorry wegen dieser Litanei, aber ich erlebe die Klagen junger Leute, vor allem der Mädchen, über die Schlechtigkeit der Welt, Hoffnungslosigkeit und den bevorstehenden Untergang der Menschheit inzwischen schon zu oft. Hoffnungslosigkeit? Sie müssten bloß zurück in die 60er Jahren katapultiert werden, als Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes kein Bankkonto eröffnen durften, nicht arbeiten gehen durften und geschieden werden konnten, wenn sie ihre Hausfrauenpflichten nicht nachkamen oder den Beischlaf verweigerten. Als bei Scheidungen noch die Schuldfrage gestellt wurde, was bei ihrer Verurteilung dazu geführt hatte, dass sie auch für ihre Kinder keinen Unterhalt vom Ex-Mann bekamen.

Das Gejammere über die angeblich so schlechte heutige Zeit kann ich nur darauf zurückführen, dass die Jammerer nicht die Vergleichsgrößen kennen.
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Alt 07.10.2019, 18:38   #3
männlich Pjotr
 
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Ich denke da ähnlich die Du, Ilka-Maria.

Aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob man das Empfinden von Grausamkeiten vollständig objektivieren kann entlang der Menschheitsgeschichte. Es ist ja schon in der Gegenwart so, dass der eine Mensch beim Anblick bestimmter Gewalttätigkeiten sensibler empfindet als der andere. Wie soll man also das Gewaltempfinden neutral messen, wenn es keinen universalen Maßstab gibt, weder entlang der historischen Menschen-Entwicklung, noch in der individuellen Vielfalt. Alles ist relativ. Ich zertrete eine Mücke und empfinde nichts. Jemand anderes mag darüber schockiert sein. Ich wiederum finde den Anblick von Folter in jeglicher Hinsicht zutiefst widerlich und deprimierend, auch in Parodien, Sketchen, Spielen etc. Andere wiederum sehen da gerne hin und sagen: "Ist ja nicht echt!". Und ich sage: "Es zeigt, wie es anderswo echt vollzogen wird." -- Ähnlicherweise haben die mittelalterlichen Menschen vielleicht im Durchschnitt mehr mentale "Hornhaut" gehabt, um Folterungen auch am eigenen Leib weniger schmerzlich zu empfinden, als ich es zum Beispiel tun würde. (Und dabei meine ich jetzt nicht sexuelle Sadomaso-Spiele unter gegenseitigem Einverständnis; das finde ich völlig in Ordnung, wenn kein Schaden entsteht, sondern Freude.) -- Schau Dir die Kickboxer an in der heutigen Zeit, wie die sich die Körper beschädigen, und tagelang, wochenlang Schmerzen davon tragen. Die Körperempfindungen sind so individuell. Also rein mechanisch gemessen, ist die Welt heute wohl weniger brutal als früher. Aber lässt sich diese Relation zu 100% übertragen auf das durchschnittliche Empfinden in der Mentalität des jeweiligen Jahrhunderts? Was meinst Du? Ehrliche Frage.
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Alt 07.10.2019, 19:05   #4
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob man das Empfinden von Grausamkeiten vollständig objektivieren kann entlang der Menschheitsgeschichte. Es ist ja schon in der Gegenwart so, dass der eine Mensch beim Anblick bestimmter Gewalttätigkeiten sensibler empfindet als der andere. Wie soll man also das Gewaltempfinden neutral messen, wenn es keinen universalen Maßstab gibt, weder entlang der historischen Menschen-Entwicklung, noch in der individuellen Vielfalt. Alles ist relativ.
Den Begriff "objektivieren" will ich hier nicht verwenden. Mich interessiert nur, wie Menschen früher auf grausame Vorgänge reagierten, und warum sich das im Laufe der Jahrhunderte geändert hat. Die Aufklärung, zwei Weltkriege und die Erfindung von Massenvernichtungswaffen haben zu einer neuen Sichtweise bestimmt maßgeblich beigetragen. Aber auch vorher schon die Entstehung des Bürgertums, die Entwicklung zum Kapitalismus und die Energie, die man in die bis dahin unbeachteten Kinder (Erben des Kapitals!) steckte.

Das alles ist mir egal in Anbetracht dessen, was die Entwicklung der Wissenschaft seit dem 16. Jahrhundert, also der Neuzeit, der Menschheit gebracht hat und sie prosperieren ließ. Man bedenke nur die Autonomie, die dem Individuum durch folgende Entwicklungen zuerkannt wurde: Der gemeine Mann lernte lesen, konnte die Bibel dank Gutenberg und Luther sogar auf deutsch lesen, Leute wie Owen in Englang und Diesterweg in Deutschland setzen sich für die Rechte der Arbeiterschaft und für die Schuldbildung der Kinder ein, Lasalle begründete die Arbeiterbewegung, aus der die SPD hervorging.

Das ist nicht so lange her,wie mach junger Mensch denkt, meine Urgroßeltern hatten das noch erlebt. Meine Großmutter hatte zwei Weltkriege durchlebt und Zeit ihres Lebens Angst vor dem dritten, der ja mit der Kuba-Krise fast wahr geworden wäre.

Die Alten wussten, wie fragil die Welt in der Zeit des Eisernen Vorhangs war. Inzwischen hat sich viel geändert. Die Welt ist nicht mehr geteilt, sondern vernetzt. Trotz aller Kraftmeierei in manchen Gebieten will niemand mehr einen großen Krieg, weil es keine Gewinner mehr geben kann.

Es gibt sie, die Länder, in denen Menschen klagen könnten, keine Hoffnung zu haben. Sie tun es nicht. Aber hier, in unserem satten, wohlgefälligen Land, klagen die verwöhnten Gören bis zum Himmel.
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Alt 07.10.2019, 19:23   #5
männlich Pjotr
 
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Im heutigen Europa sollten die jungen Leute nicht mehr klagen, weil es früher grausamer zuging?

Das Ziel ist erreicht, und es gibt nichts mehr zu verbessern?
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Alt 07.10.2019, 19:34   #6
männlich Amir
 
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Als du sie mir genomme hast.


Es geht immer um ein " Du". Wer war es denn?
Am Anfang geht es um die ganze Welt, aber dann geht es doch nur um etwas Opportunistisches. DU. DU. DU. DU. Ich.Ich. --> so typisch.
Zitat:
Meine Hoffnung

Hab ich aufgegeben (Präsent --> d.h. du hast keine Hoffnung mehr..paar Sekunden später. Siehe die letzte Zeile.

Als du sie mir genommen

Jetzt hol ich mir zurück mein Leben

Hoffnung ist wiedergewonnen.
(präsent--> also war sie nie weg, aber warum schreibst du dann, dass du keine Hoffnung hast und dann hast du sie doch wieder??
Einfach so, ist die Hoffnung wieder da, davor schien es aber nicht so.
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Alt 07.10.2019, 21:09   #7
männlich BladeRuner
 
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[QUOTE=Ilka-Maria;525763]Ich weiß nicht, in welcher Welt du lebst, aber gewiss nicht auf dem Planeten Erde.

Empathie? Was für ein grandioses Wort! Bis zum 20. Jahrhundert existierte es nicht, es ist eine Neuschöpfung. Der Mensch des 20. und 21. Jahrhunderts hat endlich aus der Geschichte gelernt und der Gewalt abgeschworen. Nie war die Welt der Menschheit gewaltfreier als heute

Woher nimmst du deine Fakten?
Die Welt war noch nie so ungerecht wie heute.
Die Ungleichheit zwischen arm und reich war nie größer als in diesem Augenblick und die Schere geht deutlich Jahr für Jahr auseinander.
Der Global Peace Index geht seit 2007 kontinuierlich zurück und derzeit sind 1% der Weltbevölkerung auf der Flucht vor Krieg. Dies ist der höchste Wert in der Moderne, also seit 1900. Die Zahl der Kriegstoten ist seit 2006 um 300% gestiegen. Die Kosten betragen jährlich 12,6 Billionen Euro.
Also in welcher friedlichen Welt leben wir deiner Meinung nach. Wo ist die positive Entwicklung? Von was redest du Ilka-Maria?
Gruß Blade
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Alt 07.10.2019, 21:37   #8
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Woher nimmst du deine Fakten?
Die Welt war noch nie so ungerecht wie heute.
Die Ungleichheit zwischen arm und reich war nie größer als in diesem Augenblick und die Schere geht deutlich Jahr für Jahr auseinander.
Ich nehme meine Fakten aus der Menschheitsgeschichte, und die ist noch nie zuvor aufgeklärter und humaner gewesen als heute. Gewalt und Kriege sind seit der gesamten Menschheitsgeschichte zurückgegangen, vor allem in der westlichen Welt.

Du dagegen nimmst die Wirtschaftsgeschichte der letzten 60 Jahre zum Maßstab, das greift aber zu kurz, um die Lebensqualität insgesamt zu beurteilen. An erster Stelle steht nämlich die Chance zum Überleben, und die ist deutlich gestiegen. In Deutschland ist jedenfalls in den letzten 200 Jahren seit der indutriellen Revolution und dem Pauperismus in den Städten niemand mehr an Hunger gestorben.

Die heuitige "Schere", die immer weiter auseinandergeht, hat damit überhaupt nichts zu tun, weil sie nämlich gar nicht sein müsste, sondern Ausdruck eines aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus ist. Das ist aber gar nicht das Thema dieses Fadens. Das Thema ist vielmehr "Empathie", und es ist nun einmal so, dass die Menschen vor dem 20. Jahrhundert mit diesem Begriff überhaupt nichts anfangen konnten, weil sie ganz anders sozialisiert waren.

Wir stehen auf einer neuen Entwicklungsstufe, auf der wir, die wir keine Gesellschaftswesen mehr sind, sondern Individuuen, die zwischen diesen beiden Welten jonglieren und sie so zusammenbringen müssen, dass wir weiter überleben, nämlich zwischen der "Empathie" und dem "Selbst".

Und was "Gerechtigkeit" angeht: Vergiss es. Das hat es noch nie gegeben. Definiert hat diesen Begriff noch niemand, und kein System der Welt, weder der Sozialismus noch der Kapitalismus, hat ihn zufriedenstellen können. Er ist ein Abstraktum.
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Alt 07.10.2019, 21:40   #9
männlich Orakel
 
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Empathie ist ein Hoffnungsschimmer
der hilft nicht immer

Empathischen Gruss an Karlchen
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Alt 07.10.2019, 22:03   #10
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Standard Nein Ilka-Maria

Du nimmst deine Fakten nicht aus der Menschheitsgeschichte.
Du nimmst sie aus der europäischen Sicht, die aber nur einen kleinen Ausschnitt zeigt. Alles was du sagst, ist aus dem westeuropäischen Kontext richtig. Aus globaler Sicht aber völlig falsch.
Die Daten der UN, unesco, des global peace index sprechen für die meisten Regionen und Menschen eine andere Sprache.
Du sagst selbst, dass die Ungerechtigkeit hausgemacht ist. Ja, das ist sie und beweist, wie der Mensch 2019 tickt. Nämlich wie eh und je, mörderisch.
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Alt 07.10.2019, 22:11   #11
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von BladeRuner Beitrag anzeigen
Du sagst selbst, dass die Ungerechtigkeit hausgemacht ist. Ja, das ist sie und beweist, wie der Mensch 2019 tickt. Nämlich wie eh und je, mörderisch.
Der "Mensch 2019" - wer soll das sein? Und auch noch mörderisch? Auf welcher ideologischen Schiene bist du denn gelandet?
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Alt 07.10.2019, 22:12   #12
männlich Ralfchen
 
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Ilka - blady ist ein vollidiot. hast du das noch nicht mitgekriegt?
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Alt 07.10.2019, 22:18   #13
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Ilka - blady ist ein vollidiot. hast du das noch nicht mitgekriegt?
Ist mir völlig wurst.

Was mich erschreckt, sind die immer wieder auftauchenden Texte von jungen Menschen, die unsere Welt kurz vor der Apokalypse sehen. Woher haben sie es? Uns ging es in puncto Rundumversorgung, zumindest in Deutschland, so gut wie nie zuvor. Natürlich muss der Staat dafür Schulden ohne Ende machen. Aber solange diese Schulden nicht auf meinem Konto stehen ...

Hat sich schon jemals jemand wegen einer Statistik einen Kopf gemacht, in der er sich eh nicht wiedergefunden hat?

He, Leute ... ihr meckert nur rum und wollt die Welt verbessern, habt euch aber längst in ihr eingerichtet.
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Alt 07.10.2019, 22:25   #14
weiblich frankaaimy
 
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Diese Sicht, die wiederholt in Erscheinung tritt, steht für einen Mangel.
Die Umstände, in denen wir leben sind sehr gut. Da gebe ich Dir völlig recht und die Technologie versorgt uns mit immer neueren Möglichkeiten.

Bei all der schönen Entwicklung, müssen wir uns fragen, was dabei vernachlässigt wird.

Dass das Wort der Apokalypse fällt, zeigt doch nur in welcher Besorgnis und Situation sich jungen Seelen befinden.
Sie sind schlecht aufgeklärt, besitzen zu hohe Maßstäbe, sodass der vorhandene Luxus als unbefriedigend wahrgenommen wird, weil der Materialismus, der Kapitalismus und der Frieden zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

Die junge Generation trägt keine Schuld, sie wissen es nicht besser.
Als passendes Beispiel dienen Eltern, die unsportlich sind und sich ungesund ernähren. Dann wird das Kind dick und möglicherweise krank, weil es das Leben nie anders kennengelernt hat. Zum Schluss ist das Kind schuld, weil es ja dick ist; hätte doch weniger essen können.

Außerdem steigt der prozentuale Anteil der Individualisten mit einem ausgeprägten Grad an Misanthropologie und das, obwohl wir im siebten Himmel leben.

Wenn BladeRuner ein Idiot ist, was bist dann du Ralf?
Ich habe nichts dagegen, dass Ralf allgemein schreibt, aber wieso werden solche persönlichen Herabwertungen, Angriffe und Beleidigungen toleriert?
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Alt 07.10.2019, 22:27   #15
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Standard Du sagst es

Die Betonung liegt auf Deutschland.
Aber eben nicht auf dieser Welt.
Das habe ich dir ja nun deutlich genug gesagt.
Auf welcher ideologischen Schiene ich bin?
Das Fragst du mich?
Frag dich das doch selbst.
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Alt 07.10.2019, 22:29   #16
männlich Ralfchen
 
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die menschen - wie hier in einem lt-forum haben keine ahung von irgend etwas. die jungen natürlich weniger als die älteren mit den entsprechenden erfahrungen. es ist ein karnevals-horror was gepostet wird. also: ich bin froh dass ich poetry nicht gekauft hatte. du bist bewundernswert, all diesen scheißdreck auszuhalten. ich werde mich von diesem kindergarten bald absentieren. ein wenig von meinen bildern schalten aber sonst nichts mehr. ich habe im G4 unerklärlicher weise zigtausend leser für meine texte weiß gar nicht wie die da reinkommen.
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Alt 07.10.2019, 22:44   #17
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Außerdem steigt der prozentuale Anteil der Individualisten mit einem ausgeprägten Grad an Misanthropologie und das, obwohl wir im siebten Himmel leben.
Guter Punkt. Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass Misanthopologie eine große Rolle spielt. Richtig ist aber, dass wir vom kollektivistischen Denken - ehemals alle für einen und einer für allen - in eine Gesellschaft der Individualisten übergegangen sind. Alles nur noch für mich. Gegen mich ist sowieso niemand, denn alle hängen an den gleichen Messgeräten. Jeder für sich, und jeder allein.

Das zeigt deutlich das Streben zur Selbstoptimierung, das von Kopf bis Fuß durchgemessen wird. Was für ein Paradox! Der Mensch will er selbst sein, trägt aber am Körper zig Messinstrumente, um sicher zu sein, dass er der ist, der er sein will. Als ob das früher nicht auch gegangen wäre - nur anders und befriedigender. Auf Details will ich hier gar nicht eingehen.

Eine Gesellschaft aus Individualisten, die alle das Gleiche anstreben und sich anerkennend umarmen, obwohl jeder am liebsten dem andern den Hals umdrehen würde, um an sein Penthouse, seine Yacht und seine Geliebte heranzukommen. Aber das darf niemand mehr äußern, weil es nicht "cool" ist. Heuchelei vom Ersten bis Ultimo.

Aber nun mein Einwand: War das nicht immer so? Schaut mal in die Antike.
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Alt 07.10.2019, 22:51   #18
weiblich frankaaimy
 
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Aber das darf niemand mehr äußern, weil es nicht "cool" ist. Heuchelei vom Ersten bis Ultimo.

Aber nun mein Einwand: War das nicht immer so? Schaut mal in die Antike.
Eine Bekannte einer Bekannten hat ein Problem und zwar muss sie den Haushalt in der Familie perfekt führen, weil sonst der regelmäßige Besuch denken würde, sie sei asozial. Dieser Anspruch und diese Erwartung haben sie krank werden lassen. (Selbstmordversuch)

Als ich das hörte, verlor ich fast meine Haare.

1.) Wie groß der Einfluss und Druck in der Gesellschaft ist, der zu solchen Zwängen führt?
2.) Wie "Sozialsein" mittlerweile funktioniert

- Wo bleibt da die Menschlichkeit und der Raum für Charakter und Freundschaft? Dies ist auch so ein Paradox vom Individualismus, er schafft keine Freiheit, sondern Dronen.

Und natürlich war es schon immer so, Ilka - es war nur anders.
Früher war es eine blaue Schale, heute ist es eine rote.
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Alt 07.10.2019, 23:01   #19
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Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
... seine Yacht und seine Geliebte heranzukommen. Aber das darf niemand mehr äußern, weil es nicht "cool" ist. Heuchelei vom Ersten bis Ultimo.

Aber nun mein Einwand: War das nicht immer so? Schaut mal in die Antike.
Also ist die Empathie (das Mitgefühl) heute doch nicht viel weiter als früher?

(Den Begriff "Mitgefühl", entsprechend übersetzt, gab es sicherlich auch schon in antiken Sprachen.)
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Alt 07.10.2019, 23:01   #20
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Wollte auch nicht sagen, dass es früher besser war, bestimmt nicht.
Aber eben auch nicht schlimmer und den Eindruck hattest du Ilka-Maria versucht zu erwecken.
Dem widerspreche ich und alle Fakten.
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Alt 07.10.2019, 23:02   #21
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
- Wo bleibt da die Menschlichkeit und der Raum für Charakter und Freundschaft? Dies ist auch so ein Paradox vom Individualismus, er schafft keine Freiheit, sondern Dronen.
Nein, Franka, das widerspricht meiner Erfahrung. Die Menschlichkeit setzt sich durch. Auch in einer Gesellschaft, die ins individualistische Lager driftet, suchen Menschen einander. Aber sie tun es außerhalb einer Norm, einfach von selbst, weil es ein Grundbedürfnis ist. Sie müssen es nicht gelehrt bekommen, weder durch Familie noch durch Religion.

Mir macht das kein Kopfzerbrechen. Der Mensch will Familie und schafft Familie. Andere wiederum wollen das nicht. Sie wollen allein bleiben und keine Kompromisse eingehen. Alles gut. Die meisten wollen Famile. Also wo ist das Problem?
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Alt 07.10.2019, 23:06   #22
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Familie haben und wollen, ist kein Indiz für eine gute Lebenseinstellung.
Kann diesen Zusammenhang nicht erkennen.
Stalin hatte auch Familie, na und?
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Alt 07.10.2019, 23:07   #23
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Wollte auch nicht sagen, dass es früher besser war, bestimmt nicht.
Aber eben auch nicht schlimmer und den Eindruck hattest du Ilka-Maria versucht zu erwecken.
Dem widerspreche ich und alle Fakten.
Da liegst du aber aber auf ganzer Linie falsch. Es war z.B. der Normalfall, einem Dieb - ganz egal, ob er ein Goldstück oder wegen Hunger ein Ei geklaut hatte - beide Hände abzuhacken. Und niemand fand das ungerecht. Du solltest dich mal in die Rechtsgeschichte einlesen oder dich im Kriminalmuseum in Rothenburg umsehen, wie Rechtsprechung früher war.

Schon mal etwas vom Schuldenturm gehört. Oder von der "Wegschnapp" in Köln?
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Alt 07.10.2019, 23:11   #24
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So gesehen hast du recht und stimme dir zu.
Jeder hat die Freiheit sich für ein Leben zu entscheiden, das er leben will.
Die Probleme sehe ich in den Umständen.

Beispielsweise die Arbeitsideologie. Kinder fordern Zeit und Geld und kinderlose Menschen sind bereits mit der Arbeit überfordert. Vielleicht nicht alle, aber definitiv eine Masse, die man nicht ignorieren sollte.
Tritt nun ein Teil der kinderlosen Masse, die auf Arbeit bereits Zeichen der Unzufriedenheit zeigt, in die Kinderschaft, so ist das unwiderrufliche Resultat Vernachlässigung. Denn Zeit und Geld und Liebe geben, können nur die Wenigsten.

Das ist nur ein Gedanke von vielen und sicher kann jeder sich gesund abgrenzen und für sein Wohl sorgen. Ich denke, dass das erstmal genug ist.

Jedenfalls verstehe ich Menschen, die sich gegen eine Familie entscheiden und ihr eigenes Tempo leben wollen. Das ist eine gute Seite des Individualismus.
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Alt 07.10.2019, 23:12   #25
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Du solltest lieber deine eurozentristische Brille abnehmen.
Hände werden immer noch abgehackt und Kinder zum Tode verurteilt.
Und wer den Wutbürgern aufs Maul schaut, weiß was gedacht, gemeint, gewollt wird.
Der Mensch hat zu jeder Zeit bewiesen, dass er mörderisch ist.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne
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Alt 07.10.2019, 23:24   #26
weiblich Ilka-Maria
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Zitat:
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Jedenfalls verstehe ich Menschen, die sich gegen eine Familie entscheiden und ihr eigenes Tempo leben wollen. Das ist eine gute Seite des Individualismus.
Muss gar nicht sein.

Ich stand mit meinem Sohn allein und hab's auch hingekriegt. Da stellte sich die Frage nach Familie nicht mehr, weil sich der Vater ausgeblendet hatte. Mit Entscheidung hatte es nichts mehr zu tun, dass sowohl ich wie auch mein Sohn sich zu Individualisten entwickelten. Es ging gar nicht mehr anders. Wir waren keine Familie mehr, sondern ein Team von zwei Individualisten, die nur so funktionieren konnten. Und da steckt mehr Vertrauen drin als in jeder familiären Konstruktion, in der Menschen auch mal gegeneinander arbeiten. Das konnten wir uns beide aber nicht leisten. Und das schweißt meinen Sohn und mich bis heute zusammen, obwohl wir völlig unterschiedliche Typen sind.

Hört mir bloß auf mit Kollektiv und Familie. Meine Mutter ist seit sieben Monaten in einem Heim, und nicht einer aus der Familie hat nach ihrem Befinden gefragt.
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Alt 07.10.2019, 23:50   #27
weiblich frankaaimy
 
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Wenn ihr ein Team seid, dann ist das doch super!
Ich lebe auch allein, aber ohne Sohn.
Ich bin kompliziert und komme mit Menschen nicht zurecht, die langsamer als ich sind. Unzählige Male versuchte ich es. Dass das nicht gesund und eigentlich falsch ist, weiß ich. Ich kann es aber nicht kontrollieren und habe aufgegeben, es zu wollen.
Die Akzeptanz und das Loslassen, erfolgten erst sehr spät im Leben.

Mit Heimen ist das sehr schwierig. Ich kenne das auch. Deiner Mama alles Gute...

Bin weg für heute.

a
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Alt 08.10.2019, 09:28   #28
weiblich Ilka-Maria
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Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen
Ich bin kompliziert und komme mit Menschen nicht zurecht, die langsamer als ich sind. Unzählige Male versuchte ich es. Dass das nicht gesund und eigentlich falsch ist, weiß ich.
So? Ich halte das für völlig normal. Mit meinem Tempo hält auch kaum jemand mit. Trotzdem komme ich mit anderen Menschen aus. Wer sich an mich dranhängt, weil er Unterstützung braucht, bekommt sie ohne Wenn und Aber, aber ich dränge niemandem mein Tempo auf. Wenn es um Dinge für mich selbst geht, wurstele ich lieber gleich allein vor mich hin. Ich kann mir auch nicht vorstellen, nochmal meine Wohnung mit jemandem zu teilen.

Als ungesund kann ich das nicht bezeichnen. Nicht jeder Mensch ist für das Kollektiv gebaut. Es gibt nun mal die klassischen Einzelgänger. Und letztlich sind alle Menschen komplizierte Wesen.
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