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Alt 16.06.2018, 12:34   #1
Stachel
 
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Standard Abschied

Soeben hatte er den Löffel abgegeben. Er war fertig, fix und fertig, wie man so sagt. Lange Abschiede waren noch nie sein Ding. In seiner überschaubaren Lebensspanne hatte er tolle Momente erfahren dürfen und eben noch war sein Dasein geradezu köstlich gewesen. Solche Momente waren verdammt rar gesät. Auf der einen Seite empfand er das immer als ausgesprochen schade, aber auf der anderen Seite versuchte er so gut es ging, auch diesem Umstand noch etwas Positives abzutrotzen: Er genoss die seligen Augenblicke um so mehr. Jetzt war aber die Zeit gekommen zu scheiden. Es tat ihm leid, sie alleine zurücklassen zu müssen. Wie gerne hätte er sich noch mehr um sie gekümmert, wie gerne noch ein letztes Mal …

Ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken: „Es freut mich, dass dir die Suppe so gut geschmeckt hat. Reichst du mir bitte auch noch den Teller rüber? Und dann sieh zu, dass du pünktlich zum Hafen kommst. Und kehr heile wieder!“
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Alt 17.06.2018, 11:40   #2
weiblich DieSilbermöwe
 
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Lieber Stachel,

eine hübsche kleine Geschichte zum Schmunzeln - auch wenn man ahnt, wie die Geschichte endet

LG DieSilbermöwe
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Alt 05.11.2018, 16:12   #3
Stachel
 
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Beiträge: 868


Es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt, liebe Silbermöwe.
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Alt 06.11.2018, 17:07   #4
weiblich Serpentina
 
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Hallo Stachel,

deine Zeitschlaufengeschichte gefällt mir auch ausgesprochen gut.
Die unaufgeregte Rückschau des Protagonisten, als er den Löffel abgibt, also weiss, dass er nun stirbt und sich das schliesslich als konkrete Vorahnung herausstellt, stellt einem die Nackenhaare auf.


LG,
Serpentina
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Alt 06.11.2018, 18:22   #5
weiblich DieSilbermöwe
 
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Zitat:
Zitat von Serpentina Beitrag anzeigen
Hallo Stachel,

deine Zeitschlaufengeschichte gefällt mir auch ausgesprochen gut.
Die unaufgeregte Rückschau des Protagonisten, als er den Löffel abgibt, also weiss, dass er nun stirbt und sich das schliesslich als konkrete Vorahnung herausstellt, stellt einem die Nackenhaare auf.

LG,
Serpentina
???? Also einer von uns hat die Geschichte falsch verstanden.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2018, 19:10   #6
weiblich Serpentina
 
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Hmmmm. Die Möglichkeit ist wahrscheinlich.
Wie hast du sie denn verstanden?
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Alt 07.11.2018, 07:37   #7
weiblich DieSilbermöwe
 
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Beiträge: 3.442


Als eine Geschichte zum Schmunzeln. Es wird etwas angedeutet, was aber eigentlich dann ganz anders (nämlich wörtlich und nicht im übertragenen Sinne) zu nehmen ist:

Zitat:
.Ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken: „Es freut mich, dass dir die Suppe so gut geschmeckt hat. Reichst du mir bitte auch noch den Teller rüber? Und dann sieh zu, dass du pünktlich zum Hafen kommst. Und kehr heile wieder!“
Auch noch den Teller rüber reichen soll er, weil er den Löffel ja bereits abgegeben hat und fix und fertig mit dem Essen ist.
Es geht um einen ganz normalen Abschied, der Protagoniste begibt sich auf eine längere Reise mit dem Schiff, vielleicht ist er Matrose und solche Abschiede erlebt er öfters.
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2018, 11:51   #8
weiblich Serpentina
 
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Beiträge: 415


Da muss ich jetzt aber doppelt schmunzeln, denn ich hatte den Protagonisten auf hoher See sterben sehen und switchte dann mit ihm in die Zeit, bevor er auf seine letzte Reise ging und hatte dann die übertragene Bedeutung als reale Vorahnung interpretiert.
Die reale Vorahnung braucht es hier aber gar nicht.
Abschied vor einer alltäglichen Reise und Abschied von der Lebensreise im übertragenen Sinne genügt.
Serpentina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2018, 23:33   #9
männlich Heinz
 
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Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 4.469


Lieber Stachel,
ich sehe Dich grinsend die Kommentare lesen. Mit dem Eingangssatz bringst Du aber auch eine Floskel rein, die zunächst Serpentinas Reaktion erklärt. "Den Löffel abgeben" - das bringt mich vielleicht auf die Idee, eine Geschichte mit "und er ging über die Wupper" zu beginnen.
Du bist aber auch ein Schlimmer!
Liebe Grüße,
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
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