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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 11.12.2019, 21:20   #1
männlich Ex-MiauKuh
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 2.046

Standard Hier: Für dich, du jämmerlicher Loser

Keine Sau juckt, was du sagst,
scheiß egal, was du so magst,
niemand will das wissen!

Ob du auf der Brücke stehst,
wieder Richtung Kneipe gehst,
niemand will das wissen!

Keine Sau juckt, ob du flennst,
scheiß egal, wo du nachts pennst,
niemand will das wissen!

Ob du weinst, verliebt bist, äh,
mimimi, heul, wäh, wäh, wäh,
niemand will das wissen!

Keine Sau juckt, was du wählst,
ob du springst, weil du dich quälst,
niemand wird dich je vermissen!
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2019, 21:27   #2
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 38
Beiträge: 5.159

Boah, das ist schon hart.
Aber so isses, so sind manche, immer mitten in die Fresse rein.

Ich lese da soviel Wut, auf der einen Seite. Oder genervt sein von jemandem.
Auf der anderen Seite scheint es eine echt arme Wurst zu geben, die tatsächlich einsam ist.
Warum nur? Was ist da los?
Ist derjenige kompliziert, komisch, nervig...
Oh weh.

Ich krieg grad Grundfragen.
Wird mich jemand vermissen...
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2019, 21:32   #3
weiblich Ilka-Maria
Forumsleitung
 
Benutzerbild von Ilka-Maria
 
Dabei seit: 07/2009
Ort: Arrival City, auf der richtigen Seite des Mains
Beiträge: 24.305

Das ist zynisch , obwohl mir klar ist, was du meinst: Manchen Leuten kann man nicht helfen, selbst wenn man wollte.

Andererseits stellt sich mir die Frage, wer der wirklichliche Loser ist: Der Typ auf dem Brückengelände mit Blick in die Tiefe oder die Menschen in seinem Umfeld, die ihm keine andere Wahl lassen.

Klar: Die "Klugen", die sich gar für weise halten, sagen dann, man habe immer eine Wahl. Aber wenn ein "Loser" schon oft gewählt, aber jedesmal verloren hat, wenn jeder Optimismus und jede Hoffnung aufgebraucht ist, was dann?
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2019, 22:39   #4
männlich Ex-JavaScript
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 661

Stark. Rüttelt einen auf. Ilka hat aber auch recht. Was für Möglichkeiten bestehen denn? Das Umfeld trägt auch eine gewisse Verantwortung.
Ex-JavaScript ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2019, 22:46   #5
männlich Ex-JavaScript
abgemeldet
 
Dabei seit: 04/2010
Beiträge: 661

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Boah, das ist schon hart.
Aber so isses, so sind manche, immer mitten in die Fresse rein.

Ich lese da soviel Wut, auf der einen Seite. Oder genervt sein von jemandem.
Auf der anderen Seite scheint es eine echt arme Wurst zu geben, die tatsächlich einsam ist.
Warum nur? Was ist da los?
Ist derjenige kompliziert, komisch, nervig...
Oh weh.

Ich krieg grad Grundfragen.
Wird mich jemand vermissen...
Ich werde dich vermissen. Nur, was bringt dir das? Nichts. Alles hat keinen Wert, wenn wir solche Gefühle rationalisieren, darum lieber gar nicht die Frage stellen:was es bringt? Der Utilitarismus ist eine Sackgasse.
Ex-JavaScript ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2019, 23:12   #6
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 15.251

extrem geiler Text Werner - voll aus der schatulle pandoras gefiltert...

vlg
r
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2019, 07:52   #7
weiblich DieSilbermöwe
 
Benutzerbild von DieSilbermöwe
 
Dabei seit: 07/2015
Alter: 57
Beiträge: 4.677

Lieber MiauKuh,

faszinierender Text. Ich sehe ihn als Selbstgespräch des LI und zwar so: Wenn man das erstmal kapiert hat, dass es so ist und man sowieso jedem egal ist, dann kann einem nichts mehr passieren (keine seelischen Verletzungen). Der Text erinnert mich an dunkle Stunden (ist schon sehr lange her) und das Fazit daraus: Wenn es sowieso keinen interessiert, so interessiert es doch mich selbst, was aus mir wird. Ich muss dafür sorgen, dass es mir gut geht. Und diejenigen, denen es egal ist, ob ich von der Brücke springe, na, die können mich mal.

Ich habe übrigens den Eindruck, je weiter der Text fortschreitet, umso wütender wird das LI und das ist gut so.

LG DieSilbermöwe
DieSilbermöwe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2019, 13:47   #8
weiblich AlteLyrikerin
 
Benutzerbild von AlteLyrikerin
 
Dabei seit: 11/2018
Ort: Burglengenfeld
Alter: 69
Beiträge: 1.525

Gefällt auch mir, weil es ganz und gar schnörkellos zornig ist. Lesen kann man den Text auf die Art von Silbermöwe, aber auch ganz anders. Das macht ihn sehr vielschichtig.
Sehr gerne gelesen, AlteLyrikerin.
AlteLyrikerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2019, 18:23   #9
männlich Ex-MiauKuh
abgemeldet
 
Dabei seit: 08/2017
Beiträge: 2.046

Hallo zusammen!
Vielen dank für eure Kommentare :-)

Ich gehe einzeln darauf ein.

Zitat:
Zitat von Unar die Weise Beitrag anzeigen
Boah, das ist schon hart.
Aber so isses, so sind manche, immer mitten in die Fresse rein.

Ich lese da soviel Wut, auf der einen Seite. Oder genervt sein von jemandem.
Auf der anderen Seite scheint es eine echt arme Wurst zu geben, die tatsächlich einsam ist.
Warum nur? Was ist da los?
Ist derjenige kompliziert, komisch, nervig...
Oh weh.

Ich krieg grad Grundfragen.
Wird mich jemand vermissen...
Hey Unar ,
jap, es war mit voller Wucht und Absicht so hart geschrieben. Mich betrifft es nicht, obwohl ich aber weiß, wie es ist gemobbt zu werden.
Mir ging es um die Darstellung der Gedanken von Arschlöchern, die andere runtermachen. Sie sind wohl voller Zorn, Fiesheit und Boshaftigkeit.
Dich wird jemand vermissen.

Liebe Grüße!

Zitat:
Zitat von Ilka-Maria Beitrag anzeigen
Das ist zynisch , obwohl mir klar ist, was du meinst: Manchen Leuten kann man nicht helfen, selbst wenn man wollte.

Andererseits stellt sich mir die Frage, wer der wirklichliche Loser ist: Der Typ auf dem Brückengelände mit Blick in die Tiefe oder die Menschen in seinem Umfeld, die ihm keine andere Wahl lassen.

Klar: Die "Klugen", die sich gar für weise halten, sagen dann, man habe immer eine Wahl. Aber wenn ein "Loser" schon oft gewählt, aber jedesmal verloren hat, wenn jeder Optimismus und jede Hoffnung aufgebraucht ist, was dann?
Hallo Ilka,

Man hat allerhöchstens die Wahl alles zu beenden. Eine andere bleibt doch manchmal wirklich nicht grade in ausweglosen Situationen, wo alle Hoffnung und aller Optimismus aufgebraucht sind, keine Freunde. Tja, was dann? Trotzdem berechtigt das nicht zu solch zornigem Denken oder Aussprechen, wie in meinem Gedicht.

Dankeschön für deinen Kommentar.

Zitat:
Zitat von Eisenvorhang Beitrag anzeigen
tjo...

favorit, miau
Hey Eisenvorhang!

Tjo, Favorit?

Liebe Grüße

Zitat:
Zitat von Amir Beitrag anzeigen
Stark. Rüttelt einen auf. Ilka hat aber auch recht. Was für Möglichkeiten bestehen denn? Das Umfeld trägt auch eine gewisse Verantwortung.
Hey Amir,
genau, das Umfeld hat auch eine Verantwortung und Mitmenschen muss man nicht untergehen lassen.

Liebe Grüße

Zitat:
Zitat von Ralfchen Beitrag anzeigen
extrem geiler Text Werner - voll aus der schatulle pandoras gefiltert...

vlg
r
Hey ralfchen,

ein fieser Text ... unsere Emotionen sind ja nicht nur schnuckischnuff, sondern auch .. Bosheit, Zorn, Wut...

Zitat:
Zitat von DieSilbermöwe Beitrag anzeigen
Lieber MiauKuh,

faszinierender Text. Ich sehe ihn als Selbstgespräch des LI und zwar so: Wenn man das erstmal kapiert hat, dass es so ist und man sowieso jedem egal ist, dann kann einem nichts mehr passieren (keine seelischen Verletzungen). Der Text erinnert mich an dunkle Stunden (ist schon sehr lange her) und das Fazit daraus: Wenn es sowieso keinen interessiert, so interessiert es doch mich selbst, was aus mir wird. Ich muss dafür sorgen, dass es mir gut geht. Und diejenigen, denen es egal ist, ob ich von der Brücke springe, na, die können mich mal.

Ich habe übrigens den Eindruck, je weiter der Text fortschreitet, umso wütender wird das LI und das ist gut so.

LG DieSilbermöwe
Liebe DieSilbermöwe,

das ist eine sehr interessante Sichtweise, die sich aber tatsächlich aus dem Text ergeben kann. Dein letzer Satz: Ja! Genauso war es beabsichtigt, es musste in dem völligen Egal-Sein des lyrischen Du enden. So richtig ... weniger als der Hundeschiss unter meiner Schuhsohle wert.

Fies eben.
Liebe Grüße!

Zitat:
Zitat von AlteLyrikerin Beitrag anzeigen
Gefällt auch mir, weil es ganz und gar schnörkellos zornig ist. Lesen kann man den Text auf die Art von Silbermöwe, aber auch ganz anders. Das macht ihn sehr vielschichtig.
Sehr gerne gelesen, AlteLyrikerin.
Hallo Altelyrikerin,

mich freut dein Lob und das "schnörkellos zornig" :-) So wollte ich es geschrieben haben. Hat ja geklappt.

Auch dir: Liebe Grüße!

- MiauKuh
Ex-MiauKuh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2019, 23:05   #10
männlich stephanius
 
Dabei seit: 06/2016
Ort: Sachsen
Beiträge: 388

Hi MK, technisch perfekter Text
zum schwierigen Thema, ist gelungen.
Ist wohl gerade die dunkle Jahreszeit die
zu solchen Themen anregt, obwohl sie nicht
immanent damit verbunden sind. Solche
Fragen die Du ansprichts sind zeitlos und
immer da und rufen immer nach Antwort
die meist keiner geben kann oder geben will.
Sehr gern gelesen. LG St.
stephanius ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2019, 23:44   #11
weiblich frankaaimy
 
Dabei seit: 07/2019
Beiträge: 136

Die Wut, die aus der Verzweiflung resultiert, die Stimme des ewigen und tiefen Zweiflers, kommt bei dem Gedicht sehr gut zur Geltung und rüttelt wach.
Die Fragen, die Ilka-Maria hier aufgreift halte ich für sinnstiftend und relevant.

Ein Bekannter eines Freundes ist nach einem Schicksalsschlag vollständig in die Einsamkeit abgerutscht. Er lebt mittlerweile seit 12 Jahren vollkommen allein. Die flüchtigen Bekanntschaften, die er noch besitzt sind deutschlandweit verstreut und haben Familie, Kind und Kegel.

Letztens telefonierte ich mit ihm und er sagte mir, wie schwierig es sei, trotz etlicher Versuche wieder in die Gesellschaft zu finden.

Dass es da Menschen geben muss, die das nicht aushalten und dem Ende setzen müssen, kann ich irgendwie verstehen.
Ich denke es ist sehr wichtig eine sehr starke Autonomie zu besitzen, damit man auch in dürren Zeiten überleben kann.

Ich selbst hatte ebenso eine kurze Phasen, in der ich alleine im Ausland lebte.
Es war füchterlich.
frankaaimy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2019, 23:53   #12
männlich Ralfchen
 
Benutzerbild von Ralfchen
 
Dabei seit: 10/2009
Alter: 74
Beiträge: 15.251

Zitat:
Zitat von frankaaimy Beitrag anzeigen

Ich selbst hatte ebenso eine kurze Phasen, in der ich alleine im Ausland lebte.
Es war füchterlich.

NA JA auslandsurlaube sind oft vom schlechten wetter verpfuscht. hatte das zweimal in thailand erlebt.

was ist autonomität für eine stupider quargel?
Ralfchen ist offline   Mit Zitat antworten
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