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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 26.11.2017, 20:01   #1
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Standard Grau

Schwermut hält mich fest umfangen;
Tag und Nacht wie Endmoränen,
Auffangbecken für die lauen Tränen,
die einstens heiß dem Glück entsprangen.

Trübnis liegt in allen Stunden.
Dunkler Himmel tränkt die Sonne;
Weit und breit kein Funke Wonne.
Niemals werde ich davon gesunden.

Rostzerfressen starrt der Hügel.
Angstvoll schweigt die Kreatur.
Erdenleben scheint dem Tod geweiht.

Gifte jagen schnellend ohne Zügel.
Feindin ist nun die Natur.
Ich schaue stumm und falle aus der Zeit.


11.11.2017
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.11.2017, 20:26   #2
weiblich Unar die Weise
 
Benutzerbild von Unar die Weise
 
Dabei seit: 10/2016
Ort: in einem sagenhaften Haus
Alter: 37
Beiträge: 4.843

Standard Guten Abend Thing,

aus deinem Gedicht lese ich die Bereitschaft aufzugeben.
Sich zu ergeben.

Das lässt mich traurig zurück.

Aber ich freue mich, endlich wieder von dir lesen zu dürfen.
Deine Metaphern sind unvergleichlich gut gewählt.

Ich wünsche dir alles Liebe.
Deine Unar
Unar die Weise ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2017, 22:42   #3
männlich Gemini
gesperrt
 
Dabei seit: 05/2006
Alter: 46
Beiträge: 1.349

Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Schwermut hält mich fest umfangen;
Tag und Nacht wie Endmoränen,
Auffangbecken für die lauen Tränen,
die einstens heiß dem Glück entsprangen.

Trübnis liegt in allen Stunden.
Dunkler Himmel tränkt die Sonne;
Weit und breit kein Funke Wonne.
Niemals werde ich davon gesunden.

Rostzerfressen starrt der Hügel.
Angstvoll schweigt die Kreatur.
Erdenleben scheint dem Tod geweiht.

Gifte jagen schnellend ohne Zügel.
Feindin ist nun die Natur.
Ich schaue stumm und falle aus der Zeit.


11.11.2017
Haha

Wolle ma loslegen?

Moränen verfügen über kein Gift.
Kein Kontext.

Ich...

Nein, warte ich muss kurz Ohm sagen. Ohm, Ohm

Ich kann keinerlei Bezug zu einem ?Rostzerfressenem Hügel? und einer Endmoräne herstellen

Und ein Semikolon beschreibt den Beginn eines Halbsatzes

Weißt du, wer die besten Kritiker sind?

Die Dichter selbst!


Niemals werde ich davon gesunden.


Ja, ich weiß, aber du brauchst nicht zu versuchen andere damit anzustecken.

Gem
Gemini ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2017, 23:08   #4
männlich Amir
 
Benutzerbild von Amir
 
Dabei seit: 04/2010
Ort: Schweiz
Beiträge: 742

Zitat:
"Ich schaue stumm und falle aus der Zeit."
Hoffentlich fällt die Zeit vor dir um. Diese Zeit. Sie lässt uns keine Ruh und wenn sie uns verlässt, dann für immer und ewig. Muss sie so stur sein?

Tolle Zeile.
Amir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.11.2017, 23:16   #5
männlich Gemini
gesperrt
 
Dabei seit: 05/2006
Alter: 46
Beiträge: 1.349

Zitat:
Zitat von Amir Beitrag anzeigen
Tolle Zeile.

Amir, bist du auf Droge?
Gem
Gemini ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2017, 16:15   #6
männlich Georg C. Peter
 
Benutzerbild von Georg C. Peter
 
Dabei seit: 03/2017
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 414

Zitat:
Zitat von Thing Beitrag anzeigen
Ich schaue stumm und falle aus der Zeit.
11.11.2017
Liebe Thing,

willkommen zurück!
Auch ich bin großer Fan der letzten Zeile:
Man kann ja aus allem Möglichen fallen und von allem Möglichen herunterfallen,
aber stumm aus der Zeit zu fallen bedeutet:
Fallen in eine andere Dimension.

Die ungewisse Frage bleibt: Wohin geht der Fall?
Beklemmende Verse, wortstark umgesetzt!

Liebe Grüße von
Georg
Georg C. Peter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.12.2017, 01:30   #7
männlich Orakel
 
Benutzerbild von Orakel
 
Dabei seit: 10/2012
Ort: Nah am Wurmlöch
Alter: 60
Beiträge: 1.244

Grade wollte ich ein Grab buchen
Jetzt warte ich nochmal

Nicht um dir den Vortritt zu lassen
Orakel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.12.2017, 15:59   #8
männlich Heinz
 
Benutzerbild von Heinz
 
Dabei seit: 10/2006
Ort: Hilden, NRW
Beiträge: 5.271

Hallo Thing,
dass der Schwermut das LI in den Fängen hält, geht aus deinem Gedicht sehr deutlich hervor.
Dass Gem mit der Moräne etwas anderes meint als Du, scheint auch klar.
Was ich zu "Endmoräne" anmerken möchte: "Umfangen" scheint mir ein bisschen daneben zu liegen.
"Schwermut hält mich fest umfangen;
Tag und Nacht wie Endmoränen"
Die Metapher "hinkt" ein wenig und ich schlage vor
Schwermut will mich ganz bedecken (begraben)
-klar, der Reim ist im Eimer - vielleicht:
Schwermut will mich ganz begraben -
Tag und Nacht wie Endmoränen,
Lagerstatt für laue Tränen
sind, die wir seit langem nicht mehr haben.
Dass mir solche Töne nicht behagen, muss ich Dir nicht sagen. Rasu aus der Matratzengruft - heute haben wir 10 Grad plus - das lässt hoffen.
Schöne Weihnacht!
Heinz
Heinz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2018, 12:35   #9
männlich Eisenvorhang
 
Dabei seit: 04/2017
Beiträge: 1.723

Grandioses Gedicht, wenngleich der Inhalt eine sehr traurige Gegebenheit in Händen hält.

Ich fühle mit und bewundere deine Sprachgewandheit, Thing.

vlg

EV
Eisenvorhang ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2018, 18:04   #10
männlich ganter
 
Benutzerbild von ganter
 
Dabei seit: 04/2015
Beiträge: 1.785

Standard Grenzwall

Liebes Thing,

im November hast Du den Zustand der Schwermut beschrieben. Hat sich Dein Empfinden jetzt im Vorfrühling zu neuer Sichtweise aufgerappelt – ich hoffe es.
Ansonsten ist Dein Text stark, eindringlich wie ein Käthe-Kollwitz-Holzschnitt.

Herzliche Grüße
-ganter-
ganter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2018, 09:01   #11
Thing
R.I.P.
 
Benutzerbild von Thing
 
Dabei seit: 05/2010
Alter: 74
Beiträge: 35.150

Zitat:
Zitat von Georg C. Peter Beitrag anzeigen
Liebe Thing,


Fallen in eine andere Dimension.

Beklemmende Verse, wortstark umgesetzt!

Liebe Grüße von
Georg
Lieber Georg C. Peter -

Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!
Hab Dank für Deinen Kommentar
von
Thing
Thing ist offline   Mit Zitat antworten
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