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Lebensalltag, Natur und Universum Gedichte über den Lebensalltag, Universum, Pflanzen, Tiere und Jahreszeiten.

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Alt 22.04.2014, 21:17   #1
weiblich Ilka-Maria
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Standard Eine Liebe aus früher Zeit

Ich liebte den frischen Morgen,
die Feuchte vom Regen der Nacht,
das Erdenzelt frei von Sorgen,
des Sonnenstrahls frühwarme Wacht.

Ich liebte die heißen Straßen,
den Schwitzdunst von Teer und Asphalt,
kein nackter Fuß hatte Blasen,
wir waren’s gewöhnt – Jung und Alt!

Ich liebte die Krachgewitter,
das Schlagzeugkonzert der Natur,
das giftige Schwefelgitter,
gekreuzt in der Wolkenspur.

Den Sommer liebte ich immer,
sein Exzess, seine wilde Kraft,
heut ist er ein vager Schimmer
seines Zaubers und alten Macht.

Nie mehr erfüllt eine Liebe
wie der Sommer mir Herz und Leib,
er ist autark, ohne Triebe,
und ich bin sein Zeitvertreib.

22. April 2014
© Ilka-Maria
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Alt 23.04.2014, 09:43   #2
Thing
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Beiträge: 35.150

Standard Hallo, Ilka-Maria -

Du meine Güte, wie fühle ich mich an Kindertage erinnert!
Hineintauchen möchte ich.
"Schlagzeugkonzert der Natur" - prima!

Aber dies
Zitat:
sein Exzess,
geht leider nicht.Einfach den Exzess?

Danke für das Gedicht!
Thing
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Alt 23.04.2014, 09:53   #3
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
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Beiträge: 10.927

Hallo Ilka,

Eine heiße Liebeserklärung an die kraftvollen Äußerungen der Natur vergangener Zeiten. Ab "Exzess" ist das Metrum seltsam, auch müsste es "seinen Exzess" heißen. "Autark" drückt kraftvolle Selbstständigkeit aus, wo du wirkungslose Selbstbezogenheit meinst. Ein Vorschlag:

die Feuchte des Regens bei Nacht

Den Sommer liebte ich immer
als Kraft einer glitzernden Schlacht,
heut ist er ein vager Schimmer
des Zaubers der alten Macht.

Und nie mehr erfüllt eine Liebe
wie dieser mein Herz, meinen Leib,
der neue ist bar aller Triebe
und nutzt mich als Zeitvertreib.

LG gummibaum
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Alt 23.04.2014, 10:30   #4
weiblich Ilka-Maria
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Ja, stimmt, ich muss das nochmal überarbeiten.

Danke und lieben Gruß
Ilka
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Alt 23.04.2014, 20:20   #5
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Zitat:
Zitat von gummibaum Beitrag anzeigen
Hallo Ilka,

Eine heiße Liebeserklärung an die kraftvollen Äußerungen der Natur vergangener Zeiten. Ab "Exzess" ist das Metrum seltsam, auch müsste es "seinen Exzess" heißen. "Autark" drückt kraftvolle Selbstständigkeit aus, wo du wirkungslose Selbstbezogenheit meinst. Ein Vorschlag:

die Feuchte des Regens bei Nacht

Den Sommer liebte ich immer
als Kraft einer glitzernden Schlacht,
heut ist er ein vager Schimmer
des Zaubers der alten Macht.

Und nie mehr erfüllt eine Liebe
wie dieser mein Herz, meinen Leib,
der neue ist bar aller Triebe
und nutzt mich als Zeitvertreib.

LG gummibaum
So, ihr Lieben, da ich Euch ernst nehme, bin ich in mich gegangen und über mein "Werk" hergefallen.

Zu Deinen Vorschlägen, gummibaum:

"... als Kraft einer glitzernden Schlacht ..." klingt mir einesteils zu bombastisch (ich will aus dem Sommer keinen Kriegsherren machen), andernteils erinnert mich das Geklitzer an Katzensilber. Anders gesagt: Es trifft nicht das Gefühl, das ich ausdrücken wollte.

"... des Zaubers der alten Macht ..." hatte ich übernommen, bin dann aber trotzdem davon weggekommen. Ich war damit nicht zufrieden. Das allein hat mich eine halbe Stunde Kopfzerbrechen gekostet.

Die richtig harte Nuss ist die letzte Strophe gewesen. Da haut dein Vorschlag, lieber gummibaum, auch nicht ganz hin, was den Rhythmus angeht. Da ist mir eigentlich erst richtig bewusst geworden, wie schwierig dieses Gedicht ist, wenn ich bei dem bleiben will, was ich gefühlsmäßig mitteilen möchte.

Insofern waren deine Verbesserungsvorschläge eine große Hilfe, sie waren nämlich der Schlag mit der Eisenstange auf den Hinterkopf, um das Denkvermögen zu erhöhen, vor allem aber, sich Zeit zu nehmen. Ich hatte das Gedicht nämlich unter Zeitdruck geschrieben (womit ich aber meine Verfehlungen nicht entschuldigen will).

So, das wär's. Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Neufassung
Eine Liebe aus früher Zeit

Ich liebte den frischen Morgen,
die Feuchte vom Regen der Nacht,
das Erdenzelt frei von Sorgen,
des Sonnenstrahls frühwarme Wacht.

Ich liebte die heißen Straßen,
den Schwitzdunst von Teer und Asphalt,
kein nackter Fuß hatte Blasen,
wir waren’s gewöhnt – Jung und Alt!

Ich liebte die Krachgewitter,
das Schlagzeugkonzert der Natur,
das giftige Schwefelgitter,
gekreuzt in der Wolkenspur.

Den Sommer liebte ich immer
in seiner fiebrig-wilden Kraft,
heut ist er ein vager Schimmer
des alten Zaubers, bar der Macht.

Nie wieder füllt mir solche Liebe
wie damals Seele, Herz und Leib,
der Sommer ist heut ohne Triebe
und taugt nicht mal zum Zeitvertreib.

23. April 2014
© Ilka-Maria
Ilka-Maria ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2014, 21:39   #6
gummibaum
 
Dabei seit: 04/2010
Alter: 66
Beiträge: 10.927

Für mich bleiben die ersten drei Stophen die besseren, Ilka.

Liebe Grüße
gummibaum
gummibaum ist offline   Mit Zitat antworten
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