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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 07.06.2006, 23:13   #1
Principa
 
Dabei seit: 11/2005
Beiträge: 8

Standard Der Sterbende

Er war gebrochen
Als er kehrte zurück
Man hat seinen Verlust gerochen
Denn er verlor jedes Stück.

sein linkes Bein hinkte, sein Gang war lahm,
und wie er stank, als er nach Hause kam.
Es war der Geruch der Niederlage,der Schweiß,das getrocknete Blut
In den Augen die Frage: Wird das je wieder gut?

Sein trüber Blick die Sonne suchte
Er dachte zurück als er versuchte
Seinen Atem anzuhalten
Vor seinen Augen traten dunkle Gestalten.

Er zitterte am ganzen Körper
Und konnte das nicht verdrängen,
Er keuchte nun hörbar,
Kehrte zurück zu seinen Anfängen.

Er dachte an seine Lieben,
Die ihn als Kind Angst eintrieben.
Dachte an seinem Bruder, den Großen,
Der ihn einst wollte von der Treppe stoßen.

Dachte an Vater, der zugleich sein Opa war,
Er ertränkte den geliebten Kater,
Doch ihn selbst liebte er ganz und gar.

Und als er abends nach Hause kam,
Blaugeschlagen und voller Scham,
Verprügelt von den großen Jungen,
Fast totgeschlagen, wäre ihn die Flucht nicht gelungen.

Und er schlich sich an seiner Mutter vorbei,
Doch sie hörte ihn, sah ihn an, entlöste einen entsetzten Schrei.
Sie kam heran, bewarf ihn mit Blicken so vorwurfsvoll
Er wusste, sie würde weinen diese Nacht
Er selbst weinte sein Kissen nass.

Und als er verschenkte einer Frau ein Teil seines Herzens
Die ihn lenkte durch das düstere Tal seelischer Schmerzen
Die ihn in die Irre führte, mit ihm spielte ihr Spiel
Ihn zutiefst berührte, bis er in die Tiefe fiel.

Und er taumelte und kroch umher
Versprach sich, zu verschenken
kein Stückchen seines Herzens mehr.

Doch die Versuchung war zu stark
Bis er wieder vor ihren Füßen lag.
Viele Frauen haben ihn wehgetan
Doch er überstand das alles
Bis der Krieg dann kam.

Er hatte Mut, betrug sich als Held
Ließ aus seine Wut auf dem Schlachtenfeld
Er siegte immer wieder, Stolz lag in seinem Gang
Schaute auf allen nieder, die im Kampfe er bezwang.

Und er hielt jetzt dem strengen Blick seiner Mutter stand
In dem er noch nie solche Ehrfurcht fand.
Die großen Jungen schauten nun auf
Anerkennend, doch er spuckte darauf.

Das alles war jedoch nur Schein
Der glückliche Beginn vom traurigen Untergang.
Der Krieg machte ihn klein,
Löschte die Träume, an die er sich hang.

Seine Ehre, sie war dahin
Verweht im Wind der Niederlage
Als wäre er wieder das ängstliche Kind
Seiner trostlosen Anfangstage.

Nun stand er da
Und starrte ins Leere
Doch was er sah, war der Wahnsinn
Eine noch nie erlebte Schwere.

Er sah Farben und Formen, die waren nicht da
Sah Kreaturen vor sich tanzen so nah.
Sah allen Schrecken wieder, den er erlebte
Die Axt, die sein Bruder über ihn erhebte.

Dann das Flüstern tief in seinen Ohren
Der Wahnsinn hatte ihn auserkoren
Es schmerzte und es stach
Bis er schließlich zusammenbrach.

Sein Atem stockte, hielt mal an
Er zitterte als er endlich wieder Luft bekam.
Sah keinen Himmel mehr über sich
Nebel kam auf, weiß und dicht.

Bis er sah den Horizont nicht mehr.
Nur diese Farben und Muster so sehr,
Dass sie brannten in seinen Augen,
Sich vermehrten, seinen Verstand aufsaugten.

Ihn entfuhr der Todesschrei,
Eine Schmerzenswelle kam auf.
Aber es ging langsam vorbei
Und der Tod nahm seinen Lauf.

Die Farben immer mehr verblassten
Er sah Hände, die ihn fassen
Diese großen, knöchernen Hände
Spürte sie schon von Anbeginn
Wie es sagte die Todeslegende
Die ihn nun kam das letzte Mal in den Sinn.
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