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Philosophisches und Nachdenkliches Philosophische Gedichte und solche, die zum Nachdenken anregen sollen.

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Alt 08.12.2019, 21:54   #1
männlich Epilog
 
Dabei seit: 10/2019
Ort: in den Wolken
Alter: 52
Beiträge: 49

Standard ausblick

ausblick
(duisburg-beeckerwerth, 1991)

nun ist ein berg sich abtragender brocken
geworden uns zum überhöhten thron
und sichtbar wird der häuser position
die dicht, wie frierend, aneinanderhocken

am schleierrand der lautverlorenen glocken
– geburten der befreiten emission –
verklingt in dumpfer taubheit jeder ton
kein laut ist ihren trägern zu entlocken

dazwischen, unsichtbar, doch unerschrocken
weil eingespannt in angenehmen fron
die menschen – augen rot und zungen trocken

empfangend ihren zusätzlichen lohn:
hier staut sich anhaltendes wachstum schon
ein atemzug entgleist. kreisläufe stocken
Epilog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2019, 07:36   #2
männlich gelberhund
 
Benutzerbild von gelberhund
 
Dabei seit: 02/2015
Ort: erzgebirge
Alter: 41
Beiträge: 1.135

Ist der Geist nicht auch die Blume?
Einsam zwar doch auch sozial?
Was wächst nun auf der Ackerkrume..
Wer tritt neu in diesen Saal..

Ein Versuch ganz laut zu sagen
Was Geist und Seele nur bedeuten
Läßt uns das Schöne wieder wagen
Auch wenn keine Glocken läuten..

Die Blume blüht im Wintergarten
Wie die Liebe in der Zeit
Es bleibt das auf den Frühling Warten
Und auch die Weltenewigkeit..

Denn wäre diese Erde schlecht
Und drohte uns Vernichtung
Wäre auch der Schmerz nicht echt
Und sinnlos jede Dichtung..

Jedoch uns wächst so oft der Mut
Ganz laut etwas zu sagen
Die Deutung weiß um rotes Blut
Und daß wir das Leben wagen!
gelberhund ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.12.2019, 20:45   #3
männlich Epilog
 
Dabei seit: 10/2019
Ort: in den Wolken
Alter: 52
Beiträge: 49

Standard aus der Asche

Lieber Gelber Hund,

vor vielen Jahren bin ich öfters auf die Rheinpreussen-Halde im Duisburger Norden geklettert und blickte dann ...

im Nordosten auf viele Quadratkilometer Stahlindustrie und Eisenbahnanlagen
im Nordwesten jenseits des Rheins auf die menschenleeren Weiten des Niederrheins
und zu meinen Füßen auf den Aushub aus den Tiefen unserer Erde - zum Teil wurden dort Jahrmillionen alte Pflanzenreste sichtbar - grauer Stein gewordene Farne ...

Diese Eindrücke habe ich damals in diesem Gedicht verarbeitet (zusammen mit den Dunstglocken des Smogs und dem Kampf der Duisburger Stahlarbeiter).

Ich freue mich sehr, dass es Dich zu Deinen wirklich sehr schönen Versen inspiriert hat.

Denn Du hast recht: Zwischen den grauen Brocken müssen wir nach der Blauen Blume suchen.

... oder sie durch unsere Dichtung auf den Weg bringen.

Ich wünsche Dir und allen einen schönen dritten Advent

Epilog
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