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Gefühlte Momente und Emotionen Gedichte über Stimmungen und was euch innerlich bewegt.

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Alt 13.10.2005, 19:46   #1
weiblich Lonelyocean
 
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Standard Traumstrand

Traumstrand!

Ich sitze hier an einen Punkt der Einsamkeit
und der Finsternis. Keiner halt mir die Hand,
nicht mal meine Gedanken halten meinen Körper, also mich.
Ich fliege immer mehr, in eine Welt die dir und mir gehört.
Sie besitzt keine Gefühle, sondern sie besitzt nur die Stille, der Ruhe.
Auf den Stein, den ich berühre, indem ich, auf ihm sitze, im Schneidersitz,
und in die Sonne sehe, und neben mir, das Wasser höre,
was seine Bahnen, durch diese Ebene zieht.
Ich sehe in die Sonne, meine Gedanken sie fliegen,
genauso auch mein Atem und mein ganzer Körper.
Ich Tauche ein, in einen Schlaf, der erholsamen Ruhe.
Ich genieße diesen Ausgleich, und die Wärme,
die von dieser Ruhe ausgeht, dabei ist es,
schätze ich, die Sonne, die real auf mich scheint,
aber ich bin real erstarrt, wie eine Startuhr.
Die Menschen die an mir vorbei ziehen,
werden nicht verstehen, warum ich da so sitze,
wie sie mich sehen mit ihren Augen,
und warum ich weine in dieser Situation.
Ich hoffe, aber denn noch, dass mich niemand aufweckt,
weil ich kann nur so bei dir sein, weil du real nicht mehr lebst.
Aber das wissen sie ja nicht. Aber noch bin ich,
in der Stille, dieser Meditation,
am Strand, auf dem grauen Stein sitzend.
Ich spüre mich nicht mehr, sondern nur noch deine Hand,
die mich fort zieht, in eine ebene die es so nicht gibt bei mir.
Ich sage dir, wie ich dich liebe, und beweise es dir auch,
indem ich mir vergänglich werde, und ich dich machen lasse.
Ich möchte so gern für immer bei dir sein, aber das kann ich nicht,
aber warum darf ich es nicht, warum, was hält mich denn auf?
Ich komme wieder zu mir, und sehe einfach, in die Ferne, wie erstarrt.
Das einzige was ich höre, ist das Wasser, was immer, an meinen grauen Stein schlägt,
so schlägt wie dein Herz, als wärst du noch lebendig, aber du bist es nicht mehr.
Ich sitze, und sitze, sodass ich alles mitbekomme, was die Erde mir zu sagen hat,
und nicht die Menschen. Springe auf meine Füße, gehe durch den Stand.
Nehme auch mal ein wenig Sand in meine linke Hand
und lasse ihn herunter rieseln aus meiner Hand auf den Stand zurück.
Bin wie in Trance der Trauer wegen dir.
Auf einmal rempele ich mit jemanden zusammen,
es ist ein Mensch der sich hier her begeben hat, so glaube ich,
um mich zu halten in meiner Trauer, weil er selbst ist tief in einer Trauer.
Seine Arme sind verletzt. Ich bin mitfühlend zu ihm, obwohl ich selbst,
kaum noch den Sand unter meinen Füßen spüre. Er merkt dies.
Fängt an, schneller von mir zu gehen, doch ich selbst,
werde auch schneller, im Gang, weil ich nicht will,
das er noch mehr fort geht, von diesem Stand.
Sehr außer Atem, falle ich jetzt in den Sand, er auch.
Es wird still. Höre nur sein Atem, sowie er meinen,
und mir wird klar, dass er mich liebt,
sowie er sich zurückzieht, in sich hinein,
aber ich kann mich ihm nicht öffnen.
Ich bin verschlossen, sowie ein Buch, das immer verletzt wurde,
indem es zerschnitten oder zerrissen wurde, aber dann immer wieder geflickt wurde.
Er sieht mich an, er sieht meine Tränen, die so rinnen, in den Sand.
Er will sich mir nähern, doch ich weich aus Angst zurück,
stehe wieder auf meinen Beinen und gehe schweigend von dannen.
Ich werde seinen stillen Ruf, hinter mir, für immer und ewig hören,
und dafür sollte ich mich schämen, aber ich tu es nicht,
weil ich kein Gefühl für Menschen mehr besitze,
nicht mehr besitze, weil es mir gestohlen wurde,
gleich nach der Geburt, so denke ich,
und es ist auch bestimmt nur so gewesen,
ja muss es, anders kann ich es mir nicht erklären,
nicht mal an diesem Strand meiner Träume.

Geschrieben am 08.10.05


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