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Alt 20.08.2006, 17:20   #1
Keks
 
Dabei seit: 08/2006
Beiträge: 16


Standard In love with a rockstar (Verliebt in einen Rockstar)

So...
Ich werde es jetzt einfach mal wagen und meine erste abgeschlossene, selbstgeschriebene Geschichte hier hereinsetzen. Ich habe sie im Jahr 2001 angefangen zu schreiben. Diese Geschichte hat zwar ein Ende, aber ich habe es so geschrieben, dass es eventuell eine Fortsetzung davon geben KÖNNTE. Könnte schreibe ich gross, weil ich mir noch nicht sicher bin ob ich es mache und es von einigen Faktoren, nennen wir sie mal Inspirationen, abhängt. Die Geschichte besteht aus 50 Seiten (Format A4), ich werde sie hier dann in mehreren Teilen hereinstellen. Ich möchte noch anmerken, dass diese Geschichte von mir frei erfunden wurde (ausser ein paar Dingen, die aber mit der eigentlichen Love-Story rein gar nichts zu tun haben), und ich möchte klarstellen, dass die Eigenschaften der Darsteller rein gar nichts mit der Realität zu tun haben und kein falsches oder gar schlechtes Licht auf den männlichen Hauptdarsteller werfen sollen, es ist lediglich eine Fanphantasie und es hat sich nicht in der geschriebenen Form zugetragen. So, ich hoffe ich habe an alles gedacht, was man vorher dazu sagen sollte. Jetzt werde ich erstmal den ersten Teil reinstellen. Viel Spass beim lesen!


1. Teil

Laras Augen glänzten. Da war er wieder, dieser großgewachsene unverschämt gutaussehende Kerl von einem Mann. Seine kurze Löwenmähne schwang um sein Gesicht herum, während er gestikulierend da stand und sich unterhielt, seine blauen Augen blitzten wie Pfeile durch die Gegend, und einer dieser Pfeile hatte Lara getroffen. Zumindest gestreift. Alles, was sie wollte war ihn näher kennen lernen, mal ganz nah neben ihm stehen und seine Ausstrahlung spüren. In seine blauen Augen mal aus der Nähe schauen, ihn sprechen hören, vielleicht seinen Atem an ihrer Wange spüren. Als sie wieder aus ihrer Phantasie erwachte, bemerkte sie, dass sie ziemlich dämlich da stand, so vor der Hecke, die den Außensitzbereich der Bar umgab, in dem ER gerade mit seinen Kumpels ein paar Bierchen trank. ER, JON! Ein wahnsinnig berühmter Mensch, Leadsänger einer ebenso wahnsinnig berühmten Band aus Amerika, Bon Jovi. Lara war 25 Jahre alt, sie hatte mittellanges braunes Haar und ihre Augen waren eine Mischung aus blau, grün und grau. Sie liebte Köln, diese Stadt in der sie so gerne und so oft war, hier hatte sie schon so viele Dinge erlebt, so viele Freunde gefunden oder auch verloren. Sie lebte mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Alanis in Düren, einem Ort, der ungefähr 30 Autominuten von Köln entfernt lag. Es war Sommer, die Luft schwirrte, die Menschen sassen am Rhein, lagen im Park oder sassen im Café und ließen es sich gut gehen. Lara ging ein paar Schritte weg und beschloss, sich in den Biergarten zu setzen und sich erstmal mit einer eiskalten Apfelschorle abzukühlen. Ihn da so stehen zu sehen, hatte ihr ziemlich viel Schweiß auf die Stirn getrieben. Ein Jahr zuvor hatte sie die Band das erste mal im Hotel Hyatt in Köln am Rhein gesehen. Ganz zufällig, als sie mit ihren Freundinnen von einem schönen Abend im Rheinpark zurückkam. Sie mochte die Musik der 4 Jungs aus New Jersey eigentlich schon immer gerne, aber erst, als sie Jon das erste Mal hautnah gegenüber stand, beschäftigte sie sich mehr damit. Und Jon war wirklich ein hübscher Mann, er hatte mandelförmige, dunkelblaue Augen, volle Lippen und blondes Haar, das er nicht zu kurz und nicht zu lang trug. Er lebte in New Jersey, hatte eine wunderschöne Ehefrau und 3 kleine Kinder. Und eine wunderschöne Stimme hatte er auch noch, wenn er sang und wenn er sprach. Musik war Laras allergrößte Leidenschaft, sie sang mit ihrer Schwester zusammen, komponierte aber auch selber auf ihrer alten Gitarre zuhause. Ihr wurde immer heißer, und so beschloss sie, jetzt doch endlich mal ihre Apfelschorle zu holen. Außerdem würde ihre Freundin schon auf der Mauer am Rheinufer sitzen und auf sie und ihren Bericht warten. Die Fenster des Hyatt Hotels glitzerten in der Sonne, so als wären sie gerade frisch geputzt für den hohen Besuch. Dieses Jahr war es etwas anders als im letzten. Die Band war schon einen Tag vor dem Konzert angereist, weil es einige Pressetermine wegen der neuen CD in der Stadt gab, am nächsten Tag sollte dann das Konzert sein und am übernächsten sollten sie wohl noch bleiben und dann am Tag darauf ganz früh wieder zurück in die Staaten fliegen. Lara hatte endlich ihre Apfelschorle mit stillem Wasser ergattert und machte sich auf den Weg zur Mauer. Claudia sass schon da und räkelte ihren Körper in der Sonne. Sie hatte langes, blondes Haar, blaue Augen und war gertenschlank. Sie wohnte seit gut einem Jahr in Köln, ebenfalls ihre absolute Traumstadt. Vorher hatte sie in Bamberg gelebt, doch als sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester beendet hatte, zog sie endlich nach Köln. Hier wohnten ihre meisten Freunde, hier fühlte sie sich einfach wohl und glücklich. Die beiden Freundinnen kannten sich aber schon 3 Jahre, sie hatten ein gemeinsames Hobby, bei dem sie sich auch mehr oder weniger kennen gelernt hatten. Es gab da nämlich eine Band, die aus einigen Geschwistern bestand, und diese Band machte fabelhafte Musik, wie die beiden fanden. Es war die Kelly Family, die einzelnen Mitglieder wohnten rund um Köln herum, und Claudia und Lara fuhren oft herum, um welche von der Familie zu treffen. Außerdem schwärmte Claudia ziemlich für Patrick. Claudia wohnte mit einem guten Freund zusammen in einer Wohngemeinschaft, er arbeitete am Hyatt als Doorman. „Hey, bin wieder da“. Sagte Lara und setzte sich neben ihre Freundin. Diese setzte sich sofort wieder auf, zog ihre Sonnenbrille ein Stück über die Nase herunter, so dass sie über den Rand hinweg schauen konnte. „Und...?“ fragte sie erwartungsvoll. „Ich habe ihn gesehen,“ antwortete Lara mit einem Grinsen im Gesicht, „er sitzt draußen an der Bar mit den anderen Jungs und trinkt Kölsch.“ Sie nahm einen Schluck Apfelschorle und überlegte, ob sie nicht auch lieber ein Bier trinken sollte. „Aha, und hat er Dich irgendwie bemerkt?“ fragte Claudia und versuchte vergeblich, von der Mauer aus einen Blick auf den Außenbereich der Bar zu erhaschen. „Nein, er hat sich unterhalten. Außerdem wollte ich nicht so nah ran, weil ich nicht auffällig sein wollte.“ Claudia musterte Laras etwas enttäuschte Mine. „Aber Du musst ihm schon auffallen, wenn er Dich bemerken soll! Das tun seine Groupies doch auch!“ „Hey!“ Lara sprang protestierend von der Mauer herunter. „Ich bin aber kein Groupie! Ich will doch nur mal e t w a s näher an ihn ran, mit ihm mal vielleicht quatschen, oder einfach nur neben ihm stehen und ihn angucken!“ Claudia grinste breit. „Jaja, letztes Jahr bist Du fast geschmolzen, als er uns in der Bar gegenüber sass, und jetzt behauptest Du, Du willst nur mal neben ihm stehen. Und ich bin die Kaiserin von China!“ Jetzt mußte auch Lara grinsen, denn Claudia hatte ja schon irgendwie recht. Er war ja auch wirklich zum Anbeißen! Diese kräftige Figur, diese muskulösen Arme, dieser Oberkörper... „Ich muss das irgendwie schaffen, aber bloß WIE?“ jetzt sah sie total verzweifelt aus, und Claudia dachte darüber nach, dass es vielleicht doch nicht so gut war, dass Lara so für ihn schwärmte. Aber sie kannte solche Gefühle selber, und als ihre Freundin im selben Moment wieder grinsend durch die Gegend schaute, fand sie es gar nicht weiter schlimm.
„Lass uns Pizza essen gehen.“ Schlug Claudia schließlich vor. „Ich habe nämlich eine Bärenhunger und wer weiß, ob Thomas mir heute Abend etwas kocht.“ Thomas, das war der gute Freund mit sie zusammenwohnte. Obwohl die beiden nur gute Freunde waren, so ahnte Claudia doch irgendwie, dass Thomas mehr von ihr wollte. Er war nämlich immer eifersüchtig, wenn sie sich mit einem Mann verabredete. Und ihre Schwärmerei für Patrick fand er total schrecklich. Es gelang ihm einfach nicht, seine Eifersucht zu verbergen. Claudia fand das lustig, obwohl es sie manchmal auch ganz schön nervte, denn er führte sich oft auf, als wäre er ihr Freund. „Du willst jetzt hier weg?“ fragte Lara ganz enttäuscht. „Hey, der bleibt doch eh im Hotel, der kommt bestimmt nicht hier an die Mauer! Außerdem fahren die bestimmt nachher selber in die Stadt, die haben doch so viele Termine.“ Und dann fügte sie mit einem Augenzwinkern noch hinzu: „Und wer weiß, vielleicht laufen sie uns ja in der Stadt irgendwo über den Weg...“ Lara gab sich geschlagen. „Na gut, gehen wir Pizza essen! Aber nur, wenn Du jetzt mitkommst und wir noch mal an der Hecke vorbei gehen, dann kann ich ihn wenigstens noch einmal sehen!“ „O.K., dann los.“ Die beiden Freundinnen sprangen von der Mauer und machten sich auf den Weg. Je näher sie der Hecke kamen, desto nervöser wurde Lara. Dann öffnete sich der Blick auf die Außenterrasse und Lara ließ ihren Blick schnell hin- und herschweifen, aber er war nicht mehr zu sehen. Die Kumpels von der Band auch nicht. „Er ist ja schon weg,“ stieß sie empört hervor, „wie gemein, der hätte ja wenigstens warten können!“ Claudia grinste, während sie ihre Freundin hinter sich her Richtung Auto zog. „Der ist sich jetzt stylen für seine Termine! Wenn er wüsste, dass eine so klasse Frau wie Du nur darauf wartet, ihn mal zu sehen, dann würde er die Termine bestimmt sausen lassen und mit Dir den romantischsten Abend dieses Sommers in der Bar verbringen!“ „Hahaha!“ machte Lara, denn er wusste ja überhaupt nicht mal, dass sie existierte!
Keks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.08.2006, 22:31   #2
Struppigel
 
Dabei seit: 05/2006
Beiträge: 1.008


Zitat:
großgewachsene, unverschämt gutaussehende Kerl
Zitat:
was sie wollte, war ihn näher kennen zu lernen, mal ganz nah neben ihm zu stehen und seine Ausstrahlung zu spüren.
Zitat:
diese Stadt in der sie so gerne und so oft war
Zitat:
so viele Freunde gefunden oder auch verloren.
Wohl eher "und auch verloren". "oder" ist hier nicht sinnvoll.

Zitat:
die Menschen saßen am Rhein, lagen im Park oder saßen
Zitat:
Sie mochte die Musik der vier Jungs aus New Jersey eigentlich schon immer gerne, aber erst, als sie Jon das erste Mal hautnah gegenüber gestanden hatte,
Zitat:
und drei kleine Kinder.
Zitat:
Und eine wunderschöne Stimme hatte er auch noch, wenn er sang und wenn er sprach
Der Nebensatz ist überflüssig.

Zitat:
rund um Köln herum, und Claudia und Lara fuhren oft herum,
herum, herum - das klingt nicht gut.

Zitat:
um welche von der Familie zu treffen.
Umgangssprache.

Zitat:
„Hey, bin wieder da“, sagte Lara und setzte sich neben ihre Freundin. Diese setzte
Zweimal "setzte"

Zitat:
„Aha, und hat er dich irgendwie bemerkt?“
Anrede "du" in wörtlicher Rede immer klein. Nur in Briefen und dergleichen darf man das großschreiben.

Zitat:
Mine
Du meinst hier kein Bergwerk, sondern die Gesichtszüge. Deshalb: Miene

Zitat:
musste auch Lara grinsen,
Zitat:
„Lass uns Pizza essen gehen.", schlug Claudia schließlich vor. „Ich habe nämlich einen Bärenhunger
Ich habe Fehler, die sich wiederholen, weggelassen. War mir einfach zu viel. Sprachlich gefällt mir das überhaupt nicht. Umgangssprache - auch das ständige "mal" nervt, keine Finessen, viele Fehler.
Warum verwendest Du eine englische Überschrift in einem deutschen Text?
Das Thema war mir auch nichts, vielleicht wollte deswegen nicht so recht Spannung aufkommen.
Struppigel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.08.2006, 23:14   #3
Keks
 
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Hallo Struppigel!
Erstmal danke für die Kritik. Das ist meine erste Geschichte, ich bin Amateur und kein Profi. (Hab auch nicht vor einer zu werden). Ich werde versuchen auf die Rechtschreibfehler zu achten. Ich weiss auch dass ich manche Wörter nicht zu oft hintereinander bentzen sollte. Aber wie gesagt, es ist meine erste Geschichte. Trotzdem bitte ich weiterhin um Kritik, denn das kann mir ja nur hilfreich sein!

Dann stelle ich gleich mal den nächsten Teil rein.


TEIL 2

In der Pizzeria war es wahnsinnig voll. Sie hatten echt Glück gehabt, noch einen Fensterplatz zu ergattern. Lara und Claudia hatten beide ein großes gemeinsames Hobby: In Restaurants am Fenster zu sitzen und die Leute auf der Straße zu beobachten. Manchmal waren ein paar richtige Sonderexemplare dabei. Als sie vor ein paar Tagen schon mal dort gegessen hatten, kam einer vorbei, der aussah, wie eine gute Kopie von Michael Jackson, und dieser Kerl ging auch noch im Moonwalk am Fenster vorbei. Sie hatte sich so sehr darüber kaputtgelacht, dass alle Leute in der Pizzeria aufgehört hatten zu essen und zu ihnen herübersahen. Sowas passierte ihnen sowieso ständig. Die Pizzeria lag genau an einer der Hauptstraßen, und so war draußen eine Menge los. „Ich glaube, ich nehme Salami und doppelt Käse, wie immer.“ Sagte Claudia. „Hm, ich nehme auch mit Salami, dann allerdings noch mit vielen Peperonis, Chili und Zwiebeln!“ erklärte Lara. „Jaja, Du magst es mal wieder richtig scharf!“ neckte Claudia sie. „Hihihi, was meinst Du denn, warum ich auf Jon stehe!“ neckte Lara sie zurück, und dann alberten die beiden herum bis das Essen kam, und anschließend alberten sie weiter und beobachteten Leute auf der Straße.


„Hey, da ist ja Stefan“! Rief Claudia plötzlich. Auf der Straße hatte sie einen Arbeitskollegen von Thomas gesehen, und als er ins Fenster der Pizzeria schaute, erkannte er sie auch und winkte ihr zu. Dann ging er zur Tür und betrat die Pizzeria. „Na Mädels, alles klar“? Sagte er und ließ sich auf den noch freien Stuhl am Tisch fallen. „Jo, und bei Dir“? Antwortete Claudia, „Du hast Dich ja so chic gemacht, hast Du ein Date“? „Nein, leider nicht,“ schüttelte er den Kopf, „ich habe Pressekarten für eine Pressekonferenz von Bon Jovi hier in Köln im Holiday Inn, aber im Grunde habe ich heute gar keine Zeit dafür.“ Lara ließ beinahe ihre Gabel fallen, als sie das hörte. Hatte er da etwa eben PRESSEKARTEN gesagt? Und er hatte keine Zeit dafür? Auch Claudia hörte auf zu essen und starrte ihn an. „Würde euch sowas vielleicht interessieren“? Fragte er, nachdem er ihre offenen Münder sah. „Ja klar, wir haben noch nichts anderes vor, da könnten wir doch mal hingehen“! Sagte Lara, und versuchte vergeblich, nicht so aufgeregt zu klingen. „Ja schon,“ meinte Claudia auf einmal, „aber Thomas hat doch in einer Stunde Feierabend, und ich habe ihm versprochen, ihn abzuholen und dann wollten wir eigentlich auch gleich los, Dich nach Hause fahren und dann wollten wir es uns noch gemütlich machen.“ Lara sah Claudia flehend an. „Bitte!“ sagte sie. „Wenn er das hört, dann ist er bestimmt nicht böse! Ich erklärs ihm auch!“ bettelte sie weiter. Und noch bevor ihre Freundin antworten konnte, kramte Lara schon ihr Handy hervor, wählte Thomas Nummer und fing an, ihm davon zu erzählen. Mit einem Grinsen im Gesicht legte sie dann wieder auf. „Er hat gesagt, er wartet im Hyatt solange, bis wir wieder da sind, und er wünscht uns viel Spaß. Und böse war er auch nicht“! „Na dann...“ sagte Stefan und holte 2 Karten aus der Innentasche seines Jacketts und legte sie auf den Tisch. „Ihr solltet euch allerdings beeilen, in 20 Minuten fängt das an.“ „Dann müssen wir ja jetzt los,“ sagte Claudia und winkte den Kellner herbei. Sie zahlten, tranken noch schnell den Rest ihrer Colas aus und machten sich dann schnell auf den Weg zum Auto.

Lara konnte während der Fahrt kaum stillsitzen, dauernd schimpfte sie über rote Ampeln und natürlich waren ausgerechnet heute Abend überall wieder Sonntagsfahrer unterwegs. Bergheimer können ja sowieso kein Auto fahren, und was wollen überhaupt Leute aus Hamburg hier, die hatten ja schließlich ihre eigene Stadt. „Jetzt reg Dich nicht so auf, wir kommen da noch rein. Wir haben schließlich Karten.“ Sagte Claudia, die schon so schnell fuhr, wie es möglich war. „Ja, ich will aber nicht als letztes reinkommen, das ist ja voll peinlich dann!“ sagte Lara nervös und überprüfte ihre Frisur und ihr Make-up im Autospiegel. „Aber dann fällst Du ihm wenigstens mal auf!“ konterte Claudia, und dann bogen sie auch schon um die Ecke, wo das Holiday-Inn war. Vor der Tür waren natürlich alle Parkplätze belegt, also mußten sie in die Tiefgarage fahren. Als sie dann endlich wieder draußen waren und vor dem Eingang standen, sahen sie, dass es rund um das Gebäude von Securitys nur so wimmelte. Es dauerte auch keine 10 Sekunden, da waren auch schon 3 Stück neben ihnen und fragten mit ernster Mine, was sie hier wollten, und dass sie sich doch gefälligst hinter die Absperrung zu den anderen Fans stellen sollten. Lara sah sich um, und dann fielen ihr erst die vielen Fans auf, die auf dem Rasen hinter einer großen Absperrung standen, mit Plakaten in der Hand und Stofftieren, so als warteten sie auf Einlass zum Konzert. „Wir haben Pressekarten.“ Hörte sie Claudia neben sich sagen und drehte sich wieder um. Die 3 Securitys nahmen einer nach dem anderen die Karten in die Hand und drehten sie zu allen Seiten. `Wenn die Dinger jetzt nicht echt sind...`dachte Lara, doch im gleichen Moment schon wurden sie durchgelassen und hängten sich die Ausweise um den Hals.

Schon waren sie in der Lobby. Drinnen war es ganz ruhig und es roch nach frischer Farbe und neuem Teppich. Sie wurden eine Treppe heraufgeleitet und dann standen sie vor einer großen, mit Teppich verzierten Tür. Vor der Tür standen etliche Reporter mit riesigen Fotoapparaten, Kameras und Notizblöcken. Der Raum war wohl noch zu, die Band ließ sich scheinbar Zeit. „Ich muss noch schnell aufs Klo!“ sagte Lara und trat von einem Fuß auf den anderen. „Weißt Du, wo das hier ist“? Claudia schüttelte den Kopf. „Woher soll ich das denn wissen“? Dann sah Lara einen Hotelmitarbeiter vorbeilaufen, also sprach sie ihn an und er deutete mit der Hand um die Ecke einen Gang herunter. „Danke.“ Sagte sie und rief Claudia noch zu, dass sie sich beeilen würde, und dass sie auf keinen Fall ohne sie reingehen sollte. Der Gang war ziemlich lang, und machte 2 mal eine Biegung nach links. Dann endlich hatte sie das Klo gefunden, ging schnell rein. Als sie fertig war wusch sie sich die Hände und kam wieder raus. Sie wollte sich schließlich beeilen, und so riss sie die Tür mit einem Schwung auf raste in den Flur. Das einzige was sie noch mitbekam war, dass sie gegen irgend jemanden gelaufen war, denn sie stolperte und fiel zu Boden. „Können Sie nicht richtig hingucken, wohin sie laufen“? Schimpfte sie total empört und versuchte vorsichtig aufzustehen. Ihr Fuß tat ziemlich weh. Als sie ihren Kopf hob bekam sie den wohl größten Schreck ihres Lebens! Denn kein anderer als Jon Bon Jovi stand vor ihr, grinste und streckte ihr seine Hand entgegen um ihr beim Aufstehen zu helfen.
Keks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.08.2006, 23:16   #4
Keks
 
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TEIL 3

„Sorry, are you o.k.?“ fragte er sie und grinste immer noch. Lara sah ihn total entgeistert an, so als wäre er ein grünes Marsmännchen, das gerade aus einem UFO gestiegen wäre. „Ich,- äh,- also, mir geht es,- äh,- I am o.k.“ `Was stammel ich hier eigentlich für einen Scheiß, schoss es ihr durch den Kopf. Sie nahm seine Hand und stand vorsichtig vom Boden wieder auf. Kaum stand sie wieder auf ihren zwei Beinen, ließ sie seine Hand ganz schnell los, so als hätte sie gerade einen Stromschlag bekommen. Jon sah sie ziemlich amüsiert von oben bis unten an. Dann hörte Lara plötzlich laute Stimmen, und hinter ihnen bogen die restlichen Bandmitglieder um die Ecke. Jon drehte sich um und ging zu seinen Jungs. Lara stand noch für den Bruchteil einer Sekunde völlig versteinert da und sah ihm hinterher, dann machte sie sich ganz schnell auf den Weg zurück. Claudia stand an einer Säule angelehnt und wartete schon ungeduldig auf Lara. Ob sie ins Klo gefallen war? Oder ob sie am Ende noch Durchfall vor lauter Aufregung bekommen hatte? Dann sah sie ihre Freundin auch schon um die Ecke biegen, schneeweiß im Gesicht mit glühend roten Wangen, humpelnd und mit einem Gesichtsausdruck als hätte sie soeben einen Geist gesehen. Kurz dahinter kam dann der Geist, und zwar Jon und seine Band.

Die Fotografen fingen an wie wild zu knipsen, und Jon und die Jungs gingen lässig an ihnen vorbei, durch die Tür, die gerade geöffnet wurde, und die Horde Menschen folgte ihnen. Claudia blickte Lara verdattert an. Wäre sie eine Comicfigur gewesen, hätte man bestimmt Fragezeichen über ihrem Kopf gesehen. Lara humpelte in den Raum, drehte sich zu Claudia und zuckte nur mit den Schultern. Die Leute redeten alle ziemlich leise, und sie wollte nicht laut reden und auffallen. Die beiden stellten sich etwas abseits rechts an die Wand, und kaum wurde die Tür geschlossen, ging es auch schon los. Die Reporter hoben ihre Hände und Jon nahm einen nach dem anderen dran, um die Fragen zu beantworten. „Er hat mich über den Haufen gerannt!“ flüsterte Lara Claudia ins Ohr. „WAS?“ entfuhr es dieser ziemlich laut, und plötzlich drehten sich fast alle Leute zu ihnen um. Oh No! dachte Lara nur und schaute vor sich auf den Boden. „Ähm, sorry.“ Hörte sie Claudia neben sich sagen. Lara sah so lange starr zu Boden, bis die Fragen weitergingen. Dann traute sie sich erst ganz langsam den Kopf wieder zu heben und nach vorne zu schauen. Genau im gleichen Moment sah Jon sie an. Hastig blickte sie woanders hin, aber aus dem Augenwinkel heraus konnte sie sehen, dass er sie immer noch ansah. Dann schaute sie wieder nach vorne, und er guckte immer noch und grinste schon wieder dabei. Claudia hatte das ganze Spielchen mitbekommen und grinste ebenfalls von einem Ohr zum anderen. „Aufgefallen!“ flüsterte sie Lara ins Ohr. Diese sah sie aus einer Mischung von Hilflosigkeit und Nervosität an. Die Konferenz dauerte etwas über eine halbe Stunde. Dann standen Jon und die Band wieder auf und verließen den Raum, allerdings ohne sich noch mal großartig umzudrehen. Lara und Claudia waren gerade raus aus dem Raum, da packte Lara sie am Ärmel und zog sie hastig hinter sich her zum Ausgang des Hotels. Sie mußte Claudia jetzt erzählen, was vorhin passiert war, sonst würde sie jeden Augenblick platzen! Als sie endlich draußen waren und in sicherer Entfernung zu Securitys und Fans waren, fing sie völlig aufgeregt an, zu erzählen. Claudia lachte sich fast schlapp, und Lara hüpfte wie ein Gummiball herum. „Ob er heute Abend noch in die Bar geht?“ fragte sie und sah ihre Freundin hoffnungsvoll an. „Keine Ahnung, vielleicht.“ „Ich muss da hin!“ flehte Lara. „Aber Du musst doch nach Hause. Thomas wartet ja schon auf uns!“ sagte Claudia.

Dann waren sie wieder in der Tiefgarage und fuhren los Richtung Hyatt, Thomas abholen. Claudia hatte Lara morgens abgeholt und fuhr sie meistens dann Abends wieder nach Düren. Lara quengelte die ganze Fahrt über, sie mußte da jetzt unbedingt hin, jetzt war sie ihm endlich aufgefallen, jetzt mußte er sie auf jeden Fall wiedersehen! Das war ihre Chance! Am nächsten Tag war ja das Konzert, und danach den Tag wäre vielleicht schon zu spät, dann konnte er sich am Ende gar nicht mehr an sie erinnern! Kurz vor der Straße, wo man zum Hyatt abbiegen muss, hielt Claudia an und sagte: „Ich würde ja mitgehen mit Dir in die Bar, aber Thomas wird sauer werden. Er hat jetzt die ganze Zeit schon gewartet und ist müde von der Arbeit. Der schnauzt mich nur wieder an.“ „Ja, ich weiß ja.“ Sagte Lara und schaute zu Boden. „Oder ich sag ihm, dass ich Kopfschmerzen hab und ihn nach Hause fahr, und dass Du bei mir übernachtest und ich Dich dann morgen früh nach Hause bringe. Oder Du kannst ja auch dann gleich bei mir bleiben, ich habe ja sowieso Urlaub.“ Überlegte Claudia schließlich. „Jaaa!“ rief Lara. „Das machen wir! Och, Du bist ein Schatz!“ Und schon hatte Claudia einen Kuss von Lara auf der Wange. „Du riechst nach Zwiebeln!“ protestierte diese. „Was“? Rief Lara. „Na hoffentlich hat er das eben nicht auch gemerkt!“ Lachend ließ Claudia das Auto wieder an und sie fuhren weiter. „Jetzt muss ich aber auch so aussehen, als hätte ich Kopfschmerzen.“ Sagte sie und als sie vor dem Hotel vorfuhren, setzte sie eine leidende Mine auf. Thomas stand schon unter dem Vordach und kam auch gleich auf das Auto zu. „Na, wart ihr drin?“ fragte er. Beinahe wäre Lara in Euphorie ausgebrochen, aber zum Glück sagte Claudia vorher mit leicht gequälter Stimme: „Ich hab tierische Kopfschmerzen, ich fahr Lara heut nicht mehr heim, sie schläft bei mir. Macht es Dir was aus, wenn ich Dich gleich nach Hause bringe? Lara muss noch kurz was erledigen, kannst ja das Licht in der Diele für uns anlassen, falls Du schon schlafen gehst.“ Lara erwartete ein Motzorchester von Thomas aus, aber der sagte nur: „O.K., ich bin sowieso müde. Kein Thema.“ Oh, war das genial! Dachte sich Lara so bei sich. Als sie weiterfuhren, blickte sie am Hyatt hoch und dachte: Na Jonny-Boy, gleich komm ich wieder, und wenn Du dann in der Bar sitzt, dann...Tja was eigentlich dann, überlegte sie. Ach, das würde ihr dann schon einfallen. Seine Hand hatte sich jedenfalls gut angefühlt, und sein Grinsen war auch ganz nett. Den Rest würde sie sich dann später ansehen. Sie mußte lächeln und kuschelte sich in den Sitz, während sie aus dem Autofenster lugte.

P.S.: Warum ist es schlimm, wenn die Geschichte einen englischen Titel hat? Hab ja extra noch den deutschen dazu geschrieben.
Keks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2006, 13:43   #5
Keks
 
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TEIL 4

Keine 20 Minuten später hatten sie Thomas bei sich Zuhause abgesetzt und parkten das Auto vor dem Hyatt. Es war immer noch schön warm draußen, auf dem Rhein waren bunt beleuchtete Schiffe, und leise Musik drang vom Ufer herauf. Endlich waren sie angekommen und spazierten gemütlich in die Bar hinein. Drinnen war es ziemlich voll, das gefiel Lara überhaupt nicht. Schnell drehte sie sich zu allen Seiten um, aber sie konnte ihn nirgendwo sehen. „Unser Stammplatz ist gerade frei geworden, komm schnell.“ Sagte Claudia und zog Lara hinter sich her in die Ecke, in der sie schon letzten Sommer immer gesessen hatten. Und der Tisch gradüber war der Tisch, an dem ER im letzten Jahr gesessen hatte... Lara schwelgte in Erinnerungen. Aber er war ja wieder hier, zumindest im Hotel, und wenn sie ganz viel Glück hatten, würde er auch runterkommen. „Ich trink jetzt einen Cocktail!“ beschloss Lara. „Einen richtig leckeren mit viiieeelll Sahne. Ich glaub, den Coconutkiss. Der alten Zeiten wegen!“ Claudia studierte die Karte. Sie wollte auch einen Cocktail trinken, mal einen anderen ausprobieren. „Ah, den hier nehme ich, ich glaube, der ist neu auf der Karte. Caribic-Dream, mit ganz vielen Früchten!“ Dann bestellten sie ihre Cocktails und Lara rauchte eine Zigarette nach der anderen. Dauernd nahm sie sich vor, damit endlich aufzuhören, aber wenn sie nervös war, dann griff sie doch immer wieder zu den Zigaretten. Sie war ein komischer Raucher, durfte sie sich von ihren Freunden immer anhören. Sie rauchte manchmal ein halbes Jahr lang jeden Tag, und dann schaffte sie es wieder, ein paar Wochen gar nicht zu rauchen, und vermisste auch nichts dabei.

Ständig schaute sie auf die Uhr und dann wieder ganz hektisch zur Tür. „Jetzt bleib mal ruhig,“ mahnte Claudia sie, „man könnte ja meinen, Du sitzt am Bahnhof und wartest auf den Zug.“ Ja, sie hatte ja Recht. Aber sie war eben so aufgeregt und sie wollte, dass er endlich kam! Dann wandte sie sich wieder Claudia zu und fing an zu erzählen: „Wie der die ganze Zeit gegrinst hat, als ich da am Boden lag! Das fand der wahrscheinlich auch noch extrem lustig, ich,“ Claudia schien allerdings nicht richtig zuzuhören, denn sie blickte total geistesabwesend zur Theke. Lara sah auch hin, denn sie glaubte, Jon wäre vielleicht gerade reingekommen, aber sie konnte ihn beim besten Willen nicht sehen. Dann sprangen ihr 2 Cocktails in die Augen, der eine war riesengroß, mit ganz vielen Schirmchen und einem großen Stück Ananas am Rand, sogar ein bunter Plastikpapagei prangte am Rand. „Wow, da würde mir auch der Mund offen bleiben vor Schreck!“ sagte Lara mit ehrfurchtsvoller Stimme. „Doch nicht die Cocktails!“ brachte Claudia hervor. „Da, der P.!“ Damit meine sie Patrick Kelly. Lara drehte sich wieder zur Theke um, und jetzt sah sie ihn auch. Lässig an die Theke gelehnt stand er da, ein Glas Bier in der einen Hand, einen Aktenordner in der anderen. Er schien in ein Gespräch vertieft zu sein mit einem älteren Mann. „Und jetzt?“ fragte Lara. Claudia schaute sie völlig entsetzt an. „Ja, das weiß ich jetzt auch nicht so genau! Da jetzt guck doch mal, da steht der da einfach so rum! Den hab ich erst jetzt entdeckt! Wer weiß, wie lange der da schon steht!“ Lara mußte erstmal lachen, sie gingen also hier in diese Bar, um Jon zu sehen, und wer stand dann an der Theke? Patrick! Der Kellner kam mit den Cocktails und baute sie vor den beiden auf. Der riesige mit dem Papagei war tatsächlich für Claudia. „Ja, da siehste was geiles.“ Sagte Lara und betrachtete den Cocktail. „Das kannst Du laut sagen!“ antwortete Claudia, meinte aber weniger den Cocktail sondern Patrick. „Oje, wenn Thomas jetzt hier wäre, oje, oje!“ meinte Lara und blickte Claudia verschwörerisch an. „Der würde explodieren, oje!“ Und dann kam Jon rein. Lara erkannte ihn sofort, und alles was sie dazu nur sagen konnte war: „Oje, oje!“ „Jetzt sag doch nicht dauernd oje, Thomas ist aber nicht da, zum Glück!“ sagte Claudia, aber dann merkte sie, das Lara ganz seltsam aussah und deswegen drehte sie sich auch um und entdeckte Jon. Er und 2 Kumpels von der Band standen mitten in der Bar. Sogar Patrick sass mit offenem Mund an der Theke. Entsetzt blickte Lara auf den Tisch gradüber.

Ein alter Mann und eine alte Frau mit 2 jungen Männern sassen da und tranken Wein. Am liebsten hätte sie die jetzt da weggejagt, aber das ging natürlich nicht. Plötzlich erhoben sich die Leute, die genau links neben ihnen sassen, zogen ihre Mäntel an und gingen zur Theke um zu zahlen. Und keine 2 Sekunden später stürmten Jon und die beiden anderen Jungs, die mit ihm dabei waren, auf den Tisch zu und ließen sich gemütlich auf die Bank fallen. Claudia sah Lara an, diese sah Claudia noch entsetzter an und plötzlich mußte Claudia so dermaßen lachen, dass ihr die Tränen schon in den Augen standen. Lara sah sie an, dann Patrick, der guckte mittlerweile rüber an den Tisch, an dem Jon sass... Oh Gott`, dachte sie nur. `Oh Gott! Sie mußte sich jetzt erstmal ganz langsam innerlich wieder sammeln, und vor allem mußte sie unbedingt mal nach links schauen! Aber das kam ihr so blöd vor, hätte er ihr wieder gegenüber gesessen, das wäre viel praktischer für sie gewesen. Mittlerweile hatte Claudia ein Tempo aus der Tasche gezogen und wischte sich die Tränen vom Lachen aus den Augen. „Why is she laughing so much? Did anyone tell her a good joke?“ (Warum lacht sie denn so? Hat ihr jemand einen guten Witz erzählt?) fragte plötzlich jemand von links, und Lara ahnte schon, wer das wohl war. Denn diese Stimme hatte sie heute schon mal gehört, und dieses Grinsen auch schon mal gesehen, stellte sie fest, als sie nach links sah. Jon sass doch wahrhaftig direkt neben ihr und grinste sie an. Was hatte er jetzt noch mal gefragt? Ging es ihr durch den Kopf. Völlig entgeistert sah sie ihn an. Dann drehte er sich plötzlich komplett zu ihr hin, legte ein Bein halb auf die Bank und sagte: „Hey, Dich hab ich vorhin im Holiday-Inn schon mal gesehen. Du hast mich doch umgelaufen.“ `Ich Dich umgelaufen? Du eher mich!` Hätte sie beinahe gesagt. Aber das dachte sie natürlich nur. Statt dessen sagte sie: „Ja,- äh,- Yes!“ „Ist das jetzt Zufall?“ fragte er weiter. `Zufall?`Dachte Lara, `Schicksal mein Junge, das ist Schicksal! Aber sie sagte schließlich „Yes.“ „Bist Du hier aus Köln?“ fragte er wieder, und Lara wusste jetzt überhaupt nichts mehr zu sagen. Alle englischen Wörter, die sie jemals im Leben gelernt hatte, flogen total durcheinander in ihrem Kopf herum. Und wie in aller Welt sollte sie ihm erklären, dass sie aus Düren kam, dass das nicht sehr weit weg von Köln ist... Sie konnte ja nicht immer nur mit YES oder NO antworten. Am Ende würde er denken, dass sie nichts anderen sagen könnte als Ja oder Nein.

Wie ein rettender Engel kam der Kellner an Jons Tisch und fragte, was sie trinken möchten. Jon bestellte ein Kölsch, das gefiel Lara. „Wenn man schon in Köln ist, dann muss man auch Kölsch trinken!“ hörte Lara sich plötzlich selber sagen, in einwandfrei perfektem Englisch. „Das Bier schmeckt auch nirgends so gut wie hier!“ sagte er dann und wandte sich wieder seinen Kumpels zu. „Ich werd verrückt, der hat mich ja tatsächlich wieder erkannt!“ sagte Lara zu Claudia. „Pssst, nicht so laut, der hört das sonst!“ sagte diese, aber diesmal war es Lara, die lachen mußte. „Na, wenn der plötzlich Deutsch versteht, dann frage ich mich aber, warum ich mich eben so mit Englisch abgequält habe!“ Dann schauten beide zur Theke, wo Patrick immer noch stand, diesmal mit einen neuen Glas Bier. Sie überlegten, wer der Mann wohl sein könnte, neben ihm. Vielleicht ein Anwalt oder ein Produzent. Mit Sicherheit jemand, der mit Musik zu tun hatte. „Hey, geht ihr morgen auch auf unser Konzert?“ fragte Jon auf einmal wieder von der Seite. Claudia und Lara sahen ihn an. Die anderen beiden Jungs sahen sie ebenfalls an. „Wir haben keine Karten.“ Sagte Claudia. „Ja genau, keine Karten.“ Sagte Lara auch und fügte dann noch ein „Schade!“ hinterher. Jon drehte sich wieder um zu den Jungs, und Lara und Claudia dachten schon, das war’s jetzt erstmal wieder fürs Gesprächsthema, da sah Lara aus dem Augenwinkel, wie Jon einen Kuli von einem seiner Kumpels bekam, den Bierdeckel unter seinem Glas hervorzog und etwas darauf kritzelte. Dann gab er den Kuli zurück und schob den Bierdeckel Lara hin. Fahr mit dem Aufzug auf die 1. Etage und warte vor dem Aufzug. Ich hab was für Dich! Stand auf dem Bierdeckel. Claudia sah ihre Freundin an.
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Alt 21.08.2006, 13:43   #6
Keks
 
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TEIL 5

Claudia sah ihre Freundin an. „Ach Du Scheisse!“ sagte sie dann. „Was meint er damit?“ fragte Lara. „Überleg Dir gut, ob Du das machst!“ mahnte Claudia sie schließlich. „Du bereust das später, glaubs mir!“ „Ich mach doch gar nix!“ sagte Lara. „Ich bin neugierig und will nur wissen, was er damit meint, was er will!“ Claudia atmete tief ein und sah zu Jon herüber, der war wieder in seinem Element und scherzte mit den Jungs herum. „Was wird der schon wollen...“ sagte sie dann, „an jedem Abend ne andere!“ Lara überlegte. Ob er das wirklich damit meinte? Dann sah sie wieder zu ihm rüber, und im gleichen Moment guckte er auch. Er sah Laras fragendes Gesicht, zog eine Augenbraue hoch und legte den Kopf schief, als wolle er sagen `Was ist jetzt? „Ich mache nix, das verspreche ich Dir!“ sagte Lara dann und stand entschlossen auf. „Wann kommst Du denn wieder?“ fragte Claudia, „nimm Dein Handy mit, wenn was ist! Sei vorsichtig!“ Hastig packte Lara ihr Telefon und machte sich schnurstracks auf dem Weg von der Bar heraus in die Lobby.
Dort standen ziemlich viele Mitarbeiter herum, und sie erwartete jeden Moment von denen angesprochen und rausbefördert zu werden, aber nichts der gleichen geschah. Vielleicht, weil sie so zielstrebig zum Aufzug ging und auf die 1 drückte.

Als die Türen sich hinter ihr schlossen wurde ihr allerdings etwas mulmig. Was tat sie da eigentlich gerade? Was, wenn er doch andere Gedanken hatte? Was, wenn sie ihm nicht widerstehen könnte? Diese Frage schien sie selbst zu beantworten, denn sie ahnte, dass sie bei ihm bestimmt nicht nein sagen würde. Oder doch? Sie wusste überhaupt nichts mehr! Die Türen des Aufzuges gingen wieder auf und sie betrat den Flur. Dann schlossen sich die Türen und der Aufzug fuhr wieder herunter. Auf dem Flur war es leise, man hörte nur das gleichmäßige Summen der Klimaanlage, vor ihr in einer Ecke stand ein kleines Tischchen aus rotem Holz, auf dem ein Strauß mit roten und gelben Blumen stand. Sie ging auf das Tischchen zu und roch an den Blumen. Das war eine Angewohnheit von ihr, wenn sie irgendwo Blumen sah, die sie nicht kannte, mußte sie immer gleich daran riechen, wonach sie dufteten. Dann gingen die Aufzugtüren plötzlich wieder auf, und erschrocken fuhr sie herum, aber nur eine ältere Frau in einem Glitzerkleid stieg aus, grüßte freundlich und ging weiter. Als sie sich gerade wieder beruhigt und sich zurück zum Tischchen gedreht hatte, gingen die Türen schon wieder auf und erschrocken drehte sie sich wieder um.

Da kam plötzlich Patrick aus dem Aufzug! Beinahe hätte sie gesagt `Was machst Du denn hier? Aber das tat sie natürlich nicht. Sie wusste nicht, was sie jetzt tun sollte, sie dachte an Claudia, die jetzt unten sass und darauf hoffte, das Patrick wiederkommen würde. Deswegen fasste sie sich ein Herz und fragte ihn: „Sag mal, gehst Du zufällig noch mal zurück in die Bar?“ `Was frag ich ihn da eigentlich... dachte sie. Und er antwortete: „Ja, warum?“ Blitzschnell riss sie eine der gelben Blumen aus der Vase auf dem Tischchen, streckte sie ihm entgegen und sagte: „Meine Freundin Claudia, die mit mir an dem Tisch in der Ecke sitzt, also, ich bin eben einfach weggegangen, und jetzt macht sie sich Sorgen um mich, dass mir was passieren könnte, und, naja, kannst Du ihr das geben und ihr sagen, ich komme gleich wieder und sie soll nicht mehr sauer sein?“ Patrick sah Lara völlig verwirrt an. „Kann ich machen.“ Sagte er dann, nahm die Blume und ging den Gang weiter entlang. Dann drehte er sich noch mal total verwirrt um, schüttelte den Kopf und verschwand um die Ecke. Irgendwo hörte sie dann eine Tür auf und zu gehen. Also mußte Patrick hier irgendwo auf der 1. Etage wohnen. Das würde Claudia sicher sehr interessieren. Sie überlegte gerade, ob sie ihr schnell eine SMS schicken sollte, aber in dem Moment gingen die Aufzugtüren zum dritten Mal auf und diesmal kam Jon heraus
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Alt 21.08.2006, 18:14   #7
Struppigel
 
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Gleich so viel! 8o
Ich werde es der Reihe nach angehen.

Im Übrigen bin ich auch kein Profi. Ich kenne Freaks, die sind noch viel schlimmer als ich. Die gibt es aber zum Glück nicht hier.

Zu Teil 2:

Zitat:
„Ich glaube, ich nehme Salami und doppelt Käse, wie immer.", sagte Claudia. „Hm, ich nehme auch mit Salami, dann allerdings noch mit vielen Peperonis, Chili und Zwiebeln!“, erklärte Lara. „Jaja, Du magst es mal wieder richtig scharf!“, neckte Claudia sie. „Hihihi, was meinst Du denn, warum ich auf Jon stehe!“, neckte Lara sie zurück
Wieder das Problem mit den wörtlichen Reden. Ich hoffe, Du erkennst das Schema. Ein Komma und dann klein weiterschreiben. Das gilt natürlich nur, wenn sich der folgende Text auch auf die wörtliche Rede bezieht.

Zitat:
„Du hast Dich ja so chic gemacht
"schick" wäre besser, ich weiß nicht, ob das "chic" noch in der neuen Rechtscheibung gilt. Und wieder ist die Anrede "du" großgeschrieben. Das macht man nur in Briefen. Ich werde es bei späterem Auftreten nicht mehr erwähnen.

Was mir postiv auffällt - Du nutzt viele Synonyme für "sagen". "meinte" "bettelte" "antwortete". Das musst Du unbedingt beibehalten.

Zitat:
die Ecke, wo das Holiday-Inn war. Vor der Tür waren
Wenn Du schreibst "wo sich das Holiday-Inn befand", vermeidest Du die Wiederholung.

Zitat:
also mussten sie in die Tiefgarage fahren. Als sie dann endlich wieder draußen waren und vor dem Eingang standen, sahen sie, dass es rund um das Gebäude von Securitys nur so wimmelte. Es dauerte auch keine 10 Sekunden, da waren auch schon drei Stück neben ihnen und fragten mit ernster Mine, was sie hier wollten, und dass sie sich doch gefälligst hinter die Absperrung zu den anderen Fans stellen sollten. Lara sah sich um, und dann fielen ihr erst die vielen Fans auf, die auf dem Rasen hinter einer großen Absperrung standen mit Plakaten in der Hand und Stofftieren,
Lass ein "auch" weg, verwende für das zweite "Fans" "Leute".

Zitat:
Sie wurden eine Treppe heraufgeleitet und dann standen sie vor einer großen mit Teppich verzierten Tür. Vor der Tür
Wohl eher "heraufgeführt". Teppich ist wieder doppelt, Tür auch. Den zweiten Satz kannst Du einleiten mit "Vor dieser..."
Die beiden können trotz etlicher Reporter die Verzierung auf der Tür erkennen?
Zitat:
fertig war, wusch
Zitat:
einem Schwung, auf raste in
Zitat:
einzige, was sie noch mitbekam, war
Zitat:
Kopf hob, bekam
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Alt 21.08.2006, 22:27   #8
Keks
 
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Hallo Struppigel!
Erstmal lieben Dank für Deine Kritik. Ja Du hast recht, ich verwende oft viele gleiche Wörter kurz hintereinander. Da ich die Geschichte ja schon fertig geschrieben habe, werd ich die nächsten Teile erst nochmal lesen bevor ich sie hier hereinstelle und versuchen, die Fehler zu berichtigen.

Das Problem mit der wörtlichen Rede habe ich jetzt hoffentlich auch verstanden, also wenn ich z. B. schreibe: "Ja, das weiss ich," sagte sie. "Aber ich habe es trotzdem versucht." Also heisst das, ich muss nach der wörtlichen Rede, wenn ich ein Komma mache, klein weiterschreiben? Hoffe ich hab das jetzt richtig verstanden. ?) Und mache ich nach der wörtlichen Rede einen Punkt dann natürlich gross, oder?

OK, ich schaue mir jetzt meinen nächsten Teil nochmal genau an bevor ich ihn hier reinstelle und bin Dir weiterhin für gute Ratschläge dankbar!
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Alt 21.08.2006, 22:57   #9
Struppigel
 
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Richtig,

wenn danach so etwas kommt wie:

sagte sie
erklärte er
meinte sie

dann immer mit Komma und klein weiter.

Kommt danach aber ein Neuer Satz, wie z.B.

"Halt den Mund." Sie verließ den Raum.

dann wird es groß geschrieben

Direkt nach wörtlicher Rede kommt kein Punkt, aber Du meintest sicher die Tatsache, dass ein neuer Satz anfängt.

Edit: Ich werde natürlich weiterhin kritisieren, aber bei so einer Menge kann das etwas dauern. Wie viel kommt denn noch?
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Alt 21.08.2006, 23:26   #10
Keks
 
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Hier kommt also Teil 6. Oh, da kommt noch einiges, die Story ist 50 getippte Din A4 Seiten lang und an einer Fortsetzung schreibe ich gerade. Die Geschichte ist einfach immer länger geworden, ich hatte einfach zu viel Inspiration, lach. Lass Dir (oder lasst euch) ruhig Zeit mit der Kritik, ich warte dann geduldig und setze danach immer den nächsten Teil rein. Achja, und dass der Name Patrick in der Story oft mit "P" abgekürzt wird, liegt daran, dass die beiden ihn einfach umgangssprachlich P (englisch ausgesprochen "pi") nennen. Gut, das weiss man nur als Insider, das müsste ich eigentlich in der Story noch erwähnen, wenn "P" das erste mal erwähnt wird. OK, dann kommt jetzt

TEIL 6 (hatte aus Versehen 3 geschrieben)

Er grinste sie wieder so an, und Lara bekam auf einmal tierisches Herzklopfen. Gleich würde er sie bestimmt in ein Zimmer locken, die Tür hinter sich zumachen und... Sie hatte das noch nicht zu ende gedacht, da marschierte Patrick wieder an ihr vorbei. Er schaute etwas verdattert, weil er sie da mit Jon auf dem Flur stehen sah, und er kam sich irgendwie plötzlich reichlich komisch vor mit der gelben Blume, die er da in der Hand hielt. Lara glaubte fast, er wurde rot. Schnell huschte er in den Aufzug und verschwand. Jetzt sah sie, dass Jon eine dicke Mappe unterm Arm hielt, die er dann hervorholte und öffnete. „Das sind zwei Backstagepässe, für dich und für deine Freundin. Für das Konzert morgen,“ sagte er und hielt ihr die beiden Ausweise hin. Laras Hand zitterte, als sie die Ausweise nahm. „Thank you,“ sagte sie und streckte ihm ihre Hand hin, um sich bei ihm zu bedanken.. Er nahm sie und antwortete: “Gerne, ein Rockkonzert ohne schöne Frauen ist kein richtiges Rockkonzert.“ Lara musste schlucken. Er fand sie also schön... Aus irgendeinem Grund ließ sie seine Hand nicht gleich wieder los, und er bemerkte, dass sie zitterte. „Warum bist du denn so nervös?“ fragte er sie. Lara konnte ihm kaum ins Gesicht sehen. Weil ich hier mit dir mutterseelenallein in einem Gang stehe und dich zufällig ziemlich geil finde, dachte sie, und der Gedanke machte sie dann noch nervöser. Sie wusste gar nicht, was sie ihm darauf antworten sollte. Dann sah sie ihn an und merkte, dass sie seine Hand immer noch festhielt... Er sah ihr direkt in die Augen, und sie hatte das Gefühl, dass ihr tierisch schwindelig wurde. Plötzlich überkam sie das Gefühl, ihn an sich zu ziehen, oder ihn einfach zu küssen. Sie musste sich wirklich zusammenreißen es nicht zu tun. Statt dessen ließ sie seine Hand wieder los und starrte ihn nur noch an.

Ich will jetzt ohnmächtig werden, und er soll mich wiederbeleben, ging es ihr durch den Kopf. Jetzt stand sie hier mit ihm ganz alleine und ihr fiel nichts ein was sie tun oder wenigstens sagen könnte. „Hast du eigentlich einen Namen?“ fragte er sie neckisch, und Lara fing sich sofort wieder. „Ja, mein Name ist Lara,.“ antwortete sie ihm. „Lara,“ wiederholte er den Namen, „das ist ein sehr schöner Name.“ Jetzt musste sie lächeln, denn das hatte er echt lieb gesagt. „Jon ist auch ein schöner Name,“ sagte sie dann, und im gleichen Moment fragte sie sich, was sie da wieder für einen Mist geredet hatte. „Is ganz o.k,“ sagte Jon. Und dann sagte er noch: „So, ich gehe jetzt schlafen, morgen ist das Konzert. Gehst du noch in die Bar?“ Nein, bitte geh noch nicht weg, das kannst du nicht machen! Und wenn du schon gehst, nimm mich doch mit, sagten ihre Gedanken. Aber sie erwiderte ihm: „Ja, meine Freundin wartet schon auf mich, denke ich.“ Und dann nahm sie all ihren Mut zusammen und fragte ihn: „Du wohnst oben auf der 6. Etage, oder? Du hast bestimmt ein großes Zimmer für dich ganz alleine.“ „Ja, ein ziemlich großes sogar. Die Aussicht von da oben ist echt toll,“ antwortete er, und dann sah er sie ganz seltsam an. Er schien sie irgendwie zu betrachten. Sie hatte das Gefühl, als wollte er noch irgend etwas zu ihr sagen, er blieb einige Sekunden einfach nur da stehen und sah sie an. Dann sagte er: „Viel Spaß auf den Konzert morgen, see you!“ Dann drückte er auf den Aufzugsknopf. Lara schossen Tausende Gedanken durch den Kopf. Sollte sie mit ihm in den Aufzug steigen? Sie könnte auf Stopp drücken, ohne dass er es merken würde. Aber dann dachte sie wieder an Claudia, die unten sass und auf sie wartete. Und an ihre mahnenden Worte dachte sie auch. Die Türen öffneten sich, er ging in den Aufzug hinein und die Türen schlossen sich. Er hatte noch mal gegrinst, bevor die Türen zu gingen und Lara hatte ihm zugewunken. Dann war der Aufzug weg und sie blieb im Flur zurück. Ach Du Scheisse! Der P. mit der Blume, durchfuhr es sie plötzlich.

Sie stellte sich gerade vor, wie er an Claudias Tisch stand und ihr die Blume entgegenstreckte und verzweifelt versuchte, ihr das irgendwie zu erklären. Als der nächste Aufzug kam fuhr sie damit nach unten und ging in die Bar zurück. Gerade als sie um die Ecke kam, sah sie noch, wie Patrick von Claudias Tisch aufstand, ihr die Hand gab und wegging. Er hatte Lara nicht gesehen, denn er ging durch eine der großen geöffneten Fenster, die ebenfalls als Türen dienten, über die Terrasse raus. Als Claudia ihre Freundin sah war sie völlig außer sich. „Der hat hier bei mir gesessen, bestimmt 10 Minuten lang! Ich hab das mit der Blume zwar nicht ganz kapiert, aber glaub mir, die schmeiß ich bestimmt nicht weg! Der hat mir auch erzählt, dass er in den nächsten Tagen öfter mal hier ist, der Mann mit dem er sich da unterhalten hat., ist von einer Plattenfirma, die treffen sich hier morgen Abend auch wieder!“ Sie war völlig hin und weg von ihm, endlich war sie ihm mal aufgefallen! „Hättest du ihm die Blume nicht gegeben, hätte das niemals geklappt! Dass du immer so verrückte Ideen hast, genial,“ freute sie sich noch. Lara sass ihr ziemlich still gegenüber. Sie war kreidebleich aber ihre Wangen glühten wieder einmal. Claudia sah, dass ihre Hände zitterten und fragte sofort: „Was ist los? Was war? Hat er was getan?“ Lara war noch völlig durcheinander und wusste überhaupt nicht, wo sie anfangen sollte zu erzählen. Sie hielt Claudia die Pässe unter die Nase. Claudia nahm sie in die Hand und strahlte. „Das sind ja Backstagepässe! Genial!“ Dann sah sie wieder auf Lara, die immer noch irgendwie völlig abwesend zu sein schien. „Oje, es ist doch nicht hoffentlich das, was ich denke... und er hat sie dir dann als kleinen Dank gegeben...“ Jetzt wachte Lara endlich wieder aus ihrem tranceähnlichen Zustand auf. „Nein, um Gottes Willen! Er wollte mir die Pässe bloß geben, das war alles! Er war einfach süß!“ Und ihre Augen glitzerten, als sie das sagte. Dann erzählte sie Claudia alles haarklein, und ihre Wangen glühten immer mehr während sie erzählte. „Schön, dann gehen wir also morgen aufs Konzi, und danach gehen wir wieder hier her, denn der P. wird auch hier sein,“ sagte Claudia dann. Die beiden quatschten und lachten noch eine Stunde, dann bezahlten sie und machten sich auf den Weg zum Auto. Morgen war schließlich ein langer Tag, und Claudia war schon ziemlich müde. Sie hatte jetzt wirklich Kopfschmerzen von den vielen Zigaretten und von der ganzen Aufregung. Während sie gingen schaute Lara hoch zu den Fenstern der 6. Etage. In einigen Fenstern brannte Licht, und sie fragte sich, welches wohl Jons Zimmer war.
Der Weg zu Claudias Wohnung dauerte nicht besonders lange, Lara träumte aus ihrem Fenster heraus und Claudia erzählte die ganze Zeit von Patrick, lachte sich kaputt und freute sich auf den nächsten Tag. Als sie dann endlich im Bett lagen, redeten sie noch ein paar Minuten, dann fielen ihnen auch gleich schon die Augen zu. Das ist ein schöner Sommer, dachte sich Lara noch, bevor sie einschlief. Und er hatte gerade erst begonnen
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Alt 23.08.2006, 12:09   #11
Struppigel
 
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Zu Teil 3:

Zitat:
mit einem Gesichtsausdruck, als hätte sie soeben einen Geist gesehen. Kurz dahinter kam dann der Geist, und zwar Jon und seine Band.
"und zwar" ist Umgangssprache.

Zitat:
ihnen vorbei, durch die Tür,
Kommas weg.

Zitat:
Dann schaute sie wieder nach vorne, und er guckte immer noch und grinste schon wieder dabei.
Zweimal "wieder"

Zitat:
Sie musste Claudia
Ist auch im Folgenden öfter falsch geschrieben.

Zitat:
Thomas abholen. Claudia hatte Lara morgens abgeholt
Zweimal "abholen". Eventuell stattdessen "mitnehmen"?

Zitat:
Am nächsten Tag war ja das Konzert, und danach den Tag wäre
Umgangssprache.
Was ist das für eine komische Satzstellung? Auf jeden Fall auch keine Hochsprache. "den Tag danach", aber noch besser "am nächsten/folgenden Tag" "tags darauf"

dann...tja was eigentlich dann
Zitat:
P.S.: Warum ist es schlimm, wenn die Geschichte einen englischen Titel hat? Hab ja extra noch den deutschen dazu geschrieben.
Nicht schlimm, aber unüblich. Zumal wir immer mehr amerikanisiert werden und unsere eigene Sprache nicht mehr zu respektieren scheinen. Ich lerne einen in der Werbebranche angesiedelten Beruf und vorallem da ist die Verenglischung von Wörtern so schlimm, dass auf Biegen und Brechen einfach jedes Produkt englisch klingen muss. Ich erinnere nur an die angeworbenen "body-bags" (Wer "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" gelesen hat, dem dürfte das bekannt sein), welche Rucksäcke sein sollten, übersetzt aber Leichensäcke sind. Das englische Wort dazu heißt "rucksack" und das war denen zu deutsch.
Der Titel weist (als erste Assoziation) auf einen englischprachigen Text hin, weil er nicht nur teilweise, sondern völlig englisch ist. Ich denke, dass er da falsche Erwartungen weckt. Andererseits ist es mir bei Deinem gewählten Thema mittlerweile klar, dass Englisch darin eine wichtige Rolle spielen muss. Der Titel wird also auch nur Menschen mit Englischkenntnissen ansprechen, welche dringend nötig sind, wenn Du nicht den ganzen Text mit Fußnoten versehen willst, die eine Übersetzung liefern. Mittlerweile finde ich den Titel deswegen in Ordnung, auch die Übersetzung.

PS: Ein paar Absätze mehr wären nicht schlecht, vorallem im ersten Teil war es sehr schwer, den Überblick zu behalten.
Ich meine nicht nur die schon vorhandenen Absätze, die Du mit einer Leerzeile getrennt hast, sondern auch Absätze, die lediglich in einer neuen Zeile anfangen.
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Alt 23.08.2006, 14:50   #12
Keks
 
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Vielen dank erstmal für die Kritik!
Zuerstmal: Hatte beim letzten Teil aus Versehen 3 geschrieben, war aber schon der 6. Teil...

Ja, die ständigen Wiederholungen sind mir auch aufgefallen. Da die Story ja schon fertig geschrieben ist, könnte es also noch öfter vorkommen. Werde aber in Zukunft bei neuen Geschichten darauf achten.

Wegen "musste" und "mußte": Irgendwie sagt mir mein Rechtschreibprogramm dass es mit doppeltem s geschrieben werden soll... weiss auch nicht... lach

Und was die Amerikanisierung betrifft, also ich persönlich finde das nicht schlecht, da es eben die internationalste Sprache der Welt ist. Habe auch im Grunde die englischen Parts im Text nur eingefügt um zu zeigen, dass Jon Amerikaner ist. Natürlich hätte ich das auch anders machen können, als kurze Erklärung im Text. Hast recht, das kommt sonst irgendwie seltsam rüber.

OK, nun gehts weiter.
TEIL 7

Claudia war es, die als erste wach wurde. Es waren gleich 11 Uhr morgens, die Sonne strahlte durchs Fenster herein und Lara lag noch im Tiefschlaf neben ihr. Claudia stand aus dem Bett auf und ging ins Bad. Auf der Ablage lag ein Zettel von Thomas. Er schrieb, dass er einen Termin hatte und von dort aus zur Arbeit fahren würde. Sie blickte in den Spiegel und ärgerte sich, dass sie sich gestern Nacht nicht doch noch abgeschminkt hatte. Jetzt hatte sie einen Pickel am Kinn. Ausgerechnet heute, wo sie Patrick wiedersehen würde. Zum Glück gab es Abdeckstifte, und zum Glück auch in ihrer Kosmetiktasche. Als sie wieder aus dem Bad kam, war Lara gerade aufgewacht.

„Guten Morgen, Du Schlafmütze!“ sagte Claudia und hüpfte noch mal ins Bett. „Morgen.“ Gähnte Lara. „Heute gehen wir aufs Konzert!“ sagte Claudia. „Schön,“ sagte Lara, „ich wüsste nur gern, ob ich ihn noch mal treffe!“ Claudia setzte sich hin. „Also hör mal, Du hattest ja wohl ein Heidenglück! Er schenkt Dir Backstagepässe, gibt sie Dir persönlich, Du hast Dich mit ihm unterhalten können, wir waren auf der Pressekonferenz,- was willst Du mehr? Und heute Abend sehen wir das Konzert! Das ist doch mehr als hammergeil!“ sagte sie. Lara sah das allerdings irgendwie anders. Es stimmte wohl, wenn man den kleinen Finger kriegt, will man anschließend die ganze Hand. „Schon, aber das kann doch nicht schon alles gewesen sein.“ Sagte sie klagend, und Claudia antwortete: „Ja was soll denn noch passieren? Ich meine, vielleicht treffen wir ihn ja noch mal in der Bar, oder nachher beim Konzi, schließlich können wir ja Backstage!“ „Ja, vielleicht.“ Meinte Lara sehr nachdenklich.

Claudia schüttelte den Kopf: „Vergiss vor allem nicht, dass er und die anderen Übermorgen früh wieder zurück nach Amerika fliegen! Freu Dich doch einfach über das, was Du erlebt hast!“ Das tat Lara ja auch, aber das war ihr trotzdem nicht genug. Und Claudia hatte Recht, sie hatten schließlich Backstagepässe, und dann würde sie ihn bestimmt noch mal sehen. Und am Tag danach waren sie ja auch noch da, es waren ja schließlich noch Pressetermine in Köln. Also frühstückten sie erstmal ausgiebig, dann sprangen sie einer nach dem anderen unter die Dusche und dann überlegten sie, was sie am Abend anziehen sollten. „Ich muss was richtig geiles anhaben, wenn der P. heut Abend in die Bar kommt!“ sagte Claudia, und kramte im Schrank nach ihrem engsten Oberteil. Dann klingelte ihr Handy und Thomas war dran. Sie erzählte ihm ganz stolz, dass sie Backstagepässe fürs Konzert hatten, und dass sie sie von keinem geringeren als von Jon persönlich hatten. Von Patrick erwähnte sie natürlich nichts. Dann legte sie auf.

„Cool, Thomas muss heute mit einem Gast nach Hamburg fahren und kommt von da aus mit der Bahn zurück. Er sagte, es könnte ziemlich spät werden und er weiß nicht, ob er dann Abends noch Lust hat in die Bar zu kommen.“ „Perfekt!“ rief Lara. „Dann steht Deinem Date mit Patrick ja nix mehr im Wege.“ Claudia überlegte einen kurzen Moment. Armer Thomas, wenn der das alles wüsste. Der wäre bestimmt total eifersüchtig. Er tat ihr schon leid. Aber dann dachte sie: `Was solls, jetzt hab ich die Chance, den P. mal näher kennen zulernen, dann mach ichs auch. Schließlich bin ich ja nicht Thomas Freundin. „Was machen wir denn jetzt noch den ganzen Tag vor dem Konzert?“ wollte Lara wissen. Am liebsten wollte sie gleich wieder zum Hyatt düsen. Claudia schien ihre Gedanken zu teilen und sagte: „Wir können uns ja vorher am Hyatt noch was an den Rhein setzen, wir haben ja eigentlich viel Zeit. Mit den Pässen dürften wir auch kein Problem haben, in die 1. Absperrung zu kommen.“ Das stimmte natürlich, und so beschlossen sie, an den Rhein zu fahren. Sie nahmen noch etwas Obst in einem Körbchen mit, ihre zwei Decken und machten sich auf den Weg. Vor dem Hotel waren mal wieder alle Parkplätze besetzt, also stellten sie das Auto unter der Brücke ab. Sie gingen gemütlich den Weg entlang zur Mauer, überall sassen Fans mit Rucksäcken herum, sie waren zum größten Teil alle erst heute angereist, denn fast keiner wusste, dass die Band schon gestern angekommen war.

Ein Mädchen lag auf dem Rücken in der Sonne, neben ihr eine leere Bierflasche. Sie trug ein T-Shirt mit einem Bild von Jon drauf und darunter stand in großen Buchstaben: JON, I LOVE YOU! Unter ein paar Sträuchern im Schatten lagen 1 Typ und 2 Mädels, er rauchte gerade einen Joint und die Mädels malten auf einem Bettuch ein Spruchband. JON WIR WOLLEN DICH F... das F-Wort war noch nicht ausgeschrieben, Lara erkannte aber, dass sie gerade an dem I arbeiteten. Sie konnte sich gut vorstellen, wie das Wort komplett heißen wird. Direkt vor dem Eingang zum Hotel hatten die Mitarbeiter alle Mühe damit, verrückte Fans immer wieder zurückzujagen, sogar ein Krankenwagen stand in der Einfahrt zum Hotel. Lara wollte sich gar nicht vorstellen, was dann heute Abend beim Konzert los sein würde! Als sie auf die Mauer zugingen sahen sie, dass diese vollkommen belagert von Fans war, die sassen in der Sonne und soffen Bier, fast alle in schwarzen Lederklamotten, alle mit riesigen Rucksäcken und Plakaten. „Und jetzt?“ fragte Lara hilflos. Das was sie sah gefiel ihr überhaupt nicht. „Lass uns doch einfach in den Rheinpark gehen. Da haben wir wenigstens unsere Ruhe.“ Das fand Lara auch viel besser, und so machten sie sich wieder auf den Rückweg. Als sie um die Ecke kamen, sahen sie, dass die Gitter von der Tiefgarage runtergelassen waren. „Die Autos mit denen die herumgefahren werden, stehen da unten.“ Sagte Claudia. Lara sah sich in Gedanken unten in der Tiefgarage, sie stand hilflos vor ihrem Auto und Jon kam um die Ecke. Sie hatte den Schlüssel verloren und kam nun nicht mehr rein. Er war natürlich so hilfsbereit und bot ihr an, sie in einem Mietwagen höchstpersönlich nach Hause zu fahren... Lara mußte lachen, wie konnte sie sich nur sowas bescheuertes vorstellen! Der Weg in den Park kam ihr ewig lang vor, es war auch noch wahnsinnig heiß an diesem Tag. Endlich waren sie an ihrem Stammplatz vom letzten Jahr angekommen. Sie breiteten ihre Decken aus und ließen sich gemütlich darauf nieder.

TEIL 8

„Hey, ist das da hinten nicht die Käthe?“ fragte Lara. Unten am Rhein ging eine Frau spazieren, die Kathy Kelly sein konnte, ein weiteres Mitglied der Kellys, die aber nicht mehr in der Band mitsang. Lara und Claudia kannten sie flüchtig, sie waren mal mit ihr Kaffee trinken, sie war eigentlich sehr nett. Und sie fand die Musik von Lara und ihrer Schwester gut. Neben ihr ging ein Mann, der Vincent hätte sein können, ihr Ehemann und Vater ihres Sohnes Sean. „Könnte glatt sein,“ sagte Claudia und zog ihre Sonnenbrille aus, „mal ohne Kati und Isa!“ fügte sie noch hinzu. Kati und Isa waren zwei Mädels, die sich irgendwann mal mit Kathy angefreundet hatten. Und die beiden waren ziemlich arrogant. Claudia und Lara konnten sie auf jeden Fall nicht leiden.

„Weißt Du was, ich lauf da jetzt mal hin und sag ihr Hallo!“ sagte Lara und stand wieder von ihrer Decke auf. „Ich warte aber hier, ich bin zu faul um aufzustehen. Kannst ihr ja liebe Grüße von mir ausrichten.“ Meinte ihre Freundin. Lara lief los. Überall auf der Wiese lagen die Leute faul in der Sonne herum und ließen sich braun braten. Auf dem Rhein fuhren Ausflugsschiffe, der Himmel war blau. Ein paar Kinder spielten Federball, und Lara lief, sich im Rennen entschuldigend, mitten durchs Spielfeld. Claudia lag unterdessen schön gemütlich auf ihrer Decke, aß ein paar Trauben und schwebte in Erinnerungen an den letzten Abend. Patrick war ja echt ein lieber Kerl. Sie hätte nie gedacht, dass man sich so locker mit ihm unterhalten konnte. Er war richtig gut drauf, hat einiges erzählt. Und dann hatte er noch so süß gefragt, ob sie öfters in der Bar wäre, und als sie ja gesagt hat, hatte er gesagt, dass er heute wieder kommt, am späten Abend, und dass man sich bestimmt dann dort sieht! Und wie süß er gegrinst hatte! Claudia seufzte und stellte sich vor, wie schön es wird, wenn endlich Abend ist und sie ihn wiedersieht.

Dazwischen kommt ja noch das tolle Konzert und darauf freute sie sich natürlich auch schon sehr. Sie sah Lara von weitem bei Käthe stehen. Der warme Wind fuhr ihr durchs Haar und sie ertappte sich bei der Vorstellung, dass es Patricks Hände wären. Es vergingen ein paar Minuten, und Claudia träumte so schön vor sich her, als sie plötzlich von Lara geweckt wurde. „Rate mal, wer heute Abend noch auf dem Konzert ist?“ rief diese und ließ Grasbüschel auf Claudias Rücken fallen. „Käthe?“ fragte diese, setzte sich auf und entfernte das Gras von sich. „Die auch. Aber rate wer noch?“ „Keine Ahnung.“ Meinte Claudia. „Na, wer wohl, der P. natürlich!“ sagte Lara und hüpfte vor Aufregung hin und her. „Aber der mag Bon Jovi doch gar nicht.“ Sagte Claudia. „Käthe hat gesagt, Angelo ist mit dem Schlagzeuger verabredet, und der P. begleitet ihn. Ich habe ihr natürlich erzählt, dass wir Backstagepässe haben, und Käthe hat gesagt: Schön, dann sehen wir uns ja, dann können wir mal ein bisschen quatschen. Also Claudia, noch ein Grund mehr, sich auf das Konzert zu freuen!“ Das gefiel Claudia natürlich auch, und sie konnte es jetzt auch nicht mehr abwarten. Außerdem würde sie ihn ja auch noch in der Bar sehen nach dem Konzert. Wie praktisch.

„Das ist unser Glückstag!“ stellte sie schließlich fest und sah auf die Uhr. Es waren fast halb eins, und es war ja noch sooo lange hin bis zum Konzert. „Aber dass die Käthe Dir das so einfach erzählt hat.“ Sagte Claudia. „Hm,“ sagte Lara, „sie hat auch die ganze Zeit so komisch gegrinst dabei, als ob der P. ihr irgendwas erzählt hätte.“ Claudia mußte lachen. „Das wärs ja noch.“ Die beiden dachten sich die lustigsten Storys aus, die passieren könnten. Plötzlich fiel Lara etwas ein. „Hey, ich hab ganz vergessen Dir zu erzählen, dass der P. oben auf der 1. Etage ein Zimmer haben muss!“ Und dann erzählte sie Claudia davon, dass sie dort eine Tür hatte auf und zugehen gehört. „Und das sagst Du mir erst jetzt?“ protestierte diese. „Auf die 1. Etage kommt man doch ohne Probleme! Da müssen wir uns was einfallen lassen!“ „Ja,“ sagte Lara, „vielleicht sollten wir heute Abend eher aus der Bar gehen, noch bevor der P. raufgeht. Dann halten wir uns in der ersten Etage auf, ich weiß noch in etwa den Weg, den er oben gegangen ist, also muss er auf jeden Fall an uns vorbei!“ „Und was sagen wir dann?“ fragte Claudia, denn sie hatte absolut keinen Plan, was man machen könnte. Er würde ja sicher fragen, warum sie da oben rumhingen.

„Uns fällt schon was ein, Hauptsache, wir haben einen Plan, dass wir vor ihm hochgehen. Und wenn er kommt, dann gehe ich im Gang etwas spazieren damit Du alleine mit ihm sein kannst.“ Meinte Lara. „Alleine?“ rief Claudia entsetzt. „Dann kriege ich ja überhaupt kein Wort raus. O.K., ich hab mich gestern mit ihm unterhalten, aber er wird bestimmt böse sein, wenn ich da oben auftauche!“ „Dann sagst Du eben, wir hätten ein Zimmer auf der 1. Etage und was für ein Zufall, dass ihr euch gerade da jetzt begegnet. Und dann fragst Du ihn ob er Lust auf nen Kaffee hat.“ Sagte Lara. Claudia fand die Idee im Prinzip ganz gut, aber was wenn er einen Beweis wollte, welches Zimmer ihres ist? „Dann müssen wir uns eben was anderes ausdenken, Hauptsache wir sind oben, wenn er hochkommt. Uns fällt sicher dann ein, wie wir am besten vorgehen!“ Die Stunden vergingen total langsam, der Tag zog sich endlos wie Kaugummi.

Irgendwann gegen 19:00 Uhr machten sie sich dann mal auf den Weg zum Stadion. Das Konzert sollte um 20:30 Uhr beginnen, und so hatten sie noch genug Zeit. Sie fuhren mit der Straßenbahn zum Stadion, denn mit dem Auto kam man eh nirgendwo mehr durch, und Parkplätze gab es mit Sicherheit sowieso auch keine mehr. Die Bahn war vollgestopft mit Fans, und die beiden waren froh, als sie endlich aussteigen konnten. „Eigentlich müssen die uns am Backstageeingang mit unseren Pässen doch reinlassen.“ Meinte Lara. Also machten sie sich auf die Suche nach dem Backstageeingang. Es war überall total voll, einige Fans lagen noch auf der Wiese, andere standen schon in den Schleusen und grölten, ein paar andere hatten die Hitze nicht so ganz verkraftet und ließen sich bei den Notarztwagen versorgen. Sie gingen fast einmal um das ganze Stadion herum, bis sie schließlich einen Weg gefunden hatten, auf dem „Backstage“ stand. Der Weg war von einigen Bodyguards bewacht, die mit ihren Funkgeräten und Uniformen ziemlich böse aussahen. „Die lassen uns niemals rein!“ sagte Lara und war felsenfest davon überzeugt. „Doch, das müssen die. Wir haben doch die Ausweise!“ sagte Claudia und ging mutig weiter. Lara versteckte sich förmlich hinter ihr, als Claudia einen der böse guckenden Bodyguards ansprach. Doch dieser war entgegen Laras Befürchtungen super freundlich und gab ihnen den Weg frei. Die anderen alle gingen ebenfalls auf Seite und sie durften ohne weiteres einfach weiter gehen. Ein Stück weiter kam dann ein großes Tor, vor dem ebenfalls einige schwere Bodyguards standen. Sie prüften die Pässe und dann öffneten sie ihnen das Tor.
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Alt 23.08.2006, 15:16   #13
Struppigel
 
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Ich bin wirklich erst bei Teil 3. So schnell komme ich nicht hinterher.

Amerikanisierung ist nicht gut, sie verhunzt unsere Sprachkultur.

Schon allein der Satz: "Es macht Sinn." Das ist kein Deutsch, das ist amerikanisiertes Deutsch, denn die sagen: "This makes sense." Aber dafür haben die Menschen schon jegliches Gefühl verloren. Oder "Handy". Das ist ein deutsches Wort! Mit englischer Aussprache. Warum macht man sowas?
Wenn schon Amerikanisierung, dann doch bitte richtig und nicht solche Sachen wie body bag, was der beste Beweis dafür ist, dass englisch einfach nur auf Biegen und Brechen überall hineingequetscht wird ohne Rücksicht auf Korrektheit, hauptsache es klingt dann modern. Die Amis lachen sich über uns tot. So etwas bringt uns nicht in der Sprachgewandtheit weiter, es zeigt nur, dass wir Deutsche unsere eigene Kultur nicht mehr achten.

Das war jetzt keine Kritik auf Dich oder den Text, nur meine Meinung.
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Alt 23.08.2006, 17:47   #14
Keks
 
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Nun ja, so hat jeder seine Meinung, ich finds ganz ok wie es ist. Klar sollte unsere Sprachkultur nicht ganz in Vergessenheit geraten, aber mich persönlich stört das jetzt nicht so.

KLar, lass Dir (oder euch) ruhig Zeit mit lesen. Kein Problem!
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Alt 25.08.2006, 13:27   #15
Keks
 
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TEIL 9

Das erste, was sie sahen, war die Bühne von hinten. Sie hörten die brüllenden Fans, die wohl schon vor der Bühne standen. Dann kam laute Musik, das war wohl die Vorgruppe. Überall standen Tische mit weißen Decken, auf denen was zu Essen und was zu trinken stand. Ständig liefen irgendwelche Leute hektisch hin und her, niemand schien die beiden zu beachten, denn sie waren hier und dann schienen sie wohl dazuzugehören. Claudia war jetzt auch etwas mulmig, so etwas hatte sie auch noch nicht gemacht. Lara packte sie an der Hand und ging vorwärts. Jetzt wollte sie sich auch alles genau ansehen, wenn sie schon mal hier waren. Als sie ein gutes Stück weiter gegangen waren, entdeckten sie Angelo. Der stand mit einem Typ in Lederklamotten in einem kleinen Zelt, hielt Drumsticks in der Hand und fuchtelte mit den Armen herum. Der Typ in Leder war Tico.

Er schien sich wohl übers Schlagzeugspielen zu unterhalten. „Wenn Angelo hier schon ist, dann ist der P. bestimmt auch schon da. Der muss hier irgendwo in der Nähe sein!“ stellte Claudia fest und fing sofort an zu suchen, aber sie konnte ihn nirgends erblicken. Auf einmal stand Käthe vor ihnen. „Hi ihr beiden!“ sagte sie. „Wie geht’s?“ Und noch bevor Lara oder Claudia antworten konnten, stand auch Patrick plötzlich neben Käthe. Er schaute in die Runde und sagte: „Hi.“ Lara sagte gar nix, sondern fing sofort ein Gespräch mit Käthe an. Claudia sagte: „Hi.“ Patrick stand da wie ein Schuljunge, die Hände in den Hosentaschen und sah total verschüchtert umher. Claudia überlegte krampfhaft, was sie ihn fragen sollte, denn sie wollte ja nicht, dass er gleich wieder abhaute. Also sagte sie einfach irgendetwas: „Ich hab mal gehört, Du magst Bon Jovi nicht, aber Du bist ja hier.“ „Ja, eigentlich find ich die nicht so toll, aber Angelo ist hier eingeladen und ich bin mitgegangen, und Kathy auch, hier sind auch noch ein paar Typen aus dem Musikgeschäft, mit denen wir mal zu tun hatten.“ Sagte er. „Und was machst Du hier?“

„Wir haben Backstagekarten von Jon gekriegt.“ Erklärte Claudia. „Cool, kennt ihr euch?“ Patrick schien sichtlich interessiert zu sein. „Meine Freundin hat sie von ihm bekommen, einfach so. Wir waren auf einer Pressekonferenz von ihm, vielleicht deswegen. Wir haben ihn gestern Abend in der Bar noch getroffen und uns kurz unterhalten.“ Claudia war heilfroh, dass sie endlich ein Gesprächsthema hatte. Sie sah nach rechts und sah Lara immer noch bei Käthe stehen, die beiden hatten sich mittlerweile was zu trinken genommen und unterhielten sich angeregt. Auf einmal kam Angelo zu Claudia und Patrick dazu. Im Schlepptau der Typ, der eben mit ihm dagestanden hatte. Jetzt erkannte Claudia erst, dass es der Schlagzeuger von Bon Jovi war. „Hey Paddy, hast Du die Nummer vom Anwalt in Deinem Handy? Ich hab meins im Auto liegen gelassen.“ Sagte Angelo. Er hatte ganz viele Pickel im Gesicht, der Arme. Und jetzt aus der Nähe gesehen sah er noch fetter aus als sonst. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, was seine Kira an ihm finden konnte!

Patrick kramte in seiner Tasche und zog sein Handy heraus. `Deine Nummer hätt ich gern, dachte Claudia bei sich. Er suchte im Handy und hielt es Angelo dann hin. Der nahm einen Zettel und einen Stift und schrieb eine Nummer ab, die er dann dem Schlagzeuger reichte. Der sagte nur: „O.K., danke Dir.“ Dann gingen er und Angelo wieder in das kleine Zelt. Claudia traute sich nicht ihn zu fragen, ob er heute Abend auch wirklich noch in die Bar käme. Stattdessen fragte sie ihn: „Siehst Du Dir das Konzert auch an, oder gehst Du lieber?“ Patrick zog die Nase hoch, wie er es immer machte, wenn er redete. `Ekelhaft! Dachte Claudia bei sich. „Ich bleib schon hier, aber wohl hinter der Bühne.“ Antwortete er. „Ich geh jetzt mal zu meinem Bruder.“ Da sah Claudia, dass Joey auch da war, er stand mit seiner Frau Tanja und seinem Sohn Luke jetzt an dem Zelt, wo Angelo reingegangen war. Joey rief ihm irgendwas zu und Patrick mußte lachen, dann sagte er nur: „Aber Du, Joey!“ Käthe gesellte sich dann auch zu den anderen Geschwistern und Lara kam zu Claudia zurück.

„Was hat er alles gesagt?“ wollte sie sofort wissen. Claudia erzählte ihr alles haarklein und Lara fand das natürlich genial. Sie selber hatte sich mit Käthe nur über Musik unterhalten, und hatte mehr Claudia und Patrick beobachtet wie alles andere. Während die beiden so dastanden und erzählten, ging plötzlich Jon an ihnen vorbei. Er trug einen großen Gitarrenkoffer und ging in ein kleines, offenes Zelt herein. Lara nahm Claudia an die Hand und ging hinterher. Sie waren am Zelt angekommen und Lara lugte vorsichtig um die Ecke. Da stand er, und packte eine Gitarre aus dem Koffer. Er hatte eine knallenge Jeans an und trug ein schwarzes, offenes Hemd darüber. Eine Sonnenbrille hatte er auch auf. Lara drehte sich zu Claudia zurück. „Mann, der sieht ja echt geil aus! Guck doch mal!“ Claudia lugte auch um die Ecke, in dem Moment drehte er sich um und sah Claudia. Erschrocken zog sie ihren Kopf zurück, als er schon um die Ecke kam. Lara dachte nur `Wow, als sie ihn sah. „Hi Girls,“ sagte er, „verdammt heißer Tag heute.“ `Wenn etwas hier verdammt heiß ist, dann Du, dachte Lara und blinzelte ihn an.

Dann nahm er die Sonnenbrille ab und sah Lara direkt an. „Nehmt euch was kühles zu trinken, Mädels, das wird ne heiße Party heut.“ Er war richtig aufgedreht, wahrscheinlich weil das Konzert bald anfangen sollte. Lara wusste gar nicht, was sie zu ihm sagen sollte. Claudia ging zu einem der Tische und nahm sich ein Glas Sekt. Sie blieb in einiger Entfernung stehen und beobachtete das Geschehen. Außerdem war sie dann näher an dem Zelt, in dem Patrick und seine Geschwister sich aufhielten. Lara stand vor ihm und starrte ihn wieder mal nur an. Sein Hemd war offen und sie konnte seinen nackten Oberkörper sehen. Mann, sah der Kerl geil aus, dachte sie bei sich. Dann fiel ihr endlich etwas ein, was sie sagen konnte. „Was für eine Gitarre ist das eigentlich?“ „Meine Gitarre? Die ist toll, nicht?“ Antwortete er. „Kennst Du Dich mit Gitarren aus?“ „Ich habe eine Akkustikgitarre Zuhause, ein bisschen spielen kann ich.“

Sie bewunderte die Gitarre, sie war wirklich schön. Sie war dunkelblau und hatte Sternchen im Griffbrett eingearbeitet. Jon ging ins Zelt und holte die Gitarre heraus. „Tolles Ding.“ Sagte Lara bewundernd. Er legte sich den Gitarrengurt um und fing an, mit der Gitarre herumzuhüpfen wie ein wilder. Er zog eine richtige kleine Show vor ihr ab und Lara mußte lachen. Dann nahm er sie wieder ab und brachte sie ins Zelt zurück. Lara war jetzt etwas mutiger und ging ihm einfach hinterher ins Zelt. „Ist das Deine Garderobe?“ fragte sie ihn. Er drehte sich zu ihr um und da sah er erst, dass sie ihm gefolgt war. Er sah sie wieder recht amüsiert an. „Sowas ähnliches, ja.“ Sagte er. Er fuhr sich mit einer Hand durchs Haar und sah Lara fragend an. Dann sagte er: Die Show geht in einer halben Stunde los. Mit den Pässen könnt ihr in den Fotograben, wenn ihr wollt.“ „Cool,“ sagte Lara, und bevor sie dann wieder aus dem Zelt herausging, konnte sie sich nicht verkneifen und sagte: „Das Konzert wird bestimmt super, und danach gehe ich mit meiner Freundin noch einen Trinken in der Bar im Hotel!“ Dann ging sie schnell um die Ecke zu Claudia, die schon auf sie zu warten schien, und hoffe, dass Jon das irgendwie kapiert hatte.

„Ui, mir ist heiß!“ sagte Lara nur. Und: „Mit den Pässen kommen wir in den Fotograben!“ „Das ist ja cool,“ sagte Claudia, „es fängt ja bald an.“ „Wo ist Patrick?“ erkundigte Lara sich und Claudia sagte: „Bis eben waren noch alle im Zelt, eben sind sie mit so 2 Typen abgezogen. Also wenn Du willst, können wir ja schon mal rausgehen und uns gleich das Konzi anschauen.“ Das machten die beiden dann auch. Sie kamen ohne Probleme in den Fotograben und es dauerte noch etwas über eine halbe Stunde, dann ging es endlich los. Die Fans tobten wie verrückt, als die Band die Bühne betrat, und dann stand er am Bühnenrand, mit seinem offenen Hemd und seiner Sonnenbrille, die Gitarre umgehangen, die er ihr eben noch gezeigt hatte. Das Konzert war einfach traumhaft, Lara konnte fast alle Lieder mitsingen, obwohl sie nie ein besonderer Fan von der Band war. Bei einem ganz langsamen Lied kniete er sich an den Bühnenrand und flirtete mit den Fans in der ersten Reihe. Ein Mädchen hielt ihm eine langstielige rote Rose entgegen und er hatte alle Mühe, sie zu erhaschen. Dann kam einer ihrer Lieblingssongs -This aint a lovesong-, und Jon spielte wieder auf der wunderschönen dunkelblauen Gitarre, mit den kleinen Sterne im Griffbrett. Lara fand die Gitarre wunderschön. Es war sogar die schönste Gitarre, die sie je in ihrem Leben gesehen hatte. Er spielte die Gitarre so zart, als streichelte er sie, und er sang so gefühlvoll den Song, schloss dabei die Augen.

`Seine Frau hat echt Glück, dachte sie so bei sich. Aber dann dachte sie, dass sie sowas gar nicht denken sollte, schließlich war er übermorgen wieder weg, und außerdem war er ein Megastar, der sich zufällig mit ihr ein paar Mal unterhalten hatte. Sie mußte auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie diese Einstellung nicht verlor, alles andere wäre fatal für sie. Und als sie ihn da so am Bühnenrand knien und singen sah, fiel ihr das irgendwie richtig schwer. Claudia wanderte während des Konzertes immer zwischen Backstage und Fotograben hin- und her, aber sie konnte Patrick nicht mehr finden. Sie überlegte, ob er vielleicht doch gegangen war und keine Lust hatte, sich das Konzert anzuschauen. Nach guten 2 ½ Stunden war das Konzert dann zu ende und sie gingen zurück in den Backstage-Bereich. „Lass uns gleich fahren, dann sind wir schnell in der Bar. Nicht, dass der P. jetzt schon da ist!“ sagte Claudia, und Lara war einverstanden. Sie wollte irgendwie auch schnell weg, das Konzert hatte sie ziemlich sentimental gemacht, und das mochte sie gar nicht.

TEIL 10

In der Bahn schwiegen sie beide die meiste Zeit. Lara, weil sie ihre Sentimentalität vergeblich versuchte wegzudrängen, und Claudia, weil sie hoffte, dass Patrick nicht vor ihr abhauen würde. Irgendwann kamen sie dann an und machten sich von der Bahnhaltestelle auf den Weg zum Hyatt. „Du bist so still.“ Sagte Claudia dann irgendwann mal. „Ich mag den Gedanken gar nicht, dass er übermorgen wieder weg ist! Das ist zwar alles schwachsinnig, und ich bin wohl total verrückt geworden, aber ich würd ihn am liebsten fragen, ob es eine Möglichkeit gäbe, mit ihm ein wenig in Kontakt zu bleiben, vielleicht kann ich ihm irgendwo hin schreiben, wo er die Post auch wirklich selber bekommt!“ sagte Lara. „Vielleicht gibt es ja so eine Möglichkeit, aber Lara pass auf, dass Du Dich da nicht in irgendetwas verrennst!“ sagte Claudia. „Nein, das passiert schon nicht,“ sagte Lara, „ich weiß selber, dass alles andere niemals möglich ist!“

Als sie am Hotel ankamen, wimmelte es überall von Fans. Zum Glück hatten sie ihre Pässe noch um, sonst hätte man sie um ein Haar nicht mehr in die Bar reingelassen. Lara hoffte schon, dass das ein Zeichen dafür war, dass er unten sass, aber es wäre erstens ohnehin zu früh dafür gewesen, und zweitens würde er seine After-Show-Party wieder oben in der Bibliothek feiern, wie letztes Jahr. Als sie drinnen waren in der Bar, entdeckten sie Patrick. Er war also wirklich schon da. Er hatte sie gar nicht gesehen, er sass an einem der Tische direkt am Eingangsbereich und unterhielt sich mit ein paar Leuten. Lara entdeckte auch Angelo, der sich gerade ein Bier an der Theke holte. Von Joey und Kathy war allerdings nichts zu sehen. „Na toll, jetzt sitzt der da vorne! Da können wir uns doch nicht hinstellen!“ sagte Claudia frustriert. „Dann stellen wir uns erstmal halt an die Theke, und Du gehst aufs Klo, dann sieht er Dich vielleicht im Vorbeigehen.“ Meinte Lara. Claudia fand das eine gute Idee und ging sofort aufs Klo.

Lara beobachtete Patrick, aber der hatte gar nicht bemerkt, dass jemand vorbeigegangen war. `Blindschleiche, dachte sie bei sich. Auch als Claudia wieder zurückkam, merkte er nichts. „Das war dann wohl nix.“ Bemerkte diese genervt. „Keine Panik,“ beruhigte sie Lara, „dann nehmen wir eben Plan B. Die erste Etage.“ Sie mussten auf jeden Fall eher oben sein, als wie er hochging. Nur wussten sie nicht so recht, woran sie erkennen sollten, dass er in 5 Minuten geht? Also entschieden sie sich, lieber jetzt schon hochzufahren und dort zu warten. Das war jedenfalls besser, als nachher zu spät zu reagieren. Sie wollten gerade gehen, da klingelte Claudias Handy und Thomas war dran. Sie ging vor die Tür auf die Terrasse, weil sie ihn sonst nicht verstehen konnte. Dann kam sie wieder rein und erzählte Lara, dass Thomas erst sehr spät in der Nacht zurückkommen würde, weil sie auf der Hinfahrt einen ziemlich langen Stau hatten. Und da er morgen arbeiten mußte, hatte er sich telefonisch ein Dienstzimmer im Hotel reservieren lassen. Jetzt hatte er Claudia gebeten, ein paar Dinge, die er noch brauchte von Zuhause zu holen, und ins Zimmer zu bringen.

„Und jetzt rate mal, auf welcher Etage das Zimmer ist?“ sagte sie dann, als sie fertig erzählt hatte. „Auf der ersten!“ „Cool!“ rief Lara. Dann haben wir ja sogar einen offiziellen Grund, hochzufahren. „Dann Lass uns die Sachen schnell holen fahren!“ sagte Claudia. „Du hör mal,“ meinte Lara, meinst Du, ich könnte solange schon in dem Zimmer auf Dich warten?“ „Klar, wenn Du willst,- dann kannst Du ja ein bisschen aufpassen, ob der P. vorher hochgeht, bevor ich zurückkomme.“ Sie verließen die Bar und gingen an die Rezeption. Thomas hatte dort schon angerufen und Bescheid gesagt, damit Claudia den Schlüssel bekam. Dann fuhren sie auf die erste Etage und Lara stellte fest, dass das Zimmer direkt neben dem Aufzug war. Perfekt, fand sie. Dann würde sie ja hören, wenn jemand mit dem Aufzug kam, konnte die Tür öffnen und nachschauen wer es war.

Claudia ließ sie rein und machte sich dann schnell auf den Weg, Thomas Sachen zu holen. Lara legte sich aufs Bett und dachte an Jon. Eine verrückte Idee nach der anderen kam ihr, aber keine davon war wirklich realisierbar. Wenn sie wenigstens seine Zimmernummer wüsste, dann könnte sie anrufen. Aber das würde sie sich sowieso nicht trauen. Sie bräuchte irgendeinen Vorwand, um zu Jon zu kommen. Dann würde sie sich bei ihm bedanken für das tolle Konzert und könnte ihn gleich fragen wegen einer Adresse. Aber wie? Ihr fiel absolut nichts ein. Es blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass er noch mal runter in die Bar kam, wenn sie auch da war. Als sie so auf dem Bett lag, wurde sie plötzlich wahnsinnig müde. Und kaum dass sie es gemerkt hatte, war sie auch schon tief und fest eingeschlafen. Plötzlich wurde sie von Claudias Stimme geweckt. „Lara, Du hast geschlafen, wach auf! Der P.!“ Lara setzte sich verschlafen auf. „Was ist mit ihm?“ fragte sie, noch halb im Schlaf. „Der ist grad vor mir mit dem Aufzug hochgefahren. Du solltest doch aufpassen, in welches Zimmer er geht! Aber Du hast geschlafen! Was machen wir denn jetzt?“ Claudia schien ziemlich enttäuscht zu sein. Lara ärgerte sich, dass sie eingeschlafen war und entschuldigte sich bei ihr. Aber gleich hatte sie eine Idee. „Lass uns über den Flur schleichen und an den Türen lauschen. Vielleicht telefoniert er noch mit jemand oder so, und wir erkennen ihn an der Stimme!“ Claudia überlegte. „Wir könnten auch alle Durchwahlnummern von dieser Etage ausprobieren, allerdings würde das nachher auf Thomas Rechnung stehen und er würde sich aufregen.“ Dann einigten sie sich darauf, dass sie lieber an den Türen lauschen wollten. Also schlichen sie sich auf Zehenspitzen aus dem Zimmer.
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Alt 25.08.2006, 15:00   #16
turmfalke
 
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Im Grunde ganz nett geschrieben, nur für meinen Teil ein bisschen sehr utopisch...
Patrick Kelly und Jon Bon Jovi beide da, die beiden Freundinnen stehen zufällig auf genau die beiden und zuuufälligerweise haben sie sich jeweils kennen gelernt.
Seeeehr wahrscheinlich.
Naja, ich kann trotzdem nicht aufhören zu lesen, wenn ich ehrlich bin
Hmm... wenn man von der Utopie absieht ist es echt ganz gut.

LG, Shadow
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Alt 26.08.2006, 14:50   #17
Keks
 
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Danke Shadow für Deine Antwort.
Im Hyatt in Köln gehört es zum Alltag, dass dort täglich mehrere Stars ein und ausgehen. Also dass Bon Jovi und jemand von den Kellys gleichzeitig dort sind, wäre dort normal. Ich habe mal Pink und Bon Jovi gleichzeitig im Hyatt angetroffen.

Was die Utopie betrifft: Natürlich ist es eine Phantasiegeschichte, eine Art Traum, die ein Fan vielleicht haben könnte.

P.S.: Freut mich aber, dass Du trotz allem nicht aufhören kannst zu lesen. Mir gings nämlich ganz genauso während dem schreiben, ich konnte einfach nicht aufhören.

Darum kommen jetzt die nächsten beiden Teile!
Keks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.08.2006, 14:53   #18
Keks
 
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TEIL 11

Auf dem Flur war es leise, in den meisten Zimmern schien gar keiner zu sein. Die beiden kamen sich vor wie zwei Gangster, die gerade irgendwo einbrechen wollten. Von ihrem Zimmer aus mußten sie links herunter schleichen, das war die Richtung, in die Patrick gegangen war. Dann machte der Gang eine Biegung nach links und ging geradeaus weiter. Nach ein paar weiteren Schritten hörten sie auf einmal ein lautes Klopfen. Claudia schlich ganz eng an den Zimmertüren vorbei und schließlich hatte sie die Tür gefunden, hinter der es klopfte. Es hörte sich an, als würde jemand dauernd auf einen Tisch schlagen. „Ob da drin jemand verprügelt wird?“ fragte Lara ängstlich. „Ach Quatsch!“ sagte Claudia. Dann hörten sie eine Stimme total wütend schimpfen: „Du blödes FAX, Scheiß Technik!“ Und beide erkannten sofort, dass es Patricks Stimme war.

Claudia brach sofort ins Lachen aus, sie stellte sich gerade bildlich vor, wie er vor einem FAX-Gerät stand und wütend drauf rumhämmerte. „Pssst!“ machte Lara. „Lach nicht so laut, sonst hört er uns noch und dann gibts Ärger!“ Aber Claudia konnte sich erstmal nicht mehr einkriegen und ging ein paar Schritte von der Tür weg, sonst hätte er es wohl noch mitgekriegt. „Jetzt telefoniert er mit jemandem!“ rief Lara leise und Claudia huschte sofort wieder zur Tür, legte ihr Ohr an die Tür und lauschte. Dann hörten sie Patrick reden: „Nein Joey, hier kommt nix an! Dieses Scheiß-Ding gibt nur dauernd so seltsame Piepsgeräusche von sich, sonst macht es gar nix! Nein, das geht nicht, schick mir die Termine per SMS. Tschö!“ Und dann hörten sie ihn beide wortwörtlich „Blödmann“ sagen. Die beiden mußten erstmal wegrennen von der Tür, denn jetzt brachen sie beide in totales Gelächter aus. „Haut der da einfach aufs FAX, ich fass es nicht!“ sagte Claudia prustend. „Und wenn Joey wüsste, dass er ihn ‘Blödmann’ genannt hat!“ ergänzte Lara noch. Als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatten, dachte Lara kurz nach und sagte dann: „Hey, hol Dein Portemonait und leg es an seine Tür. Wenn er sie aufmacht, wird er es finden, gucken wem es gehört, und sich bei Dir melden um es zurückzugeben.“

Claudia sah sie entgeistert an. „Mein Portmonait? Und wenn es ein anderer findet und es nicht zurückgibt? Oder der P. siehts am Ende gar nicht und latscht drüber? Nein, das mache ich lieber nicht.“ Aber Lara fand die Idee immer besser. „Doch, das ist ne gute Idee. Hol einfach Dein ganzes Geld raus, Lass nur ein bisschen Geld drin, z. B. 10 Euro, dann Deinen Ausweis und irgendeine Karte oder ein Zettel, auf dem Deine Handynummer schön groß und breit steht. Dann dürfte alles wie von selbst laufen!“ Das leuchtete Claudia schließlich doch ein. Also gingen sie schnell in ihr Zimmer und holten das Portmonait. Dann schlichen sie wieder zu Patricks Zimmer. Kurz, bevor sie um die Ecke bogen, hörten sie auf einmal eine Tür aufgehen. Dann hörten sie etwas fallen und dann wieder Patricks Stimme, die sagte: „Dreckslatschen!“ Und bumm, war die Tür wieder zu. „Was hat er denn jetzt gemacht?“ fragte Claudia. Und als sie dann schließlich um die Ecke gingen, sahen sie die Bescherung. Patrick hatte ein paar total eingesaute Schuhe vor die Tür geschmissen, die er jetzt wohl vom Zimmerservice saubergemacht bekommen wollte. „Iiiihh, ich will gar nicht wissen, wo der damit überall gelaufen ist!“ sagte Lara und zog eine Mine.

Jetzt war es im Zimmer leise, ab und zu raschelte etwas, es klang so, als würde er irgendwelche Akten sortieren oder Schreibkram erledigen. „Los, jetzt mach schon!“ drängte Lara. Claudia wusste nicht, ob sie das wirklich machen sollte. Nicht, dass er Verdacht schöpfte. „Leg es doch genau neben die Schuhe, dann wird er es nicht übersehen. Er wird ja irgendwann nach seinen Schuhen gucken und sie wieder reinholen. Dann sieht er Dein Portmonait!“ meinte Lara, also machte Claudia das. Dann gingen sie wieder zurück zu ihrem Zimmer. „Sollen wir uns noch auf einen Cappuccino in die Bar setzen?“ schlug Claudia vor. Das war eine gute Idee, fand Lara. Und außerdem, vielleicht kam Jon ja doch aus irgendeinem Grund noch runter... Also schlenderten sie direkt zum Aufzug und fuhren runter. In der Bar war ziemlich viel los. Es waren unheimlich viele Bon Jovi Fans da, die aufgestylt und mit Miniröcken an der Bar sassen und den ganzen Abend auf einer Cola sassen. „Na toll, unser Stammplatz ist natürlich besetzt!“ motzte Lara. Die beiden setzten sich zur Abwechslung mal draußen hin, innen war es sowieso zu stickig von der vielen Qualmerei.

„Heute trinke ich zur Feier dieses verrückten Tages einen Daiquiri!“ verkündete Lara, und dann fiel ihr auf, dass sie gar keine Tasche und somit kein Portmonait mit runter genommen hatte. „Ooops, ich auch nicht!“ fiel es Claudia dann ebenfalls auf. „Dann bestell schon mal und gib mir die Zimmerkarte, ich fahr noch mal rauf und hole Geld. Dann kann ich ja gleich noch mal nachgucken, ob er Dein Portmonait schon gefunden hat!“ sagte Lara. Also gab Claudia ihr die Karte zum öffnen der Tür, und Lara fuhr wieder auf die 1. Etage, holte das Geld aus dem Zimmer und schlich sich dann wieder an Patricks Zimmertür. Die dreckigen Schuhe und das Portmonait lagen noch immer so, wie sie es eben hingelegt hatten. Hinter der Tür lief Musik, irgendwas mit Jazz war es wohl, wie Lara erkennen konnte. Dann machte sie sich wieder auf den Weg zum Aufzug. Die Luft war rein und es schienen wirklich fast keine anderen Gäste auf der 1. zu wohnen, denn überall war es still. Als sie so vor dem Aufzug stand, um wieder herunter zu fahren, fiel ihr Blick auf das kleine Tischchen mit den gelben und roten Blumen. Sie mußte über sich selber lachen, auf was für eine Idee sie da gekommen war. Dann kam endlich der Aufzug.

Die Türen öffneten sich, und da stand plötzlich Joey im Aufzug. Lässig ging er heraus und an ihr vorbei. Lara drehte sich um und blickte ihm mit weit geöffneten Mund hinterher. ‘Oh nein, wenn der jetzt das Portmonait findet’, durchfuhr es sie. Patrick sollte es doch persönlich wiedergeben und nicht Joey! ‘So ein Mist’, dachte sie und schlich wieder zurück hinter Joey her. Dieser drehte sich plötzlich um. Lara bekam einen riesigen Schrecken, er sollte ja auf keinen Fall merken, dass sie ihn eventuell kannte und ihn sogar verfolgte. Also drehte sie sich blitzschnell nach links um, nahm die Karte laut raschelnd aus der Tasche und fummelte damit an einer Zimmertür herum. Joey ging weiter. Zum Glück. Plötzlich ging die Zimmertür vor ihr auf und eine Frau mit einer Gurkenmaske im Gesicht stand vor ihr. „Was machen Sie da?“ fragte sie energisch. „Äh, ich, ich habe mich wohl in der Zimmertür geirrt, bitte entschuldigen sie!“ sagte Lara schnell und wurde knallrot. Dann ging sie auch gleich ganz schnell weg, ohne sich noch mal umzudrehen. Die Frau machte ihre Tür wieder zu ohne noch etwas zu sagen. Als Lara endlich wieder vor Patricks Zimmertür angekommen war sah sie, dass das Portmonait noch immer neben den Schuhen lag.

Joey mußte also eine Blindschleiche sein, dachte sie sich. Sie schob es mit dem Fuß noch ein Stück näher an die Schuhe. Sie hörte, wie Patrick und Joey sich drinnen auf Englisch unterhielten. Dann ging sie wieder zurück zum Aufzug. Mußte Joey sie auch so zu Tode erschrecken? ‘Wie kann man nur mit einer Gurkenmaske im Gesicht die Tür aufmachen’, dachte sie bei sich, als sie an dem diversen Zimmer vorbeiging. Dann drückte sie auf den Aufzugsknopf. Während sie wartete stellte sie sich vor, wie sie einfach einsteigen und auf die 6. drücken würde. Aber das würde sie sich sowieso nicht trauen, zumal dort mit Sicherheit Bodyguards herumstanden. Außerdem war er ja eh auf seiner After-Show-Party und hing bestimmt besoffen in den Sesseln herum. Plötzlich fiel ihr etwas ein. Sie hatten doch Backstagepässe! Mit denen kamen sie doch bestimmt da hinein! Dass ihr das nicht schon viel eher eingefallen war. Der Aufzug kam und Lara raste hinein. Sie konnte es gar nicht erwarten, bis er endlich unten war. Wie von einer Tarantel gebissen rannte sie durch die Lobby in die Bar zu Claudia. Völlig außer Atem hielt sie ihr deren Geld und die Karte entgegen. „Was ist mit Dir? Wirst Du verfolgt?“ fragte diese amüsiert. Lara mußte erst mal Luft holen und setzte sich hin. Dann erzählte sie ihr von Joey, von dem Portmonait und von ihrem Einfall mit den Backstage-Karten. „Da bin ich jetzt auch nicht draufgekommen.“ Gab Claudia zu. „Wir müssen aber unbedingt vorher jemanden fragen, ich fänds ultra-peinlich, wenn wir dann oben wieder zurückgeschickt werden, und er sieht das am Ende noch!“ sagte Lara. „Tja, das müssen wir wohl oder übel ausprobieren!“ antwortete Claudia.

TEIL 12

Außer den Bodyguards wird uns das wohl keiner sagen können.“ „Dann trinken wir jetzt schnell aus, holen die Pässe und gehen hin.“ Beschloss Lara und schlürfte wie eine Wilde an ihrem Daiquiri. Sie brauchten noch eine Viertelstunde, bis sie fertig waren. Dann zahlten sie schnell und fuhren wieder auf die 1. Während Claudia nach den Pässen kramte, zupfte Lara sich ihre Haare zurecht. Sie kam sich ausgerechnet jetzt mal wieder vor, wie ein Clown! Schnell noch etwas Lippenstift und 3 kräftige Sprühstöße Parfum, fertig war sie. „Boar, Du riechst, als wäre grade Douglas neben Dir explodiert!“ sagte Claudia und rümpfte die Nase. „Na das will ich hoffen,“ sagte Lara, „dann riecht er mich sofort, und wird aufmerksam auf mich.“ Endlich gingen sie wieder raus. Im Aufzug sagte Lara dann: „Ich hab echt Angst, dass die uns damit nicht reinlassen. Ich will ihn heute noch sehen.“ Claudia meinte nur: „Bestimmt kommen wir rein. Aber Jon wird wohl total besoffen auf einem Sofa liegen und niemanden mehr erkennen!“

Das dachte Lara auch, sehen wollte sie ihn trotzdem! Schließlich war er nett anzusehen, und da war es ja egal, ob besoffen oder nicht, Hauptsache, sie konnte ihn angucken. Der Weg vom Aufzug bis zur Bibliothek kam ihr endlos vor, und sie wünschte sich, das Vorbeigehen an den Bodyguards hätten sie schon hinter sich. Zum Glück übernahm Claudia bei solchen Aktionen immer die Initiative, Lara konnte sowas überhaupt nicht. Endlich waren sie angekommen. Einer der Bodyguards kam natürlich gleich auf sie zu. Aber als Claudia ihm die Pässe hinhielt, ging er sofort zurück und machte ihnen den Weg frei. ‘Das war ja einfach’, dachte Lara. Dann waren sie drin. Es war irgendwie komplett anders, als Lara sich das so vorgestellt hatte, Kerzenleuchter brannten, ein schwarzer Flügel stand im Raum und überall teures Essen und Champagner. Lara hatte alle Mühe, ihn irgendwo zu erkennen. Bis Claudia ihn aufgespürt hatte. Er stand an einen Stehtisch gelehnt, rauchte eine Zigarette und unterhielt sich mit einem Typen. Er sah ziemlich fit aus, besoffen wirkte er auch nicht, fanden sie. Praktischerweise war genau ein Stück hinter ihm ein Stand mit Getränken. „Lass uns was zu trinken holen, dann sieht er uns hoffentlich vorbeigehen!“ schlug Lara vor. Die beiden schlenderten an ihm vorbei, und Lara wurde es heiß vor Aufregung. Da stand er wieder, sah immer noch so gut aus und machte sie immer noch so nervös.

So nervös, dass das Glas Champagner in ihrer Hand zitterte. Ganz plötzlich stand er neben ihr! Einfach so! Und grinste sie wieder einmal an. „Hat euch das Konzert gefallen?“ fragte er und nahm sich auch ein Glas Champagner. Im selben Augenblick machte Claudia sich einfach vom Acker. Lara sah ihr fassungslos hinterher, wie konnte sie sie jetzt hier alleine stehen lassen! Dann wandte sie sich Jon zu, der immer noch neben ihr stand und aus seinem Glas trank. „Es war echt geil!“ sagte sie tonlos und starrte in ihr Glas. Dann lachte er kurz, und Lara hatte das Gefühl, er hatte kapiert, dass Claudia weggegangen war, damit Lara jetzt alleine bei ihm stand. Das war ihr total peinlich und sie wusste gar nicht, was sie jetzt sagen oder tun sollte. Dann kam ihr mal wieder eine rettende Idee. „Meine Freundin und ich wir übernachten heute auch hier im Hotel. Wir haben ein Zimmer auf der 1. Etage.“ Oje, jetzt hatte sie ihn auch noch angelogen! Das Zimmer hatten sie zwar, aber es war ja für Thomas gedacht. Vor allem fragte sie sich gerade, wieso sie ihm das erzählte, sowas interessierte ihn wahrscheinlich gar nicht. Plötzlich stand er ganz nah vor ihr. Er mußte wohl einen großen Schritt auf sie zugegangen sein, sie hatte das irgendwie gar nicht mitbekommen, er stand auf jeden Fall plötzlich ganz nah an ihr. Sie hätte seine Hand berühren können, ohne ihre auszustrecken. Und er sah sie die ganze Zeit an. Einfach so, ohne etwas zu sagen. Und dann sagte er plötzlich ganz leise zu ihr: „Fahr auf die 1.“ Mehr sagte er nicht. Er drehte sich um und ging ganz lässig mit seinem Glas in der Hand durch den Raum zu einem seiner Bandkumpels.

Lara stand total verdattert da. Hatte er das gerade wirklich zu ihr gesagt? Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Was hatte er jetzt wieder vor? Er hatte so seltsam ausgesehen als er das gesagt hatte. So anders. Er war ihr so nah gekommen, hatte sie angesehen und es einfach gesagt! Sie wusste absolut nicht, was sie jetzt tun sollte. Dann stand Claudia Gott sei Dank plötzlich wieder neben ihr. „Na, worüber habt ihr denn so innig gesprochen?“ scherzte sie. Lara wusste nicht, ob sie das jetzt erzählen sollte. Irgendetwas in ihrem Kopf entschied sich, es nicht zu tun. Dann sagte sie: „Kurz übers Konzert haben wir geredet. Dann ist er ja schon wieder gegangen!“ Sie zweifelte daran, dass Claudia ihr das abkaufte, aber sie tat es. Scheinbar sah sie Laras entsetztes Gesicht nicht, zumindest war sich Lara sicher, dass sie gerade ein entsetztes Gesicht machte. Dann auf einmal dachte sie darüber nach, dass er morgen den letzten Tag in Köln war, vielleicht würde sie ihn gar nicht mehr sehen. Entschlossen drückte sie ihr Glas Claudia in die Hand. „Was hast Du vor?“ fragte diese verwirrt. „Ich bin gleich wieder da. Ich hole oben aus dem Zimmer etwas, da ich ihm geben will.“ Und dann ging sie los. Sie kam sich vor, als ob sie in Zeitlupe gehen würde. Jon stand fast am Ausgang von der Bibliothek und sah sie kommen.

Lara sah ihn nicht an, sie ging schnell an ihm vorbei. Fast rennend ging sie die Treppen runter und drückte auf den Aufzugsknopf. Die Türen gingen auf und sie stieg ein. Dann drückte sie auf 1. Sie tat das alles wie in Trance, sie sah die ganze Zeit sein Gesicht vor sich, wie er sie angesehen hatte, und sie konnte das gefühlsmäßig überhaupt nicht einordnen. Der Aufzug war da. Sie stieg aus und ließ die Türen zugehen. Er fuhr wieder runter. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie da stand, irgendwann öffneten sich die Türen wieder und Jon stand tatsächlich im Aufzug. Atemlos stand sie da. Er stand ganz lässig an der Wand und sah sie an. „Come on.“ Sagte er, und er klang so süß dabei. Natürlich hatte er auch wieder dieses Grinsen im Gesicht, das war einfach unwiderstehlich. ‘Er will, dass ich in den Aufzug zu ihm gehe. Er will irgendwo mit mir hin’-, ging es ihr durch den Kopf. Wenn es irgendeine Stimme in ihrem Kopf gegeben hätte, die NEIN gesagt hätte,- gehört hätte sie die bestimmt nicht.

Denn dann ging sie einfach in den Aufzug und stellte sich ihm gegenüber. Und dann gingen die Türen zu. Er drückte auf die 6. ‘Wir fahren auf die 6.Etage!’ dachte sie. ‘Tue ich das hier wirklich’? Dachte sie dann. Sie konnte ihn nicht anschauen, andererseits wollte sie ihn anschauen, denn das wollte sie doch die ganze Zeit, ganz nah neben ihm sein und ihn anschauen! Als sich die Türen wieder öffneten, waren sie da. Sie traten aus dem Aufzug heraus. Ein langer Gang lag vor ihr, es war still. Keine Bodyguards, keine Leute, die hektisch herumliefen. Es war genau wie in dem Gang auf der 1. Etage, nur waren die Teppiche schöner und es standen statt Holztischchen Glastische herum und riesige Vasen aus Porzellan. Jon ging einfach los und Lara blieb nichts anderes übrig, als ihm zu folgen. Dann blieb er an einer Suite stehen, öffnete die Tür und ging hinein. Lara ging langsam hinterher. Sie sah ein riesiges Zimmer und direkt geradeaus ein riesiges Fenster.

Sie wusste gar nicht, wie sie sich verhalten sollte und deshalb ging sie direkt zielstrebig auf das Fenster zu und schaute raus. Die Stadt lag beleuchtet am Rhein. Jon spiegelte sich im Fenster und sie konnte sehen, wie er die Tür leise schloss und stehen blieb. Er fuhr sich mit einer Hand durch sein Haar und grinste wieder. Lara drehte sich um. „Das ist mein Zimmer.“ Sagte er und öffnete die Minibar. „Möchtest Du auch etwas trinken?“ Lara nickte. „Ja, etwas kaltes wäre nicht schlecht.“ Sie blickte im Zimmer umher, in einer Ecke erblickte sie schließlich die blaue Gitarre mit den Sternen im Griffbrett. „Diese Gitarre ist wunderschön. Du hattest sie beim Konzert auf der Bühne.“ Jon füllte 2 Gläser mit Sekt und ging auf Lara zu. „Ja, das ist richtig. Es ist meine Lieblingsgitarre.“ „Ich finde sie wahnsinnig schön, so eine wünsche ich mir auch!“ Jon lächelte und kam näher. Sie blieb wie angewurzelt mit dem Rücken zum Fenster stehen und starrte ihn an. Sie war tatsächlich in seiner Suite, vor allem ganz alleine mit ihm. Ganz alleine mit dem Mann, der ihr schon seit Tagen den Atem raubte, wenn sie ihn nur irgendwo in ihrer Nähe erahnte. Er reichte ihr ein Glas und sie stießen an. Dann setzte er sich auf die Kante eines der weißen Ledersessel, der direkt unter einem der Fenster stand, und beobachtete sie eine Zeit lang. Er schien irgendwie ziemlich schüchtern zu sein und doch war er so groß und stark, ging es ihr durch den Kopf. Ab und zu senkte er den Blick kurz, dann sah er sie wieder an. Seine Augen blickten fragend, Lara lächelte ihn unsicher an, dann fragte er sie: „Was möchtest Du tun?“ Lara hatte keine Ahnung, was sie ihm auf diese Frage antworten sollte. Am liebsten hätte sie ihn sich geschnappt und auf den Boden geworfen, sie war von Kopf bis Fuß wie elektrisiert, und sie fragte sich, ob er ihr das anmerken konnte. Als sie nicht antwortete, stand er langsam auf, ging zu ihr hin und sah sie an.
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Alt 02.09.2006, 18:15   #19
turmfalke
 
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Beiträge: 677


Zitat:
den ganzen Abend auf einer Cola sassen
*prust* Entweder das ist ein verrückter Ausdruck, den ich nicht kenne, oder ein Verschreiber, wie ich noch nie einen gesehen hab

Zitat:
Außer den Bodyguards wird uns das wohl keiner sagen können.“
Anführungszeichen vorne fehlen

Zitat:
Ich hole oben aus dem Zimmer etwas, das ich ihm geben will
Und noch etwas: Ich will gar nicht bezweifeln, dass man da Stars trifft
Ich sage nur, dass es relativ unwahrscheinlich ist, so nah (vor allem so nah wie Lara ) an sie heran zu kommen...
Aber wie gesagt: Ich kanns nicht lassen

LG, Shadow
turmfalke ist offline   Mit Zitat antworten
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