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Düstere Welten und Abgründiges Gedichte über düstere Welten, dunkle und abgründige Gedanken.

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Alt 18.03.2018, 17:13   #1
weiblich Zaubersee
 
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Standard aura

lass uns mal schlafen gehen
der wind weht leis
der tag war müde heut
ich will verstehen
was ich in mir schon weiss
und wie die ahnung mir das salz
in meine offnen wunden streut
und wie die angst zur wahrheit dräut
die hände fest um meinen hals.


C. Mara Krovecs / Zaubersee / Regenlibelle / 2018
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Alt 18.03.2018, 17:45   #2
männlich Ex-Poesieger
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Des Rätsel innere Mechanik?
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Alt 20.03.2018, 20:03   #3
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... nein, die Aura ... aus dem Saum der Grauzone ... der Widerhall dessen was war/ist/sein wird.
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Alt 26.03.2018, 11:05   #4
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Zitat:
... nein, die Aura ... aus dem Saum der Grauzone ... der Widerhall dessen was war/ist/sein wird.
...
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Alt 27.03.2018, 12:16   #5
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Verkomplexisierungspreis!
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Alt 29.03.2018, 22:20   #6
männlich Flocke
 
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Hallo Zaubersee,
dein "aura"-Gedicht hat mich sehr angesprochen. Ich habe mal eine Analyse versucht, die die Form deines Gedichtes in den Vordergrund stellt. Denn diese ist m.E. schlüssig und treffend in Hinblick seinen Inhalt.


aura

1 lass uns mal schlafen gehen

2 der wind weht leis
3 der tag war müde heut

4 ich will verstehen
5 was ich in mir schon weiss

6 und wie die ahnung mir das salz
7 in meine offnen wunden streut
8 und wie die angst zur wahrheit dräut

9 die hände fest um meinen hals.


Metrum + Reimschema

1 x X x X x X x.............. /a

2 x X x X......................./b
3 x X x X x X.............. .../c

4 x X x X x...................../a
5 x X x X x X................../b

6 x X x X x X x X............/d
7 x X x X x X x X............/c
8 x X x X x X x X............/c

9 x X x X x X x X............/d

Bis auf den Reim „verstehen / gehen“ enden die Reime betont. Wir finden einen Paarreim (c,c), einen um eine Zwischenzeile erweiterten Kreuzreim (a,b,[c,]a,b) und einen umarmenden Reim (d,c,c,d). Sie sind ineinander gewebt. Aber die Muster wiederholen sich nicht. Und es gibt keine Differenzierung in Strophen. Die Reime und das Metrum (siehe nächsten Absatz) rhythmisieren, machen Text einerseits eingängig. Ein fehlendes Reimmuster und die gewählte gedrängte Einstrophenform korrespondieren mit dem unheimlichen Inhalt und unterstützen die bedrohlichen Bilder.


Das Metrum ist iambisch geprägt.
In der Zeile 2 kämpft der natürliche Sprachrhythmus mit dem Metrum:
„der Wind weht leis“ (Betonungen sind „fett“). Die zweifache Anfangssilbe „w“ motiviert eine Alliteration und legt eine Betonung auf weht nahe. Leis bleibt betont.
Die Zeile 5 kann auch so gelesen werden: „was ich in mir schon weiss“. Im Gedichtkontext würde ich die Betonung auf ich + in verteilen, sie sozusagen schwebend sprechen.
In der Zeile 6 ist kleine Einhaltepause, eine Zäsur angelegt: „und wie die ahnung ll mir das salz“.

Diese drei metrischen “Bremsen“ mindern nicht den Leseklang, im Gegenteil, sie verhindern ein Textleiern, sie vermitteln den Inhalt lebendiger.

Ich habe, oben am Beginn meines Beitrages, für mich den Text in Absätze gegliedert. Es macht m.E. Sinn, nach jedem „Absatz“ eine kleine Pause zu lesen, weil jeweils ein anderer thematischer Schwerpunkt angesprochen wird:

1 > Aufforderung, schlafen zu gehen;
2 – 3 > Außensicht, wie war der Tag, wie ist es jetzt?
4 – 5 > Absichtserklärung, was will das lyrI?
6 – 8 > Bilder, was geht im lyrI vor?
9 > Wendung zu einem bedrohlichen Bild auf der Körperebene

Ich will jetzt nicht noch die Bilderwelt, Stilmittel oder sonstiges untersuchen.
Aber zumindest mir ist bis hierhin deutlich geworden, wie „reich“ dieses Gedicht ist.

LG Flocke
Flocke ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2018, 17:54   #7
weiblich Zaubersee
 
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Beiträge: 2.309

Hallo Flocke,

wow, was für ein Kommentar und so eine tolle Analyse. So eine ausführliche im Hinblick auf Metrik und Form, habe ich seit langer Zeit nicht mehr unter meinen Gedichten gesehen.


Dafür möchte ich mich bei Dir ganz herzlich bedanken!
Und für das "reich" außerdem

Ich habe alles schon mehrfach gelesen, weil ich so in meinem Gedicht weitere Aspekte wahrnehme, die ich so vorher noch nicht bemerkte.

Vor allem der Hinweis auf den umarmenden Reim, in gerade diesen Zeilen, zeigt mir, die dadurch verstärkte, düstere Aussage. Danke!

Herzliche Grüße aus dem Norden

Zaubersee
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Alt 31.03.2018, 09:41   #8
männlich Gemini
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Beiträge: 1.340

Denn diese ist m.E. schlüssig und treffend in Hinblick seinen Inhalt

Warum eigentlich Flocke?
Ich sags dir.

Weil man so etwas mit einem schwarzen Gürtel in Poesi schreibt.

heut
dräut


https://books.google.at/books?id=RJr...3%A4ut&f=false

Gem
Als die Zahnfee deinen Zahn nicht abgeholt hat, hat er es gemacht und du hast es nie bemerkt
Gemini ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2018, 16:23   #9
weiblich Zaubersee
 
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Gemini; hast Du soeben den schwarzen Gürtel der Poesie eingeführt?

... da muss ich mich jetzt aber ins Zeug legen, um dessen würdig zu sein/bleiben

Und die Zahnfee ... sprichst Du über des armen Flockes Zähne?
Oder über meine .... oder über wessen?
Und wer hat die nun abgeholt ?

"dräut" soll sich auf
"streut" reimen ...

LG

Zaubersee
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